Lost German Girl – 1945 – Ort der Grausamkeit eindeutig Ejpovice

„Wenn England einmal so geschlagen daniederliegen sollte wie Deutschland nach dem Weltkrieg, dann wünschte ich mir für England einen Mann wie Adolf Hitler.“

Winston Churchill, 1938


https://i1.wp.com/cdn.ipernity.com/200/00/66/37030066.ff30aef4.640.jpgIm Internet macht seit einigen Jahren ein Filmstreifen “1945 Lost German Girl/1945 deutsches Mädchen, das sich verirrt hat” die Runde.

Er zeigt eine misshandelte junge Frau, die zögernd und ziellos dem Rand einer einsamen Landstraße entlang taumelt, am Kilometerstein „78“ vorbei. Ihr linkes Auge ist zugeschwollen, ihr Haar blutgefärbt. Sie ist mit einem dunkelfarbenen Pulli und einer feldgrauen Soldatenhose bekleidet, die weder auf Waffengattung noch auf Rang schließen lassen. Trotzdem lautet die Bildbeschreibung des Kameramanns:

„MCS as SS girl walks to camera/Halbnah- und Nahaufnahmen eines SS-Mädchens, das auf die Kamera zugeht“.

Dieser 40-Sekunden lange Filmstreifen (weiter unten zu sehen) führte zu regen Diskussionen im Internet. Zum Beispiel bewog er etwa ein Dutzend Teilnehmer im „AxisHistoryForum“ zwischen November 2008 und Juli 2009, Antworten auf folgende Fragen zu suchen: “Wer ist diese Frau?“ und „Was ist der Ort ihrer Misshandlung?“ Die erste Frage blieb unbeantwortet; die zweite identifizierte den Ort der Grausamkeit eindeutig als Ejpovice, ein heute 559 Seelen zählendes Dorf etwa 10 km östlich von Pilsen. 

Der Filmstreifen „1945 Lost German Girl“ (Dauer: 40 Sekunden) ist einer von mehreren, die zu einem Film “1945 Czechoslovakia in Color“ (Dauer: 11 Minuten weiter unten zu sehen) zusammengefasst wurden, der wiederum zu „Liberated Czechoslovakia; wounded and dead Germans; POWs“ (25 Minuten) erweitert wurde.

Die längeren Filme zeigen, dass die misshandelte Frau nicht verloren ist. Sie ist von einigen Überlebenden, einigen sterbenden und vielen toten, zum Teil übel zugerichteten männlichen Kameraden umgeben. Beispiele ihrer Foto-Beschreibungen lauten: Halbnahaufnahme einiger von Tschechen erschlagenen SS-Männer; Nahaufnahme des Gesichts eines SS-Soldaten; Nahaufnahme eines im Straßengraben liegenden SS-Soldaten; Halbnahaufnahme mehrerer toter SS-Soldaten; Halbnahaufnahme eines sterbenden Soldaten; Nahaufnahme eines toten Zivilisten; Halbnah- und Nahaufnahme eines der Kamera entgegen laufenden SS-Mädchens; Halbnah- und Nahaufnahme eines schwerverwundeten SS-Manns; und noch einige 20 mehr.

Auch zeigen die Filme Menschenmengen, die in Pilsen ihren US-Befreiern zujubeln; Gefangennahme und Marsch ins Sammellager deutscher und Vlassov Soldaten; und als eine der letzten Szenen eine Gruppe grinsender und applaudierender Menschen, die einen zu ihren Füssen liegenden toten Deutschen bespucken. Unter ihnen sind Kinder; offenbar wurde den Tschechen damals bereits in jungen Jahren Hass gelehrt. Vermutlich gehören sie heute zu denen, die 69 Jahre danach noch immer den Völkermord an den Sudetendeutschen gutheißen und das Fortbestehen der dafür von Benesch geschaffenen Rassendekrete fordern.

Eine Nachforschung über die Entstehung der Filme ergab folgendes: Im Frühjahr 1945 delegierte die US Army Air Force einen Kameramann namens Oren Haglund aus Hollywood nach Europa, um mit „VE/Victory in Europe Day“ zusammen hängende Ereignisse zu fotografieren und zu filmen. Anfang Mai 1945 arbeitete er in der Nähe von Pilsen, wohin die Spitze der 3. US Army unter General Patton vorgedrungen war. Dort dokumentierte er als Zeuge das oben beschriebene Massaker, einschließlich des „Lost German Girl“ Streifens.

Haglunds Fotos und Filme wurden zunächst von der National Archives and Records Administration archiviert. Im August 2005 erwarb sie das US Holocaust Memorial Museum in Washington, DC. Hierbei ist bemerkenswert, dass dieses Museum die Dokumentarfotos und Dokumentarfilme von Oren Haglund über deutsche Opfer nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur für die „Steven Spielberg Film and Video Archives“ erwarb, sondern sie auch der Öffentlichkeit zugänglich machte. Das ist, soweit bekannt, das erste Mal, dass ein amerikanisches Museum deutsche Nachkriegsopfer in dieser Form dokumentiert.

Ejpovice

Zu diesem Thema einige bemerkenswerte Zitate aus dem Werk des mutigen tschechischen Historikers Tomáš Krystlík “Verschwiegene Geschichte – Zamlčené Dĕjiny”, Band II, 2012:

Beneš äußerte sich am 3.2.1944 in einer Ansprache an den Staatsrat, “dass das Kriegsende bei uns eine große Abrechnung des Volkes mit den Deutschen und für die faschistischen Gewalttäter ein in der Tat blutiges und unbarmherziges Ende bedeuten wird.” Als Prokop Drtina im Juli 1944 Beneš` umfangreichen Befehl nach Hause übermittelte, stand darin unter anderem: “Man kann heute nicht definitiv sagen, ob alle über drei Millionen Deutsche auf Grund irgendeiner internationalen Regelung transferiert werden können. Auf diesem Wege wird man sie nur teilweise loswerden, vielleicht maximal ungefähr zwei Millionen … Es wird nötig sein, gleich in den ersten Tagen nach der Befreiung viel selbst zu erledigen …” Er erklärt dann, was damit gemeint ist: “es sollten in der Revolution so viele wie möglich von ihnen erschlagen werden, die sich ebenso wie die Nazis wehren und Widerstand leisten werden.” Seite 204

Beneš konnte sich auf dem Weg von Kaschau nach Prag am 11.5.1945 in Brünn die folgenden Worte nicht verkneifen: “Ihnen und uns allen ist klar, dass die Liquidierung der Deutschen hundertprozentig sein wird.” Seite 208

Beneš im Mai 1945 im tschechoslowakischen Rundfunk: “Vernichtet die Deutschen sofort und überall, wo ihr sie findet!” Seite 213

Der Politiker H. Koželuhova: “Wir betrachten die Deutschen berechtigterweise nicht als Menschen.” Seite 213

Der Justizminister Prokop Drtina: “Die Republik ganz und gar von den Deutschen säubern! Das ist ein direkter Befehl für einen jeden von uns, das ist die historische Aufgabe unserer Generation.” Seite 213

Diese Phase der Vertreibung kann nicht als wild bezeichnet werden, d. h. unorganisiert, weil die Historiker Tomaš Staněk und Adrian von Arburg (schweizerischer Historiker) bewiesen haben, dass sie vom tschechoslowakischen Innenministerium und vom Verteidigungsministerium gelenkt wurde. Seite 214

Beneš äußerte sich einige Male so: “Wir wollen die Deutschen, die sich schuldig gemacht haben, erschlagen und verjagen.”
Nach seiner Meinung waren alle Deutschen schuldig, auch die deutschen Kinder. Seite 217

Tomáš Krystlík schließt sein Werk mit folgenden Sätzen:

Die Tschechen sind sich durchaus bewusst, dass ihnen ein großer Teil des Besitzes nicht gehört, weil es letztlich Diebesgut ist. Man weiß, dass man das Gestohlene zurückgeben müsste, wenn die sog. “Beneš-Dekrete” aufgehoben würden – im Unterbewusstsein herrscht deswegen auch immer noch so etwas wie Angst.

Es ist höchste Zeit, die Aufschrift auf der Präsidenten-Standarte “Die Wahrheit siegt!” abzuändern in “Was wir gestohlen haben, geben wir nicht mehr her.” Seite 296

Quellen:

“Verschwiegene Geschichte – Zamlčené Dĕjiny”, Band I
“Verschwiegene Geschichte – Zamlčené Dĕjiny”, Band II
Rudolf Pueschel – sudetenbote.com/2014.08.01 Mein Dank an Herbert!

1945: The Lost Woman

Liberated Czechoslovakia – wounded and dead Germans POWs 1 

Liberated Czechoslovakia – wounded and dead Germans POWs 2


(Quelle)

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