„Meine Volkssturmkompanie erhielt dann den Befehl, in Nemmersdorf aufzuräumen“

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/4/46/Nemmersdorf_Braunschweiger_Tageszeitung_27_Oktober_1944.JPG/370px-Nemmersdorf_Braunschweiger_Tageszeitung_27_Oktober_1944.JPG

[…] Hinter dem >Weißen Krug< in Richtung Gumbinnen ist ein freier Platz mit dem Denkmal des Unbekannten Soldaten.

Hinter diesem freien Platz steht wiederum ein großes Gasthaus >Roter Krug<. An diesem Gasthaus stand längs der  Straße eine Scheune. An den beiden Scheunentüren waren je eine Frau, nackt in gekreuzigter Stellung, durch die Hände angenagelt.

https://i1.wp.com/www.deutscherosten.de/kinder.jpgWeiter fanden wir dann in den Wohnungen insgesamt 72 Frauen einschließlich Kinder und einen alten Mann von 74 Jahren, die sämtlich tot waren, fast ausschließlich bestialisch ermordet bis auf nur wenige, die Genickschüsse aufwiesen.

Unter den Toten befanden sich auch Kinder im Windelalter; denen mit  einem harten Gegenstand der Schädel eingeschlagen war.

In einer Stube fanden wir auf einem Sofa in sitzender Stellung eine alte Frau von 84 Jahren vor, die vollkommen erblindet (gewesen) und bereits tot war. Dieser Toten fehlte der halbe Kopf, der anscheinend mit einer Axt oder Spaten von oben nach dem Halse weggespalten war.

Diese Leichen mußten wir auf den Dorffriedhof tragen, wo sie dann liegen blieben, weil eine ausländische Ärzte-Kommission sich zur Besichtigung der Leichen angemeldet hatte. So lagen diese Leichen dann 3 Tage, ohne daß diese Kommission erschien.

Inzwischen kam eine krankenschwester aus lnsterburg, die in Nemmersdorf beheimatet war und hier ihre Eltern suchte. Unter den  Ermordeten fand sie ihre Mutter von 72 Jahren und auch ihren alten schwachen Vater von 74 Jahren, der als einziger Mann zu diesen Toten gehörte. Diese Schwester stellte dann fest, daß alle Toten Nemmersdorfer waren.

Am 4. Tage wurden dann die Leichen in zwei Gräbern beigesetzt. Erst am nächsten Tage erschien die Ärzte-Kommission, und die Gräber mußten noch einmal geöffnet werden. Es wurden Scheunentore und  Böcke herbeigeschafft, um die Leichen aufzubahren, damit die Kommission sie untersuchen konnte.

Einstimmig wurde dann festgestellt, daß sämtliche Frauen wie Mädchen  von 8 – 12 Jahren vergewaltigt waren, auch die alte blinde Frau von 84 Jahren. Nach der Besichtigung durch die Kommission wurden die Leichen endgültig beigesetzt.«

Quelle: Heinz Nawratil: Schwarzbuch der Vertreibung 1945 bis 1948

Schwarzbuch der Vertreibung


Siehe auch:

Massaker an Deutschen – Nemmersdorf ein sowjetisches Kriegsverbrechen

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