Vergangenheitsbewältigung – Kapitel 1 von 7

https://i2.wp.com/ecx.images-amazon.com/images/I/61KZlS5c0wL._SL500_SX351_BO1,204,203,200_.jpgGeorg Franz-Willing

Vergangenheitsbewältigung –
Bundesrepublikanischer Nationalmasochismus

Kapitel 1:

Kritische Stimmen im Ausland gegen die Umerziehung

Mit der totalen Kapitulation der Wehrmacht und der völ­ligen Besetzung des gesamten Reichsgebietes durch die Sie­germächte erlosch auch die Stimme des deutschen Volkes in der Öffentlichkeit. Das Ghetto Deutschland wurde vollstän­dig vom Medienapparat der Sieger beherrscht. Presse, Rundfunk, Film, alle Schrift- und Druckerzeugnisse unter­lagen dem uneingeschränkten Einfluß durch die Besatzungs­mächte. Äußerungen von deutscher Seite im nationalen Sin­ne gab es nicht mehr. Die letzte amtliche deutsche Kundge­bung war die Rundfunkansprache des letzten Reichsober­hauptes Großadmiral Dönitz über den Flensburger Sender am 9. Mai 1945. Es gab nur noch Meldungen über Deutschland, aber keine mehr von Deutschland.

Trotz des Orkans der Rache und des Hasses, der die Me­dien erfüllte, erhoben sich auch im feindlichen Ausland bald kritische Stimmen gegen die materielle und geistige Vernichtungspolitik der Siegermächte gegenüber dem besiegten deutschen Volk. Die völlige Entrechtung des deutschen Vol­kes, die Zerstörung seiner staatlichen Existenz, die Krimina­lisierung dieses großen Kulturvolkes durch Kollektivschuld und Kriegsverbrecherprozesse, die verlogene Behauptung von der Alleinschuld des Besiegten an der Völkerkatastro­phe des Zweiten Weltkrieges wie an jener des Ersten Welt­ krieges, die barbarische Kriegführung der Briten und Ame­rikaner durch den uneingeschränkten Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung Europas, die Massenverbrechen durch die Vertreibung von achtzehn Millionen Deutschen aus ih­ren angestammten Heimatgebieten und die Ausschreitungen gegen das wehrlose deutsche Volk nach der totalen Kapitu­lation fanden im Laufe der Nachkriegsjahre zunehmend Widerhall im feindlichen und neutralen Ausland.

Die sich im Handeln und Unterlassen der Besatzungsmächte aus­drückende allgemeine Rechtsverwilderung durch die völlige Versklavung des deutschen Volkes und Ermordung von na­hezu fünf Millionen deutscher Menschen nach der totalen Kapitulation in den Jahren zwischen 1945—1955 (mehr als die Menschenverluste Deutschlands während des Krieges be­trugen) erregte wachsenden Anstoß bei vielen rechtlich den­kenden Angehörigen des feindlichen Auslandes und der neutralen Staaten. Die Kritik war gegen die Art der Umerziehung und ihrer Fortsetzung, der „Vergangenheitsbewältigung“, gerichtet.

„Die erste Kriegserklärung gegen das nationalsozialistische Deutschland erfolgte von jüdischer Seite mit dem Aufruf im ‚Daily Express‘ am 24. März 1933.“ (…) „Die Kriegspartei von 1938 war eben die antifranzösi­sche Partei, diejenige Partei, die die Kriegskatastrophe und die Besetzung über unser Land herbeigeführt hat, sie war die Partei des Bürgerkrieges und der Blutbäder von 1944/45, sie ist die Partei, die heute die Nation bekanntlich – aber darauf Gewicht zu legen ist überflüssig – seit der ‚Be­freiung‘ regiert. In dieser Partei bestehen zwei eng verbun­dene und logische Gruppen: Juden und Kommunisten“, so charakterisierte ein Franzose treffend die beiden entschei­ denden Siegermächte.

Der französische Professor für Literaturgeschichte Maurice Bardèche, dessen Schwager, der berühmte Schriftsteller Robert Brasillac, von einem de Gaulle’schen Sondergericht zum Tode verurteilt und erschossen worden war, brachte in seinem Buch Nürnberg oder die Falschmünzer eine Zu­sammenstellung von kritischen Aussagen in der Publizisitik der westlichen Siegermächte zwischen 1945 und dem Er­scheinungsjahr seines Buches 1955.

Eine Auswahl daraus sei hier dem Leser zur Kenntnis gebracht:

„Heute prangert die Weltmeinung den Nürnberger Prozeß nicht nur als juristi­sche Ungeheuerlichkeit an, sondern auch als Geschichtsklitterung.“ (…) „Die Akten über die alliierte Besatzung in Deutschland sind im wahrsten Sinne des Wortes gemein. Das war kein Haß mehr – denn der wahre Haß hat seine Größe – es war etwas im höchsten Grade Gemeines und Tückisches, in das sich Plünderung, Diebstahl, Schachern mit Einfluß, sexuelle Verdorbenheit, Niedertracht, Heuche­lei und Angst mischten. Ein levantinischer Moderduft erhob sich über diesem Beinhaus.

Von amerikanischer Seite nennt Bardèche aus den Jahren 1945/46 zwei Broschüren von P. O. Tittmann: „The Planned Famine“ und „Incredible Infamy“ als Zeugnisse für den Vernichtungswillen der Morgenthauer. Bekannter ist das Buch der mutigen Journa­listin Freda Utley „Kostspielige Rache“, das von der wirt­schaftlichen Seite her die Ausplünderung Deutschlands durch die Alliierten nüchtern und treffend schildert.

Ausführlich geht Bardèche auf den Malmedy-Prozeß ein. Völlig unschuldige Männer der Waffen-SS wurden so lange gefoltert, bis sie die gewünschten „Geständnisse“ ablegten.

Bei den Folterungen wurden 68 von 70 Angeklagten die Ge­schlechtsteile zerquetscht, so daß sie für immer gezeichnet waren, „abgesehen von zahllosen zerbrochenen Kinnbacken, Schädelbrüchen, gebrochenen Schlüsselbeinen, abge­rissenen Fingernägeln und kleineren Einzelheiten“. Siebzig Todesurteile wurden gefällt. Man eröffnete ihnen, man würde die Todesstrafe umwandeln, wenn sie diktierte Aus­sagen zur Belastung anderer Kameraden unterschrieben. „So kam man zu Dokumenten.“

Auch in den großen Pro­zessen wurde mit gefälschten erpreßten Aussagen gearbei­tet, so „die Aussagen der Zeugen Gauß, Gerstoffer und Milch“. Dabei tat sich als Erpresser der stellvertretende amerikanische Hauptankläger Robert Kempner, Jude und ehemaliger preußischer Oberregierungsrat, hervor. Hinsichtlich der Konzentrationslager verweist Bardèche besonders auf das Buch von Paul Rassinier, einem französischen Sozialisten und einstigem KL-Häftling, „Die Lüge des Odysseus“.

Bardèche widmet ein umfangreiches Kapitel dem Nürn­berger Prozeß. Er zitiert den US-Senator Taft: Die Kriegs­ verbrecherprozesse „verletzen das fundamentale Prinzip der amerikanischen Gesetzgebung, welches fordert, daß ein In­dividuum nicht nach einem Gesetz verurteilt werden kann, das erst nach Begehen der strafbaren Handlung in Kraft ge­treten ist. Der Prozeß gegen die Besiegten durch die Sieger kann nicht unparteiisch sein, wie auch die Formen seiner Rechtsprechung getarnt sein mögen. Über diesen Urteilen schwebt der Rachegeist, und Rache ist selten Gerechtigkeit.

Das Aufhängen der elf deutschen Verurteilten wird in den amerikanischen Annalen eine Tat sein, die wir lange bedauern werden. In diesen Prozessen haben wir die russische Auffassung dieser Art von Prozessen – nämlich Interesse der Politik und nicht der Gerechtigkeit – zur unseren gemacht und dabei wenig Rücksicht auf unser angelsächsi­sches Erbe genommen. Dadurch, daß wir dieses Interesse der Politik in den Mantel eines legalen Verfahrens einhüll­ten, laufen wir Gefahr, auf Jahre hinaus jeglichen Begriff von Gerechtigkeit in Europa in Mißkredit zu bringen (…)“

Im Leitartikel der „Chicago Tribüne“ vom 14. Juni 1946 heißt es:

„Das Statut, in dessen Namen die Angeklagten ab­geurteilt werden, ist eine eigenste Erfindung Jacksons und widerspricht dem Völkerrecht, so wie es in der zweiten Haa­ger Übereinkunft definiert ist. Durch die Erfindung eines solchen Statuts verleiht Jackson der Lynchjustiz die Legali­tät.“ Jackson selbst aber war das Werkzeug der jüdischen Rache. Das „Institut für jüdische Fragen“ unter maßgebli­cher Beteiligung der beiden Brüder Robinson hat die Grund­lagen für das Londoner Statut geschaffen. Die in Kanada erscheinende französische Zeitung „Le Devoir“ urteilte in ihren Leitartikeln vom Oktober 1946: „Unter dem Vorwand der Gerechtigkeit haben die Alliierten die internationalen Gepflogenheiten auf den Stand zurückverwiesen, den sie vor der christlichen Zivilisation hatten (Leitartikel vom l. 10. 1946).

Eine bedeutende portugiesische Persönlichkeit protestier­te laut Bardèche gegen den Nürnberger Prozeß am 6. Okto­ber 1946: „In mir streiten sich die verschiedenartigsten Gefühle: Entrüstung, Zorn, Empörung, Verzweiflung, Ekel, Mitleid, Bestürzung, Liebe, Bewunderung, Haß! Die schwär­zeste Seite der Weltgeschichte ist soeben umgewendet worden. Bis zum letzten Augenblick hatte ich noch Hoffnung, ein Funke von Gewissen werde in jener gefühllosen Wüste aufleuchten, welche die Seele dieser Henkersknechte darstellt (…) Nichts! Die Henker haben die Ärmel aufge­schürzt, haben ihre Muskeln spielen lassen, haben die teufli­sche Haltbarkeit ihrer Stricke erprobt, und die zehn Opfer steigen die Stufen zum Schafott hinan, wo sie der unbarm­herzigen Rachsucht des Sieges der Demokratien zum Opfer gebracht wurden (…) Aus Südafrika bringt Bardèche folgenden Protest gegen die Rachejustiz der Sieger: „Er be­steht in einer ganz einfachen Liste, der Liste jener Männer, die an diesem Tage verurteilt und hingerichtet worden sind. Sie wird alljährlich ‚in memoriam‘ an der Spitze der Süd­afrikanischen Zeitung ‚Die Nuwe Orde‘ zum Jahrestag der Vollstreckung des Nürnberger Urteils abgedruckt. Auf ihrer ersten Seite läßt diese Zeitung einfach die Liste der Hinge­richteten in Trauerumrandung in großen Buchstaben mit ei­nem ehrenden Nachruf erscheinen.

Der indische Richter R. Pal, dem Gerichtshof in Tokio zugeteilt, verzichtete auf sein Amt und begründete den Rück­tritt mit einer wahren Anklagerede gegen die „Kriegsverbrecherprozesse“ wie folgt:

„Ein sogenannter Prozeß, der auf Anklagepunkten be­ruht, die von den Siegern heute als rechtskräftig bestimmt werden, löscht Jahrhunderte der Kultur aus, die uns von der summarischen Hinrichtung der Unterlegenen trennen. Ein Prozeß, der auf einer solchen Rechtsauslegung basiert, ist nichts weiter als der entehrende Gebrauch gesetzlicher Formen zur Befriedigung eines Rachedurstes. Er entspricht keinerlei Vorstellung von Gerechtigkeit (…) Würde man zu­geben, daß es dem Sieger zusteht, zu bestimmen, was ein Verbrechen ist und es nach seinem Belieben zu bestrafen, so hieße dies, in jene Zeiten zurückzukehren, in denen es ihm erlaubt war, das von ihm besiegte Land mit Feuer und Blut zu überziehen, alles in ihm Vorhandene zu rauben und alle seine Einwohner zu töten oder in die Sklaverei zu füh­ren.

Und genau das haben die Sieger als Besatzungs­ mächte dem deutschen Volk angetan.

Auch der britische Bischof von Chichester protestierte 1948 nachdrücklich gegen die Siegerjustiz, forderte General­ amnestie und Revision der bereits gefällten Urteile. Bi­schof Dibelius erklärte 1949:

„Als Juristen weigern wir uns rundweg, die Nürnberger Urteile als gerecht anzuerkennen. Diese Urteile sind nichts anderes als eine Vergeltungsmaßnahme, die ein besiegtes Volk gegen seinen Willen über sich ergehen lassen muß, und das Völkerrecht wird in ihnen durch den brutalen Egoismus der modernen Staaten mit Füßen getreten. Ein neues, bar­barisches Zeitalter hat begonnen f…}“

Und der römisch-katholische Bischof Alois Hudal, Rek­tor der Anima in Rom, schrieb im Jahre 1949:

„Das letzte Wort in Sachen der Spruchkammern ist noch nicht gesprochen, niemand kann Ankläger und Richter zu­gleich sein (…) Was wir erlebten, war keine sog. ‚Nazi-Katastrophe‘ – (…) — sondern vielmehr eine solche der ge­samten europäischen Kultur, die Folge ungezählter Fehler, Versäumnisse und Irrtümer aller Staaten und Mächte in den letzten dreißig Jahren, so daß wir heute ausnahmslos ein großes ’nostraculpa‘ sprechen müssen. Wohl haben die Al­liierten mit dem Übermaß ihres Rüstungsmaterials auf den Schlachtfeldern den Krieg gewonnen, aber den Frieden haben sie längst verloren. Man kann auch auf sie das Schrift­wort anwenden: Sie wurden auf der Waage der Gerechtig­keit gewogen, aber für zu gering befunden.“

Von Briten, die ihre Stimme für Wahrheit und Recht in den frühen Nachkriegsjahren erhoben, hebt Bardèche be­sonders Lord Hankey mit seinem 1949 veröffentlichtem Buch „Politics, Trials and Errors“ hervor. „Man hat uns al­les herausgegeben“, schreibt Lord Hankey, „was Hitler, Dönitz, Keitel, Jodl, Raeder, Rosenberg usw. belastete, aber es wurde kein Schimmer von dem durchgelassen, was zu derselben Zeit das britische Kriegskabinett, Mr. Chur­chill und die Admiralität zusammenbrauten“. Der schon erwähnte A. O. Tittmann schreibt in seiner Broschüre „The Nuremberg Trial“ über die Grundsätze des Gerichts:

„Man kann mit Bestimmtheit sagen, daß mit dem Ende dieses Krieges gleichzeitig auch das Ende des christlichen Zeitalters herangekommen ist. Alle Lehren über gutes Be­nehmen, die bis heute Geltung hatten, wurden beseitigt, und an ihre Stelle trat der Rachegeist mosaischen Gesetzes (…)“.

Der portugiesische Professor João das Regras urteilte in seiner 1947 veröffentlichten Studie „Un Nuovo Direito In­ ternational“ (Ein neues Völkerrecht):

„In Wirklichkeit haben sich in Nürnberg zwei Welten ge­genübergestanden, die sich nicht verstehen konnten. Die materialisitische Welt des Mammons und der demokrati­schen Heuchelei gegen die idealistische und heroische Kon­zeption eines Volkes, das sein Lebensrecht verteidigte (…) Wie könnte diese gesättigte und materialistische Welt den unerschütterlichen und heroischen Lebenswillen eines Volkes verstehen, das trotz seines Unmutes über seinen einge­schränkten Lebensraum, den es innehatte, unserer Kultur seit Jahrhunderten unsterbliche Werke geschenkt hat und das vor dem Zweiten Weltkrieg an der Spitze aller entschei­denden Fortschritte der Technik unseres Jahrhunderts ge­standen hat? (…) Es ist der Kanaillenmentalität der interna­tionalen Presse würdig, über die Führer des deutschen Volkes trotz ihrer würdigen Haltung, als man eine unanständige Behandlung und ein ungerechtes Todesurteil über sie ver­hängte, noch herzufallen (…) Mit einer wahrhaft heroischen und der höchsten Bewunderung würdigen Haltung sind die Verurteilten von Nürnberg als Vorboten einer auf nationaler Grundlage aufgebauten sozialen Gerechtigkeit mit einem glühenden Bekenntnis der Liebe zu ihrem Volk und Ideal gestorben.

Bardèche befaßte sich in einem eigenen Abschnitt „Zeu­gen unter Druck“ auch mit dem Komplex Behinderung der Verteidigung und Bedrohung und Ausschaltung von Entlastungszeugen. Ferner schildert er, wie schon eingangs er­ wähnt, ausführlich „Die Malmedy-Affaire“, und „Wei­tere Untersuchungsmethoden“, wie sie von den westli­chen Besatzungsmächten angewandt wurden, um zu den gewünschten Belastungszeugen zu kommen. Sie unterschei­den sich grundsätzlich in ihrer Grausamkeit nicht von den sowjetischen.

Bardèche berichtet auch über den Dachauer Lagerpro­zeß anhand ihm zugänglicher Unterlagen. Hier sei aus Platz­gründen nur ein Augenzeuge zitiert: „Ich hatte außerdem Gelegenheit, die schreckenerregende Gaskammer zu besuchen. Aber sie war nur ein Ort, der zur Desinfizierung der Kleidung von Neuankömmlingen bestimmt war.“ (S. 159) In dem Kapitel „Die Wehrmacht und die Kriegsverbrechen“ befaßt er sich allgemein mit der Kriegführung aller am Krieg Beteiligten. Er geht dabei ausführlich auf den Prozeß gegen Feldmarschall Manstein ein, den er seinen Ausführungen zugrundelegt. Manstein hatte einen britischen Verteidiger namens Paget. Ein britischer Militärschriftsteller schrieb zur Verurteilung Mansteins: Sie „erscheint (…) entweder als aufsehenerregendes Beispiel einer abgrundtiefen Unwissen­heit oder einer großen Heuchelei“. Der Verteidiger Man­steins wies darauf hin, „daß der totale Volkskrieg, der natürlich auch den mit allen legalen und illegalen Mitteln ge­führten Partisanenkrieg in sich schließt, von Beginn des Krieges an die offizielle Doktrin des sowjetischen General­ stabes gewesen ist. Es war der sowjetische Generalstab selbst, der den Grundsatz aufstellte, daß es in einem Kriege zwischen dem Proletariat und den kapitalistischen Staaten keine verbotenen Mittel geben könne und dürfe (…)“.

Tatsache ist, daß die alliierte Kriegführung, Briten und Amerikaner mit ihrem uneingeschränkten Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung, dem gleichen Grundsatz huldigten. Darüber hinaus hatte der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, General Eisenhower, mit seinem Befehl, daß die aufgrund der totalen Kapitulation in Gefangenschaft gera­tenen deutschen Soldaten zunächst nicht versorgt werden dürften, ebenfalls dem Massenmord und der Massenausrot­tung des wehrlosen Gegners gehuldigt. Auf die schänd­liche Behandlung der gefangenen deutschen Soldaten in Frankreich weist Bardèche ebenfalls hin.

Über die amerikanische Kriegführung in Ostasien zitiert Bardèche den Bericht eines amerikanischen Journalisten in „Atlantic Monthly“, Februar 1946:

„Wir Amerikaner ha­ben, vom internationalen Standpunkt ausgesehen, einen ge­fährlichen Hang, nämlich anderen Nationen gegenüber eine Einstellung von höherer Moral einzunehmen. Wir glauben, edler und moralischer als andere Völker zu sein und demzufolge besser in der Lage, zu entscheiden, was Recht in der Welt ist und was nicht. Was glauben die Zivilisten denn, welche Art Krieg wir geführt haben? Wir haben kalten Blu­tes Gefangene niedergemacht, wir haben Lazarette pulveri­siert, Rettungsboote versenkt, feindliche Zivilisten getötet oder verwundet. Verwundeten den Garaus gemacht. Ster­bende mit Toten zusammen in ein Loch gelegt. Im Pazifik haben wir die Schädel unserer Feinde zerschlagen, sie abge­kocht, um aus ihnen Tischgarnituren für unsere Bräute zu machen und haben ihre Knochen ausgemeißelt, um Brief­öffner aus ihnen zu fertigen. Wir haben unsere Phosphor­bombenwürfe und unsere Morde an der Zivilbevölkerung mit dem Abwurf von Atombomben auf zwei beinahe unverteidigte Städte gekrönt und haben so zur Zeit einen unbe­strittenen Rekord im Massenmord erreicht.“

Der be­rühmte amerikanische Flieger Charles Lindbergh bestätigt aus eigenem Erlebnis am ostasiatischen Kriegsschauplatz den obigen Bericht mit den Worten:

„Wir, die wir behaup­ten, die Deutschen hätten durch ihre Behandlung der Juden die gesamte Menschheit beschmutzt, haben mit unserer Behandlung der Japaner bewiesen, daß wir um kein Haar bes­ser sind.“

Die Chicago Tribüne vom 12. März 1949 berichtet „das harte Wort des US-Richters van Roden: ‚Wenn Gerechtigkeit Platz greifen soll, dann müßte man die ganze amerika­nische Armee nach den Vereinigten Staaten zurückführen, um sie dort abzuurteilen.‘ Dieselbe Zeitung (13. 9. 1948) verlangte schon, diejenigen amerikanischen und englischen Verantwortlichen wegen, Verbrechen gegen die Menschlich­keit‘ abzuurteilen, welche die Blutbäder unter der deutschen Zivilbevölkerung durch die ‚areabombing‘, die Bombenteppiche, und ebenso die Atombombenangriffe auf Japan vor­ bereitet hätten; dies seien Kriegssitten, die sogar einem Attila Schande gemacht hätten.“ (General J. F. Fuller)

Bardèche zitiert zum Schluß nochmals Freda Utley:

„Im Vergleich zu den Gewalttaten, den Morden, den Diebstählen der sowjetischen Armee am Ende des Krieges, der Sklaverei, dem Hunger, den Morden, die heute noch in der Ostzone wüten und im Vergleich zu der von den Polen und Tschechen vorgenommenen Austreibung der Bevölke­rung sind die von den Deutschen begangenen Kriegsverbre­chen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die in Nürn­berg mit Tod oder lebenslänglicher Haft gesühnt wurden, von geringer Bedeutung (…) Es ist mehr als Zeit, daß wir aufhören, die Deutschen schuldig zu sprechen, denn es gibt kein einziges Verbrechen der Nazis, das wir nicht selbst be­gangen hätten, die Vernichtungsangriffe durch Bomben, die Massenaustreibungen und Enteignung von zwölf Millionen Deutschen wegen ihrer Nationalität, die systematische Or­ganisierung der Hungersnot während der ersten Okkupa­tionsjahre, die Verwendung von Kriegsgefangenen als Arbeitssklaven, die Konzentrationslager der Sowjets und die Plünderungen, die von Amerikanern wie von den Sowjets begangen wurden (…) Ein ganz klein wenig Geschichtskenntnis würde genügen, um die allgemein verbreitete An­sicht zum Verschwinden zu bringen, daß die Deutschen von Natur aus aggressiver wären als die Engländer, die Franzo­sen oder irgendein anderes Volk. Jedes Volk wurde Angrei­fer nach seiner Art, entsprechend seiner Kraft, seinen Mitteln und dem Ehrgeiz seiner Herren.“

Wenige Jahre nach dem mutigen Buch von Utley erschien, ebenfalls in den USA, aus der Feder des bekannten und weitgereisten amerikanischen Publizisten William H. Chamberlin: „America’s Second Crusade“, Chicago. Die deutsche Übersetzung von 1952 kam mit einem Vorwort des Verfas­sers Chamberlin selbst heraus. Dessen Urteil verdient für alle Zeiten festgehalten zu werden:

„Amerikas zweiter Kreuzzug war das Ergebnis von Wahnvorstellungen, die heute bereits bankrott sind. Es war eine Wahnvorstellung, daß den Vereinigten Staaten zu ir­gendeiner Zeit eine deutsche Invasion drohte. Es war eine Wahnvorstellung, daß Hitler auf die Zerstörung des engli­schen Empire ausging, das er im Gegenteil bewunderte und erhalten wollte. Es war eine Wahnvorstellung, daß China fähig sei, eine starke, freundlich gesinnte, westlich orientier­te Macht im Fernen Osten zu werden. Es war eine Wahnvor­stellung, daß eine starke Sowjetunion in einem geschwäch­ten und verarmten Eurasien eine Kraft des Friedens, der Versöhnung, Stabilität und internationalen Zusammenar­beit sein werde. Es war eine Illusion, daß die Gefahr des Totalitarismus und das mit ihm verbundene Böse beseitigt wer­den könnten, indem man der einen Form des Totalitarismus bedingungslose Unterstützung gegen die andere gab. Es war eine Illusion, daß eine Verbindung von Appeasement und persönlichem Charme Eroberungs- und Weltherrschaftsplä­ne wegtauen könnten, die in der russischen Geschichte und kommunistischen Weltanschauung tief verwurzelt sind. Die Frucht aber, die aus einer Saat von Illusionen wächst, ist stets bitter.“

Man kann vierzig Jahre später Chamberlins nüchternes und treffendes Urteil mit den Folgerungen vollauf bestäti­gen. Fügen wir noch das Urteil des amerikanischen General­ stabschefs in China, General Albert Wedemeyer, Schöpfer des „Victory Program“ hinzu: „Die wichtigste Lektion, die ich auf dem großen Gebiet der Strategie gelernt habe, hat sich mir tief ins Gedächtnis geprägt, nämlich daß für die Sieger nach dem militärischen Sieg die Verantwortungen und Anforderungen größer sind als vor oder während der eigentlichen Kampfperiode. Das Ende des Krieges ist und war und wird niemals das Ende des Machtkampfes sein. Die westlichen Alliierten zerstörten im Zweiten Weltkrieg das altehrwürdige Gleichgewicht der Kräfte in Europa und in Asien.“

Im Jahre 1948 veröffentlichte der englische Jurist F. J. P. Veale in den USA ein Buch unter dem Titel: „Advance to Barbarism. How the Reversion to Barbarism in Warfare and War-Trials Menaces our Future“. Das Buch erschien im Jahre 1954 in deutscher Sprache. Er brachte es in Amerika heraus, „trotz des 1948 in England bestehenden ‚Eisernen Vorhanges diskreten Schweigens‘ hinsichtlich der Verrohung in der Kriegführung während des Zweiten Weltkrieges und der in den Kriegsverbrecherprozessen liegenden Herausforderung vernünftiger juristischer Grundsätze“, schreibt er im Vorwort und fährt weiter:

„Diese Themen verschwanden hinter dem besagten Vorhang, nachdem sich herausgestellt hatte, daß niemand anderes als Großbritannien mit der Bombardierung ziviler Ziele begonnen hatte, und nachdem Versuche, Prozesse zu rechtfertigen, in denen der Ankläger gleichzeitig über gegen ihn selbst erhobene Anklagen zu Ge­richt saß, nur deutlich machten, wie sehr derartige Prozesse sowohl der überlieferten Rechtsprechung als auch dem allgemeinen gesunden Menschenverstand widersprachen.“

Ferner enthüllt Veale „weitere sehr wichtige Dinge, die ebenfalls verschwiegen wurden:

1. die Erschießung von 15000 polnischen Offizieren und Führern durch die sowje­tischen Behörden im Walde von Katyn und anderswo im Jahre 1940 (ein Vorgang, den der amerikanische Kongreß und die Vereinten Nationen erst in der zweiten Hälfte des Jahres 1952 untersuchten);

2. daß man den Ursprung der Kriegsverbrecherprozesse zurückverfolgen kann bis zu dem von Stalin auf der Konferenz in Teheran gemachten Vor­schlag, am Ende des Krieges eine ähnliche Liquidierung von 50000 deutschen Offizieren und Technikern durchzufüh­ren;

3. das entsetzliche Schicksal der zehn bis fünfzehn Mil­lionen (meist deutscher) Bewohner Pommerns, Schlesiens, Ostpreußens und des Sudetenlandes, die nach einer noch nicht dagewesenen Orgie des Mordens, Schändens und Plünderns völlig mittellos, hungernd und frierend aus der Hei­mat gejagt wurden, in der ihre Vorfahren seit Jahrhunder­ten ansässig gewesen waren;

4. die Enthüllungen von Mr. J. M. Spaight und Luftmarschall Sir Arthur Harris hin­sichtlich der ‚glänzenden Idee‘, die man 1936 im britischen Luftfahrtministerium hatte, und der ‚großartige Entschluß‘ des letzteren am 11. Mai 1940, die zusammen die unter­schiedslose Bombardierung von Zivilisten und Zivileigen übersah allerdings einen Vorboten jener erfreulichen Ent­wicklung: den Westfälischen Frieden von Münster und Os­nabrück im Jahre 1648, der den Dreißigjährigen Krieg been­dete. Jener Friede verkündete eine Generalamnestie für alle im Krieg begangenen Untaten und Verbrechen in der weisen Erkenntnis der vertragschließenden Mächte, daß eine zivil- und strafrechtliche Ahndung unmöglich sei. Jeder Frie­densschluß kann nur wirklichen Frieden bringen, wenn ein Schlußstrich gezogen wird. Diese Einsicht hatten bereits die Griechen im vierten vorchristlichen Jahrhundert.

Der Rechtsstatus des Kriegsgefangenen wurde erstmals im Vertrag zwischen Preußen und den USA von 1785 festge­legt, nach dem praktizierten Grundsatz, daß ein Kriegsge­fangener „den in der Armee der Gewahrsamsmacht gelten­ den Regeln und Vorschriften untersteht“. Als Höhepunkt dieser Entwicklung zu einer „zivilisierten Kriegführung“ hebt Veale das berühmte Werk des Schwei­zer Juristen Emer de Vattel „Le Droit des gens, ou principes de la loi naturelle appliques ä la conduite et aux affaires des nations et des souverains“ aus dem Jahre 1758 hervor. Eine zweite Phase zivilisierter Kriegführung nach der „glück­lichen Zwischenzeit“ der „Epoche der Königskriege“ im 18. Jh. begann mit der Französischen Revolution; durch sie trat der Bürgerkrieg in Europa in ein neues Stadium in Ge­stalt der Volkskriege.

Jene sind gekennzeichnet durch die Massenheere auf­grund der allgemeinen Wehrpflicht (Zwangsaushebung) und die Entwicklung der Propaganda zur Aufputschung der Leidenschaften der Massen. Letztere erreichte im 20. Jahrhun­dert in den beiden Weltkriegen mittels der modernen Mas­senbeeinflussungsmittel von Presse, Flugblatt und Rund­funk einen bis zu diesem Zeitpunkt nicht gekannten dämo­nischen Einfluß. Er wurde zum absoluten Höhepunkt geführt durch Film und Fernsehen. Goethe hat ahnungsvoll besonders die unheilvolle Wirkung der optischen Beeinflus­sungsmittel hervorgehoben: „Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib und Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben. Dummes aber, vors Auge gestellt, hat ein magisches Recht: Weil es die Sinne ge­fesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht.“ (Zahme Xenien I.)

Die innereuropäischen Kriege blieben auch im 19. Jh. „zi­vilisierte“ Kriegführung, während jedoch die Kolonialkriege nach dem alten System der Freibeuter geführt wurden, in Asien, in Afrika, in Amerika. Bei der Niederwerfung des in­dischen Aufstandes von 1857—1859 kannte die Brutalität keine Grenzen. Gefangene Inder wurden vor die Kanonen gebunden und in Fetzen geschossen, und einer der britischen Offiziere, John Nicolson, empfahl, die Aufständischen „bei lebendigem Leibe zu schinden, sie zu pfählen oder zu ver­brennen“, wobei er wortreich das Alte Testament zitierte, als Unterstützung dieser peinvollen Tortur.

Ein böses Vorzeichen für das 20. Jahrhundert war der amerikanische Bürgerkrieg (1861—1865). Die Nordstaaten mit Präsident Lincoln führten den Grundsatz der totalen Kriegführung ein und durch. Sie verwirklichten ihn nach dem Rücktritt von General McClellan in steigendem Maße mit unbegrenzter Brutalität gegenüber der Zivilbevölkerung. Führend taten sich dabei die beiden Generäle Sherman und Sheridan hervor, indem sie das System der „verbrannten Erde“ einführten. General Sheridan war einige Jahre später als Schlachtenbummler während des deutsch­-französischen Krieges Gast im preußischen Hauptquartier. Dort verlieh er seiner Verwunderung über die humane Be­handlung der französischen Zivilbevölkerung durch die vor­ gehenden Truppen Ausdruck. Auf die Frage von deutscher Seite, wie man sie denn sonst behandeln solle, erwiderte er, der feindlichen Zivilbevölkerung dürfe man nichts anderes übrig lassen als die Augen zum Weinen. Bismarck hat einen von liberaler Seite mehrfach gewünschten Strafprozeß gegen Napoleon III. kategorisch abgelehnt.

Mit der Wende vom 19. zum 20. Jh. begann auch der Rückschritt von der zivilisierten Kriegführung zur barbari­schen der früheren Zeiten. Die Kolonialkriege in Südafrika, wo die Briten für gefangene Burenfrauen und Kinder Kon­zentrationslager errichteten und 27 000 Menschen elend zugrunde gehen ließen, und der Boxeraufstand in China mit den harten Repressalien der Großmächte, einschließlich Ja­pans und der USA, ließen nichts Gutes für die künftige Zeit ahnen. Im Jahre 1906 führte der jüdische Professor für Völ­kerrecht, Oppenheim, den Begriff „Kriegsverbrechen“ ein, ein warnendes Fanal am Horizont. Der britische Admiral Fisher sprach im Jahre 1900 wohl aus der Erfahrung der Ko­lonialkriege davon, „daß man beabsichtigt, als erster am Zuge zu sein, seinen Feind niederzuschlagen und ihm mit Füßen zu treten, wenn er am Boden liegt, daß man seine Gefangenen in Öl sieden und seine Frauen und Kinder foltern wird (…)“

Im Jahre 1912 verteidigte Admiral Fisher seine früher ge­äußerten Ansichten mit den Worten: „Es ist Dummheit, wenn man es unterläßt, den Krieg für die gesamte feindliche Zivilbevölkerung so abscheulich wie möglich zu machen. Kommt ein Krieg, so ist das Recht dort, wo die Macht ist, und die Admiralität wird wissen, was sie zu tun hat.“

Mit dem Ersten Weltkrieg begann der Weg in den Ab­grund der barbarischen Kriegführung vorchristlicher Zeiten und kolonialer Praktiken in Europa. Maßgebend dafür wa­ren die westlichen Kolonialmächte, vor allem das Britische Weltreich, und in seinem Gefolge die USA.

Für die Verwilderung der Kriegführung war die scho­nungslose Bombardierung der Zivilbevölkerung maßgebli­ches Kennzeichen. Der Gedanke, mit Eroberung des Luft­raums ein eigenes Bomber Command zu schaffen und es un­abhängig von den Landoperationen im feindlichen Hinter­land für die Terrorisierung der Zivilbevölkerung und zur Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlagen der feindlichen Kriegsmacht einzusetzen, tauchte in England bereits am Ende des ersten Weltkrieges im Jahre 1918 auf. Er wurde in der Zwischenkriegszeit weiter verfolgt, und schließlich wurde aufgrund einer Entschließung des britischen Luft­fahrtministeriums im Jahre 1936 (!) bestimmt, „im Falle eines zukünftigen Krieges nichtmilitärische Ziele zu bombardieren. Auf diese Weise ergab sich Europa schließlich dem Lincoln-Grant-Sherman-Lehrsatz, daß im Kriege die Vernichtung von Eigentum und Hilfsmitteln des Feindes ebenso wirkungsvoll und gestattet sei wie die militärischen Streitkräfte des Gegners im Felde zu schlagen. So lautete die Entscheidung.

In die Tat umgesetzt wurde sie erstmals am 11. Mai 1940, als englische Bombenflugzeuge deutsche Eisen­bahnanlagen angriffen. Die deutschen Bombenangriffe be­schränkten sich zu der Zeit auf Anflüge feindlicher Vorposten und befestigter Stellungen. Mehr im eigenen Interesse als aus menschlichen Erwägungen strebte Hitler danach, die Bombenangriffe auf militärische Ziele zu beschränken, doch die Briten wiesen seine diesbezüglichen Schritte zurück (…)“ Die Behauptung Veales, „Hitler vergalt natürlich Gleiches mit Gleichem“, stimmt deshalb nicht, weil die Wehrmacht kein eigenes „Bomber Command“ hatte und die deutsche Luftwaffe zur Unterstützung der Heeresoperationen aufge­baut war. Sie besaß keine strategischen Bomber! Die amerikanische Luftwaffe schloß sich vorbehaltlos dem britischen Vorgehen an. „Das führte zu Verlusten an Menschen und Besitz, die weit über alles hinausgingen, was die Assyrer und Mongolen je gekannt hatten (…) Es war eine Wiedergeburt des totalen, des Primärkrieges, wie ihn die menschliche Ge­schichte in solcher Grausamkeit und in solchem Ausmaß der Zerstörung nie zuvor erlebt hatte.“

Winston Churchill, am 10. Mai 1940 als Premierminister berufen, begann seine Tätigkeit als Leiter des Kriegskabi­netts mit dem Luftangriff vom 11. Mai 1940 auf nicht mili­tärische Ziele. Dieser Angriff „stellte ein epochemachendes Ereignis dar als die erste absichtliche Verletzung der Grund­ regel zivilisierter Kriegführung, wonach sich Feindseligkei­ten nur gegen die kämpfende Truppe des Gegners richten dürfen“. Dieser Flug der britischen Bomber ins deutsche Hinterland“ setzte den Schlußpunkt hinter eine Epoche, die zweieinhalb Jahrhunderte gedauert hatte“.

In dem Kapitel „Der Verfall“ befaßt sich Veale ausführ­lich mit den Kriegsverbrecherprozessen, der kollektiven Be­strafung des Besiegten aufgrund der Kollektivschuld als dem zweiten Merkmal der Rückkehr zum „Primärkrieg“, wie er die frühere Kriegführung im Altertum und Mittelalter bezeichnet. Hier muß nachdrücklich darauf hingewiesen werden, daß die alliierten Sieger von 1918 die Kollektiv­schuld und Kollektivbestrafung bereits im Versailler Diktat mit der falschen Behauptung von der Alleinschuld der Be­siegten und der Forderung nach Auslieferung der deutschen „Kriegsverbrecher“, beginnend mit Kaiser Wilhelm II., fest­ gelegt haben. Der marxistischen Theorie der Ausrottung der Bourgeoisie und des Adels als Voraussetzung für die Errichtung des proletarischen Paradieses entsprachen die Stalinschen Forderungen wie z. B. der Erschießung von 50000 deutschen Offizieren und Technikern. Die sowjeti­schen Schauprozesse im Gefolge der bolschewistischen Re­volution wurden aus Moskauer Sicht Vorbild für die Kriegs­verbrecherprozesse. Da die Nationalsozialistische Partei von der Entstehung her den Kampf gegen den Kommunis­mus auf ihre Fahnen geschrieben hatte, war die Forderung nach ihrer kollektiven Ausrottung zwangsläufige Logik. Dies hebt Veale mit Recht hervor.

Federführend bei den Kriegsverbrecherprozessen in Theo­rie und Ausführung aber waren vor allem die Amerikaner. Diesen Gesichtspunkt würdigt Veale nicht. Sein Buch ist un­ter dem Eindruck des Kalten Krieges geschrieben. Die trei­bende Rolle für Kollektivbestrafung und Kriegsverbrecher­prozesse spielten aber die Juden. Nahum Goldmann hat in seinen vier Büchern nachdrücklich und rühmend diese füh­rende Rolle seiner Rasse hervorgehoben. Die theoreti­schen Grundlagen für das Londoner Statut als Rechtsgrund­lage für die Kollektivbestrafung haben vornehmlich die li­tauischen Juden Nehemiah und Jakob Robinson geschaf­fen, und der jüdische Professor für Völkerrecht an der Moskauer Universität Trainine hat dazu mit seinem Buch „La responsabilite des Hitleriens“ erheblich beigetragen. Aus der Sicht des Jahres 1948 kommt Veale zum Schluß zu fol­gender Feststellung: „(…) Zwar versammelten sich die Sie­ger in Nürnberg höchst friedfertig, um ihre Feinde in Deutschland vom Leben zum Tode zu befördern‘ (…) und die Arbeit, allen beweglichen Besitz aus den besetzten Ge­bieten abzutransportieren, wurde ohne ernsthafte Reibun­gen durchgeführt; lange vor Beendigung dieser Arbeit hat­ten die sowjetischen Gefühlsregisseure ihre Propagandama­schine jedoch schon von ‚Faschismus‘ auf ‚Dollarimperia­lismus‘ umgestellt (,..)“

Zusammenfassend kann man feststellen, daß der britische Jurist F. J. P. Veale mit diesem zu Beginn des Kalten Krieges veröffentlichten Werke eine erstaunlich mutige Leistung vollbrachte, bewußt den „Eisernen Vorhang diskreten Schwei­gens“ durchbrechend. Er hat klar und eindeutig nachgewie­sen, daß die britischen Regierungen verantwortlich für den uneingeschränkten Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung sind und mit ihrer führenden Teilnahme an den Kriegsver­brecherprozessen die Mitverantwortung für die allgemeine Rechtsverwilderung tragen. Veale veröffentlichte 1959 noch ein weiteres Buch „War Crimes discreetly Veiled“, im glei­chen Jahr in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Ver­schleierte Kriegsverbrechen“ erschienen. Es ist nicht weniger aufschlußreich als das vorher angeführte. Es seien hier nur die Kapitelüberschriften angeführt: das Vorwort von Lord Hankey, 1. „Der große Mythus um Stalin“, 2. „Der Mas­senmord von Katyn“, 3. „Die Ermordung Mussolinis“, 4. „Ein genialer Opportunist“, 5. „Die Marzabotto Affäre“, 6. „Das Schicksal eines Helden“, 7. „Das Super-Ersatz-Verbrechen“.

Auch der britische Captain Russell Grenfell R. N. nahm in seinem Buch „Unconditional Hatred“ (deutsche Ausgabe „Bedingungsloser Haß? Die deutsche Kriegsschuld und Eu­ropas Zukunft“) entschieden gegen die antideutsche Hetze und die Lügen der fortgesetzten alliierten Propaganda nach Beendigung des Krieges Stellung. Leitgedanke für die deut­sche Ausgabe ist in seinem deutschen Vorwort die oben schon erwähnte Ablehnung eines Strafprozesses gegen Na­poleon III. durch Bismarck. Der große Staatsmann habe die Ansicht vertreten: „Die Begriffe Strafe, Lohn, Rache, gehö­ren nicht in die Politik. Die Politik darf nicht der Nemesis ins Handwerk pfuschen, nicht das Richteramt üben wollen. Das ist Sache der göttlichen Vorsehung.“ Man vergleiche mit dieser Gesinnung und Handlungsweise jene der Sieger von 1918 und von 1945. Daran kann man ermessen, welchen Fortschritt die Barbarei im 20. Jahrhundert erzielt hat.

Grenfell führt dann einen der maßgeblichen Haßpediger gegen Deutschland an: Lord Vansittart mit seiner Schrift: „Black Record“, die 1941 in zwei Monaten vier Auflagen erlebte. Dieser Haßgesang „war von einem Berufsdiplomaten geschrieben, der damals den höchsten Posten im englischen Auswärtigen Dienst innehatte: Vansittart war der diplomatische Chefberater der britischen Regierung. Er bezeichnete Deutschland als ‚Würger‘ und sagte: ‚Hitler ist kein Zufall. Er ist das natürliche fortgezeugte Produkt einer Rasse, die von den frühesten Tagen der Geschichte an räuberisch und krieglüstern war.“

Auch in seinen Erinnerungen „Lessons of my life“, London 1943, ließ sich Vansittart keine Gele­genheit entgehen, in niedrigster Weise Deutschland zu be­schimpfen. Seine Äußerungen stempeln ihn zum haßerfüll­ten Psychopathen gleich Winston Churchill. Es gibt auf deutscher Seite keine vergleichbaren Ausdrücke nationalen Hasses gegen England oder sonst eine Nation! „Churchills Theorie“, so fährt Grenfell in seiner kritischen Betrachtung fort, „die ‚Zwillingswurzeln aller unserer Übel‘ seien Nazi­tyrannei und preußischer Militarismus, wurde mithin fast gleichzeitig mit der Überwindung beider brutal widerlegt. Andere Tyranneien und andere Militarismen tauchten da­hinter und jenseits von ihnen auf.“ Unter Berufung auf den bekannten britischen Militärschriftsteller Liddell Hart weist Grenfell auf die freundliche Einstellung Hitlers gegen­ über England hin. Sie beeinflußte ihn, das britische Expedi­tionskorps bei Dünkirchen in der Hoffnung auf einen baldi­gen Friedensschluß mit England entkommen zu lassen.

Dieser tödliche Fehlentschluß Hitlers entsprang seiner ideo­logisch bestimmten Außenpolitik mit dem Ziel der Auf­rechterhaltung der germanisch-europäischen Vorherrschaft über die Erde, repräsentiert durch das von ihm bewunderte Britische Weltreich und die deutsche Landherrschaft über Eurasien. Hitler begriff nie die britische Mentalität, verkör­pert in der Entschlossenheit Churchills, lieber das Britische Weltreich zugrundezurichten, als eine deutsche Vorherr­schaft auf dem Kontinent zu dulden. Hitler konnte es nicht fassen, daß Churchill es vorzog, als Statthalter des amerikanischen Präsidenten über Europa zu walten, statt Deutsch­land machtmäßig als gleichberechtigten Partner anzuerken­nen. Grenfell urteilt richtig mit der Feststellung, „daß Hitler, der Europäer, eine großzügigere und wohlwollendere Auffassung vom Britischen Empire hatte als Präsident Roo­sevelt, der Amerikaner“. Dieser strebte zielbewußt die Ablösung der britischen Handels-, See- und Weltherrschaft durch die USA an.

Diese hier aufgeführten, wenigen Beispiele revisionisti­schen Schrifttums im ehemals feindlichen Ausland während des „Kalten Krieges“ (1947—1960) ließen die nicht unberechtigte Hoffnung auf eine nationale Wiedergeburt der tief gedemütigten deutschen Nation aufkommen. Die Einbin­dung des westdeutschen Staates in die NATO, die Schaf­fung einer Bundeswehr zur Wiederaufrüstung im gemeinsa­men Kampf gegen den stalinistischen Weltkommunismus bestärkte diesen Glauben. Aber bereits in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre begannen die beiden Hauptsieger des Zweiten Weltkrieges, die Kommunisten und die Zionisten, einen neuen Propagandakrieg gegen die Deutschen zu orga­nisieren.

Dieser neue Propagandafeldzug in Fortsetzung der anti­deutschen psychologischen Kriegführung setzte genau mit dem Amtsantritt des demokratischen Präsidenten Kennedy ein, der in den Fußstapfen Roosevelts wandelte. Die 1960 vom sowjetischen und tschechischen Geheimdienst organi­sierten Hakenkreuzschmierereien eröffneten diesen Feld­zug, der seitdem in verschiedenen Wellen immer neu ange­heizt und fortgesetzt wird. Im gleichen Jahr fanden die Ge­spräche zwischen Adenauer und David Ben Gurion zur unbegrenzten „Wiedergutmachung“ statt, vor allem durch Aufbau des Staates Israel mit deutscher Unterstützung.

Im Frühjahr 1961 trafen sich Kennedy und Chruschtschow in Wien. Hier gab der amerikanische Präsident dem kommunistischen Generalsekretär seine Zustimmung zum Mauerbau in Berlin als Zeichen der Zementierung der zweigeteilten Weltherrschaft zwischen Rußland und den USA. Die inner­deutsche Begleitmusik schufen die beiden Auschwitzprozesse, in Israel 1961 der Prozeß gegen den in Argentinien vom jüdischen Geheimdienst entführten Eichmann. Seitdem läuft die psychologische Kriegführung gegen das deutsche Volk mit dem Kainsmal der Massenausrottung der Juden. Auf die Frage eines Journalisten im Oktober 1989: „Herr Irving. Sie bezeichnen die Gaskammern als Märchen bzw. als Propaganda. Wer hat demzufolge dieses Märchen oder die­se Propaganda erfunden?“, antwortete der britische Zeitge­ schichtler: „Wir, die Engländer, haben uns das ausgedacht. Die Abteilung für politische Kriegführung (PWE = Political Warfare Executive) dachte sich diese Propagandalüge bereits im Jahre 1942 aus (…).


Nächstes Kapitel:

Verkünder, Träger und Förderer der Vergangenheitsbewältigung:

die Parteien, die Linke, die veröffent­lichte Meinung

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