Vergangenheitsbewältigung – Kapitel 4 von 7

https://i2.wp.com/ecx.images-amazon.com/images/I/61KZlS5c0wL._SL500_SX351_BO1,204,203,200_.jpgGeorg Franz-Willing

Vergangenheitsbewältigung
Bundesrepublikanischer Nationalmasochismus

Kapitel 4

Publizistik

Publizistisch hat für die „Umerziehung“ und Vergangen­heitsbewältigung kaum eine zweite Schrift so weite Verbrei­tung und Einfluß auf internationaler Ebene gefunden wie das angebliche Tagebuch des holländischen Judenmädchens Anne Frank. Frühe Zweifel an der Echtheit des „Tagebu­ches“ wurden schließlich durch eine Untersuchung des Bundeskriminalamtes bestätigt: Ein Teil des Tagebuches ist mit einer Kugelschreiberfarbe geschrieben, die es erst seit 1951 (!) gibt, also sechs Jahre nach dem Tod des Mädchens.

Es starb 1945 im Lager Bergen-Belsen an Typhus. Ferner wurde gerichtlich ermittelt, daß diese Teile von 1951 in der­ selben Handschrift verfaßt sind wie das übrige Tagebuch. Über das Untersuchungsergebnis des Bundeskriminalamtes schrieb „Der Spiegel“ am 6. Oktober 1980: „Vor diesem Re­sultat betrachtet, würden frühere Schriftgutachten sogar den Schluß nahelegen, daß sämtliche Aufzeichnungen erst nach 1945 angefertigt wurden, mithin das Tagebuch nicht authentisch ist.“ Das niederländische Reichsinstitut für Kriegsdokumentation, dem nach dem Tode des Vaters von Anne Frank, Otto Frank, im August 1980 die Tagebuchauf­zeichnungen übergeben wurden, legte nach fünfjähriger Überprüfung „ein 714 Seiten starkes Werk zum ‚Tagebuch‘ vor“. Drei Fassungen wurden nach ausführlicher Einleitung präsentiert: „a) die rohe Niederschrift des Kindes, b) eine zweite ‚Reinschrift‘ von ihr, c) eine dritte Fassung; diese stellte der Vater aus den beiden der Tochter nach Kriegsende zusammen, wobei er ‚ungefähr sieben Prozent‘ als ungeeig­net ansah. Otto Franks Schrift wurde dann von Albert Cauvern überarbeitet und danach noch von den Lektoren des Verlages Contact redigiert. Das Endergebnis, die von Vater Frank autorisierte Fassung der ersten holländischen Ausga­be von 1947, ist als Fassung c) abgedruckt.“

Wenige Monate nach dem oben erwähnten Artikel in „Der Spiegel“ vom Oktober 1980 meldeten Mitte Dezember 1980 einige Zeitungen, „der Bundesgerichtshof habe ein Ur­teil eines Oberlandesgerichts gegen einen Mann aufgehoben, der das Franksche Tagebuch als Fälschung bezeichnet hatte. Gleichzeitig warnte ein Bundesrichter summarisch davor, aus dem Urteil „irgendwelche Schlüsse auf die Echtheit des umstrittenen Tagebuchs zu ziehen“. Bezeichnend für die „Meinungsfreiheit“ in der Bundesrepublik ist es nun, daß dennoch nach wie vor jeder Zweifel an der Echtheit des Ta­gebuchs strafrechtlich verfolgt und streng geahndet wird!

So fand beispielsweise in Hamburg im Mai 1988 (!) ein „neuer Prozeß um die Echtheit der Tagebücher Anne Franks“ gegen einen dreiundachtzigjährigen Rentner und einen 58jährigen Mann statt. Darüber berichtete der „Süd­kurier“ unter dem Titel: „Es geht um übelste Nachrede.“ Unter dem irreführenden Titel „Kein Zweifel mehr an Tage­ büchern. Ende im Anne-Frank-Prozeß: Angeklagter zieht Berufung zurück“ berichtete der „Südkurier“ in einer den Sachverhalt verfälschenden Weise über das Prozeßende: Der 83jährige Angeklagte hatte seine Berufung zurückgezo­gen, weil er gesundheitlich nicht mehr in der Lage war, den Prozeß durchzustehen. Sein Verteidiger berichtete, der An­geklagte habe immer wieder Drohbriefe und Drohanrufe von „Killern“ erhalten. Er war also ein Opfer des „heiligen“ Terrors der Juden und der Linken. Der Mitangeklagte hielt jedoch, obwohl in erster Instanz ebenfalls verurteilt, seine Berufung aufrecht!

Zu Beginn des Jahres 1989 (!) veranstaltete die Amsterda­mer Anne-Frank-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Kulturamt eine Ausstellung „Die Welt der Anne Frank“. Dazu schrieb der „Südkurier“: „Die Ausstellung scheint besonders für Schulen geeignet (…) Der museums­ pädagogische Dienst bietet zusätzlich für Jugendgruppen und Schulklassen Gespräche an.“ So wird die Jugend mit Fälschungen belogen! Das „Tagebuch“ wurde in verschiede­ne Weltsprachen übersetzt und hat weltweite Verbreitung in millionenfachen Auflagen gefunden. In den Schulen der Bundesrepublik ist es vielfach zur Pflichtlektüre gemacht worden. Unbeschadet dessen sind Gerüchte aufgetaucht, daß Anne Frank noch lebe, besonders in ausländischen Zei­tungen. Der Vater Otto Frank starb hochbetagt im Jahre 1980, nachdem er Millionen an dem „Tagebuch“ verdient hatte. Otto Frank habe den eigentlichen Schreiber des „Ta­gebuchs“, Levin Meyer, um das vereinbarte Honorar von 50000 Dollar prellen wollen, berichtet der „Eidgenoß“. Meyer klagte darauf bei einem New Yorker Gericht seine Rechte ein und setzte sich erfolgreich durch. Der jüdische Richter half mit zu verhindern, daß die Sache an die Öffent­lichkeit kam! Thomas Dehtlefsen bringt in seinem esoteri­ schen Buch „Das Leben nach dem Leben. Gespräche mit Wiedergeborenen“ als Beispiel der „Wiedererinnerung an früheres Leben aus der schwedischen Wochenzeitung ‚Min Värld‘ das Bekenntnis der jungen Schriftstellerin Barbro Karlen: ,Ich war in meinem früheren Leben Anne Frank.'“

Die vielen Prozesse um die Echtheit des Tagebuches von Anne Frank und das wissenschaftliche Untersuchungsergeb­nis des Bundeskriminalamtes beweisen eindeutig die Frag­würdigkeit. Neuestens sagte die Holländerin Miep Gies als letzte Überlebende, die Anne Frank persönlich kannte, vor einem Hamburger Gericht aus: „Ich sah Anne am Tisch sit­zen und schreiben. Sie sah mich an, mit einem bösen Blick, ich merkte sofort, daß ich störte.“ Sie, Miep Gies, habe die Tagebücher nach der Verschleppung der Familie Frank in ihren Besitz bekommen. Sie habe die Aufzeichnungen ungelesen aufbewahrt bis zur Rückkehr Otto Franks aus Auschwitz. Gelesen habe sie sie erst nach Veröffentlichung im Jahre 1947. Otto Frank, Annes Vater, habe sie kurz vor seinem Untertauchen gefragt, ob sie bereit wäre, die Familie zu versorgen, bis der Krieg zu Ende ist. Hier ist einmal vom „Untertauchen“ des Vaters die Rede, dann von seiner Rück­kehr aus Auschwitz; wie reimt sich das zusammen? Miep Gies gibt auch zu, daß sie die handschriftlichen Aufzeich­nungen im Original nie gelesen hat, sondern erst das ge­druckte, veröffentlichte Tagebuch. Also ist sie überhaupt nicht in der Lage zu beweisen, daß die von ihr dem Vater übergebenen Schriftstücke das „Tagebuch der Anne Frank“ waren.

Auch der Schriftsteller Ernst Schnabel (1913—1986) war an dem Geschäft mit dem Tagebuch von Anne Frank offen­sichtlich beteiligt. „Aus Schnabels Feder stammt der Umer­ziehungsklassiker ‚Anne Frank – Spuren eines Kindes‘, für den er den ‚Hermann-Stahl-Preis‘ der Jüdischen Gemeinde Berlin erhielt.“ „)

In der antideutschen Publizistik während des Krieges wa­ren absolute Höhepunkte das Buch des amerikanischen Juden Theodore Kaufman: „Germany must perish“ und die Flugschriften des russischen Juden Jlja Ehrenburg ab 1942/43. Sein Flugblatt „Töte den Deutschen“ wurde an na­hezu alle Soldaten der Roten Armee verteilt. Dort hieß es u. a.: „Die Deutschen sind keine Menschen (…) Für uns gibt es nichts Lustigeres als deutsche Leichen. Zähle nicht die Tage. Zähle nicht die Kilometer. Zähle nur eines: Die von Dir getöteten Deutschen! Töte den Deutschen!“ Für die CDU-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung des Berliner Stadtteils Schöneberg scheint Ehrenburg jedoch ein Ehrenmann zu sein. Diese CDU-Fraktion stellte nämlich den Antrag, eine Ausstellung „Russen in Schöneberg“ ein­zurichten. Sie begründete den Antrag damit, die „Erinne­rung an die große Zahl russischer Intellektueller, die sich zwischen 1918 und 1930 in Schöneberg aufgehalten hatten“, „zu pflegen und ihr Schaffen in geeigneter Weise zu würdi­gen“. Ilja Ehrenburg wurde dabei namentlich erwähnt! Diese „christlich-demokratische Gesinnung“ deckt sich mit der Mördergesinnung der britischen Bomberpiloten, die dem Massenmörder Arthur Harris, dem Oberbefehlshaber des britischen Bomber Command, ein Denkmal errich­ten.

Ein Musterbeispiel britischer Heuchelei und Brutalität ist die Behandlung des einstigen Stellvertreters des Führers Ru­dolf Heß. Er war im Mai 1941 wohl im geheimen Auftrag Hitlers nach England geflogen, um Friedensverhandlungen anzubieten. Dort wurde er von den Briten widerrechtlich ge­fangen gehalten und 1945 nach Nürnberg überstellt. Ob­ wohl dem Friedensboten keine „Verbrechen“ gemäß Londo­ner Statut nachgewiesen werden konnten, wurde er zu le­benslänglicher Haft verurteilt. Heß nahm in Nürnberg eine bewundernswerte Haltung ein. Als einziger der Angeklagten tat er das Richtige und erkannte das Siegergericht nicht an. Sein Schlußwort vor dem Siegertribunal ist ein Denkmal deutscher Mannhaftigkeit und menschlicher Würde:

„Ich verteidige mich nicht gegen Ankläger, denen ich das Recht abspreche, gegen mich und meine Volksgenossen An­klage zu erheben. Ich setze mich nicht mit Vorwürfen aus­ einander, die sich mit Dingen befassen, die innerdeutsche Angelegenheiten sind und daher Ausländer nichts angehen. Ich erhebe keinen Einspruch gegen Äußerungen, die darauf abzielen, mich oder das ganze deutsche Volk in der Ehre zu treffen. Ich betrachte solche Anwürfe von Gegnern als Ehrenerweisungen. Es war mir vergönnt, viele Jahre meines Lebens unter dem größten Sohne zu wirken, den mein Volk in seiner tausendjährigen Geschichte hervorgebracht hat. Selbst, wenn ich es könnte, wollte ich diese Zeit nicht auslö­schen aus meinem Dasein. Ich bin glücklich zu wissen, daß ich meine Pflicht getan habe, meinem Volk gegenüber – meine Pflicht als Deutscher, als Nationalsozialist, als treuer Gefolgsmann das Führers. Ich bereue nichts! Stünde ich wieder am Anfang, würde ich wieder handeln, wie ich han­delte, auch wenn ich wüßte, daß am Ende ein Scheiterhau­fen für meinen Flammentod brennt. Gleichgültig, was Men­schen tun, dereinst stehe ich vor dem Richterstuhl des Ewi­gen: Ihm werde ich mich verantworten, und ich weiß: Er spricht mich frei!“

Seit 1941 in britischer Haft, 1945/46 in Nürnberg inhaf­tiert, kam Heß in das „Kriegsverbrechergefängnis“ Spandau mit anderen Verurteilten. Nach deren Entlassung lebte er seit 1966 im Spandauer Gefängnis allein, von den vier Sie­germächten im monatlichen Wechsel auf Kosten der Bundesrepublik Deutschland bewacht. Dort wurde er am 17. August 1987 – wahrscheinlich vom britischen Geheimdienst – er­mordet.

Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Alfred Seidl, stellt fest, „daß das Urteil des IMT gegen Rudolf Heß jeder Rechts­grundlage entbehrt und nichtig, in Wahrheit ein Nichturteil ist“. Seidl fährt fort: „Die 46 Jahre andauernde rechts­ widrige Einschließung von Rudolf Heß stellte einen Verstoß gegen zwingendes Völkerrecht dar, insbesondere eine Ver­letzung der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Generalversammlung der Vereinigten Nationen vom 10. De­zember 1948 und der Konvention über politische und Bür­gerrechte vom 16. 12. 1966. Sie erfüllte aber außerdem nach dem Recht aller zivilisierter Nationen den Tatbestand von Verbrechen und Vergehen, nach deutschem Recht den Tat­ bestand eines Verbrechens der schweren Freiheitsberaubung mit Todesfolge nach § 239 Abs. 2 und 3 StGB in Tateinheit mit einem Vergehen der Vollstreckung gegen Unschuldige nach § 345 StGB, der unterlassenen Hilfeleistung nach § 323 c StGB und – wegen der rechtswidrigen Verwendung von mehr als dreißig Millionen DM öffentlicher Mittel – der Untreue nach § 266 StGB.“ Aber nicht nur das Nürnberger Urteil war als Fehlurteil null und nichtig, die unmenschliche Einzelhaft verstieß auch gegen die von der UNO 1948 und 1966 festgelegten Menschen- und Bürgerrechte. Die Regie­rung der Bundesrepublik Deutschland hat sich feige und kriecherisch dem Standpunkt der drei Mächte (Westmächte) am 9. März 1979 angeschlossen: „Die drei Mächte sind der Auffassung, daß für eine Freilassung von Rudolf Heß nur humanitäre Gründe in Betracht kommen. Die Bundesregierung teilt diese Auffassung“, weil sie keine eigene Mei­nung hat und gehorsames Vollzugsorgan der Rachejustiz der Sieger- und Besatzungsmächte ist. Sie wäre verpflichtet gewesen, mit Berufung auf die von der UNO festgelegten Menschen- und Bürgerrechte den Fall „Rudolf Heß“ zu be­reinigen.

Die pseudowissenschaftliche Aufarbeitung des Dritten Reiches als singuläres Kriminalstück der Geschichte gipfelte schließlich 1986/87 im sogenannten „Historikerstreit“. Er wurde durch einen Artikel des Berliner Zeitgeschichtlers Ernst Nolte, bekannt als „Faschismus-Forscher“, ausgelöst, unter dem Titel: „Vergangenheit, die nicht vergehen will“, veröffentlicht in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 6. Juni 1986, und durch eine dagegen gerichtete Pole­ mik des „Philosophen“ Jürgen Habermas, betitelt: „Eine Art Schadensabwicklung. Die apologetischen Tendenzen der deutschen Zeitgeschichtsschreibung“ in der Wochenzei­tung „Die Zeit“ vom 11. Juli 1986. Es geht bei diesem Streit keineswegs um eine grundsätzliche Revision des von den Siegermächten festgelegten Geschichtsbildes, von den bundesrepublikanischen Zeitgeschichtlern und Politologen be­dingungslos übernommen und nachgebetet, sondern um ei­nen Vorschlag Noltes und anderer Zeitgeschichtler, das Dritte Reich und die ihm von den Siegern angedichteten Greueltaten zu „historisieren“. Diese Diskussion wurde be­zeichnenderweise in der Tagespublizistik ausgetragen. Die „Meinungsmacher“ bestimmten Ton und Inhalt der Diskus­sion. Mit Wissenschaft und Wahrheitsforschung hat sie überhaupt nichts zu tun.

Kurt Ziesel charakterisiert in seinem Buch „Die Meinungs­macher“ die oben genannte Wochenzeitung „Die Zeit“ als „Organ des Rufmords und der Manipulationen“. Sie ist als „Lizenzblatt der britischen Besatzungsmacht und links­ liberales Sprachrohr dieser Überlieferung treu geblieben. Deshalb war es kein Zufall, daß Habermas, bekanntester Schüler der „Frankfurter Schule“ und Verfechter ihrer Um­erziehungspolitik, in diesem Rufmordorgan veröffentlichte. Habermas, selbst nicht Historiker, nennt sich „Philosoph“. Er hat mit seinem Artikel den „Streit“ ausgelöst, wie das Or­gan, das er benützte, ein Zeichen für die Abhängigkeit der „Zeitgeschichte“ von den Meinungsmachern und Manipula­toren. „Zeitgeschichte“ in der Bundesrepublik ist ex ovo an­tifaschistische Reklame, hat also mit „Wissenschaft“ und „Wahrheitsforschung“ überhaupt nichts zu tun. „Man kann sich kaum des Eindrucks erwehren“, meint Kosiek, „daß die amtliche Zeitgeschichte eher im Dienst der Umerziehung und der Feindmächte steht als vom Ethos der Wissenschaft getragen wird, von der Verpflichtung Volk und Vaterland gegenüber ganz zu schweigen“. Kosieks Eindruck ist rich­tig. Die „Zeitgeschichte“ in der Bundesrepublik und die Po­litologie wird von den Lehrstuhlinhabern wie von den „Mei­nungsmachern“ in den Massenmedien als Fortsetzung der Kriegspropaganda, der psychologischen Kriegführung der westlichen Alliierten, insbesondere Englands und Amerikas, betrieben. Das antifaschistische Credo für die Zeitgeschicht­ler und Politologen beruht auf dem bedingungslosen Be­kenntnis zur alleinigen Kriegsschuld Hitlers – gemeint ist Deutschland – und der Behauptung, es seien sechs Millio­nen Juden ermordet worden.

Obwohl die Behauptung, Hitler sei allein „schuld“ am Zweiten Weltkrieg, schon nach den Grundgesetzen mensch­licher Logik ein Irrsinn ist – kein einzelner kann allein eine solche Völkerkatastrophe auslösen! – und die Zahl der jü­dischen Opfer im 2. Weltkrieg höchst umstritten ist, wird von „Historikern“ und Politologen gläubig der Unsinn der Umerzieher nachgebetet, weil er amtlich vorgeschrieben ist. Bundespräsident Weizsäcker, Oberlehrer für Nationalmasochismus, hielt selbst am Historikertag in Bamberg im Okto­ber 1988 mit erhobenem Zeigefinger eine Rede: „Auschwitz geschah in deutschem Namen durch Deutsche“. Darin be­tonte er die „Singularität“ der „Naziverbrechen“ durch Massen Vergasungen von Juden. Das Staatsoberhaupt gab damit den „Historikern“ die Leitlinie für ihre Tagung. Auch in diesem Fall muß man auf den Unsinn der Aussagen als solche hinweisen. Alle geschichtlichen Vorgänge sind ein­malig, unwiederholbar und unumkehrbar. Niemand wagte es auf der Tagung, auf die „Singularität“ des Luftterrors der Alliierten hinzuweisen, die Flächenbombardements der Wohnviertel mit dem Massenmord an Frauen und Kindern. Die „Zeitgeschichte“ in der Bundesrepublik ist also wei­sungsgebunden durch die Besatzer und ihre deutschen Voll­zugsorgane, die Behörden der Bundesrepublik. Es wird grundsätzlich nicht zur Kenntnis genommen, daß die Dis­kussion um die „Vernichtungslager“ nicht abgeschlossen ist, wie das Gutachten des amerikanischen Gaskammerspeziali­sten Fred A. Leuchter und laufende Prozesse beweisen.

In dem 1987 vom Piper-Verlag, München, herausgegebe­nen Buch: „Historikerstreit. Die Dokumentation der Kon­troverse um die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung“ sind 42 Beiträge von 27 Autoren aufge­führt. Davon ist die Hälfte als „Historiker“ aufgeführt, dar­ unter dreizehn als Professoren für Neuere und Neueste Gechichte. Dazu kommen vier Politologen, ein Erziehungs­wissenschaftler, zwei „Philosophen“, vier Journalisten, der Medienpublizist Richard Löwenthai als „Direktoriumsmit­glied des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Bonn“. Der Zufall fügte es, daß die Namensliste alphabetisch vom „Spiegel-Herausgeber Aug­stein angeführt wird, ein wahres Sinnbild für die bundesrepublikanische Zeitgeschichte als „Wissenschaft“, ähnlich der stellvertretende Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“, Robert Leicht. Der dritte Journalist ist Hanno Helbling, Leiter der Feuilletonredaktion der „Neuen Zürcher Zeitung“, die sich immer schon durch liberale und antideut­sche Haltung ausgezeichnet hat. Der vierte Journalist ist Joachim Fest, Mitherausgeber der FAZ und bekannt gewor­den durch seine Hitlerbiographie.

Auf dieser Journalistenebene trafen sich die Professoren für „Zeitgeschichte“!

Für den geistigen und charakterlichen Zusammenbruch der akademischen Oberschicht Deutschlands spricht noch mehr als die obige Zusammenstellung die Tatsache, daß von allen Universitätsprofessoren der älteren Generation nur ein einziger es gewagt hat, gegen die Kriegsschuldlüge mit einer selbständigen Veröffentlichung anzugehen: Professor Bolko Freiherr von Richthof en, Ordinarius für Vorgeschichte an der Universität Königsberg bis 1945, brachte 1968 im Arndt-Verlag, Vaterstetten bei München, ein Buch heraus: „Kriegsschuld 1939—1941. Der Schuldanteil der anderen“ (2. Auflage 1975). Wie schon oben hervorgehoben, hat, im Gegensatz zur Nachkriegszeit des Ersten Weltkrieges, die Professorenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg eine totale Kapitulation vollzogen! So schreibt Bernd Rüthers, Profes­sor für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Handelsrecht an der Universität Konstanz in einem Artikel: „Aschenputtels Geburtstag – 40 Jahre Bundesrepublik und DDR“:

„Diese Welt war zerrüttet durch einen Krieg, den Deutsch­land, besser gesagt: Hitler und seine Mannen, mutwillig vom Zaun gebrochen hatten.“

Ist das Dummheit, Unwis­sen oder Bosheit, oder alles zusammen?

Augsteins „Der Spiegel“ ist zweifelsohne das beste Spie­gelbild des geistigen Zustandes der Bundesrepublik Deutsch­land, „als Giftspritze der Nation“. Als gelehriger Schüler der britischen Besatzer und in ihrem Sinne umerzogen, hat er sich für seine publizistische Tätigkeit die Propagandare­geln der psychologischen Kriegführung Englands nach dem Vorbild von Sefton Delmer zu eigen gemacht. Dieser be­zeichnet sich selbst in seinen Erinnerungen als „Spezialist für Fälschungen und Lügen“. In diesem Sinne wurde der 1923 geborene Rudolf Augstein, im Kriege auch Mitarbeiter der Goebbelschen Zeitschrift „Das Reich“, zuletzt Leutnant in der Wehrmacht, von den britischen Besatzern nach dem Kriege – 1945 war Rudolf Augstein 22 Jahre alt – umerzo­gen zum „Umerzieher“. Er ist eines der erfolgreichsten Um­erziehungsprodukte der Besatzungsmächte auf publizisti­schem Gebiet. Sein geschäftlicher Grundsatz: „Je größer der Stiefel, desto höher der Absatz“ weist ihn als einen der tüch­tigsten Geschäftemacher auf publizistischem Gebiet aus. Er erhielt im Jahre 1947 von der britischen Besatzungsmacht eine Lizenz für sein Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, das er nach dem Vorbild der amerikanischen Zeitschrift „Time“ gestaltete. „Der Spiegel“ repräsentiert die bundesrepublikanische Publizistik im Ausland an erster Stelle.

Es fällt auf, daß die wichtigsten Organe der veröffentlich­ten Meinung in der britischen Besatzungszone, in Hamburg, lizensiert wurden: „Der Spiegel“, „Die Zeit“ und „Stern“. Auch der Springer-Verlag mit der Tageszeitung „Die Welt“ hatte seinen Sitz in Hamburg.

Kurt Ziesel hat in seinem Buch „Die Meinungsmacher“ 1987 das verderbliche Wirken der genannten Organe darge­stellt, dazu noch als süddeutsche Ergänzung die „Süddeut­sche Zeitung“, das linksliberale Sprachrohr in der bayeri­schen Landeshauptstadt. Die genannten „Meinungsmacher“ sind, je ihrem jugendlichem Alter entsprechend, schon Pro­pagandisten im und für das Dritte Reich gewesen, so Henri Nannen, der Herausgeber des „Stern“, der Hauptschriftlei­ter der Wochenschrift „Die Zeit“, Müller-Mahrein, und Werner Friedmann bei der „Süddeutschen Zeitung“. Die drei Genannten beschäftigten auch ehemalige „Nazis“, die sich als Wendehälse mit ähnlicher Skrupellosigkeit wie ihre neuen Brötchengeber am 9. Mai umgedreht hatten.

Im Jahre 1848, dem Honigmond der Journalistik im deut­ schen Mitteleuropa, hatte der Gründer der Wiener Zeitung „Presse“ die Parole für die Journalistik ausgegeben: „Meine Zeitung ist ein Kramladen, ich verkaufe Publizität“. Das war in der angelsächsischen Welt schon immer der leitende Grundsatz gewesen. Mehr denn je ist das Zeitungswesen ein großes Geschäft mit Lügen, Halbwahrheiten, Fälschungen, Verdrehungen, Entstellungen, Auslassungen, mit erfunde­nen Sensationen oder übertriebenen und verzerrten Berich­ten. Die Presseorgane werden von der Industrie mit großen Anzeigen und Werbeschlagern finanziert. Die Industrie, die „freie“ Wirtschaft, verleiht der Journaille und den anderen Massenmedien jene Macht, die es ihnen erlaubt, nicht nur die Öffentlichkeit falsch zu unterrichten, sondern auch Mi­nister zu stürzen, sogar mit Hilfe von „Quellenmaterial“ aus dem kommunistischen Osten, sei es aus Pankow, sei es un­mittelbar aus Moskau. In diesem Zusammenhang sei hier z. B. an den Fall des Bundesvertriebenenministers Theodor Oberländer erinnert, oder an jenen des Verteidigungsmini­sters Franz Josef Strauß. „‚Der Spiegel‘ entspricht nicht dem demokratischen Mitteilungsbedürfnis des Volkes, son­dern nur dem Gestapo-Bedürfnis einer Minderheit. Seine Reporter kündigen ihre Angriffe, aller journalistischen Ethik widersprechend, im voraus an, ziehen mit ihren Tonbandge­räten durchs Land, so daß sie keine Reporter mehr sind, sondern nur noch Agenten, die der lieb gewordenen Gesta-po-Libido entgegenkommen (…)“ schrieb der jüdische Pu­blizist und Umerzieher Hans Habe alias Bekessy, an Aug­stein. Hans Habe, 1945 mit den Amerikanern als Sieger einmarschierter Leiter der ersten amerikanischen Besat­zungszeitung in München „Neue Zeitung“, charakterisierte Henri Nannen und seine Illustrierte „Stern“ wie folgt: „Sie haben den perfekten Cocktail aus Unterleib und Oberklug­heit, aus echter Nacktheit und falscher Enthüllung, aus Mammutgehältern und sozialem Mitleid, aus Unternehmer­beschimpfung und Inseratengewinnung erfunden, der von einem grauhaarigen Operntenor ohne Stimme ausgeschenkt wird und seine Abnehmer findet.“
Und die Schweizer Zeitung „Vaterland“ brachte am 8. Ja­ nuar 1971 über Nannen folgenden Artikel aus der Feder ih­ res Bonner Korrespondenten:

„Der Saubermann der bundesdeutschen Demokratie und Tugendwächter der Nation, der sich über Jahre hinweg mit musterhafter Akribie darum bemüht, auch den kleinsten braunen Flecken auf der Weste ihm nicht genehmer Zeitgenossen zu entdecken und sie moralisch zu vernichten, bie­derte sich einst in geradezu widerlicher Weise bei den Nazis an. Der Mann, den Willy Brandt zum Prototyp des deut­schen Journalisten beförderte, war zu allen Zeiten ein gewis­senloser Opportunist, der den Heros Hitler feierte, wo sich ihm eine Gelegenheit dazu bot (…) Es geht um jenen Nan­nen, der die Form des Gesinnungsterrors zu einem journali­stischen Mittel erhob, wenn es darum ging, Braune anzu­schwärzen, der aber selbst über und über mit brauner Farbe bekleckert ist.“

Einer der engsten Mitarbeiter ist Hans Weidemann, ein Altparteigenosse aus dem Jahre 1926, Reichsleiter der NSDAP und Vizepräsident der Reichsschrifttumskammer. Sein Name wurde im Zusammenhang mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern „rühmlich“ bekannt. Nannen verstand es auch, sich in Moskau durch seine antiamerikanische und prokommunistische Berichterstattung über den Vietnam­krieg beliebt zu machen. Anläßlich des Umsturzes in Chile 1973 verbreitete der „Stern“ die Lüge, Allende sei ermordet worden; in Wirklichkeit hatte er Selbstmord begangen. Ähnlich wie „Der Spiegel“ funktioniert auch der „Stern“ Berichte seiner Mitarbeiter und Korrespondenten nach Belieben um, ganz im Sinne seiner Pressefreiheit. Bezeichnen­ derweise erfreute sich die Illustrierte „Stern“ der Unterstüt­zung der sozialliberalen Koalitionsregierung Willy Brandt und dessen Nachfolger Helmut Schmidt. Nachdem die in München erscheinende Massen-Illustrierte „Quick“, schärf­stes Konkurrenzblatt des „Stern“, aber auf der rechten Sei­te, die Moskau-Papiere Egon Bahrs in Zusammenhang mit der Ostpolitik der roten Regierung veröffentlicht hatte, kam die Zusammenarbeit der SPD mit Moskau sowie den tschechischen wie auch italienischen Kommunisten ans Tages­licht. Darauf führte „Stern“ einen Rachefeldzug gegen den Quick-Chefredakteur Nouhuys, „in einem geradezu kriminellen Zusammenspiel mit der damaligen Bundesregierung, dem Kanzleramt und dem von ihm damals gesteuerten BND“, so schildert Ziesel die Angelegenheit. Die „krimi­nellen Einzelheiten dieser Kumpanei zwischen Regierung und ‚Stern‘ enthüllte der Prozeß, den der Bauer-Verlag der ‚Quick‘ gegen die Hamburger Rufmord-Gazette führte. In diesem Spionage-Thriller des ‚Stern‘ spielten die Bundesre­gierung und vor allem die SPD-Genossen Horst Grabert, Chef des Kanzler-Amtes, und dessen Parteifreund Dieter Blötz, Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes, eine maßgebende Rolle. Sie übernahmen Prüfungs- und Hand­langerdienste für die Verleumdungskampagne des ‚Stern‘ in einem Umfang, der auch als grober Mißbrauch von Steuer­ geldern bezeichnet werden kann. Die zur Veröffentlichung bestimmten Artikel des ‚Stern‘ wurden sowohl von Grabert wie auch von Blötz und seinem Ministerialrat Heinrich Rieck – mittels Flügen von München nach Hamburg und Bonn – eingehend geprüft und zur Veröffentlichung freige­geben, so als sei der ‚Stern‘ Regierungsorgan.“ Beide so­zialdemokratischen Bundeskanzler, Helmut Schmidt und Willy Brandt „und fast die gesamte linksgedrallte Intelligen-zia“ stellten sich hinter die Illustrierte und ihre Macher; fi­nanziell lebt die Massen-Illustrierte von den riesigen Anzei­gen aus der Industrie und der ganzen Wirtschaft.

Dieses Zusammenspiel zwischen Journaille, Regierung und Wirtschaft beleuchtet das geistige und sittliche Klima der Bundesrepublik. Zu den Mitarbeitern des „Stern“ zählt auch Sebastian Haffner, der in Wirklichkeit Raimund Pretzel heißt. Pretzel-Haffner, vor dem Krieg Rechtsanwalt in Berlin und Mitarbeiter der „Vossischen Zeitung“, gibt sich als NS-Verfolgter, ausgewandert nach England im Jahre 1938. Die Wirklichkeit des Pretzel-Haffner sieht jedoch an­ders aus: 1933 erklärte er seinen Eintritt in den Reichsver­band deutscher Schriftsteller. „Ich bin arischer Abstam­mung. Ich bin preußischer Staatsangehöriger. Ich erkläre mich vorbehaltlos bereit, jederzeit für das deutsche Schrifttum im Sinne der nationalen Regierung einzutreten und den Anordnungen des Reichsführers des RDS in allen den RDS betreffenden Angelegenheiten Folge zu leisten.“ Sein Bru­der teilte auf Anfrage dem Präsidenten der Reichsschrift­ tumskammer am 13. 2. 1939 mit, „daß mein Bruder im Herbst vorigen Jahres mit einem Auftrag des Deutschen Verlages für ein Jahr nach England beurlaubt worden ist“. Da der Deutsche Verlag dem Zentralverlag der NSDAP in München angehörte, entpuppte sich die angebliche Emigra­tion des Herrn Pretzel, als „Auftrag dieses Verlages in Eng­land“. Bei Kriegsausbruch wurde er in England zunächst in­terniert, dann wurde er Mitarbeiter der britischen psycholo­gischen Kriegführung und trat eifrig für eine Aufteilung Deutschlands in mehrere Staaten ein, so in seinem 1940 ver­ öffentlichten Buch „Jekyll und Hyde“. Die Rache an der SS stellte er sich in Form eines Massenmordes an einer halben Million SS-Männer vor. Nach dem Krieg mit den Siegern nach Deutschland zurückgekehrt, predigte er eifrig die Auf­teilung Deutschlands und betrachtete eine deutsche Wieder­vereinigung als „Todsünde“. Bekannt wurde er in der Bundesrepublik durch sein 1978 veröffentlichtes Buch „An­merkungen zu Hitler“.

Die Büßerrolle der Bundesrepublik wurde vom Bundestag anläßlich der Gedenkfeier des fünfzigsten Jahrestages des Judenpogroms vom 9. November 1938 im Bundestag in einer geradezu lächerlichen Weise der Weltöffentlichkeit vor­ gespielt. Der Bundestagspräsident Philipp Jenninger hatte in seiner Ansprache versucht, die Begeisterung des deut­schen Volkes für Adolf Hitler mit dessen großen Erfolgen zu erklären.

Das wollten die Abgeordneten nicht hören; fünfzig Abgeordnete verließen den Sitzungssaal während der Rede des Präsidenten. „Die Fähigkeit zum Zuhören“, so kommentierte Herbert Kremp den Vorgang treffend, „als Voraussetzung sinngemäßen Verstehens, hat in den letzten zwanzig Jahren auch in der Bundesrepublik nachgelassen. Die Neigung zur vorgefaßten, dem Argument unzugängli­chen Meinung spielt eine verstärkende Rolle. Sie führt zur Häufung von ‚gewollten Mißverständnissen‘. Eingeübt, schwächen sie die Rezeptionskraft (…) Der Bundestagsprä­sident hätte wissen müssen“, so fährt Kremp fort, mit dieser Formulierung in fataler Weise an die alliierten Militärge­richte in ihren Anklage- und Urteilsbegründungen erinnernd, „daß die meisten Abgeordneten nicht belesen sind“! Dieses geistige Armutszeugnis stellt ein Journalist den gewählten Volksvertretern aus. Kremp fährt weiter: „Die meisten Ab­geordneten kennen die umfangreiche Hitler-Biographie von Joachim Fest und die inhaltsreichen ‚Anmerkungen zu Hit­ler‘ von Sebastian Haffner (1978) nicht. Aus diesen Quellen bezog Jenninger jene Teile seiner Darstellung, die den erreg­testen Anstoß fanden.“ „Die etwa fünfzig Abgeordneten“, so stellt Kremp fest, „die den Saal verließen, formulierten in der Lobby das Vorurteil aufgrund des Fehlverständnisses des ersten Teils der Rede und trotz der Unkenntnis des zweiten Teils“. Der Bundestagspräsident legte unverzüglich sein Amt nieder, offensichtlich leichten Herzens, mit der Bemerkung „Nicht alles darf man beim Namen nennen in Deutschland“.

In diesem Zusammenhang muß hier die Festrede des Bun­deskanzlers Helmut Schmidt angeführt werden, die er an­ läßlich der Feier des 85sten Geburtstages von Nahum Gold­ mann, dem langjährigen Präsidenten des jüdischen Welt­ kongresses, am 8. Juli 1980 in Amsterdam gehalten hat. Dort führte der sozialdemokratische Bundeskanzler u. a. aus:

Ich habe es auch als ein besonderes Privileg und einen Neubeginn in den Beziehungen zwischen unseren beiden Völkern angesehen, daß ich im Herbst 1978 gebeten wurde, in der Großen Synagoge in Köln zusammen mit Dr. Gold­ mann und Dr. Nachmann vierzig Jahre nach jenem 9. No­ vember 1938 zu sprechen, als in Deutschland die Synagogen in Flammen aufgingen. Damals sind viele Deutsche schuldig geworden, weil sie untätig zusahen. Wie wir alle wissen, war die schändliche Brandschatzung jüdischer Gotteshäuser aber nur das Fanal, das die furchtbaren Massenmorde in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern ankündigte (…) Die heutige Jugend hatte das Glück, keinen Krieg und kein Massensterben zu erleben. Die Tatsache, daß sechs Millio­nen Juden getötet wurden, ist ihr einfach unverständlich (…) Und ich weiß, daß viele junge Deutsche zu begreifen be­gannen, was ein Leben in ständiger Furcht bedeutet, als sie das ‚Tagebuch der Anne Frank‘ lasen. Vor genau 38 Jahren, am 8. Juli 1942, schrieb Anne Frank in ihr Tagebuch: ‚Es ist unendlich viel geschehen, es ist als wäre die Erde verwan­delt. ‚ Von der SS war eine Vorladung gekommen, und die Familie Frank zog daraufhin in jenes Achterhuis in der Prinsengracht, hier in Amsterdam, das als Versteck vorbe­reitet war. Im August 1944 wurde die Familie verhaftet. Anne Frank starb im KZ Bergen-Belsen. Ihr Tagebuch aber lebt weiter. Ich empfehle allen jungen Deutschen, es zu le­sen.“

Der sozialdemokratische Bundeskanzler, der intelli­genteste unter den führenden Männern der SPD, hat hier wieder einmal ein Bekenntnis zum antifaschistischen Credo seiner Partei und der Bundesrepublik abgelegt. Der christdemokratische Bundespräsident Weizsäcker des westdeutschen Staates hat während seiner Amtszeit dieses Credo mehrfach nach- und vorgebetet, so auch auf dem oben schon erwähnten westdeutschen Historikertag in Bamberg im Jahre 1988: „Auschwitz geschah in deutschem Na­men!“ Diese amtlichen Nutznießer des Wohlstands um den Preis der Wahrheit und der Ehre des deutschen Volkes be­kennen sich bewußt zu den alliierten und jüdischen Propa­gandalügen und lassen den Kampf gegen diese Lügen straf­rechtlich verfolgen.

Bei der Feier des 85. Geburtstages von Nahum Goldmann war die ganze Prominenz Bundesdeutschlands vertreten. Außer dem amtierenden Bundeskanzler Helmut Schmidt sprach der Vorsitzende der CDU, Helmut Kohl, als Vertre­ter der FDP trat der amtierende Außenminister Genscher auf. Die amtlichen Vertreter der drei staatstragenden Partei­en der Bundesrepublik, vor 1933 der Weimarer Koalitions­parteien, erwiesen im Namen ihrer Parteien und des von ih­nen getragenen Verwaltungsapparates der Besatzungsmäch­te in Deutschland dem führenden Vertreter des Weltjuden­tums ihre Reverenz.

Die Sozialdemokratie, von der Entstehung her von Juden maßgeblich geprägt, ideologisch und parteipolitisch, weist sich als solche von Anfang an aus. So schrieb das „Jüdische Volksblatt“ in Wien bereits im Jahre 1899: „Fördern wir die Sozialdemokratie, wie es nur angeht, aber seien wir hierbei vorsichtig, damit die breiten Massen es nicht merken, daß die Sozialdemokratie nur eine Judenschutztruppe ist, und damit für die Gegner kein Anlaß vorhanden sei, die be­treffende Partei als Judenknechte, und wie dergleichen liebenswürdige Ausdrücke noch lauten, zu bezeichnen.“

Der CDU-Vorsitzende Helmut Kohl trat als Bundeskanz­ler natürlich in die Fußstapfen seines Vorgängers Helmut Schmidt und vollzog bei allen Gelegenheiten Kotau vor den Siegermächten von 1945, jüngst auch bei seinem Besuch in Polen. Selbstverständlich absolvierte er dort nicht nur die Pflichtübung in Auschwitz. Den Polen brachte er Kredite in Höhe von drei Milliarden Mark, ä fonds perdus. Er verzich­tete auf den vorgesehenen Besuch auf dem Annaberg, weil die Polen ihn dort nicht haben wollten. In Kreisau, dem Schlesischen Sitz von Widerständlern (Moltke), feierte er zu­ sammen mit dem polnischen Ministerpräsidenten den Wi­derstand gegen den NS. Von den Greueltaten der Polen an Deutschen weiß er natürlich nichts. Er weiß nicht, daß zwi­schen 1919 und 1939 nahezu anderthalb Millionen Deutsche von den Polen enteignet und vertrieben wurden. Unbekannt ist ihm auch, daß der Zweite Weltkrieg mit der polnischen Generalmobilmachung am 30. August 1939 begann, als man in Berlin den polnischen Unterhändler vergeblich er­wartete. Ahnungslos ist er hinsichtlich der Tatsache, daß der erste Massenmord an Zivilisten im Zweiten Weltkrieg von den Polen am „Blutsonntag“ von Bromberg begangen wurde (5. September). Die Vertreibung von rund fünfzehn Millionen Deutschen, der Besitz- und Landraub in den Reichsgebieten östlich der Oder-Neiße-Linie (Schlesien, Pommern, Ostbrandenburg, Danzig, Westpreußen, ein gro­ßer Teil Ostpreußens) läßt ihn kalt. Die Greueltaten der Po­len an der von ihnen vertriebenen deutschen Zivilbevölke­rung, die Milliardenwerte geraubten privaten deutschen Besitzes an Hausrat, Kleidern, Möbeln, an Immobilienbesitz will er nicht zur Kenntnis nehmen. Er weiß nur von Aus­chwitz! Als Kanzler der Alliierten – so hatte der sozialde­mokratische Parteivorsitzende Kurt Schumacher schon den ersten Kanzler der Bundesrepublik, Konrad Adenauer, be­nannt – redet und handelt Kohl wie alle anderen Kanzler vor ihm nur im Interesse der Alliierten. Die Menschenrech­te, für die sie angeblich kämpften, gelten nicht für die Deutschen.

Father Emanuel J. Reichenberger (1888—1968) hat in sei­ nem Buch „Europa in Trümmern“ immer wieder nach­ drücklich hervorgehoben, daß das größte Verbrechen der nachchristlichen Geschichtsära die Massenvertreibung von rund achtzehn Millionen Deutschen aus ihrer angestammten Heimat ist. Das Heimatrecht, ein elementares Grund- und Menschenrecht, wird von den alliierten Kanzlern der Bun­desrepublik großzügig übergangen. Die Polen haben den größten Anteil an dem Heimatraub, der an den Deutschen begangen wurde. Die Bonner Regierungen bekennen sich mit kriecherischer Unterwürfigkeit ständig zur Kollektiv-und Alleinschuld und sind zu feige, auf die viel größere Mit­schuld der Sieger am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hinzuweisen. Sie haben mit den Friedensdiktaten von Ver­sailles und St. Germain den Grund für den Zweiten Welt­krieg gelegt. Die Greueltaten der Siegermächte im Krieg ha­ben bei weitem alle Untaten des NS-Regimes übertroffen:

Vor allem der hemmungslose Bombenkrieg gegen die Zivil­bevölkerung war das größte Kriegsverbrechen während des Krieges. Dieser krasse Verstoß gegen die Haager Landkriegsordnung und die Genfer Konvention wurde bereits in Friedenszeiten vorbereitet. Nach der Kapitulation der Wehrmacht bis zur offiziellen Beendigung des Krieges durch die westlichen Alliierten im Jahre 1951 wurden von den Siegern nahezu fünf Millionen Deutsche ermordet. Diese erschreckend hohe Mordzahl, beispiellos in der ganzen Kriegs- und Nachkriegsgeschichte Europas, erklärt sich aus der Massenvertreibung der deutschen Bevölkerung aus Ost­ mitteleuropa und den Reichsgebieten östlich der Oder-Nei­ße-Linie, den Massenmorden an gefangenen deutschen Sol­daten durch die vier Besatzungsmächte sowie durch die Tschechen, die Polen, die Tito-Partisanen, die Rumänen und Ungarn unter kommunistischer Herrschaft.

Das deutsche Volk zählte nach vorsichtigen Schätzungen achteinhalb Millionen Tote. Die materiellen Verluste wer­den auf zwölf Billionen DM geschätzt. „Die Sieger erbeu­teten allein 340.000 Inlands- und mehr als 200.000 deutsche Auslandspatente. Sie selbst haben den Wert dieser geistigen Güter des deutschen Volkes auf 1500 Milliarden Mark ge­schätzt, wobei zugegeben wurde, daß der Wert zahlloser Pa­tente nicht abzuschätzen war. Die Maßnahmen zur Ausbeu­tung der geistigen Kraft gingen aber über die Kapitulation zeitlich hinaus. Am 27. Juli 1946 unterzeichneten tatsäch­lich 27 alliierte Staaten in London ein Abkommen, nach dem alle deutschen Auslandspatente, die bis zum 1. August 1946 angemeldet wurden, das heißt 14 Monate nach Beendi­gung der Feindseligkeiten (!), enteignet werden konnten. Darüber hinaus wurden, um die deutsche Wissenschaft zu schädigen, 32, 1 % aller Professoren und Dozenten aus ihren Forschungs- und Lehrstätten entlassen. Demgegenüber ist zu erwähnen, daß von 1933 bis 1945 nur 9,5 % der deut­schen Hochschullehrer entlassen wurden.“ (…)

„Ein Beamter in Washington nannte diesen Wissenschafts­raub ‚eine einzigartige Quelle dieser Art in der Welt, die erste vollständige Aussaugung der Erfinderkraft eines gro­ßen intelligenten Volkes‘. Ferner starteten die Amerikaner nach Kriegsende sofort die Aktion ‚Paper Clips‘ (Büro­klammer), die die Aufgabe hatte, sich aller deutschen Erfin­dungen, Betriebseinrichtungen und Betriebsorganisationser­kenntnisse und Erfahrungen, die für ihre eigene Wirtschaft Bedeutung hatte, zu bemächtigen. Um diese Aktion zu er­ leichtern, wurden alle dafür ausgewählten Betriebe, gleich­gültig, ob sie militärisch wichtig waren oder nicht, besetzt und durften ohne Genehmigung die Arbeit nicht wieder auf­nehmen. Die Folgen waren große Arbeitslosigkeit, geringe Einnahmen, Hungersnot und Schwarzhandel. Außerdem wurden Fahndungen nach Wissenschaftlern und Spitzen­ fachleuten organisiert und diese aufgefordert, in allen alli­ierten Ländern für die Siegerstaaten zu arbeiten. Man scheute sich auch nicht, Druck hinter diese Wünsche zu set­zen“. Australien zum Beispiel hat bekanntgegeben, daß es 6000 deutsche Industrieberichte sowie 46 deutsche Wissenschaftler und Techniker auf diese Weise erhalten hat. Deutschland blieb auf vielen Gebieten durch Diktat der Sie­ger weitere Forschungsarbeit verboten. „Nur dadurch war es dem Ausland möglich, das bis dahin führende Entwick­lungsland langsam, aber sicher auf einen untergeordneten Platz in der Völkergemeinschaft abzudrängen.“

Wer denkt da nicht an Lenins Äußerung bezüglich des Ersten Weltkrieges: „Wir wissen, daß Jahrzehnte drei Räu­ber (die Bourgeoisie und die Regierungen Englands, Frankreichs und Rußlands) sich zur Plünderung Deutschlands rü­steten.“ Er konnte freilich nicht wissen, daß mit dem Zweiten Weltkrieg, vom jüdischen Amerika angezettelt, die Amerikaner sich als die größten Räuber auswiesen.

Der Franzose Chaunu schreibt in seinem Buch: „Die ver­hütete Zukunft“ über „Das deutsche Modell“: „Ab 1880/1890 aber wird das vereinigte Deutschland zum Zugpferd der Industriewelt. Zwischen 1900 und 1914 ziehen die deutschen Zuwachsraten sogar mit denen der Vereinig­ten Staaten gleich, ja, überholen sie. Zwischen 1870 und 1913 stößt der Zuwachs des deutschen Bruttosozialprodukts – auch pro Kopf – an die Spitze der Großmächte vor: nur Schweden und Dänemark, die im übrigen dem germani­schen Kulturkreis angehören, liegen noch etwas höher. Mit dieser wirtschaftlichen Überlegenheit geht ein wissenschaft­licher und kultureller Sprung nach vorne einher. Vor 1914 wird in Deutschland so viel veröffentlicht wie in England, Amerika und Frankreich zusammen. Deutsch ist die Spra­che der Wissenschaft. Die Liste der Nobelpreisverleihungen bestätigt dies eindrucksvoll. Dieser kulturelle Vorsprung übersteht sogar den Ersten Weltkrieg und bleibt bis 1930/32 erhalten. Das deutsche Wirtschaftswunder von 1948 bis 1960 ist nichts anderes als die Teilrückkehr zu einer Ent­wicklungskurve, die von der Last der beiden Weltkriege, der erzwungenen Emigration eines Teils der Elite zwischen 1933—1935 und vom politischen Zusammenbruch von 1945 nachhaltig gestört worden war. Heute hat die Bundesrepu­blik Deutschland wieder die Spitzenposition wirtschaftlicher und technischer Leistungsfähigkeit erreicht, die das kaiserli­che Deutschland von 1900 und 1914 ganz selbstverständlich eingenommen hatte. Nachdem es seinen Platz unter den führenden Industriemächten der Welt wiedergewonnen hat­te, traf Deutschland 1966 der ungemilderte Schlag der Ver­hütungsrevolution (…) Eng mit Amerika verbunden, allen amerikanischen Strömungen und Moden aufgeschlossen, hat die Bundesrepublik Deutschland noch schneller als Amerika selbst das verwirklicht, was dem Unheil in der fort­geschrittenen Industriewelt Tür und Tor öffnet.“ Chaunu prophezeit: „In Deutschland entscheidet sich das Schicksal der Industriewelt. Hier also muß man es abfangen, ehe es zu spät ist. Rettet sich Deutschland, so rettet es mit sich auch uns. Entgeht Deutschland nicht mehr zu Zeiten dem Todes­urteil, das es eben gegen sich selbst unterzeichnet hat, dann wird es uns und die gesamte Industriewelt mit sich in den Abgrund reißen.“

Der Liberalismus als Emanzipation des Individuums mit der vollen Enthemmung und Befreiung von allen Bindun­gen, Verpflichtungen und Werten zum triebhaften Ausleben der ungebundenen Einzelperson mit dem alleinigen Streben nach Lust und Gewinn ist der Höhepunkt des Individualis­mus mit dem Endergebnis der Selbstzerstörung des Einzel­nen wie der Gemeinschaft gemäß dem Grundsatz: „Nach mir die Sintflut!“ Das ist herrschender Geist des „freien“ Westens, dem die wohlstandsbesessenen Bundesrepublikaner weitgehend verfallen sind.

Für England bringt Sefton Delmer folgende Schilderung dieser Entwicklung: „Die englischen Liberalen, die in einer Wahl nach der anderen solange geschlagen wurden, bis sie praktisch nicht mehr existierten, hatten sich so erfolgreich in die Parteien der Tories und der Sozialisten eingeschli­chen, daß es kaum noch darauf ankam, ob man seine Stim­me für Attlee und Gaitskell oder für Macmillan und Butler abgab – man stimmte in jedem Fall für den Liberalismus. Für den Liberalimus mit all seiner Stimmungshascherei, dem es nicht so sehr darauf ankam, zu lenken und zu füh­ren, als vielmehr, sich beliebt zu machen und zu beschwichtigen, mit seiner ‚von erhabenen Grundsätzen‘ bestimmten Prinzipienlosigkeit und seiner ewigen Bereitschaft, unsere Freunde an unsere Feinde zu verraten und sich Terroristen zu unterwerfen.“ Diese Prinzipienlosigkeit, diese geistige Entleerung und sittliche Verwahrlosung ist für die Entwick­lung in der Bundesrepublik Deutschland genau so kenn­zeichnend. Der Wohlstandsmaterialismus beherrscht in gleichem Maße die sozialdemokratische Partei und die Christliche-Demokratische Union, geistig getragen von der liberalen Prinzipienlosigkeit der „Freien Demokraten“.

„Es gibt nichts Schlimmeres als diese Rotten von Halb­ intellektuellen. Eine Halbkultur zerstört den Instinkt, ohne ihn durch ein Gewissen zu ersetzen. Alle diese Aristokraten des Denkens halten darauf, daß sie nicht so denken wie das gemeine Volk. Man merkt das sehr gut. Sie fühlen sich nicht mehr in einer spontanen Übereinstimmung mit der Gruppe, zu der sie gehören, und sie erheben sich nicht bis zur Klar­sicht, die ihnen eine reflektierte Übereinstimmung mit den Massen zurückgeben würde. Arme Einfaltspinsel, die sich schämen, so zu denken wie einfache Franzosen.“ Diese Sät­ze stammen aus einem Artikel von Maurice Barres als Ant­ wort auf das „Manifeste des intellectuels“ vom 14. Januar 1898, mit der der Ausdruck „Intellektueller“ in den Sprach­ gebrauch eingeführt wurde.

Goethe hat bereits in den „Wahlverwandtschaften“ den gleichen Gedanken, den gleichen Hinweis auf die Gefahr von selten der „Halbintellektuellen“ gebracht: „Toren und gescheite Leute sind gleich unschädlich. Nur die Halbnarren und Halbweisen, das sind die Gefährlichsten.“

Eben dieser Typ von Hetzern und Schwätzern ist durch Liberalismus und Parlamentarismus zur Macht gelangt. Die Gesinnung all dessen, was man unter „Linke“ versteht, im weitesten Sinne des Wortes, der Linksintellektuellen, ist „linksliberal“. Sie ist dadurch gekennzeichnet, daß die Leu­te keine Begriffe mehr haben. Sie sind ausgerichtet auf zwei Lebensziele: Geld- und Lustgewinn, also den Amerikanismus. Alle anderen Bindungen als an Geld und Lustgewinn verneinen sie: Ehe, Familie, Heimat, Volk, Vaterland, Gott­ glaube sind ihnen bestenfalls Privatsache. Das gilt ihnen auch für alle moralischen Werte: Ehre, Treue, Tapferkeit, Redlichkeit, Schamgefühl, Gemeinschaftssinn überhaupt sind bedeutungslos für sie und lächerlich, weil sie Hinder­nisse auf dem Weg zu Geld- und Lustgewinn sind. Die „Lei­stungsgesellschaft“ der Bundesrepublik Deutschland beruht auf dieser linksliberalen Gesellschaft, auf dem hemmungs­losen Wettlauf um Geld und Lust. Der ständige Appell an den „inneren Schweinehund“ im Menschen ist die stärkste Triebfeder für diesen Wettlauf.

Das gilt auch für die Vergangenheitsbewältigung: Sie ist das große, ideologisch verbrämte Schmutzgeschäft der Mei­nungsmacher und der amtlichen Nutznießer der nationalen Katastrophe von 1945 geworden. Die staatstragenden Parteien der Bundesrepublik nehmen die gleiche Stellung in Gesinnung und Haltung ein, die nach dem Ersten Weltkrieg allein die „Unabhängige Sozialdemo­kratische Partei“ einnahm: offene Zusammenarbeit mit den Feinden Deutschlands, Verrat der nationalen Interessen um den Preis des persönlichen Wohlstands.

Und die Massenmedien betreiben dieses Geschäft der na­ tionalen Selbstbeschmutzung, der Preisgabe der deutschen Geschichte im trauten Verein mit den genannten Parteien, zu denen natürlich auch die „Grünen“ zählen.

Neuerdings wird zur Aufwertung des „Widerstandes“ ein neuer „Held“ aufgebaut: der Attentäter vom 8. November 1939, Georg Eiser. Sein Bombenanschlag gegen Hitler ko­stete acht Menschen das Leben, 63 wurden verletzt. Natür­lich wird nicht erwähnt, daß er zum Mörder an unschuldi­gen Menschen geworden ist, ohne sein Ziel, Hitler zu töten, zu erreichen. Nur der Bombenheld wird gerühmt, der an­geblich ganz allein das Attentat vorbereitet und durchge­führt hatte. Auch in diesem Falle wird mit der Gedanken­losigkeit und Unkenntnis der Leser bzw. Hörer in Fernsehen und Rundfunk gerechnet. „In monatelanger Kleinarbeit, mit ungeheurer Energie und Ausdauer, hat der Einzelgänger Eiser heimlich die Bombe in die Säule im Bürgerbräukeller installiert. Nächtelang höhlte er die tragende Säule aus und schaffte den Bauschutt in einer Aktentasche fort. Nächte­ lang rutschte er bei seiner gefährlichen Arbeit auf den Knien herum. Seine Knie, die er nach seiner Festnahme vorzeigen mußte, waren entzündet und wund – und sie verrieten ihn: der Täter, das stand fest, hatte kniend arbeiten müssen, weil sich die Sprengstelle in der Säule dicht über den Fußboden befand.“ So lautet das Loblied der Konstanzer Regionalzeitung „Südkurier“.

Schon der Titel „Er wollte Deutschland vor dem Krieg bewahren. Georg Eiser, der vergessene Hitler-Attentäter“ zeigt die Ungereimtheit der Darstellung auf. Der Krieg hatte bereits am l. September 1939 begonnen, mehr als zwei Mo­nate vor dem Attentat. Aus britischen Quellen ist außerdem inzwischen längst bekannt, daß der Anschlag von britischer Seite finanziert wurde; wahrscheinlich stammte von dort auch der Sprengstoff. Eiser konnte auch seine Arbeit im Bürgerbräukeller nur mit Duldung und Wissen des zuständi­gen Personals im Bürgerbräukeller durchführen, „in mona­telanger Kleinarbeit“! Am 15. Dezember 1946 schrieb die britische Zeitung „Sunday Pictorial“: „Heute kann zugestanden werden, daß der begüterte George Rüssel Strauß, parlamentarischer Staatssekretär beim Minister für Ver­kehrswesen und Unterhausmitglied des Wahlkreises Lambeth North, einer inoffiziellen kleinen Gruppe in England angehörte, welche kurz vor Kriegsausbruch die deutsche Untergrundbewegung finanzierte, von der das Bombenattentat im Bürgerbräukeller geplant wurde. Es handelt sich da, wie G. R. Strauß mitteilte, um folgende Tatsachen: Am l. Mai 1939 war Hilda Monte (mit anderem Namen Miß Olday), eine der heldischen Mitspielerinnen der deutschen so­zialistischen Untergrundbewegung, bei Herrn Strauß er­ schienen und hatte ihm einen Plan zur Tötung Hitlers vorge­ legt. In jener Zeit gehörte Herr Strauß schon selbst zu den Stützen einer in London im Sommer 1938 unter dem Namen ‚Union‘ gegründeten geheimen Organisation gegen den Na­tionalsozialismus (an). Herr Strauß berief einen der anderen Stützen, Dr. Werner Knop, zu sich, und man entschloß sich, der Gruppe ‚Unabhängige Sozialisten‘, der Hilda Monte diente, hinreichende Mittel zur Ausführung ihres Planes zu­ kommen zu lassen.“ Strauß, später Wirtschaftsminister im Kabinett Attlee, bestätigte noch 1950, „daß er jenes Atten­ tat vermittelt habe, und daß jene Hilda Monte während der Kriegsjahre mehrfach mit politischen Aufträgen nach Deutschland gesandt wurde, wo sie dann übrigens im letzten Kriegswinter den unerwarteten und zerstörenden amerikani­schen Bombenteppichangriff auf die deutsche V-Waffen-Basis zu Peenemünde leitete“.

Negativ-Ereignisse zu feiern, Negativ-Personen, Mörder, Attentäter, als „Widerstandskämpfer“ zu rühmen, gehört zum Wesen der Bundesrepublik Deutschland, die sich wie eine Kolonie gebärdet. Die gescheiterte Revolution von 1848, die Niederlage von 1918, das gescheiterte Attentat vom 20. Juli 1944, neuerdings auch das vom 8. November 1939 – die Niederlage von 1945 als „Befreiung“ zu feiern, ist Zeugnis der sittlichen Perversion und des geistigen Ver­falls der Träger dieses Systems des Wohlstands und der „Kollektivschuld“.

Nietzsche prophezeite das Heraufsteigen des Nihilismus. Er ist in der geistigen Herrschaft des Linksliberalismus im „freien Westen“ unter jüdisch-amerikanischem Vorzeichen Wirklichkeit geworden, im sozialistischen Osten unter der Herrschaft der marxistisch-leninistischen Ideologie. Die Bundesrepublik Deutschland ist von allen europäischen Staaten in diesem Sinne am meisten amerikanisiert, ihre In­tellektuellen am stärksten denationalisiert. Die Entwertung aller Werte wird in keinem europäischen Land so systema­tisch betrieben und so zynisch verwirklicht wie von der in­tellektuellen Linken der Bundesrepublik. Zu ihr zählen ge­sinnungsmäßig auch viele in FDP und CDU. Gerade die „Christlich-Demokratische Union“ ist ein Beispiel für den Zynismus: „christlich“ ist nur der mißbrauchte Name des Erlösers, sonst ist diese Partei unter dieser heuchlerischen Maske geradezu die Verkörperung des Wohlstandsmateria­lismus.

Ein damals 25jähriger schrieb Mitte der achtziger Jahre: „Die heute praktizierte Vergangenheitsbewältigung dient als moralische Keule, mit der man jeden Ansatz deutschen Den­kens mit Wucht umhaut. Dieser Antifaschismus ist übri­gens keine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialis­mus; dieser ist Geschichte. Der heutige Antifaschismus hat die Funktion eines Lähmungsgiftes zur Verlängerung der Knechtschaft der Deutschen. Die Verauschwitzierung der deutschen Geschichte hat dieselbe zu einem Gruselkabinett, zu einer Jauchegrube werden lassen, in der jedermann, so­ bald er in ihren Bereich kommt, besudelt wird. Dies hat dazu geführt, daß der Deutsche Angst vor seiner eigenen Geschichte hat und sein Heil in einem fragwürdigen Welt­ bürgertum, allenfalls noch einem anonymen Europa-Gefühl sucht. Dazu passen die Worte des CDU-Büßer-Kanzlers Helmut Kohl bei seinem Bußgang nach Auschwitz am letz­ten Tag seines Polenbesuches (November 1989): „Was ha­ben wir der Welt getan!“ Er legte an der Todeswand einen Kranz nieder. „An dieser Stelle hatten vier Jahre lang Massenerschießungen stattgefunden“, lautet der Lügenbericht der Zeitung.

Die Verlogenheit dieser Bild-Berichterstattung auf der ersten Seite der Zeitung geht schon aus der Tatsache her­vor, daß es in Auschwitz keine Massenerschießungen gab. Massenvergasungen zu bestreiten, steht in „diesem unserem Lande“ bekanntlich unter Strafe.

Waldstein fuhr in seiner „Diagnose“ fort: „Die stolze Tra­dition des deutschen Idealismus wurde abgelöst durch den anglo-amerikanischen Nihilismus. Im Deutschland von heu­te tut niemand etwas – so scheint es – wofür er nicht be­zahlt wird. Natürliche und in Deutschland zu seltener Blüte entwickelte Werte wie Heimat, Liebe, Familie, Kinder usw. wurden abgelöst durch die Invasion ‚westlicher Werte‘. Dreh- und Angelpunkt der Besatzer-Wert-Skala ist allein die materielle Befriedigung des Menschen.“

Armin Mohler, Schweizer, habilitierter Politologe an der Universität Innsbruck und freier Schriftsteller, bekannt ge­worden vor allem mit seinem Standardwerk „Die Konser­vative Revolution“, hat im Jahre 1989 sein viertes Buch über „Vergangenheitsbewältigung“ unter dem treffenden Titel: „Der Nasenring. Im Dickicht der Vergangenheitsbe­wältigung“ herausgegeben. Sein Vorwort schließt mit ei­nem die vergiftete „geistige“ Atmosphäre der Bundesrepu­blik ebenso charakterisierenden wie für das Wohlstands- und Wirtschaftswunderland Bundesrepublik beschämenden Satz: „Daß ich das Buch unseren beiden Söhnen widme, hat seinen guten Grund. Es ist nicht leicht, mit einem Vater auf­ zuwachsen“ – Mohler ist 1920 geboren – „der über lange Jahre von den Medien mit Schmutz beworfen wird. Daß das unsere Familie ausgehalten hat, stimmt mich vor allem an­ deren dankbar.“

Damit weist Mohler schon im Vorwort auf die gemein­schaftszerstörende Tendenz und Wirkung der Vergangen­heitsbewältigung hin, in Fortsetzung der Entnazifizierung: nämlich die Zerstörung der Familie durch das Aufhetzen der Kinder gegen die Eltern, darüber hinaus auch die Zer­störung der Ehe durch Ausspielen der Ehepartner gegenein­ander aus ideologischen Gründen. Das einleitende Kapitel ist betitelt: „Die instrumentalisierte Vergangenheitsbewälti­gung.“ Dieser Titel zeigt an, daß Vergangenheitsbewälti­gung nur Mittel zum Zweck für Geschäftemacher geworden ist. Vergangenheit bewältigen kann kein Mensch, geschwei­ge denn eine große Nation. Die Moral predigenden Heuch­ler mit ihren scheinheiligen Vorwürfen von Kollektivschuld und „Singularität“ der NS-Verbrechen wissen nicht oder wollen nicht wissen, daß Geschichte mit Tinte geschrieben, aber seit eh und je mit Blut gemacht wird. Die puritanischen Heuchler haben mit der Eroberung eines Weltreiches dafür selbst ein Musterbeispiel gegeben, nach dem Zweiten Welt­ krieg neuerdings mit dem zwölfjährigen Vietnamkrieg. Ein Schweizer Medizin-Professor schrieb 1988 an Mohler: „Sie wenden sich gegen die, milde gesagt, Unsitte der Deutschen, das Bild ihrer Nation in den Dreck zu ziehen, um sich nach vollbrachter Tat als Tugendbolde präsentieren zu können, die es ihnen nun einmal gezeigt und sich beim Aufräumen vergangener Peinlichkeiten als nützlich erwiesen haben.“ Mohler deutet diese deutsche Unart richtig: „Die Deutschen haben einen Hang zum Selbsthaß, der sich in diesem Aus­maß sonst nur noch bei den Juden findet. Ohne diese deut­sche Tradition des Nationalmasochismus, diesem Hang zur Selbstgeißelung, wäre die Vergangenheitsbewältigung in ih­rem heutigen Ausmaß gar nicht möglich gewe­sen.“

Der christlich-demokratische Arbeitsminister Dr. Norbert Blüm äußerte sich: „Ich habe die Gesänge von der tapferen Pflichterfüllung nie verstanden, wenn nicht zuvor geklärt wird, in wessen Dienst diese Pflicht steht. Ob einer im KZ Hitler gedient hat oder an der Front, macht in meinen Au­gen nur einen graduellen Unterschied aus. Das KZ stand schließlich nur solange, wie die Front hielt.“ Nachträg­lich entschuldigte sich Blüm für seine niederträchtige Äuße­rung. Warum eigentlich? Er hatte doch nur seine wahre Ge­sinnung geäußert, die Gesinnung eines Wohlstandslumpen. Die Entschuldigung erfolgte wohl aus wahltaktischen Grün­den. Auch weiß dieser Schmalspur-Zeitgeschichtler nicht, daß die Konzentrationslager weiterbestanden nach der Ka­pitulation der Wehrmacht, nicht nur in den kommunisti­schen Staaten, sondern auch bei den Westmächten. Dort nannte man sie Gefangenen- oder Internierungslager, in de­nen Hunderttausende gefangener deutscher Soldaten an Hunger und Hungerkrankheiten elend zugrunde gingen. Ob der promovierte Bundesarbeitsminister Blüm auch weiß, daß das zwanzigste Jahrhundert von den Briten mit ihren Konzentrationslagern in Südafrika eröffnet wurde? Dort ließen die Briten 27000 burische Frauen und fünftausend Kinder im Krieg gegen die Buren (1899—1902) elend zugrunde gehen.

Werfen wir einen Blick auf die Gesinnungstradition der Sozialdemokraten. August Bebel, Gründer und Führer der SPD bis zu seinem Tode im Jahre 1913, betätigte sich von 1910—1913 als Landesverräter zugunsten Englands. Als Reichstagsabgeordneter und Angehöriger des Finanzaus­ schusses lieferte er dem britischen Generalkonsul in Zürich seine Berichte. Sie machten die Runde im britischen Kabi­nett.

Die klassenkämpferische Propaganda der Sozialdemo­kratie deckte sich weitgehend mit der antideutschen Pro­paganda der Alliierten im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Kampf gegen den „preußischen Militarismus“, gegen den „Junkerstaat“ waren identische Parolen der Sozialdemokra­ten und der Alliierten. Das Ziel des amerikanischen Präsi­denten Wilson war vom Kriegseintritt der USA an der Sturz des Kaisers und der Monarchie. Der linke Flügel der SPD blieb der landesverräterischen Überlieferung Bebels treu. Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD) ar­beitete seit ihrem Bestehen im Jahre 1917 Hand in Hand mit der alliierten Propaganda am Sturz der Monarchie. Die dritte Note des Präsidenten Wilson vom 23. Oktober 1918 war der zündende Funke für den Umsturz in Deutschland und ganz Mitteleuropa. Die entscheidenden Sätze in dieser von Staatssekretär Lansing unterzeichneten Note lauteten:

„Wenn mit den militärischen Beherrschern und monarchi­schen Autokraten Deutschlands jetzt verhandelt werden muß, oder wenn es wahrscheinlich ist, daß wir auch spä­ter mit ihnen bei der Regelung der internationalen Ver­pflichtungen des Deutschen Reiches zu tun haben wer­den, dann kann Deutschland über keine Friedensbedingun­gen verhandeln, sondern muß sich ergeben. Diese wesentli­chen Dinge können nicht unausgesprochen bleiben.“

Mit dieser Note gab Präsident Wilson der revolutionären Partei in Deutschland (USPD) die Mittel zum Sturz der Monarchie in die Hand. Die hungernden Massen fielen leicht auf diese verlogene Propaganda herein und folgten ihren sozialisti­schen Verführern. Trotz des Sturzes der Monarchie, der „Autokraten und militärischen Beherrscher“ mußte sich das Reich ergeben und durfte nicht über die Friedensbedingun­gen verhandeln. Der Friede wurde von den Siegern diktiert, ohne Teilnahme deutscher Vertreter an den Verhandlungen in Paris. 1933 wanderten viele sozialdemokratische Funktio­näre aus, in die Schweiz, nach England, in die USA, in die Tschechoslowakei, und hetzten im Ausland zum Krieg ge­gen das wieder erstarkte Deutsche Reich.

Sozialdemokraten und Kommunisten waren nach der Ka­pitulation der Wehrmacht die willigsten und wichtigsten Henkersknechte und Büttel der alliierten Rache- und Besatzungspolitik. Nach dem Tode des nationalgesinnten SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher im Jahre 1952 schwenkte die sozialdemokratische Partei vollends auf die Linie der USPD nach dem Ersten Weltkrieg ein. Im Laufe der Zeit folgten ihnen die FDP und die CDU immer mehr. Die Linksliberalen, die Linksintellektuellen, die „Linke“, von Haß gegen den nationalen Gedanken, gegen alles Deutsche erfüllt, nicht zuletzt vom Selbsthaß, lebt geistig nur noch von der Negation aller Werte.

Wilhelm Heinrich Riehl wies Mitte des 19. Jh. prophe­tisch auf die verhängnisvolle Rolle des geistigen Proletariats in Deutschland hin: „Die gebildeten Proletarier sind bei uns der Sauerteig, der das gesamte übrige Proletariat erst in Gärung versetzt. Das eigentlich gefährliche Proletariat un­ seres Vaterlandes geht nicht in der Bluse, sondern in Ober­rock und Frack, es fängt bei apanagierten Prinzen und mediatisierten Reichsfürsten an und geht bis zum letzten Lite­raten abwärts. Der verarmte und zurückgekommene Adel hat in Deutschland eine erstaunliche Ausdehnung gewon­nen.“ Die Proletarier der Geistesarbeit „sind die eigentliche Ecclesia militans des vierten Standes“. Riehl zählt zum Geistesproletariat „Beamtenproletariat, Schulmeisterproleta­riat, perennirende sächsische Predigtamtskandidaten, ver­hungernde akademische Privatdozenten, Literaten, Journalisten, Künstler aller Art“. (…) „Diese geistige Überproduk­tion“, so urteilt Riehl, „zeugt von einem krankhaften Zu­stande der Nationalarbeit (…) Die Wurzeln dieser speziell deutschen Entwicklung ruhen in der geistigen Erhebung durch die Reformation und der klassischen Periode der neu­eren Nationalliteratur.“ Die anderen Völker brauchen uns um dieses „Übergewicht des Geistesproletariats über die Proletarier der materiellen Arbeit“ nicht zu beneiden. Der Mensch wird nämlich „leichter überstudiert, als er sich mit seinen Händen krank arbeitet, und gerade das Geistesprole­tariat erzeugt die bösartigeren Krankheitsstoffe. Der Wider­ streit des Erwerbs mit dem Bedürfnisse, der eingebildeten gesellschaftlichen Stellung mit der wirklichen ist bei dieser Gruppe des vierten Standes am unversöhnlichsten.“ Die vie­len Studierten, die vergeblich auf eine Amtspfründe warten, bildeten dann die Reserve-Armee der Literaten, der Schrift­ steller, der Philosophen. Riehls Charakteristik des geisti­gen Proletariats, der „Intellektuellen“ – der Ausdruck er­ scheint im Sprachgebrauch, wie oben erwähnt, erst ab 1898 – trifft im wesentlichen auch für die heutige Zeit zu.

Bismarck hat das Wesen der „Linken“, der beiden welt­ anschaulichen Massenparteien des Zentrums und der Sozial­demokratie, ihre zersetzende und zerstörende Rolle voraus­ gesehen. Die Regierung und der König seien der Überzeu­gung, erklärte er 1873 im Preußischen Herrenhaus, „daß der Staat in seinen Fundamenten bedroht und gefährdet ist von zwei Parteien, die beide das gemeinsam haben, daß sie ihre Gegnerschaft gegen die nationale Entwicklung in internatio­naler Weise betätigen, daß sie Nation und nationale Staa­tenbildung bekämpfen“.

Und im Reichstag rief er anläß­lich der Debatte über das Sozialistengesetz im Jahre 1878 den sozialdemokratischen Abgeordneten zu: „Wenn Sie den Leuten glänzende Versprechungen machen, mit Hohn und Spott alles, was ihnen bisher heilig gewesen, als eine Lüge darstellen, den Glauben an Gott, den Glauben an unser Kö­nigtum, die Anhänglichkeit an das Vaterland, an Familie, Besitz, Vererbung alles dessen, was sie erwerben – wenn Sie ihnen alles das nehmen, so ist es doch nicht allzu schwer, ei­nen Menschen von geringerem Bildungsgrad dahin zu füh­ren, daß er schließlich mit Faust spricht: ‚Fluch sei der Hoffnung, Fluch dem Glauben und Fluch vor allem der Ge­duld!‘ Was bleibt denn einem solchen Menschen übrig als die wilde Jagd nach sinnlichen Genüssen, die ihn allein noch mit dem Leben versöhnen kann. (…) Wenn wir unter der Tyrannei einer Gesellschaft von Banditen existieren wollen, dann verliert jede Gesellschaft ihren Wert.“

All das, was Bismarck in den siebziger Jahren des neun­ zehnten Jahrhunderts prophezeit hatte, ist hundert Jahre später volle Wirklichkeit in der Gesellschaft der Wohlstands-„banditen“ geworden. Gemäß dem journalistischen Motto „Alles im Eimer“ und „Zum Teufel mit allen Tabus“ sind alle von Bismarck genannten Werte in der Wohlstandsge­sellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg „im Eimer“, alle Tabus „zum Teufel“ geschickt im Zeichen der Vergangen­heitsbewältigung. Der zeitlos verlängerte Arm der alliierten Kriegspropaganda wirkt weiter in den Massenmedien, ge­fördert von staatlicher Seite unter dem Vorzeichen der „Meinungsfreiheit“ für jede antifaschistische Reklame.

So fand die psychologische Kriegführung in der Nach­kriegszeit einen ersten Höhepunkt in der Hetze gegen Ilse Koch, wie Mohler hervorhebt. Sie wurde als Verkörperung des absolut Bösen zur bestgehaßten Frau der Welt hoch­ stilisiert. „Der Fall Ilse Koch war wie geschaffen für je­nen Hochspannungsbereich zwischen extremer Prüderie und sadomasochistischer Faszination, wie er für Länder mit puritanischer Tradition üblich ist“, schreibt Mohler. Der „Hexe“ von Buchenwald konnten in drei gegen sie ange­strengten und durchgeführten Gerichtsverfahren keine straf­rechtlich relevanten Taten nachgewiesen werden! Sie stand vor einem SS-Gericht im Kriege, vor einem amerikanischen Militärgericht und einem bundesrepublikanischen Gericht nach dem Kriege. Sie saß 22 Jahre in Haft ohne einen Be­ weis strafrechtlicher Schuld und endete 1967 in Haft durch Selbstmord, ein Opfer politischer Justiz und der Sensationsgier der Massenmedien, und das im Jahrzehnt der sexuel­len Revolution und des Pillenknicks.

„Das niederschmetterndste Erlebnis, das wir Deutschen, ich glaube, alle Deutschen, in diesen ersten Tagen nach dem Zusammenbruch haben auf uns nehmen müssen, war die Greuelpropaganda der Gegner, mit der wir erstmalig in die­sem Umfang Bekanntschaft machen mußten, oder besser gesagt, wie mit einem Kübel von Unrat geradezu übergossen wurden“, schildert Rechtsanwalt Friedrich Grimm, der un­ermüdliche Vorkämpfer für Amnestie, sein Nachkriegser­lebnis. „Ich war auf diese Prüfung vorbereitet, denn ich hat­te in den letzten Monaten vor dem Zusammenbruch täglich die Schweizer Presse gelesen, hatte mit Sorge festgestellt, daß die deutschen Stellungnahmen nicht mehr beachtet wurden und ahnte also, was uns bevorstehen würde. Trotzdem war auch ich erschüttert über die Wucht der Greuelpropa­ganda, die dann über uns hereinbrach.“ Bei seinem Gespräch in Lindau mit einem französischen Offizier, der sich selbst als Angehöriger des „Contreespionage Bureau“ be­zeichnete, stellte sich heraus, daß dieser selbst aktiv an der antideutschen Greuelpropaganda mitwirkte. „Das war die entscheidende Waffe in diesem Kriege,“ erklärte er, „damit haben wir den totalen Sieg errungen (…) Jetzt fängt es erst richtig an“, fuhr er fort. „Wir werden fortfahren, jahraus, jahrein! Wir werden diese Propaganda noch steigern, bis in der Welt der letzte Funke der Sympathie für Deutschland ausgelöscht, und das deutsche Volk selbst so restlos zer­knirscht sein wird, daß es sich nie wieder erheben kann.“

Professor Grimm gelang vermutlich als erstem der Nach­weis, „daß das Londoner Statut in der Tat in seinen wesent­lichen Bestimmungen auf die Anträge eines Moskauer Universitätslehrers zurückging“. Als gründlicher Kenner der ju­ristischen Literatur Frankreichs stellte er schon bald nach dem Kriege fest, daß bereits im Januar 1945 in Paris eine Grundsatzschrift des jüdischen Professors A. N. Trainine von der Moskauer Universität unter dem Titel: „Die straf­ rechtliche Verantwortung der Hitleristen“ veröffentlicht worden war. Dort entwickelte Trainine die sogenannte „Komplizentheorie“, die im Londoner Statut und allen spä­teren „Entnazifizierungsgesetzen“ ihren Niederschlag fand, in Übereinstimmung mit den „juristischen“ Ausarbeitungen des „Instituts für Jüdische Angelegenheiten“ in New York unter Leitung der beiden litauischen Juden Robinson. Dem Buch Trainines liegt der Plan zugrunde, stellte Grimm fest, „Deutschlands geistige Elite vernichtend zu treffen, ihr den Makel der Kriminalität aufzuprägen“. Trainines System vom „etat criminel“, vom „Verbrecherstaat“ ging davon aus, daß alle Beamten, Soldaten und Techniker, kurz alle Deutschen, die dem Hitlerstaat gedient haben, folgerichtig nun auch als Komplizen des Hauptverbrechers Hitler ange­sehen und entsprechend bestraft werden müßten.

Nachdem Rechtsanwalt Grimm am 4. Juli 1946 aus fran­zösischer Haft entlassen worden war, wurde er am 8. Au­ gust 1947 von zwei französischen Offizieren neuerdings verhaftet und ins Internierungslager Betzenhausen über­führt. Der Lagerkommandant, ein früherer Unteroffizier der Fremdenlegion, von Beruf Metzger, klärte ihn auf:

„Was wir Ihnen vorwerfen, das sagen wir Ihnen nicht. Sie können Eingaben machen, die lesen wir nicht. Sie müssen warten, was mit Ihnen geschieht.“ Über sein Lagererlebnis berichtet Grimm: „Da saßen die Menschen gefangen, mona­telang, jahrelang, ohne vernommen zu werden, ohne auch nur zu wissen, weshalb sie verhaftet waren. Die meisten waren Opfer der sogenannten ‚automatischen Verhaftung‘. Sie hatten in Partei und Staat irgendwelchen Rang bekleidet und unterlagen nun der berüchtigten Direktive Nr. 38 -diesem Schanddokument moderner Massenverfolgung, das es ermöglichte, die ganze deutsche Oberschicht hinter Schloß und Riegel zu bringen, ohne Verteidigung, ohne Richter­ spruch, ohne rechtliches Gehör (…) Da waren hohe und niedere Parteifunktionäre und Beamte, aber auch Ärzte, Rechtsanwälte, Professoren, Schullehrer, Kaufleute (…) Es gab Landgerichtspräsidenten, Oberbürgermeister, Regie­rungsräte und Direktoren. Daneben waren auch kleine Bau­ern, die irgendwie Ortsgruppenleiter, Zellenleiter, NSV-Beauftragte, oder sonst etwas gewesen waren (…)“

Grimm wurde im November 1947 nicht als Rechtsanwalt und Verteidiger, sondern als inhaftierter „Zeuge“ nach Nürnberg gebracht und dort von dem rachsüchtigen Emi­granten Robert Kempner, stellvertretender Hauptankläger der Amerikaner, bis 1934 Oberregierungsrat im Preußischen Innenministerium, auf unverschämte Weise einvernommen. Dann sperrte man ihn im „Zeugenflügel“ ein: „… ich war jetzt Nr. 265“. Nach nochmaliger Vernehmung durch Kemp­ner wurde Grimm wieder ins Lager Betzenhausen zurück­ gebracht und von dort erst am 13. Dezember 1948 aus der Haft entlassen. Rechtsanwalt Grimm, schwer herzleidend, setzte sich bis zum Ende seines Lebens (1959) energisch für das „tabula-rasa-Prinzip“, eine General-Amnestie, ein. Er war im Jahre 1953 als Verteidiger von Dr. Naumann noch erfolgreich tätig und erreichte die Aufhebung des Haftbe­ fehls und die Einstellung des Verfahrens gegen Naumann.

Im Sommer 1947, vor seiner zweiten Verhaftung, hatte Grimm niedergeschrieben: „Daß ich jemals als Rechtsanwalt, der immer für das Recht der andern gewirkt hat, von Gefängnis zu Gefängnis, von Konzentrationslager zu Kon­zentrationslager geschleppt werden würde, hätte ich mir nie träumen lassen. (…) Unserer Zeit ist trotz allem Gerede über Fortschritt, Freiheit und Menschlichkeit der Begriff dafür verloren gegangen, was unsere Väter einst mit einfachen Worten ‚Recht‘ bezeichnet hatten.“

Der Schweizer Mohler hat mit dem ausführlichen Hinweis auf die „Sündenbock“-Funktion des von der veröffentlich­ten Meinung hochgespielten Falles der strafrechtlich un­schuldigen Ilse Koch die Forderung nach raschester Beendi­gung der Vergangenheitsbewältigung erhoben. Der soge­ nannten „Singularität“ der NS-Verbrechen, neuerdings wie­ der vom Bundespräsidenten v. Weizsäcker unterstrichen, stellte er vergleichsweise den größten Genozid der neueren Geschichte Europas gegenüber: die mehrhundertjährigen Ausrottungsbemühungen der Engländer an den Iren.

Der große schwedische Forscher Sven Hedin nannte den Hunger „das klassische Mittel britischer Politik und Krieg­führung“. Die Millionen verhungerter Inder unter briti­scher Kolonialherrschaft hat niemand gezählt. Wir wissen nur, daß die Briten, die den Ersten Weltkrieg angezettelt hatten, den Krieg gegen Deutschland durch die Hunger­ blockade gewannen, neben der Propagandalüge ihre wirk­samste Waffe.


Nächstes Kapitel:

Wer ist an Hitler schuld?

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