Vergangenheitsbewältigung – Kapitel 6 von 7

https://i2.wp.com/ecx.images-amazon.com/images/I/61KZlS5c0wL._SL500_SX351_BO1,204,203,200_.jpgGeorg Franz-Willing

Vergangenheitsbewältigung
Bundesrepublikanischer Nationalmasochismus

Kapitel 6

Hexenjagt im westlichen Ausland in den siebziger und achziger Jahren

Die Hexenjagd gegen „Nazi-Verbrecher“ wird unter jüdi­schem Druck in Großbritannien, den USA und in Frank­reich auf gesetzlichem Wege weiterbetrieben. So beschloß das britische Unterhaus im Dezember 1989 eine entspre­chende Vorlage der konservativen Regierung Thatcher mit 348 gegen 123 Stimmen. Betroffen sind davon zunächst 126 Ukrainer und Balten, die nach dem Krieg Zuflucht in Großbritannien suchten. Laut der neuen Bestimmung ist es möglich, das englische Recht nachträglich zu ändern. Bisher durfte niemand strafverfolgt werden, der zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Tat kein britischer Staatsbürger war und dessen Straftat, angeblich oder wirklich, nicht auf britischem Staatsgebiet geschah.‘ Die große Mehrheit der Stim­men für die beispiellose Rechtsmanipulation war nur mög­lich, weil die Vorlage der konservativen Regierung weitge­hend von der Linken, d. h. der Labour Party, unterstützt wurde. Das britische Oberhaus hat sich der Entscheidung des Unterhauses jedoch nicht angeschlossen.

In Frankreich las man im Jahre 1990: „Die französische Nationalversammlung hat schärferen Gesetzen zur Bekämp­fung von Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in erster Lesung zugestimmt. Dadurch ist unter an­deren auch das Leugnen von Nazi-Verbrechen unter Strafe gestellt.“

In den USA sind aufgrund des von der zionistischen Ab­geordneten Holtzmann veranlaßten Gesetzes von 1979, das auch zur Gründung der oben erwähnten „OSI“ innerhalb des Justizministeriums geführt hatte, bisher sechzig US-Bürger vor Gericht gekommen. Einige wurden an Jugosla­wien, die Sowjetunion und an Israel ausgeliefert. Zur Zeit sind vier Auslieferungs- und 31 Gerichtsverfahren gegen Be­troffene anhängig. Gemäß jüngsten Berichten aus Washing­ton stehen noch 600 Untersuchungsfälle an.

Bei der immer neu angeschürten antideutschen Hetze dür­fen natürlich die Polen nicht fehlen. Über den frommen Katholiken und Gewerkschaftsführer Lech Walesa weiß die französische Zeitung „Le Figaro“ am 4. April 1990 zu be­richten: „Lech Walesa meint, daß im Falle einer Destabili­sierung Europas durch Deutschland man ‚Deutschland ein­fach von der Landkarte ausradieren‘ sollte.

In einem Inter­view, das gestern in der niederländischen Wochenzeitung »Eisevier‘ veröffentlicht wurde, erklärte der Friedensnobel­preisträger, daß er allen Grund habe, sich wegen der deut­schen Vereinigung Sorgen zu machen. ‚Ich schrecke selbst nicht vor einer Erklärung zurück, die mich in Deutschland unpopulär macht. Wenn die Deutschen erneut Europa in der einen oder anderen Art destabilisieren, sollte man nicht mehr zu einer Aufteilung Zuflucht nehmen, sondern dieses Land einfach von der Landkarte ausradieren. Der Osten und der Westen besitzen die notwendige fortgeschrittene Technologie, um diesen Urteilsspruch durchzuführen“. Zu diesem frommen Zeugnis polnischer Humanität bemerkt der bekannte Militärexperte Ferdinand O. Miksche, Officier de la Legion d’Honneur, der den Artikel an die FAZ eingesandt hatte:

„Es liegt am Nobelpreiskomitee, darüber zu entscheiden, ob der zum Kriegshetzer gewordene Friedensnobelpreisträger und weltweit gefeierte Lech Walesa nach seinen skandalösen Erklärungen in der holländischen Zeitschrift überhaupt noch der Ehre würdig ist, die ihm zuteil wurde.“

Der Zusammenbruch des „Realen Sozialismus“ in Mittel- und Osteuropa seit der zweiten Hälfte des Jahres 1989, die größte ideologische Katastrophe der europäischen Ge­schichte, hat die Wiedervereinigung der zwei verstümmelten Rumpfstaaten Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik ermöglicht. Natürlich fehlen bei der spontanen Euphorie nicht die bitteren Wermutstropfen. Nicht nur die „Wendehälse“ der DDR zählen dazu. Die maßgebenden Parteien der Bundesrepublik Deutschland sorgen als Initiatoren des sich entfaltenden Parteienlebens in Mitteldeutschland dafür, daß der Umschwung sich durchaus im antifaschistischen und projüdischen Sinne voll­zieht. So legte die im März 1990 freigewählte erste Volks­kammer gleich ein unterwürfiges „Schuldbekenntnis zu Lasten des ganzen deutschen Volkes ab: „Wir, die ersten freigewählten Parlamentarier der DDR, bekennen uns zur Verantwortung der Deutschen in der DDR für ihre Geschichte und ihre Zukunft und erklären einmütig vor der Weltöffentlichkeit: Durch Deutsche ist während der Zeit des Nationalsozialismus den Völkern der Welt unermeßliches Leid zugefügt worden. Nationalismus und Rassenwahn führten zum Völkermord, insbesondere an den Juden aus allen europäischen Ländern, an den Völkern der Sowjetunion, am polnischen Volk und am Volk der Sinti und Roma (…)“

Anläßlich der Gedenkstunde zum 45. Jahrestag des Kriegsendes und „der Befreiung vom Faschismus“ erklärte die Volkskammerpräsidentin Sabine Bergmann-Pohl: „Wir sind nicht nur mitverantwortlich für Demütigung, Vertrei­bung und Ermordung jüdischer Frauen, Männer und Kin­der, wir sind auch verantwortlich für die erneute Verfolgung und Entwürdigung jüdischer Mitbürger nach dem Kriege in unserem Land, für eine Politik der Heuchelei und Feindse­ligkeit gegenüber dem Staat Israel.“ „Und so erinnerte die Präsidentin“, heißt es weiter in dem Bericht, „die zuvor ge­meinsam mit Regierungschef Lothar de Maiziere Kränze an den Ehrenmalen der sowjetischen und polnischen Soldaten niedergelegt hatte, an die Überzeugung, mit denen nach dem Krieg »Kommunisten, Sozialdemokraten, christliche Demokraten und Christen in den Kirchen‘ angetreten wa­ren, ein neues, besseres Deutschland zu bauen. Auf das Fundament der antifaschistischen Überzeugungen, ‚auf die damalige entschiedene Wendung gegen den Faschismus können wir stolz sein‘, bekundete sie ihren Respekt vor den Gründungsvätern der DDR, ‚den Verfolgten des National­sozialismus, den Emigranten und Widerstandskämpfern, die unseren neuen Staat schufen‘. Doch die Chancen, die in der Befreiung gelegen hätten, seien nicht wahrgenommen worden. ‚Die Versuchung, allzuschnell auf der Seite der Sie­ger stehen zu können, machte manchen bald wieder zum Handlanger gewaltsamer Machtausübung. Im deutschen Namen wurde erneut das freie Denken unterdrückt.‘ „

Die antifaschistisch-jüdische antideutsche Überlieferung ist von der DDR getreulich gewahrt, wie die obigen krieche­risch unterwürfigen Kollektiv-Schuldbekenntnisse zeigen. Die grausigen Funde von lausenden in den sowjetischen Konzentrationslagern auf dem Boden der DDR zwischen 1945 und 1950 Ermordeten werden natürlich amtlich eben­ sowenig wie die von den kommunistischen Schergen der DDR Ermordeten erwähnt. Man denke nur an die ‚Justiz‘ er Hilde Benjamin, langjährige Leiterin des Justizministe­riums in den ‚goldenen‘ Zeiten der Herrschaft von Ulbricht und Pieck. Zwischen 90000 bis 100000 Gefangene des NKWD sind in den Lagern Buchenwald, Sachsenhausen u. a. umgebracht worden. Immerhin hat die sowjetrussische Regierung unter Gorbatschow die Ermordung von 15000 polnischen Offizieren unter Stalin in den ersten Kriegsjah­ren amtlich zugegeben. Man hatte „Katyn“, wo die deutsche Wehrmacht 1943 die halbverwesten Leichen von 4000 polni­ schen Offizieren gefunden hatten, natürlich den Deutschen angelastet!

Selbstverständlich hat der Jüdische Weltkongreß unter Leitung des Spirituosenhändlers Bronfman die Gelegenheit des bevorstehenden Zusammenschlusses von BRD und DDR gleich genützt, um Wiedergutmachungsforderungen zu erheben. So traf sich der Jüdische Weltkongreß zum er­sten Mal nach dem Krieg am 8. Mai 1990 in Berlin. „In einer Gedenkveranstaltung vor dem Tagungsort der berüchtigten ‚Wannsee-Konferenz‘, auf der im Januar 1942 die Ausfüh­rung der sogenannten ‚Endlösung der Judenfrage‘ und da­ mit die organisierten Deportationen in die Vernichtungsla­ger beschlossen wurden, verlasen Teilnehmer des Kongres­ses eine ‚Wannsee-Deklaration‘ des Friedensnobelpreisträ­gers Elie Wiesel. Auch die DDR-Volkskammer gedachte der Opfer“, heißt es in dem Zeitungsbericht. Natürlich wird hier laufend gelogen: Auf der Wannsee-Konferenz wurde über­haupt kein „Beschluß“ gefaßt, „Vernichtungslager“ gab es nicht, und die „organisierten Deportationen“ liefen bereits seit Oktober 1941, aber nicht in „Vernichtungs-„, sondern in „Arbeitslager“.

Ehe Wiesel, als Holocaust-Hetzer berüchtigt, führte u. a. aus: „Was die Deutschen hier auslöschen wollten, war die Geschichte der Juden, was Deutschland hier auf ewig vernichten wollte, war die Erinnerung der Juden.“ Der Präsi­dent des Weltkongresses, Bronfmann, sagte: „Gott wandte sein Antlitz ab von diesem Orte wie von Auschwitz.“ Galinski, Statthalter des Jüdischen Weltkongresses in der Bun­desrepublik, sagte, „das mit dem Namen Auschwitz, Treblinka, Majdanek und Sobibor verbundene Entsetzen haben in Wannsee seinen Ursprung. Die Teilnehmer sangen zum Abschluß der Veranstaltung, an der auch der Vizepräsident der DDR-Volkskammer, Wolfgang Ullmann, und die Bürgermeister aus beiden Teilen Berlins teilnahmen, die israeli­sche Nationalhymne und sprachen ein Gebet.“

Lothar de Maiziere, der neue Ministerpräsident der DDR, erklärte: „Für das Volk der DDR geht es darum, mit der un­ heilvollen Tradition einer vierzigjährigen Veränderung deutscher Schuld und Verantwortung gegenüber den Juden zu brechen.“ Natürlich fehlte nicht der amtliche Vertreter der Bonner Regierung, in diesem Falle Bundesinnenminister Schäuble, um den Kotau gegenüber dem Jüdischen Welt­kongreß zu erweisen. Er „würdigte den Beitrag der jüdi­schen Mitbürgerinnen und Mitbürger nach Kriegsende ‚zum Aufbau unserer freiheitlichen Demokratie‘ und versicherte, er sehe in einem geeinten Deutschland ‚eine Chance auch für die Juden auf ein sicheres gedeihliches Zusammenleben auf der Grundlage rechtsstaatlicher Ordnung, gegenseitigen Verständnisses und praktizierter Toleranz‘. Das Grundge­setz der Bundesrepublik knüpfe an ‚gute liberale und demokratische Traditionen der deutschen Geschichte‘ an, ‚zu de­nen nicht wenige Juden maßgeblich beigetragen haben‘. Mit aller Kraft werde man den Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus fortsetzen.“

Für das wiedervereinigte Rumpfdeutschland ist somit die jüdisch-antifaschistische Tradition mit der unbegrenzten Fortsetzung der Vergangenheitsbewältigung, rückwirkend auch in Mitteldeutschland, gesichert.

Das Geschäft mit der Nazi-Jagd und der Nazi-Hetze wird unbegrenzt unter dem Vorzeichen „Holocaust“ fortgesetzt. In den USA soll ein Holocaust-Museum errichtet werden, und das OSI macht weiter Jagd auf US-Bürger, die nach dem Krieg aus Mittel- und Osteuropa eingewandert und ein­ gebürgert sind. Die Bundesrepublik ist vorbildlich bei der Fortsetzung der Jagd auf „Kriegsverbrecher“. Neuerdings wurde auf Anfor­derung von Argentinien Josef Schwammberger ausgeliefert. Der Südtiroler Schwammberger (geb. 1912) stand vor Ge­richt als ehemaliger KZ-Kommandant. 28 Jahre fahndete der Staatsanwalt nach ihm; siebzehn Jahre dauerte das Aus­lieferungsverfahren. Der schwerkranke Mann wurde vom Flughafen Frankfurt/Main nach Stuttgart geschafft. „In Stammheim wurde ihm der Haftbefehl eröffnet, anschlie­ßend wurde der von einem Anwalt und einem Arzt begleite­te 78jährige ins Krankenhaus Hohenasperg gebracht.“ Fiat Justitia, pereat mundus!

Die allumfassenden Methoden der antideutschen Hetze werden auch mit dem Psychokrieg gegen die große Film­ künstlerin Leni Riefenstahl (geb. 1902) deutlich gemacht. „Bei einem internationalen Kongreß über Propaganda-Mehoden des Dritten Reiches soll im Februar 1986 in Tel Aviv als Beispiel für die psychologische Vorbereitung auf die Ju­denverfolgung der Film „Triumph des Willens“ von Leni Riefenstahl aufgeführt werden“, berichtete der „Südkurier“ mit einem Artikel betitelt: „Riefenstahl-Archiv in Tel Aviv“. „Der Film über die Reichsparteitage in Nürnberg 1933 und 1934 gelte als ‚bester Propagandafilm aller Zeiten‘, schreibt der Leiter der israelischen Forschungsstätte Harry Haren in Hezlia, Professor Baruch Gitlis, in der Zei­tung ‚Jediot Acharonot‘. Der Kongreß werde zeigen, mit welchem Geschick es gelungen sei, ‚das deutsche Volk in ein Volk von Mördern zu verwandeln‘. Die Schirmherrschaft habe unter anderem die Deutsche Botschaft in Israel und die Münchener Hanns-Seidel-Stiftung.“

Die Vergangenheitsbewältigung wird unter jüdischer Re­gie auch auf Theaterbühnen der Bundesrepublik betrieben. „Wie stehen Kinder von Naziverbrechern zu ihren Eltern? Eine Antwort auf diese Frage versuchte der jüdische Autor Peter Sichrovsky in seinem Buch „Schuldig geboren“ zu ge­ben, das in einer szenischen Fassung im „Theater im De­pot“, der Studiobühne des Württembergischen Staatsthea­ters Stuttgart, zur Aufführung kam“. So beginnt ein Artikel „Ohne Schuld und Sühne? Peter Sichrovsky Stück über Kin­der aus Nazifamilien in Stuttgart“. Der von einem W. Lu­dewig gezeichnete Artikel schließt mit dem Satz: „Ohne Schuld und Sühne? Diese Frage bleibt jedoch offen, da der Autor die Gespräche, die er führte und aufzeichnete, unkommentiert läßt.“

Ein großer Vergangenheitsbewältiger ist der Professor für neuere Geschichte an der Universität Stuttgart, Eberhard Jäckel. Er führt sich als Hitlerspezialist auf. Zusammen mit dem Dozenten Axel Kühn der gleichen Universität gab er „Hitler. Sämtliche Aufzeichnungen 1905—1924“ heraus. Im Klappentext des Buches heißt es stolz und angeberisch:

„Dieses Quellenwerk ist die erste Gesamtausgabe der Re­den, Aufsätze, Briefe und anderen Texte Hitlers (…) Die Ausgabe ist streng wissenschaftlich (…) Das so entstehen­de Bild geistiger Dürftigkeit steht in merkwürdigen Wider­spruch zur politischen Wirkung. Die spätere moralische Skrupellosigkeit ist bereits erkennbar. Was dieser gewalttä­tige Mann nach 1933 über Deutschland und die Welt brin­gen sollte, war alles gelegt und vorgezeichnet in seinen er­ sten 35 Jahren, die hier vollständig dokumentiert werden.“ Mit der strengen Wissenschaftlichkeit war es aber nicht weit her. Im Aprilheft 1981 der „Vierteljahrshefte für Zeitge­schichte“ bringen Jäckel und Kühn unter dem unverfängli­chen Titel „Notiz zu einer Edition von Aufzeichnungen Hit­lers“ das verschämte Eingeständnis, daß sie Fälschungen aufgesessen sind.

Unredlich und mit wissenschaftlichem Ethos unvereinbar ist schon der Titel „Sämtliche Aufzeichnungen“. Es kann sich nur um „Gesammelte Aufzeichnungen“ handeln, ange­sichts der Tatsache, daß das Schriftgut Hitlers in alle Winde und alle Welt von den Siegern verschleppt und verstreut wurde. Beispielsweise fehlt Hitlers Denkschrift an die Staatsanwaltschaft von 1923! Das Flugblatt „Adolf Hitler, Verrä­ter?“ von 1921 zitieren die Herausgeber auszugsweise aus der sozialdemokratischen „Münchner Post“. Der vollständige Text ist veröffentlicht von Georg Franz-Willing in „Ur­sprung der Hitlerbewegung“. Das wissen Jäckel und Kühn nicht. Aus Masers Buch entnahmen sie einen Brief mit der Anrede „Lieber Herr Doktor“ und dem Vermerk „An einen Unbekannten“. Der „Unbekannte“ ist bekannt, aber weder den Herausgebern, noch Herrn Maser. Es handelt sich um Dr. Emil Gansser. Die Dokumentation kostete im Laden DM 228,—. Wie kann der Käufer und Leser erfahren, daß diese „streng wissenschaftliche“ Dokumentation Fälschun­gen enthält, wenn er nicht zufällig als zeitgeschichtlicher Interessent auch die „Vierteljahrshefte“ kennt und regelmäßig und kritisch verfolgt?

Unbeschadet dessen hat der „große“ Hitlerforscher Eber­ hard Jäckel, geb. 1929, Professor für Neuere Geschichte und Direktor des Historischen Instituts der Universität Stuttgart (Veröffentlichungen: „Hitlers Weltanschauung“ [1969], „Frankreich in Hitlers Europa“ [1966]) sich rühm­lichst bloßgestellt mit seinem Reinfall auf den Stuttgarter Fälscher der „Hitler-Tagebücher“, Konrad Kujau alias Dr. Konrad Fischer. „Der in Untersuchungshaft sitzende Konrad Kujau hat, wie das Institut in München bekanntgab, nicht nur ‚Hitler-Tagebücher‘ gefälscht und an die Zeitschrift ‚Stern‘ ver­kauft. Er versorgte den Sammlermarkt auch mit gefälschten Unterschriften Napoleons, Wilhelms II, Hindenburgs, des Herzogs von Windsor und anderer historischer Persönlich­keiten. Als Vorlagen dienten ihm ausschließlich gedruckte Quellen. Doch auch Historiker sind auf die zweifellos fast perfekten Fälschungen hereingefallen, wie das Institut für Zeitgeschichte auf Grund von Vergleichen und chemischen Untersuchungen ‚bedauerlicherweise‘ feststellen mußte. So gelangten Kujaus Texte frei nach Hitler in die 1980 heraus­ gegebene, von dem Institut betreute Edition ‚Hitler. Sämt­liche Aufzeichnungen 1905—1924′. Diese enthält – außer den Fälschungen – authentische, aber historisch-politisch unbedeutende Kriegslyrik des Weltkriegsgefreiten. Die Her­ausgeber Eberhard Jäckel und Axel Kühn, der Verlag und das Institut für Zeitgeschichte wollen der 694 Dokumente umfassenden Hitler-Edition jetzt eine entsprechende Infor­mation beigeben und für eine revidierte Neuausgabe sorgen. Außerdem soll dieser Vorgang in der Januarausgabe der »Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte‘ ausführlich veröffent­licht werden.“

Es kann hier nicht erörtert werden, ob das Millionenge­ schäft mit den gefälschten Tagebüchern Hitlers nicht auch einen wahren Kern enthält. Auffallend war, daß renommierte Zeitgeschichtler wie der Engländer Trevor-Roper sich an­fangs für die Echtheit einsetzten und dann rasch einen Rück­ zieher machten. Die Möglichkeit, daß es sich dabei um teil­weise echte Tagebücher mit Fälschungen handelte, die we­gen ihrer Brisanz aus dem Verkehr gezogen werden mußten, ist nicht von der Hand zu weisen. Jedenfalls, Herr Jäckel war auch dabei. Interessant ist, daß das Institut für eine re­vidierte Neuausgabe von Hitlers „Sämtlichen Aufzeichnun­gen“ sorgen wollte, die bis heute nicht erschienen ist! Auch ist in dem obigen Bericht, der von Dezember 1983 stammt, nicht erwähnt, daß Jäckel und Kühn bereits im April 1981 in Gestalt der oben angeführten „Notiz“ ihren Reinfall ein­ gestanden hatten.

Geschäft ist Geschäft! Wissenschaftliches Ethos ist bei der bundesrepublikanischen „Zeitgeschichte“ weder erwünscht noch gefragt. Professor Jäckel, als fortschrittlicher Zeitge­schichtler eine demokratische Persönlichkeit von Rang und Namen, stellt nun im Jahre 1990 seine bereits mehrfach bewiesene antifaschistische „Gesinnung“ als Vorkämpfer für Holocaust-Bewältigung neuerlich mit einer vierteiligen Fernseh-Dokumentation unter Beweis: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“, l. Teil am Sonntag, dem 29. April 1990 im Ersten Programm ausgestrahlt abends um 21.50 Uhr. Das „Programm“ dieser Sendung laut Fernseh­ magazin:

„Der Mord an den europäischen Juden. Eine vierteilige Dokumentation von Lea Rosh und Eberhard Jäckel (Die weiteren Folgen werden in den Dritten Fernsehprogrammen ausgestrahlt). Nach mehrjährigen Recherchen und Drehar­beiten ist die aufwendigste Produktion des deutschen Fern­sehens zum Holocaust entstanden.“

Diese Art von Vergangenheitsbewältigung dürfte für Herrn Professor Dr. Eberhard Jäckel dank der Mitarbeit von Lea Rosh sicher ein besseres Geschäft sein als jenes mit Kujaus gefälschten Dokumenten in seiner Dokumentation „Sämtliche Aufzeichnungen Hitlers 1905—1924“.

Professor Jäckel und seine Kollegen Rosendorfer, Schnei­der und Arno Meyer luden im Herbst 1989 den bekannten britischen Zeitgeschichtler David Irving zur Fernsehdiskus­sion „Berliner Salon“ ein und dann im letzten Augenblick wieder aus. Infolge der Plakatdemonstration Irvings vor dem Gebäude des Sender Freies Berlin waren sie „durch den Hintereingang geschlüpft“. Irving war eingeladen worden, über das Leuchter-Gutachten, für das er ein Vorwort ge­schrieben hatte, zu sprechen. Nach seiner Ausladung durch die genannten Historiker veranstaltete Irving eine Medien­ konferenz am 3. Oktober 1989 im Hotel Kempinski und stand den fragenden Berichterstattern Rede und Antwort. Er kam auch auf den von Jäckel in der „Frankfurter Allge­ meinen Zeitung“ veröffentlichten Aufsatz vom 26. Januar 1980 zu sprechen. Dort hatte Jäckel u. a. erklärt, „geschicht­liche Unwahrheiten über jüngere deutsche Vergangenheit seien begrüßenswert“.

Irving fuhr dann wörtlich fort: „Auch die Überdrehung geschichtlicher Proportionen rechtfertigt Herr Jäckel in sei­nem Aufsatz. Dieser Herr diskutiert heute abend in der Sendung ‚Berliner Salon‘ über deutsche Geschichte. Er weiß vom Leuchter-Gutachten. Aber er scheut die Wahrheit und möchte unter keinen Umständen meinen Argumenten aus­gesetzt sein. Deshalb sorgte er dafür, daß ich an dieser Run­de nicht teilnehmen konnte.“ Irving stellte sich deshalb der Pressekonferenz unter dem Motto: „Wahrheit macht frei!“ Er gab auf bohrende Fragen genaue und ausführliche Ant­wort, z. B. auf die Frage: „(…) Sie bezeichnen die Gaskam­mern als Märchen bzw. als Propaganda. Wer hat demzufol­ge dieses Märchen oder diese Propaganda erfunden? Darauf antwortete der Engländer: „Wir, die Engländer haben uns das ausgedacht. Die Abteilung für politische Kriegführung (PWE, Political Warfare Executive) dachte sich diese Pro­pagandalüge bereits im Jahre 1942 aus. Im August 1943 tra­ fen sich Churchill und Roosevelt in Quebec. Dort wurden beide Staatsmänner sowohl von der tschechischen als auch von der polnischen Exilregierung aufgefordert, diese Propa­ganda über die planmäßige Ausrottung der europäischen Juden durch Giftgas in den deutschen Konzentrationslagern zu inszenieren. Das deutsche Volk sollte mit dieser Lüge ver­leumdet und die Völker der Alliierten gegen Deutschland aufgehetzt werden (…)“ Auf die Vorhaltung des Journali­sten, es seien doch sechs Millionen Menschen getötet wor­den, erwiderte Irving: „Ich möchte niemandem seinen Glauben nehmen. Aber es gab auch viele Menschen, die glaubten an das Leichentuch Christi in Turin. Und nun stellten labor­ wissenschaftliche Untersuchungen fest, daß das Leichen­tuch höchstens tausend Jahre alt ist.“ Als der Journalist weiterfragte: „Wo sind die sechs Millionen hingekommen?“ erwiderte Irving: „… Ich habe eingangs erwähnt, daß das sowjetische Rote Kreuz die Totenbücher von Auschwitz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Und in diesen Bü­chern sind alle in Auschwitz während des Lagerbestehens umgekommenen Menschen mit 74000 angegeben. Verglei­chen Sie darüber hinaus die jüdischen Bevölkerungsstatisti­ken der Nachkriegszeit. Vielleicht werden dann auch Sie von Ihrem ‚Sechs-Millionen-Glauben‘ lassen.“

Der Forderung nach Erstellung eines zweiten laborwis­senschaftlichen Gutachtens von einer unabhängigen Exper­ten-Kommission zur Überprüfung des Leuchter-Gutachtens stimmte Irving mit nachdrücklichem Hinweis auf das Ver­sagen der deutschen Historiker voll zu: „Mein besonderer Vorwurf gilt den deutschen Historikern. Diese hätten schon längst ein solches Gutachten erstellen lassen müssen. Aber sie weigern sich sogar verbissen, das Vorhandene zu disku­tieren. Eine unglaubliche Haltung. Der Leiter des Instituts für Zeitgeschichte, Herr Martin Broszat, veröffentlichte beispielsweise das gefälschte Tagebuch von General Engel. Ich habe auch dieses Tagebuch durch Laboruntersuchungen als Fälschung entlarvt. Herr Broszat mußte daraufhin das Tagebuch aus seinem Archiv entfernen. Wie springen die deutschen Historiker mit Vorliebe und ohne jeden Vorbe­halt auf jede Fälschung? Auch den deutschen Historikern stehen Labors zur Verfügung. Sollten nicht gerade sie alle Dokumente ganz besonderen Analysen unterziehen? Es ist doch hinlänglich bekannt, daß über den geschichtlichen Ab­stand von 1933 bis 1945 mehr gelogen wurde, als über jeden anderen Zeitraum der Weltgeschichte. Ja, die Historiker lü­gen sogar noch tatkräftig mit.“ Auf die Frage des Journali­sten nach Auschwitz antwortete Irving, es sei ein Arbeitsla­ger gewesen, kein Vernichtungslager, wie die Presse und die deutschen Historiker schreiben. „Es ist eine Verleumdung des deutschen Volkes, wenn man von Vernichtungslagern und Todesfabriken spricht. Und es ist eine Schande, daß die deutschen Historiker ihr eigenes Volk nicht vor diesen Ver­unglimpfungen schützen. Deshalb nenne ich die deutschen Historiker Lügner und Feiglinge.“ Zum Schluß der Demon­stration erklärte Irving:

„Ich habe heute die deutschen Historiker herausgefor­dert. Ich habe sie Lügner und Feiglinge genannt. Ich hätte mir gewünscht, die Anschuldigungen vor Euren Augen zu­ rücknehmen zu müssen. Ich hatte bis zuletzt gehofft, daß die Herren Jäckel, Schneider, Rosendorfer und Mayer letzt­lich zustimmen würden, daß ich an der Debatte teilnehmen dürfte. (…) Es handelt sich bei diesen Herren nicht um ge­wöhnliche Feiglinge. Nein, es sind erbärmliche Feiglinge. Ich hätte niemals zuvor geglaubt, daß Menschen vor der Wahrheit soviel Angst haben könnten (…) Es ist eine Schan­de,“ so schloß Irving seine Ausführungen, „daß ein Englän­der kommen und für die Wahrheit für das deutsche Volk und für seine Ehre kämpfen muß.“

Die „Historische Zeitschrift“, führendes Organ der deut­schen Geschichts“wissenschaft“ in der Bundesrepublik Deutschland (1860 von Leopold von Ranke als Sprachrohr einer deutschen Geschichtswissenschaft gegründet!), bringt im Dezember 1990 von einem führenden Vergangenheitsbewältiger auf den Lehrstühlen der Bundesrepublik, Klaus Hildebrand (geb. 1941) den Aufsatz: „Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges und das internationale System. Probleme und Perspektiven der Forschung.“ In den Bahnen der antifaschistischen Sprachregelung wandelnd gemäß seinem „Vorbild“, dem Schweizer Professor Walther Hofer, der die „Entfesselung“ erfand, schreibt Hildebrand:

„Denn daß Hitler und Deutschland für seinen Beginn die Hauptverantwortung trägt, steht außer Zweifel (…) Fortent­wickelt worden ist inzwischen die für lange Zeit dominierende Auffassung von der planmäßigen ‚Entfesselung des Zweiten Weltkrieges‘ durch Hitler“. „Zusammenfassung: Der Auf­satz behandelt zentrale Probleme des Untersuchungsgegenstandes und zeichnet Perspektiven, die für das zukünftige Vorgehen der Historiographie maßgebend sein können. Er betont die Wechselwirkung des internationalen Geschehens in Ostasien und in Europa und akzentuiert den Befund eines in der Zwischenkriegsära vielfach existierenden Ungleichge­wichts, dessen Existenz die Entfesselung des Zweiten Welt­ krieges durch Hitler und Deutschland förderte.“

Bezeichnend für die „wissenschaftliche“ Arbeitsweise Hil­debrands ist es, daß weder Gespräche und Briefe Roosevelts und Churchills noch Werke über diese beiden Hauptverant­wortlichen angeführt werden, geschweige denn irgendeine Er­wähnung Bernard Baruchs, der führenden und mäch­tigsten Persönlichkeit des amerikanischen Judentums, ge­bracht wird. Obwohl die „Wechselwirkung des internationa­len Geschehens in Ostasien und Europa“ betont wird, führt er nicht einmal das wichtige Buch des engen Mitarbeiters Pandit Nehrus und indischen Diplomaten, K. M. Panikkar: „Asien und die Herrschaft des Westens 1498 bis 1945“, Zürich 1955, an, ebensowenig dessen bedeutende Erinnerungen an seine Botschafterzeit in China „In two Chinas“.


Nächstes und letztes Kapitel:

Rückblick und Ausblick

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