Nationalsozialistische Lebensführung

Reichsadler

Aus: „Ich Kämpfe“ Seite 59

Von Hauptdienstleiter Prof. Dr. W. Groß,

Leiter des Rassenpolitischen Amtes der


Der Nationalsozialismus als politische Bewegung hat sein Ziel erreicht, wenn das Reich seine Stellung unter den Mächten in der ihm zukommenden Form endgültig gesichert hat. Der Nationalsozialismus als Weltanschauung aber hat erst dann seine geschichtliche Aufgabe erfüllt, wenn er das Deutsche Volk in allen seinen Schichten völlig durchdrungen und ihm ein neues einheitliches Gepräge gegeben hat. Die politische Verwirklichung des Nationalsozialismus ist die Macht des Reiches und die Neuordnung seines Lebensraumes; die Weltanschauung des Nationalsozialismus aber muß in Haltung und Lebensführung des Volkes und seiner einzelnen Glieder sichtbare Gestalt gewinnen.

Die Lebensführung des nationalsozialistischen Deutschland wird auf manchem Gebiet anders aussehen als in der vergangenen Zeit. Zahlreiche unvergängliche Werte unserer Vergangenheit haben auch für die Zukunft Geltung; auf anderen Gebieten aber wird die Haltung des deutschen Lebens entsprechend der neuen sieghaften Weltanschauung spürbar von überkommenen Formen sich unterscheiden müssen.

Wie die Weltanschauung des Nationalsozialismus, so ruht auch ihre praktische Verwirklichung in der Lebensführung der deutschen Menschen auf zwei tragenden Säulen: Die Entfaltung und möglichst vollkommene Ausbildung der Persönlichkeit und der Dienst des Einzelnen an der Gemeinschaft sind die beiden Pole, zwischen denen die fruchtbare Spannung nationalsozialistischen Lebens in Deutschland entsteht. In der Entfaltung und Ausbildung der eigenen Kräfte findet der Einzelmensch Bewußtsein und Freude seines Lebens, und zugleich sind sie Voraussetzung des vollen Einsatzes und höchsten Wertes für die Gemeinschaft des Volkes. Umgekehrt aber verleiht erst dieser Dienst am Ganzen dem eigenen Ich und seiner Entwicklung den letzten Adel und den tiefsten Sinn. Persönlichkeit und Gemeinschaft, in einer kranken Zeit zu Gegensätzen entwickelt, sind für uns ein voller, tönender Akkord, in dem die Einzelsaiten unseres Lebens zusammenklingen.

Den Grundton in der Lebensführung des nationalsozialistischen Deutschen gibt die Freude am Dasein und Leben ab. Hier ist nicht die Rede von flacher Oberflächlichkeit, die die Tiefen, den Ernst und die Schmerzen des Lebens verkennt oder ihnen ausweicht. Vielmehr kommt hier die Haltung und das Gefühl des gesunden, starken Menschen zum Ausdruck, dem das Leben an sich Freude ist und schön erscheint. so wie das unbeschwerte Kind sich seines Daseins bis zum Aufjauchzen hin freut; und dem werdenden und reifen Menschen wird auch noch der Kampf mit Widerständen und Schwierigkeiten, die Überwindung des Harten und Schweren zu einer Probe der Kraft, die ihm das Gefühl gesteigerten Daseins mit erhöhter Freude gibt. Nationalsozialistische Lebensführung schließt deshalb das volle Ja zu allem ein, das die Freude am Leben erhöht. Sie schließt nur das aus, was niederzieht und zerstört: den Mißbrauch körperlicher und geistiger Kräfte, die Schwächung der eigenen Kraft durch unsinnige Reiz- und Peitschmittel, die leichtfertige Gefährdung der eigenen Gesundheit oder gar des Lebens, die beide nicht uns allein, sondern zugleich dem Volke gehören. Was aber stärkt und Freude bringt, ist im tiefsten Sinne gut, und die Lebensführung des neuen deutschen Menschen fordert es ebenso, wie sie die zerstörenden und zersetzenden Kräfte ausschließt, mögen sie dem Volk oder auch nur dem Einzelnen schädlich sein.

Das gilt für beide Seiten unseres Seins: Für den Leib und seine Ausbildung genau so wie für Geist und Seele. Der vernünftige Sport, der geübte und beherrschte Körper mit seinen Kräften steht gleichwertig neben dem entwickelten Geist, dem geübten Denken, dem Reichtum seelischer und künstlerischer Erfahrungen und Erlebnisse. Aus beiden Kräften besteht der ganze und volle Mensch, der allein zum höchsten Dienst an der Zukunft des Volkes taugt.

Auf beiden Gebieten aber, dem leiblichen wie dem seelischen, sind dem Einzelmenschen Grenzen seiner Möglichkeit gesetzt und Richtungen der besonderen Fähigkeit vorgeschrieben; hier formt uns lange vor dem Erwachen des eigenen Bewußtseins das unerbittliche Gesetz der Erblichkeit, dem wir die Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der Einzelmenschen und damit zugleich die bunte ergänzende Fülle der Anlagen und Fähigkeiten in der Gemeinschaft des Volkes verdanken. Darum kann nationalsozialistische Lebensführung nicht dem falschen Trugbild öder Gleichmacherei und verbindlicher Normen für Alle dienen. Nicht ein langweiliges Modeideal, nicht ein genormter Massentypus Mensch ist ihr Ziel, sondern die Mannigfaltigkeit eigenartiger, nach ihrer jeweiligen Anlage entwickelter und ausgebildeter Persönlichkeiten, deren Vielfalt und gegenseitige Ergänzung den Einzelnen erhöht, dem Volke aber erst seine geschichtliche Kraft und Schönheit verleiht.

Neben der Freude am Leben steht für den neuen deutschen Menschen die Tapferkeit als tragender Wert. Der Nationalsozialismus hat die heldische Haltung, von der die große Geschichte deutschen Soldatentums zeugt, zur Pflicht und zum Vorbild der ganzen Nation erhoben. Tapferkeit in seinem Sinne bewährt sich am sichtbarsten im Kriege. Aber auch das alltägliche Leben in friedlichen Zeiten soll tapfer und heldisch gelebt sein, und diese Forderung gilt für den Mann und die Frau.

Das tägliche Leben gibt zahllose Möglichkeiten zu solcher Bewährung. Der Schwierigkeit nicht ausweichen, geradeaus gehen, auch wenn ein krummer Weg bequemer wäre, ein Ziel höher stellen als die eigene Behaglichkeit, hart sein in der Forderung an sich selbst, hart aber auch gelegentlich im Versagen bequemer Wünsche, den großen Gesetzen der Nation lieber gehorchen als der kleinen Eigensucht, in den ernsten Entscheidungen des persönlichen Lebens dem eigenen Gewissen folgen und selbst Verantwortung tragen, statt sich hinter billigen Ausreden und feiger Unterwürfigkeit verstecken — alles  das ist Tapferkeit, alles das gehört zur Lebensführung des neuen deutschen Menschen, wie ihn der Nationalsozialismus fordert und erzieht. Auch die Tapferkeit des Geistes gehört hierher, auch das Kämpfen und Ringen mit neuen großen Gedanken; denn einen Wert für den Einzelnen und die Gemeinschaft hat am Ende nur die Überzeugung und der Glaube, die in ehrlichem Bemühen selbst gewonnen sind, und nicht das faule und bequeme Nachsprechen unverstandener Meinungen des Anderen.

Tapferkeit ist es, auch äußere und innere Wunden und Schmerzen zu ertragen, ohne darum dem Leben gram zu werden. Mißmut und Lebensfeindschaft, Entsagung und Verzweiflung sind im Grunde nur Schwäche und vertragen sich nicht mit der tapferen Art, in der ein neues Geschlecht der Deutschen sein Leben führen will.

Über dem eigenen Leben, dem Kämpfen und Siegen des Einzelnen und des Volkes erhebt sich aber die unendliche Zukunft der Deutschen auf dieser Welt. Der Weg zu ihr ist der Weg immer neuer Geschlechter, die, heute Kinder, morgen Menschen, übermorgen Ahnen neuer Generationen, uns mit allem Gewesenen und allem Kommenden unlösbar verbinden. Nationalsozialistische Lebensführung schließt diese Bindung ein: Familie und Kind sind ihr ein unerläßlicher Bestandteil. In der Bildung der eigenen Familie, in der Geburt und der Aufzucht zahlreicher eigener Kinder findet das Leben des Einzelnen seine besondere Erfüllung, ein höchstes Ziel für die Frau, unersetzlich aber auch dem Mann. wenn er nicht auf stärkste Kräfte des menschlichen Lebens töricht verzichten will. Familien und Kinder aber sind zugleich die einzige Sicherung des ewigen Lebens der Nation und darum eine Forderung der völkischen Zukunft an jeden Menschen der Gegenwart. Das aufsteigende Deutsche Reich, gewaltig in der Entfaltung seiner Macht, gesichert durch die Schärfe des Schwertes, bedarf heute und in den kommenden Jahrzehnten erst recht ungezählter Familien und zahlloser Kinder besten eigenen Blutes, um die Räume zu füllen, die sich uns heute erschließen, und dem geschichtliche Dauer zu verleihen, was heute die Tapferkeit des gegenwärtigen Geschlechts uns gewinnt.

In den lebensfrohen kinderreichen Familien der nationalsozialistischen Nation findet die Verschmelzung persönlichen Lebens mit dem Dienst an der Gemeinschaft ihren überzeugendsten Ausdruck. Die persönlichsten Kräfte der Liebe, die starke Spannung zwischen den Geschlechtern führt hier gleichzeitig zu höchster Erfüllung des eigenen Lebens und zum sinnvollsten Dienst an der Geschichte des ganzen Volkes. Gleichweit entfernt von falscher Verneinung, von unnatürlicher Askese wie von der Selbstsucht zersetzender Bindungslosigkeit lassen sie Familien und Kinder als kostbarsten Besitz der deutschen Geschichte entstehen, in dem sich die Freude des Einzelnen mit dem Nutzen und Gewinn der Gemeinschaft verbindet.

Bei solcher Haltung wird der Stolz des Mannes und der Frau auf die eigene rassische Artung zur Selbstverständlichkeit. Achtung vor dem Fremden, Kameradschaft und Zusammenarbeit im Umgang mit ihm wird in Zukunft genau so zur Haltung des deutschen Menschen gehören wie sein unerschütterliches Selbstbewußtsein und sein rassischer Stolz, der in der Sünde wider das Blut wieder die Todsünde eines Volkes erblickt.

In der Einstellung zur Familie und zum Kind findet die nationalsozialistische Lebensführung ihre entscheidende geschichtliche Prüfung. Immer wird das Schicksal einzelnen Menschen diese volle Erfüllung eigenen Lebens versagen, und sie werden dann, ungeschmälert in ihrem Wert, in verdoppeltem Arbeiten und Wirken an Leistung ersetzen, was ihnen auf diesem Gebiet nicht vergönnt war. Niemals aber kann von echtem Nationalsozialismus in Haltung und Gestaltung des Lebens die Rede sein, wo nicht der Wunsch nach der eigenen Familie und der großen Zahl eigener Kinder und das Bewußtsein von Glück und Pflicht zugleich vorhanden sind, die im Kinderreichtum des Volkes liegen.

Denn unsere Kinder sind es, durch die wir leibhaft Anteil an der Ewigkeit des deutschen Lebens haben, und nur ein flacher oder feiger Mensch fühlt kein Bedürfnis nach ihr.

Wer aber sein Leben nach solchen Grundsätzen in guten und bösen Tagen geführt hat, der wird, wenn die Stunde kommt, auch dem Tod gefaßt ins Antlitz sehen. Er wird ihn nicht herbeisehnen und nicht leichtfertig suchen; denn sein Leben war schön und auch in den härtesten Stunden sinnvoll und lebenswert. Er wird aber ebensowenig das Ende fürchten und jämmerlich vor ihm fliehen: denn der Tod ist ein Teil des Lebens, natürlich und unentrinnbar wie die Geburt, und versöhnlich in seiner Unerbittlichkeit wie alle Gesetze der unendlichen Natur. Was nach ihm kommt, das weiß kein Mensch. Der Einzelne mag darüber denken und glauben, was ihm Einsicht oder Gefühl befiehlt. Ein frohes und tapferes Leben aber schließt in jedem Fall ein mutiges, zuversichtliches Sterben ein. Denn es ist schön und sinnvoll gewesen, und die kommenden Geschlechter werden fortführen und vollenden, was uns der Tod aus der Hand nahm.


(Quelle)

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