Des Führers Kampf um den Weltfrieden

Vorwort

Die unerhörten Erfolge der Politik Adolf Hitlers sind vielen Menschen bis auf den heutigen Tag ein Rätsel geblieben, um dessen Lösung sie sich vergeblich bemühen. Und doch ist es so einfach, dieses Geheimnis zu entschleiern, weil es nämlich in Wirklichkeit gar kein Geheimnis ist.

Wie überall im Leben nur das einfache, natürliche und sittliche Gute wahren Erfolg verspricht, so auch in der Politik. Und so hat Adolf Hitler aus dieser elementen Erkenntnis heraus neue Wege in der Politik beschritten und neue Begriffe in das politische Denken und Handeln gebracht, die man bisher vergeblich dort gesucht hätte. Unbedingte Ehrlichkeit, Offenheit, Geradlinigkeit und klare Zielsetzung, das sind die Hauptwerkmale jeglichen politischen Tuns bei Adolf Hitler. Sie gaben ihm in Verbindung mit der unantastbaren Lauterkeit seines Charakters und den hohen sittlichen Werten seines Wollens die turmhohe Überlegenheit über seine inneren Gegner und den schließlichen Sieg über sie.

Die gleichen geraden und naturgegebenen Wege, die Hitler in der Innenpolitik geht, geht er auch in der Außenpolitik. Sein hehres, leuchtendes Ziel steht auch hier von allem Anfang an unverrückbar fest:

Ein freies und starkes Deutschland, gleichberechtigt mit den übrigen Völkern Europas, das in Frieden mit seinen Nachbarn lebt zum Nutzen und zum Glücke aller.

Und dieses Ziel verfolgt der Führer mit der gleichen unerbittlichen kompromißlosen Konsequenz, mit der er 14 Jahre lang um Deutschland gerungen hat, und mit der er seit Erringung der Macht im Staate Gigantisches an Aufbauarbeit auf allen Gebieten geleistet hat. Alles, was er je in außenpolitischen Dingen geschrieben oder gesprochen hat, war durchdrungen von Geiste der Versöhnung und der friedlichen Zusammenarbeit der Nationen untereinander. Kein Wort von Revanche, von Haß gegen irgendein fremdes Volk ist je aus des Führers Mund gekommen. Dagegen fehlt es nicht an zahlreichen konkreten und durchaus annehmbaren Vorschlägen zur Entgiftung der europäischen Atmosphäre und zur Schaffung einer festen Grundlage für einen dauerhaften Frieden unter den Völkern Europas.

Adolf Hitler hat die Welt niemals über sein Denken und Wollen im unklaren gelassen. Seine großen außenpolitischen Reden vom Mai und Oktober 1933 lassen schon ganz klar die große Linie erkennen, von der er bis heute noch keinen Schritt abgewichen ist. In der gleichen Linie lag auch die Rede, die der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, am 8. Juli 1934 von Königsberg aus an die Frontkämpfer aller Nationen richtete, und die in den fundamentalen Sätzen gipfelte:

„Die Fronkämpfer wollen den Frieden. Die Völker wollen den Frieden. Deutschlands Regierung will den Frieden.“

Als eine Fortsetzung dieser Politik sind auch die große Reichtagsrede vom 7. März 1936 und die darauffolgenden Reden des Wahlkampfes zu werten, die auszugsweise und der Stimmung der Versammlungen heraus wiedergegeben sind.

Hitlers Kampf um den Frieden


 Die historische Reichstagsrede vom 7. März 1936

Männer des Deutschen Reichstages!

Der Präsident des Deutschen Reichstages, Parteigenosse Göring, hat in meinem Auftrage diese heutige Sitzung einberufen, um Ihnen die Gelegenheit zu geben, eine Erklärung der Reichsregierung entgegenzunehmen zu den Fragen, die nicht nur von Ihnen, sondern vom ganzen deutschen Volk instinktiv als wichtig, ja entscheidend angesehen werden.

Als in den grauen Novembertagen des Jahres 1918 der Vorhang über das blutige Trauerspiel des großen Krieges herabgelassen wurde, atmeten Millionen von Menschen in der ganzen Welt auf. Gleich einem Frühlingsahnen ging über die Völker die Hoffnung, daß damit nicht nur eine der traurigsten Verwirrungen der Menschheitsgeschichte ihren Abschluß gesunden, sondern daß eine fehlerhafte und deshalb unheilvolle Zeit ihre geschichtliche Wnde erfahren hatte.

Durch alles Kriegsgeschrei, durch wilde Drohnungen, Anklagen, Verwünschlungen und Verurteilungen hindurch hatten die Auffassungen des amerikanischen Präsidenten die Ohren der Menschheit erreicht, in denen von einer neuen Zeit und einer besseren Welt die Rede war. In zusammen 14 Punkten wurde den Völkern ein Aufriß gegeben für eine solche neue Völker- und damit Menschheitsordnung. Was immer auch an diesen Punkten auszustellen war oder ausgestellt wurde, sie hatten ohne Zweifel eines für sich: die Erkenntnis, daß eine mechanische Wiederherstellung früherer Zustände, Einrichtungen und Auffassungen in kurzer Zeit auch zu ähnlichen Folgen würde führen müssen. Und darin lag das Verzaubernde dieser Thesen, daß sie mit unbestreitbarer Großartigkeit versuchen, dem Zusammenleben der Völker neue Gesetze zu geben und es mit einem neuen Geist zu erfüllen, aus dem heraus dann jene Institution wachsen und gedeihen könnte, die als Bund alle Nationen berufen sein sollte, die Völker nicht nur äußerlich zusammenzuschließen, sondern vor allem innerlich einander näher zu bringen in gegenseitiger Rücksichtnahme und in gegenseitigem Verstehen.

Kein Volk ist der Zauberkraft dieser Phantasie mehr verfallen als das deutsche. Es hatte die Ehre, gegen eine Welt kämpfen zu müssen, und das Unglück, in diesem Kampf zu unterliegen. Es war aber als Unterlegener belastet mit dem Fluch der Verantwortung für ein Ringen, das dieses Volk weder geahnt noch gewünscht hatte. Das deutsche Volk glaubte an diese thesen mit der Kraft eines an sich und der Welt Verzweifelnden. Es begann damit seinen Weg in seine Leidenvollste Zeit. Wir alle sind viele Jahre hindurch Opfer dieses phantastischen Glaubens und damit Objekte der entsetzlichen Folgen gewesen. Es ist nicht der Zweck dieser Ausführungen, der furchtbaren Enttäuchung Ausdruck zu verleihen, die unser Volk in steigendem Maße engriffen hatte. Ich will nicht von der Verzweiflung reden und von dem Schmerz und dem Jammer, den diese Jahre für das deutsche Volk und für uns in sich bargen.

Wir waren in einen Krieg gerissen worden, an dessen Ausdruck wir genau so schuldlos oder schuldhaft waren wie die anderen Völker auch. Wir aber sind gerade als die am meisten Opfernden auch am leichtesten dem Glauben an eine bessere Zeit verfallen.

Allein nicht nur wir, die Unterlegenen, haben die Verwandlung des phantasievollen Bildes einer neuen Zeit und Menschheitsentwicklung in eine jammervolle Realität erlebt, sondern auch die Sieger.

Seit die Staatsmänner der damaligen Zeit sich in Versailles einfanden, um eine neue Weltordnung zu beschließen, sind 17 Jahre vergangen, Zeit genug, um ein Urteil über die allgemeine Tenzeit einer Entwicklung fällen zu können. Es ist nicht nötig, daß wir hier aus den Quelen literarischer oder publizistischer Tätigkeit kritische Stimmen über diese Zeit zusammenfuchen und aneinanderreichen, um so zu einer abschließenden Feststellung zu gelangen, nein: es genügt, den Blick in die heutige Welt lenken, in ihr tatsächliches Erleben, in ihre Hoffnungen und in ihre Enttäuchungen, in ihre Krisen und in ihre Kämpfe, um die eindeutige Antwort zu erhalten auf die Frage der richtigen Bewertung dieser Entwicklung.

Statt der wärmenden Empfindungen einer allmählichen Entspannung menschlicher Gegensätze erleben wir die sorgenvolle Unruhe, die sich nicht zu vermindern, sondern leider zu steigern scheint. Argwohn und Haß, Neid und Habsucht, Mißtrauen und Verdächtigung sind die fühl- und sichtbaren Empfindungen, die die Völker beherrschen. Jener Friede, der einst als Schlußstein gelegt werden sollte über der vermauerten Gruft des Krieges wurde zur Drachensaat neuer Kämpfe. Wohin wir seitdem blicken, erleben wir das Aufflackern innerer und äußerer Unruhen. Kein Jahr vergeht, in dem nicht seitdem irgendwo auf dieser Erde statt dem Läuten der Friedensglocken das Getöse der Waffen vernehmbar ist. Wer will sich wundern, daß aus einer solchen tragischen Enttäuchung heraus im Inneren der Völker das Vertrauen zur Richtigkeit einer Weltordnung erschüttert wird, die in so katastrophaler Weise zu versagen scheint?

Neue Vorstellungen versuchen sich der Menschen zu bemächtigen und die sie gewinnen, sofort als Kämpfer für neue Eroberungen auszuschicken. Die Weltgeschichte wird einmal feststellen, daß seit der großen Kriegsbeendigung die Erde von geistigen, politischen und wirtschaftlichen Unwälzungen heimgesucht wurde, wie sie im allgemeinen nur in Jahrtausenden auftreten, um Völkern und Kontinenten ihren besonderen Sinn und Charakter zu geben. Man bedenke: Seit dieser Zeit ist die Spannung zwischen den Völkern größer geworden, als sie je zuvor war.

Die bolschewistische Revolution drückt einem der größten Reiche der Erde nicht nur äußerlich einen Stempel auf, sondern jetzt es innerlich in einen unüberbrückbaren weltanschaulichen und religiösen gegensatz zu den umliegenden Völkern und Staaten.

Nicht nur allgemein menschliche, wirtschaftliche oder politische Auffassungen brechen zusammen und begraben ihre bisherigen Vertreter, Parteien, Organisationen und Staaten unter sich, nein: eine Welt übersinnlicher Vorstellungen wird eingerissen, ein Gott wird entthront, Religionen und Kirchen ausgerottet, das Jenseits verödet und ein qualvolles Diesseits als das einzig Seiende proklamiert. Kaiser- und Königreiche stürzen und entwurzeln sich allmählich in der Erinnerung, genau so wie umgekehrt wieder parlamentarische Demokratien von den Völkern aufgegeben werden, um neue Staatsgedanken an ihre Stelle zu setzen.

Und  paraller damit werden wirtschaftliche Maxime, die früher geradezu als Grundlage des menschlichen Gemeinschaftslebens gegolten haben, überwunden und abgelöst von konträren Auffassungen; dazwischen senken sich die Schrecken der Arbeitslosigkeit und damit des Hungers und des Elends über die Völker und schlagen Millionen Menschen in ihren Bann. Diese erstaute Menschheit aber steht, daß der Kriegsgott seine Rüstung nicht abgelegt hat, sondern im Gegenteil schwerer gepanzert denn je über die Erde schreitet.

Wenn früher Armeen von Hunderttausenden für die Ziele einer imperialistischen Dynastien-, Kabinetts- oder Nationaltätenpolitik eintraten, dann sind es heute Millionenarmeen, die für neuen geistige Vorstellungen, für Weltrevolutionen, Bolschewismus oder sogar „Nie-wieder-Krieg“-Idole zum Kriege rüsten und die Völker dafür in Bewegung setzen.

Meine Abgeordneten!

Wenn ich Ihnen und dem deutschen Volke diese Tatsachen vor Augen führe, geschieht es weniger, um Ihr Verständnis zu erwecken für die Größe der Zeit, in der wir leben, als vielmehr für die Unzulänglichkeit der geistigen und sachlichen Arbeit jener, die sich einst als berufen aufspielten, der Welt eine neue Epoche friedlicher Evolution und gesegneter Wohlfahrt zu schenken.

Und noch etwas möchte ich in dieser Stunde feststellen:

An dieser Entwicklung sind nicht wir schuld, denn es lag nicht in unserer Kraft oder in unserem Vermögen, nach dem furchtbaren Zusammenbruch und in der Zeit der Demütigung und wehrlosen Mißhandlung der Welt Ideen zu geben oder gar Gesetze des lebens vorzuschreiben. Das taten die mächtigen Regierenden dieser Erde. Deutschland aber gehörte mehr als 15 Jahre nur zu den Regierten.

Ich erwähne dies weiter, weil ich dem deutschen Volk und vielleicht darüber hinaus auch anderen Menschen das Auge öffnen möchte für die Erkenntnis, daß die Befolgung fehlerhafter, weil unrichtiger Grundsätze auch zu fehlerhaften falschen Ergebnissen führen muß. Daß wir selbst als Leidtragende dieser Entwicklung besonders schwer getroffen wurden, hängt wie schon betont, zum Teil mit unserem tiefen Sturz zusammen. Allein, daß die ganze Welt in diese Zeit andauernder Spannungen und fortdauernder Krisen fiel, ist zurückzuführen auf die geringe Vernunft und Einsicht, mit der die Probleme der Völker in einzelnen und untereinander gesehen und behandelt werden.

Diese Entwicklung oaber nahm ihren Ausgang von jenem unseligenBertrag, der einst als Werk menschlicher Kurzsichtigkeit und unvernünftiger Leidenschaften in der Geschichte als Musterbeispiel gelten wird, wie man Kriege nicht beenden darf, wenn man nicht neue Wirrnisse über die Völker zu bringen beabsichtigt. Aus dem Geiste dieses Vertarages kam bei seiner engen Verbindung mit der Konstituierung der Gemeinschaft der Nationen die Vorbelastung des Völkerbundes und damit auch dessen Entwertung.

Seitdem besteht die Diskrepanz zwichen der durch den Friedensvertag eingeteilten Welt in Besiegte, d.h. Rechtlose und Sieger,  d.h. Alleinberechtigte und den allein denkbaren Grundsätzen des Völkerbundes als einer Gemeinschaft freier und gleicher Nationen. Aus der geistigen Atmosphäre dieses Vertrages heraus kam auch die kurzsichtige Behandlung zahlreicher politischer und ökonomischer Fragen der Welt.

Völkergrenzen wurden gezogen, nicht nach den klaten Notwendigkeiten des Lebens unter Berücksichtigung gegener Traditionen, sondern beherrscht von dem Gedanken der Rachsucht und der Vergeltung und damit wieder begleitet von den Gefühlen der Angst und der Befürchtungen gegenüber der sich daraus möglicherweise ergebenden Revanche.

Es gab einen Augenblick, da hätten es die Staatsmänner in der Hand gehabt, durch einen einzigen Appel an die Vernunft und auch an das Herz der Soldaten der kämpfenden Millionenarmeen der Völker eine brüderliche Verständigung einzuleiten, die der Welt vielleicht auf Jahrhunderte für das Zusammenleben der Nationen und Staaten unendliche Erleichterungen geschenkt haben würde. Es geschah nur das gegenteil. Das Schlimmste aber ist, daß der Geist des Hasses dieses Vertrages überging in die allgemeine Mentalität der Völker, daß er die öffentliche Meinung zu infizieren und damit zu beherrschen anfing, und daß nun aus diesem Geiste des Hasses heraus die Unvernunft zu triumphieren begann, die die natürlichsten Probleme des Völkerlebens, ja selbst die eigensten Intressen verkannte und mit verblendeter Leidenschaft zerstörte.

Daß die Welt heute von sehr viel Unheil heimgesucht wird, ist weder zu übersehen noch zu bestreiten. Das Schlimmste aber ist, daß aus dem Geist dieser Verbohrtheit heraus nicht nur die Ursachen dieses Unglückes nicht gesehen werden wollen, sondern daß man sich geradezu an diesem Unglück weidet und in der öffentlichen Diskussion mit mehr oder weniger großer Schadenfreude feststellt, wie bedroht oder gefährdet die Lebensmöglichkeiten des einen oder des anderen Volkes sind.

Daß die Welt z.B. kein Verständnis aufbringen will für die Ursachen über die Schwere der Lebensbehauptung des deutschen Volkes, ist bedauerlich. Geradezu erschütternd aber ist, jeden Tag in soundso viel Presseorganen lesen zu können, mit welcher Befriedigung man die Sorgen wahrnimmt, die das Leben unseres Volkes zwangsläufig begleiten. Soweit es sich um belanglose Literaten handelt, mag dies noch hingehen. Böse aber ist es, wenn auch Staatsmänner beginnen, in den ersichtlichen oder vermeintlichen Anzeichen von Not und Elend eines Volkes erfreuliche Momente für die Beurteilung der allgemeinen Lage und ihrer Zukunft zu sehen.

Dies begann aber im Jahre 1918. Damals setzte in besonders eindringlicher Weise jene „Staatskunst“ ein, die durch Unvernunft Probleme schafft, um dann an ihrer Lösung entweder zu verzagen oder fortgesetzt angsterfüllt aufzukreischen. jene Unvernunft, die gänzlich übersieht, daß ungeschichtliche staatliche Volkszerreißungen nicht den geschichtlichen tatsächlichen Faktor eines Volkes beseitigen, sondern nur die mögliche Wahrnehmung der Lebensinteressen, die Organisierung der Lebensbehauptung erschweren oder sogar unmöglich machen.

Das war jene Unvernunft, in der man z.B. im Falle Deutschland einer 65-Millionen-Nation mit wissenschaftlicher Methodik erst alle möglichen Lebensstränge nach außen abschnitt, alle wirtschaftlichen Verbindungen raubte, alle Auslandskapitalen konfiszierte, den Handel vernichtete, damm dieses Volk mit einer unvorstellbaren astronomischen Schuld belastetet, ihm endlich, um diese Schuld zu können, ausländische Kredite gab, um die Kredite verzinsen zu können, einen Export um jeden Preis heranzüchtete, endlich die Absatzmärkte vermauerte, dieses Volk somit einer furchtbaren Verarmug und Verelendung entgegentrieb und nun über mangelnde Zahlkraft oder bösen Willen klagte. Das aber bezeichnet man dann als „weise Staatskunst“!

Meine Abgeordneten des Deutschen Reichstages!

Wenn ich diese psychologischen Probleme immer so ausführlich behandle, so geschieht es, weil ich der Überzeugung bin, daß man ohne eine Umstellung in der geistigen Betrachtung der Ausgestaltung unserer internationalen Völkerbeziehungen niemals zu dem Resultat einer wirklichen Befriedung der Mechenheit kommen wird. Auch die heutigen schicksalsschweren Spannungen, die wir in Europa erleben, verdanken ihre Entstehung dieser wahrhaft brüllenden Unvernunft, mit der man glaubt, mit den natürlichsten Belangen der Völker umspringen zu können. Es gibt heute politiker, die sich nur dann sicher zu fühlen scheinen, wenn das innere Verhältnis der angrenzenden Völker zu ihren Lebensmöglichkeiten ein möglichst ungünstiges ist. Und zwar: Je ungünstiger, um so triumphaler scheint ihnen der Erfolg ihrer weitschauenden Politik zu sein.

Ich möchte, daß das deutsche Volk diese Unvernunft lernt und selbst nicht in ähnliche Fehler verfällt. Ich möchte, daß die deutsche Nation lernt, in Völkern geschichtliche Realitäten zu sehen, die der Phantast wohl wegwünschen kann, die aber tatsächlich gar nicht wegzudenken sind, daß es unvernünftig ist, diese geschichtlichen Realitäten in einen gegensatz bringen zu wollen zu den Erfordernissen ihrer möglichen Lebensbehauptung und zu ihren verständlichen Lebensansprüchen. Ich möchte daher, daß das deutsche Volk die inneren Beweggründe der nationalsozialistischen Außenpolitik versteht, die es z.B. auch als sehr schmerzlich empfindet, daß der Zugang eines 22-Millionen-Volkes zum Meer über einstiges Reichsgebiet führt, die es aber als unvernünftig, weil unmöglich erkennt, einem so großen Staat den Zugang zum Meer einfach abstreiten zu wollen.

Es kann nicht der Sinn und der Zweck einer überlegenen Außenpolitik sein, Zustände herbeizuführen, die dann zwangsläufig sofort nach ihrer Veränderung schreien würden. Es ist wohl wöglich, daß, besonders unter der Berufung auf die „Macht“, Politiker solche Vergewaltigungen natürlicher Lebensinteressen vornehmen können, allein je mehr und je häufiger und in je schweren Fällen dies geschieht, um so größer wird der Druck nach einer Entladung der aufgespeicherten und vergewaltigten Kräfte und Energien sein. Dies führt dann zur Häufung immer neuer Mittel der Abwehr und steigert damit wieder zwangsläufig den Gegendruck der zusammengepreßt werden sollenden Lebensenergien des betroffenen Volkes. Und dann liegt die Welt in angstvoller Unruhe und Ahnung drohender Explosionen und will nicht erkennen, daß in Wirklichkeit nur die Unvernunft seiner sog. Staatsmänner an diesen bedrohlichen Entwicklungen schuld ist.

Wieviel Sorgen würden der Menschenheit und besonders den europäischen Völkern erspart geblieben sein, wenn man natürliche und selbstverständliche Lebensbedingungen respektiert und bei der politischen Gestaltung des europäischen Lebensraumes sowohl als auch bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit berücksichtigt haben würde!

Dies aber scheint mit unbedingt erfoderlich zu sein, wenn man in der Zukunft bessere und befriedigendere Resultate erreichen will als jetzt. Und fies gilt besonders für Europa. Die europäischen Völker stellen nun einmal eine Familie auf dieser Welt dar, oft etwas streitfüchtig, aber trotz alledem miteinander verwandt, verschwistert und verschwägert, geistig und kulturell sowohl als wirtschaftlich voneinander nicht zu trennen, ja, nicht einmal auseinander zu denken. jeder Versuch, die europäichen Probleme anders als nach den Gesetzen einer kühlen und überlegenen Vernunft zu sehen und zu behandeln, führt zu Reaktionen, die für alle unangenehm sein werden.

Wir leben in einer Zeit des inneren sozialen und gesellschaftlichen Ausgleichs der Völker. Der Staatsmann, der den Sinn dieser Zeit nicht erkennt und in dieser Richtung nicht auf den Wegen von Konzessionen ausgleichend in seinem Volke die Spannungen zu mildern und, wenn möglich, zu beseitigen versucht, wird eines Tages den Explosionen erliegen, die dann zwangsläufig entweder den Ausgleich herbeiführen werden oder, was noch wahrscheinlicher ist, zunächst ein chaotisches Trümmerfeld zurücklassen.

Es ist weise von einer Staatsführung, der turbulenten Unvernunft die Zügel anzulegen, allein dann aber auch dem ersichtlichen Drange der Zeit zu gehorchen und überlegen zu jenem sozialen Ausgleich hinzusteuern, der das eine Extrem abbaut, ohne deshalb dann dem anderen Extrem zu erliegen. Es läßt sich heute für Europa die Prophezeiung aussprechen, daß dort, wo der Prozeß nicht in so überlegener Weise geleitet wird oder gar mißlingt, die Spannungen zunehmen werden, um endlich dem geistigen Zuge dieser Zeit gehorchend von selbst zum Ausgleich zu drängen.

Es gehört aber auch zur Weisheit des Aufbaues und der Erhaltung einer Völkerfamilie, wie diese in Europa gegeben ist, diese innerstaatlichen Gesetze auch überstaatlich anzuwenden.

Es ist wenig klug, sich einzubilden, in einem so beschränkten Hause wie Europa eine Völkergemeinschaft veerschiedeneer Rechtsordnung und Rechtswertung aufrechterhalten zu können. Jeder solche Versucht führt zu einer Aufladung der Willensenergien bei den von dem Unrecht Betroffenen und damit natürlich wieder zu einer Aufladung der Angstpsychose bei den Schuldigen.

Ich hatte aber eine solche Entwicklung nicht nur für nicht vernünftig, sondern im Gegenteil für sinnlos und außerdem für sehr gefährlich. Ich halte sie für besonders kritisch, wenn dazu noch eine geistige Verhetzung stattfindet, die, ausgehend von kurzsichtigen Literaten und international bekannten Unruhestiftern, hinter dieser Unvernunft auch noch die Leidenschaft aufgepeitschter und verwirrter Volksmassen mobilisiert. Wenn ich diese Befürchtungen ausspreche, dann drücke ich nur das aus, was Millionen Menschen ahnen, fühlen oder erleben, ohne sich vielleicht über die tieferen Ursachen Rechenschaft ablegen zu können.

Ich habe aber ein Recht dazu, vor Ihnen, meine Herren Abgeordneten des Reichstages, diese meine Auffassungen klarzulegen, weil sie zugleich die Erklärung sind für unser eigenes politisches Erleben, für unsere Arbeit im Innern des Volkes als auch für unsere Stellungnahme nach außen.

Wenn die übrige Welt oft von einer „deutschen Frage“ spricht, dann wird es zweckmäßig sein, sich zugleich eine objektive Klarheit überdas Wesen dieser Frage zu verschaffen. Für gar manche besteht dieser „Frage“ im deutschen Regime, in dem gar nicht begriffenen Unterschied des deutschen Regimes gegenüber dem anderen Regime, in der als bedrohend empfundenen sogenannten „Aufrüstung“ und in all dem, was man in der Folge dieser Aufrüstung als Fata Morgana zu sehen vermeint. Dieser Frage besteht für viele in der behaupteten Kriegslust des deutschen Volkes, in den schlummernden Angriffsabsichten oder in der teutlischen Geschicklichkeit der Überlistung seiner Gegner. Nein, meine Herren Poliker! Die deutsche besteht in etwas ganz anderem.

Hier leben auf einem sehr begrenzten und nicht überall fruchtbaren Boden 67 Millionen Menschen. Das sind rund 136 auf einen Quadratkilometer. Diese Menschen sind nicht weniger fleißig als die anderer europäicher Völker, aber auch nicht weniger anspruchsvoll, sie sind nicht weniger intelligent, aber auch nicht weniger lebenswillig. Sie haben genau so wenig Sehnsucht, sich für eine Phantastik um jeden Preis heroisch totschießen zu lassen, als etwa der Franzose oder der Engländer.

Diese 67 Millionen Deutschen sind aber acuh nicht feiger, und auf keinen Fall sie etwa ehrloser als die Angehörigen anderer europäicher Völker.

Sie sind einst in einen Krieg hineingerissen worden, an den sie so wenig glaubten wie andere Europäer und für den sie auch genau so wenig veranteortlich waren. Der heutige junge Deutsche von 25 Jahren war zur Zeit der Vorgeschichte und des Beginns des Krieges gerade ein Jahr alt, also wohl kaum verantwortlich zu machen für diese Völkerkatastrophe. Ja, selbst der jüngste Deutsche, der dafür verantwortlich hätte sein können, war bei der damaligen Festsetzung des deutschen Wahlalters 25 Jahre alt. Er zählt somit heute zumindest 50 Jahre. Das heißt, die überwältigende Mehrzahl der Männer des deutschen Volkes hat den Krieg einfach zwangsläufig mitgemacht, wie die Masse des überlebenden französischen oder englischen Volkes auch. Wenn sie anständig waren, dann haben sie damals genau so ihre Pflicht erfüllt, sofern sie schon das Alter dazu besaßen, wie dies jeder anständige Franzose und Engländer tat. Wenn sie unanständig waren, haben sie dies unterlassen und vielleicht verdient oder für die Revolution gearbeitet. Diese sind aber heute gar nicht mehr in uneren Reihen, sondern sie leben zum größten Teil als Emigranten bei irgendwelchen Gastgebern. Dieses deutsche Volk hat genau so viel Vorzüge als andere Völker und natürlich auch genau so viele Nachteile und Gebrechen.

Die deutsche Frage lag nun darin, daß dieses Volk z.B. noch im Jahre 1935 für seine Schuld, die es nie begangen hat, eine Minderberechtigung tragen sollte, die für ein ehrliebendes Volk unerträglich, für ein fleißiges Volk leidvoll und für ein intelligentes Volk empörend ist. Die deutsche Frage besteht weiter darin, daß man durch ein System unvernünftiger Handlungen, Maßnahmen, haßerfüllter Verhetzungen sich bemüht, den an sich schon sehr schweren Kampf um die Lebensbehauptung noch mehr zu erschweren, und nicht nur künftlich, sondern widernatürlich und unsinnig zu erschweren.

Denn es hat von dieser Erschwerung der deutschen Lebenshaltung die übrige Welt nicht den gerinsten Vorteil. Auf den deutschen Menschen trifft pro Kopf der Bevölkerung achtzehnmal weniger Grund als z.B. auf einen Russen. Es ist verständlich, wie schwer allein dadurch der Lebenskampf um das tägliche Brot sein muß und es auch ist. Ohne die Tüchtigkeit und den Fleiß des deutschen Bauern und die organisatoriche Fähigkeit des deutschen Volkes wäre eine Lebensführung für diese 67 Millionen kaum denkbar. Was aber soll man nun von der geistigen Einfalt jener halten, die diese Schwierigkeiten vielleicht sogar erkennen und sich dennoch kindlich in Presseartikeln, Publikationen und Vorträgen über unser Elend freuen, ja geradezu triumphierend jedem Anzeichen dieser unserer inneren Not nachspüren, um sie der anderen Welt mitteilen zu können. Sie würden anscheinend glücklich sein, wenn diese Not bei uns noch viel größer wäre, wenn es uns nicht gelänge, durch Fleiß und Intelligenz sie immer wieder erträglich zu machen.

Sie haben keine Ahnung davon, daß die deutsche Frage ein ganz anderes Gesicht bekommen würde, wenn erst einmal die Fähigkeiten und der Fleiß dieser Millionen erlahmen und damit nicht nur das Elend, sondern auch die politische Unvernunft ihren Einzug halten würden.

Und dies ist eine der deutschen Fragen, und die Welt kann nur interessiert sein daran, daß diese Frage der Sicherung der deutschen Lebenshaltung von Jahr zu Jahr erfolgreich gelöst werden kann, genau so wie ich wünsche, daß auch das deutsche Volk die in seinem eigensten Interesse liegende glückliche Lösung dieser Lebensfragen bei anderen Völkern begreift und würdigt.

Die Meisterung dieser deutschen frage ist aber zunächst eine Angelegenheit des deutschen Volkes selbst und braucht die übrige Welt überhaupt nicht zu interessieren.

Sie berührt die Interessen anderer Völker nur insofern, als das deutsche Volk bei der Lösung dieser Frage gezwungen ist, wirtschaftlich als Käufer und Verkäuser auch mit den anderen Völkern Verbindungen aufzunehmen.

Und hier würde es wieder nur im Interesse dieser anderen Welt liegen, diese Frage zu verstehen, d. h. zu begreifen, daß der Schrei nach Brot bei einem 40-, 50- oder 60-Millionen-Volk nicht eine ausgekochte Boshaftigkeit des Regimes oder bestimmter Regierungen ist, sondern eine natürliche Äußerung des Dranges zur Lebensbehauptung, und daß satte Völker vernünftiger sind als hungrige und daß nicht nur die eigenen Regierungen interessiert sein sollen an einer ausreichenden Ernährung ihrer Bürger, sondern ebenso auch die umliegenden Staaten und Völker, und daß daher die Ermöglichung einer solchen Lebensbehauptung im höchsten Sinne des Wortes im Interesse aller liegt. Es blieb der Vorkriegszeit vorbehalten, die gegenteilige Auffassung zu finden und selbst als Kriegszustand zu proklamieren, nämlich die Meinung, daß ein Teil der europäischen Völkerfamilie um so besser fahren würde, je schlechter es einem anderen ginge.

Das deutsche Volk braucht keine besonderen Beihilfen zu seiner Lebensbehauptung. Es will nur keine schlechteren Chancen besitzen, als sie auch anderen Völkern gegeben sind. Dies aber ist die eine deutsche Frage.

Und die zweite deutsche Frage ist folgende: Weil infolge der außerordentlich unglücklichen allgemeinen Verhältnisse und Voraussetzungen der wirtschaftliche Lebenskampf des deutschen Volkes sehr schwer ist, die Intelligenz, der Fleiß und damit der natürliche Lebensstsandard aber sehr hoch sind, ist eine außerordentliche Anspannung aller Kräfte notwendig, um diese erste deutsche Frage zu meistern. Es kann dies aber überhaupt nur gelingen, wenn dieses Volk auch nach außen hin das Gefühl der politischen Sicherheit besitzt.

Es ist unmöglich, ein Volk von Ehrgefühl und von Tapferkeit in der Welt auf die Dauer als Heloten halten oder gar leiten zu können.

Es gibt keine bessere Bestätigung für die angeborene Friedensliebe des deutschen Volkes als die Tatsache, daß es sich trotz seiner Fähigkeit und trotz seiner Tapferkeit, die wohl auch von den Gegnern nicht bestritten werden können, sowie trotz seiner großen Volkszahl nur einen so bescheidenen Anteil an Lebensraum und an den Lebensgütern der Welt gesichert hat. Allein gerade diese immer mehr nach innen gewandte Art deutschen Wesens verträgt es nicht, in unwürdiger Weise entrechtet oder mißhandelt zu werden.

Indem der unselige friedensvertrag von Versailles die geschichtlich geradezu einzige Verewigung eines Kriegsausganges nach der moralischen Seite hin festlegen wollte, hat er jene deutsche Frage geschaffen, die ungelöst eine kritische Belastung Europas und gelöst eine Befreiung Europas darstellt.

Und ich habe mir nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages im Jahre 1919 vorgenommen, diese Frage einmal zu lösen. Nicht weil ich Frankreich oder irgendeinem anderen Staat etwas zuleide tun will, sondern weil das deutsche Volk auf die Dauer das ihm zugefügte Leid nicht tragen kann, nicht tragen soll und nicht tragen will!

Im Jahre 1932 stand Deutschalnd am ranke des bolschewistischen Zusammenbruchs. Was schon dieses Chaos in einem so großen Staat für Europa bedeutet haben würde, werden ja vielleicht einzelne europäische Staatsmänner in der Zukunf an anderen Orten noch Gelegenheit erhalten, zu studieren. Ich habe aber jedenfalls die Überwindung dieser äußerlich gerade wirtschaftlich am sichtbarsten in Erscheinung tretenden Krise des deutschen Volkes nur erreicht durch die Mobilisierung der allgemeinen sittlichen und moralischen Werte der deutschen Nation. der Mann, der Deutschland vom Bolschewismus retten wollte, der mußte die Frage der deutschen Gleichberechtigung zur Entscheidung und damit zur Lösung bringen. Nicht, um anderen Völkern ein Leid zuzufügen, sondern im Gegenteil, um ihnen durch die Verhinderung des Hereinbrechens eines im letzten Ausmaß für Europa gar nicht vorstellbaren Ruins vielleicht sogar noch ein großes Leid zu ersparen.

Denn die Wiedergewinnung der deutschen Gleichberechtigung hat dem französischen Volk nichts Schmerzliches zugefügt. Allein der rote Aufruhr und der Zusammenbruch des Deutschen Reiches hätten der europäischen Ordnung und der europäischen Wirtschaft einen Schlag versetzt, von dessen Folgen die meisten europäschen Staatsmänner leider keine richtige Vorstellung besitzen. Dieser Kampf um die deutsche Gleichberechtigung, den ich nun drei Jahre lang führte, ist nicht die Aufrichtung einer europäischen Frage, sondern ihre Lösung.

Es ist ein wahrhaft tragisches Unglück, daß gerade durch den Versailler Friedensvertrag ein Zustand geschaffen wurde, an dessen Beibehaltung das französische Volk glaubte besonders interessiert zu sein. So wenig reale Vorteile dieser Zustand für den einzelnen Franzosen in sich bergen konnte, so groß war die unreale Verklammerung, die zwischen der Versailler Diskriminierung des deutschen Volkes und den französischen Interessen zu bestehen schien. Vielleicht war es auch die Schuld der charakterlichen Schwäche der deutschen Nachkriegsjahre und underer Regierungen, insbesondere aber unserer Parteien, daß dem französischen Volk und den ernsten französischen Staatsmännern die Unrichtigkeit dieser Auffassung nicht genügend zum Bewußtsein gebracht werden konnte. Denn je schlechter die einzelnen Regierungen der vor uns liegenden Zeit waren, um so mehr hatten sie das nationale Erwachen des deutschen Volkes selbst zu scheuen. Um so größer war daher auch die Angst vor jeder nationalen Selbstbesinnung und damit um so einverstandener ihre Haltung gegenüber der allgemeinen internationalen Diffamierung des deutschen Volkes. Ja, sie benörigten geradezu diese schändliche Fesselung, um ihr trauriges eigenes Regime auf diese Weise zu stützen, Wohin dieses Regime Deutschland geführt hat, zeigte eindringlich der drohende Zusammenbruch.

Nun war es natürlich schwer, die Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung gegenüber einer so eingewurzelten Gewöhnung unserer Nachbarn an die Nichtgleichberechtigung als für diese nicht nur schädlich, sondern im Gegenteil im letzten Grunde sogar als international nützlich nachweisen. Sie, meine Abgeordeten, Männer des Reichstages, kennen den schweren Weg, den ich gehen mußte seit jenem 30. Januar 1933, um das deutsche Volk aus seiner unwürdigen Stellung zu erlösen, um ihm Schritt für Schritt die Gleichberechtigung zu sichern, ohne es dabei aus der politischen und wirtschaftlichen Gemeinschaft der europäischen Nationen zu entfernen und besonders ohne aus der Abwicklung der Folgen einer alten Feindschaft wieder eine neue zu erzeugen!

Ich werde einmal von der geschichte die Bestätigung beanspruchen können, daß ich in keiner Stunde meines Handels für das deutsche Volk die Pflichten veergessen habe, die ich und wir alle der Aufrechterhaltung der europäischen Kultur und Zivilisation gegenüber zu tragen schuldig sind.

Es ist aber eine Voraussetzung für den Bestand dieses am Ende gerade in der Vielgestaltigkeit seiner Kulturen so eigenartigen Kontinents, daß er nicht denkbar ist ohne das Vorhandensein freier und unabhängiger Nationalstaaten.

Es mag jedes europäische Volk übeerzeugt sein, daß es den größten Beitrag zu unserer abendländischen Kultur gestiftet hat. Im ganzen aber wollen wir uns nichts wegwünschen von dem, was die einzelnen Völker gegeben haben, und wollen daher auch nicht streiten über das Gewicht dieser ihrer einzelnen Beiträge, sondern müssen nur erkennen, daß aus der Rivalität der europäischen Einzelleistungen ohne Zweifel die Spitzenleistungen stammen auf den verschiedensten Gebieten der menschlichen Kultur. So sehr wir daher bereit sind, in dieser europäischen Kulturwelt mitzuarbeiten als freies und gleichberechtigtes Glied, so hartnäckig und eigensinnig möchten wir aber das bleiben, was wir sind.

Ich habe in diesen drei Jahren – leider nur zu oft vergeblich – immer wieder versucht, eine Brücke der Verständigung zum französischen Volk zu schlagen. Je mehr wir uns aus der Bitternis des Weltkrieges und seiner Nachjahre entfernen, um so mehr versinkt in den menschlichen Erinnerungen das Böse, und das Schönere des Lebens, der Erkenntnis und Erfahrungen tritt in den Vordergrung. Was sich einst als erbitterter Gegner gegenüberstand, würdigt sich heute als tapferer Kämpfer eines vergangenen großen Ringens und sieht sich wieder als Träger und Forterhalter eines großen allgemeinen menschlichen Kulturgutes.

Warum soll es denn nicht möglich sein, den zwecklosen jahrhundertelangen Streit, der keinem der beiden Völker einen endgültigen Entscheid gebracht hat und bringen wird, abzubrechen und durch die Rücksichtnahme einer höheren Vernunft zu ersetzen?

Das deutsche Volk ist nicht interessiert daran, daß das französische ledet, und umgekehrt: Wo läge der Vorteil für Frankreich, wenn Deutschland in Not verkommt?

Welchen Nutzen hat der französiche Bauer, wenn es dem deutschen schlecht geht oder umgekehrt? Oder welch ein Vorteil bietet sich für den französischen Arbeiter etwa aus der Not des deutschen? Welchen Segen könnte es aber auch für Deutschland bringen, für den deutschen Arbeiter, den deutschen Mittelstand und das deutsche Volk überhaupt, wenn Frankreich von Unglück heimgesucht würde?

Ich habe versucht, die Fragen einer haßerfüllten Klassenkampftheorie im Innern Deutschlands im Sinne einer höheren Vernunft zu lösen, und es ist mir dies gelungen. Warum soll es nicht möglich sein, das Problem der allgemeinen europäischen Volks- und Staatengegesätze aus der Sphäre des Unvernünftigen, Leidenschaftlichen herauszuheben und unter das ruhige Licht einer höheren Einsicht zu stellen?

Ich habe mir jedenfalls einst geschworen, ebenso zäh und tapfer für die deutsche Gleichberechtigung zu kämpfen und diese so oder so durchzusetzen, wie umgekehrt aber auch das Verantwortungsgefühl zu stärken fur die Notwendigkeit einer europäischen gegenseitigen Rücksichtnahme und Zusammenarbeit.

Wenn wir aber heute von seiten meiner internationalen Gegner aus vorgehalten wird, daß ich doch diese Zusammenarbeit mit Rußland ablehne, so muß ich demgegenüber folgendes erklären:

Ich lehne und lehte diese Zusammenarbeit nicht ab mit Rußland, sondern mit dem auf die Herrschaft der Welt Anspruch erhebenden Bolschewismus.

Ich bin Deutscher, ich liebe mein Volk und hänge an ihm. Ich weiß, daß es nur dann glücklich sein kann, wenn ihm das Leben nach seinem Wesen und seiner Art möglich ist. Ich will nicht, daß über das deutsche Volk, das nicht nur weinen, sondern auch durch sein ganzes Leben hindurch immer herzlich lachen konnte, das Grauen der kommunistischen internationalen Haßdiktatur gesenkt wird. Ich zittere für Europa bei dem Gedanken, was aus unserem alten, menschenüberfüllten Kontinent werden soll, wenn durch das Hereinbrechen dieser destruktiven und alle bisherigen Werte umstürzenden asiatischen Weltauffassung das chaos der bolschewistischen Revolution erfolgreich sein würde. Ich bin vielleicht für viele europäische Staatsmänner ein phantastischer, jedenfalls aber unbequemer Warner. Daß ich aber in den Augen der bolschewistisch-internationalen Weltunterdrücker als einer der größten Feinde gelte, ist für mich nur eine große Ehre und eine Rechtfertigung meines Handelns vor der nachwelt.

Ich kann nicht verhindern, daß andere Staaten ihren Weg gehen, den sie nun einmal glauben gehen zu müssen oder wenigstens gehen zu können, aber ich werde es verhindern, daß auch Deutschland diesen Weg in das Verderben antritt. Und ich glaube, daß dieses Verderben in dem Augenblick seinen Einzug halten würde, in dem die Staatsfuhrung sich selbst zum Verbündeten einer solchen destruktiven Lehre hergeben wollte. Ich sehe keine Möglichkeit, dem deutchen Arbeiter die mich so tief bewegende gefahr des unglücks eines bolschewistischen Chaos in Deutschland klarzumachen, wenn ich selbst als Führer der Nation mich in enge Beziehungen zu dieser Gefahr bringen wollte. Ich will auch hier als Staatsmann und Führer des Volkes alles das tun, was ich vom einzelnen Volksgenossen erwarte und verlange. Ich glaube nicht, daß die engere Berührung mit einer Weltschauung, die für ein Volk verderblich ist, fur Staatsmänner nützlich sein kann.

Wir haben in der deutschen Geschichte der letzten 20 Jahre ja Gelegenheit gehabt, Erfahrungen auf diesem Gebiete zu sammeln. Die erste Fühlung mit dem Bolschewismus im Jahre 1917 brachte ein Jahr später uns selbst die Revolution. Die zweite Berührung mit ihm genügte, um in wenigen Jahren Deutschland knapp an den Rand des kommunistischen Zusammenbruchs zu bringen. ich habe diese Beziehungen gelöst und damit Deutschland vor diesem Verderben zurückgerissen.

Nichts wird mich bewegen können, einen anderen Weg zu gehen als den, den wir Erfahrung, Einsicht und Voraussicht vorschreiben.

Und ich weiß, daß diese Überzeugung tieftes Gedanken- und Ideengut der ganzen nationalsozialistischen Bewegung geworden ist. Mit zäher Beharrlichkeit werden wir die sozialen Probleme und Spannungen in unserem Volk auf dem Wege einer fortgesetzten Evolution lösen und damit und des Segens einer ruhigen Entwicklung versichern, die allen unseren Volksgenossen zugute kommt. Und was dabei an immer neuen AUfgaben an uns herantritt, erfüllt uns mit der Freude desjenigen, der ohne Arbeit und damit ohne AUfgaben nicht zu leben vermag.

Wenn ich diese grundsätzliche Einstellung auf die europäische allgemeine Politik übertrage, dann ergibt sich daraus für mich die Unterscheidung Europas in zwei Hälten, in jene Hälfte, die sich aus selbständigen und unabhängigen Nationalstaaten aufbaut, aus Völkern, mit denen wir tausendfältig Geschichte und Kultur verbunden sind und mit denen wir in alle Zukunft genau so wie mit den freien und selbständigen Nationen der außereuropäischen Kontinente verbunden bleiben wollen, und in eine andere Hälfte: die von jener unduldsamen und einen allgemeinen internationalen Herrschaftsanspruch erhebenden bolschewistischen Lehre regiert wird, die selbst den ewigen und uns heiligen Dies- und Jenseitswerten die Vernichttung predigt, um eine andere, uns in Kultur, Aussehen und Inhalt abscheulich vorkommende Welt aufzubauen. Mit ihr wollen wir außer den gegebenen politischen und wirtschaftlichen internationalen Beziehungen in keine sonstige innigere Berührung kommen.

Es liegt nun eine unendliche Tragik darin, daß als Abschluß unserer langjährigen aufrichtigen Bemühungen um das Vertrauen, die Sympathien und die Zuneigung des französischen Volkes ein Militärbündnis abgeschlossen wurde, dessen Anfang wir heute kennen, dessen Ende aber, wenn die Vorsehung nicht wieder einmal gnädiger ist, als es die Menschen verdienen, vielleicht von unabsehbaren Folgen sein wird. Ich habe mich in den letzten drei Jahren bemüht, langsam, aber stetig die Voraussetzungen für eine deutsch-französischen Verständigung zu schaffen. Ich habe dabei nie einen Zweifel farüber gelassen, daß zu den Voraussetzungen dieser Verständigung die absolute Gleichberechtigung und damit die gleiche Rechtswertung des deutschen Volkes und Staates gehört. Ich habe aber bewußt in dieser Verständigung nicht nur ein Problem gesehen, das den Wegen von Pakten gelöst wird, sondern ein Problem, das zunächst den beiden Völkern psychologisch nahegebracht werden muß, da es nicht nur verstandes-, sondern auch gefühlsmäßig vorbereitet werden soll. Ich habe daher auch oft den Vorwurf bekommen, daß meine Freundschaftsangebote keine konkrete Vorschläge enthalten hätten. Dies ist nicht richtig.

Was konkret zur Entspannung der deutsch-französichen Beziehungen überhaupt vorgeschlagen werden konnte, habe ich auch mutig konkret vorgeschlagen.

Ich habe einst nicht gezögert, mich dem konkreten Vorschlag einer Rüstungsbegrenzung von 200 000 Mann anzuschließen. Ich habe mich, als dieser Vorschlag dann von den verantwortlichen Verfassern selbst preisgegeben wurde, mit einem ganz konkreten neuen Vorschlag an das französische Volk und an die europäischen Regierungen gewendet. Auch der 300 000-Mann-Vorschlag erfuhr Ablehnung. Ich habe eine ganze Reihe weiterer konkreter Vorschläge zur Entgiftung der öffentlichen Meinungen in den einzelnen Staaten und zur Reinigung der Kriegsführung und damit letzten Endes zu einer, wenn auch langsamen, so aber sicheren Abrüstung gebracht. Es ist ein einziger dieser deutschen Vorschläge wirklich berücksichtigt worden. Der realitische Sinn eine englischen Regierung hat meinen Vorschlag der Herstellung einer dauernden Relation zwischen der deutschen und der englischen Flotte, die ebenso den Bedürfnissen der deutschen Sicherheit entspricht, wie umgekehrt Bedacht nimmt auf die enormen überseeischen Interessen eines großen Weltreiches, angenommen. Und ich darf wohl darauf hinweisen, daß bis heute noch dieses Abkommen der praktisch einzig existierende, wirklich verständnisvolle und daher gelungene Versuch einer Rüstungsbegrenzung geblieben ist. Die Reichsregierung ist bereit, diesen Vertrag durch eine weitere qualitative Abmachung mit England zu ergänzen.

Ich habe den sehr konkreten Grundsatz ausgesprochen, daß die Sammelprogramme einer internationalen Paktomanie ebensowenig Aussicht auf Verwirklichung besitzen wie die Generalvorschläge einer unter solchen Umständen von vornherein schon als undurchführbar erwiesenen Weltabrüstung. Ich habe demgegenüber betont, daß nur schrittweise an diese Fragen herangetreten werden kann, und zwar nach der Richtung des vermutlich geringsten Widerstandes hin. Ich habe aus dieser Überzeugung heraus den konkreten Vorschlag auch für einen Luftpakt entwickelt unter den Zugrundelegung gleicher Stärke für Frankreich, England und Deutschland. Das Ergebnis war zunächst eine Mißachtung dieses Vorschlages und dann die Hereinführung eines neuen, in seinem militärischen Ausmaß  unberechenbaren osteuropäisch-asiatischen Faktors in das europäische Gleichgewichtsfeld. Ich habe mich jahrelang also mit konkreten Vorschlägen abgegeben. Allein ich stehe nicht an, zu erklären, daß mir mindestens ebenso wichtig als die sog. konkreten Vorschläge die psychologische Vorbereitung für die Verständigung erschienen ist, und ich habe auf dem Gebiete mehr getan, als ein aufrichtiger fremder Staatsmann jemals überhaupt auch nur erhoffen durfte. Ich habe die Frage der ewigen europäischen Grenzrevisionen aus der Atmosphäre der öffentlichen Diskussion in Deutschland genommen. Man steht leider nur zu oft auf dem Standpunkt, und dies gilt besonders für ausländische Staatsmänner, daß dieser Einstellung und ihren Handlungen keine besondere Bedeutung zukommt. Ich darf darauf hinweisen, daß es mir genau so möglich gewesen wäre, als Deutscher die Wiederherstellung der Grenzen vom Jahre 1914 moralisch als mein Programm aufzustellen und publizistisch und oratorisch zu vertreten, so wie das etwa französische Minister und Volksführer nach dem Jahre 1871 getan haben. Meine Herren Kritiker sollen mir auch auf diesem Gebiet nicht jede Fähigkeit absprechen.

Es ist viel schwerer für einen Nationalsozialisten, einem Volk zur Verständigung zuzureden, als das Umgekehrte zu tun. Und es würde für mich wahrscheinlich leichter gewesen sein, die Instinkte nach einer Revanche aufzupeitschen, als das Gefühl für die Notwendigkeit einer Europäischen Verständigung zu erwecken und dauernd zu vertiefen. Und dieses habe ich getan. Ich habe die deutsche öffentliche Meinung von Angriffen solcher Art gegen unsere Nachbarvölker befreit.

Ich habe aus der deutschen Presse jeden Haß gegen das französische Volk entfernt. Ich bemühte mich, in unserer Jugend das Verständnis für das Ideal einer solchen Verständigung zu erwecken, und zwar sicher nicht erfolglos. Als vor einigen Wochen die französischen Gäste in das Olympische Stadion in Garmisch-Partenkirchen einzogen, da hatten sie vielleicht Gelegenheit, festzustellen, ob und inwieweit mir eine solche innere Umstellung des deutschen Volkes gelungen ist.

Diese innere Bereitwilligkeit aber, eine solche Verständigung zu suchen und zu finden, ist wichtiger als ausgeklügelte Versuche von Staatsmännern, die Welt in ein Netz juristisch und sachlich undurchsichtiger Pakte zu verspinnen.

Dieses Bestreben von mir war aber doppelt schwer, weil ich in derselben Zeit Deutschland aus der Verstrickung eines Vertrages lösen mußte, der ihm seine Gleichberechtigung raubte, an dessen Aufrechterhaltung aber – ob mit Recht oder Unrecht ist nebensächlich – das französiche Volk geglaubt hat, interessiert sein zu müssen.

Ich habe dabei gerade als deutscher Nationalist für das deutsche Volk noch ein weiteres besonderes schweres Opfer bringen müssen.

Es ist bisher wenigstens in der neueren Zeit noch nie versucht worden, nach einem Krieg dem Berliner souveräne Hoheitsrechte über große und alte Teile seines Reiches einfach abzusprechen. Ich habe nur im Interesse dieser Verständigung dieses schwerste Opfer, das man uns politisch und moralisch aufbürden konnte, getragen und wollte es weiter tragen, nur weil ich glaubte, einen Vertrag aufrechterhalten zu sollen, der vielleicht mithelfen konnte, die politische Atmosphäre zwischen Frankreich und Deutschland und England und Deutschland zu entgiften und das Gefühl einer Sicherheit auf allen Seiten zu verbreiten.

Ja, darüber hinaus habe ich oft und auch hier in diesem Hause die Auffassung vertreten, daß wir nicht nur bereit sind, diesen schwersten Beitrag für die europäische Friedenssicherung zu tragen, solange auch die anderen Partner ihre Verpflichtungen erfüllen, sondern daß wir in diesem Vertrage überhaupt den einzig möglichen, weil konkreten Versuch einer europäischen Sicherung erblicken.

Ihnen, meine Abgeordneten, ist der Inhalt und Sinn dieses Vertrages bekannt. Er sollte zwischen Belgien und Frankreich einerseits und Deutschland anderseits für alle Zukunft die Anwendung von Gewalt verhindern. Durch die schon vorher abgeschlossenen Bündnisverträge Frankreichs ergab sich leider die erste, wenn auch den Sinn dieses Paktes, des Rheinpaktes von Locarno, noch nicht aufhebende Belastung. Deutschland leistete zu diesem Pakt den schwersten Beitrag, denn während Frankreich seine Grenze in Erz, Beton und Waffen armierte und mit zahlreichen Garnisonen versah, wurde uns die fortdauernde Aufrechterhaltung einer vollkommenen Wehrlosigkeit im Westen aufgebürdet. Dennoch haben wir auch dies erfüllt in der Hoffnung, durch einen solchen, für eine Großmacht so schweren Beitrag dem europäischen Frieden zu dienen und der Verständigung der Völker zu nützen.

Es steht mit diesem Pakt nun in Widerspruch die Abmachung, die Frankreich im vergangenen Jahre mit Rußland eingegangen und bereits unterzeichnet hat und deren Bestätigung durch die Kammer soeben erfolgt ist.

Denn durch dieses neue französisch-sowjetische Abkommen wird über den Umweg der Tschechoslowakei, die ein gleiches Abkommen mit Rußland getroffen hat, die bedrohliche militärische Macht eines Riesenreiches nach Mitteleuropa hereingeführt. Es ist dabei das Unmögliche, daß diese beiden Staaten in ihrer Abmachung sich verpflichten, ohne Rücksicht auf eine entweder bereits vorliegende oder zu erwartende Entscheidung des Völkerbundsrates im Falle einer europäischen öftlichen Verwicklung die Schuldfrage nach eigenem Ermessen zu klären und dementsprechend die gegenseitige Beistandsverpflichtung als gegeben zu betrachten oder nicht.

Die Behauptung, daß in diesem Pakt durch eine angefügte Einschränkung die erste Verpflichtung wieder aufgehoben würde, ist unverständlich. Denn ich kann nicht in einem Punkt ein bestimmtes Verfahren als ausdrücklichen Bruch mit einer sonst geltenden Verpflichtung festlegen und damit als bindend annehmen, um in einem anderen Punkt festzustellen, daß gegen diese anderen Verpflichtungen nicht gehandelt werden soll. In diesem Fall würde die erste Bindung unvernünftig und damit eben unverständlich sein.

Dieses Problem ist aber zunächst ein politisches Problem und als solches in seiner schwerwiegenden Bedeutung zu werten.

Frankreich hat diesen Bertrag nicht abgeschlossen mit einer x-beliebigen europäichen Macht. Frankreich hatte schon vor dem Rheinpankt Beistandsverträge sowohl mit der Tschechoslowakei als auch mit Polen. Deutschland nahm daran keinen Anstoß, nicht nur weil diese Pakte zum Unterschied des französisch-Sowjetischen Paktes sich den Völkerbundsfeststellungen unterwarfen, sondern weil sowohl die damalige Tschechoslowakei wie besonders Polen primär stets eine Politik der Vertretung nationalen einegen Interessen dieser Staaten führen werden. Deutschland hat nicht den Wunsch, diese Staaten anzugreifen und galubt auch nicht, daß es im Interesse dieser Staaten liegen wird, einen Angriff gegen Deutschland vorzunehmen. Vor allem aber: Polen wird Polen bleiben und Frankreich Frankreich.

Sowjetrußland aber ist der staatlich organisierte Exponent einer revolutionären Weltanschauung. Seine Staatsauffassung ist das Glaubensbekenntnis zur Weltrevolution. Es ist nicht feststellbar, ob nicht morgen oder übermorgen auch in Frankreich diese Weltanschauung erfolgreich sein wird. Sollte aber dieser fall eintreten – und als deutscher Staasmann muß ich auch damit rechnen – dann ist es sicher,  daß dieser neue bolschewistische Staat eine Sektion der bolschewistischen Internationale sein würde, d. h. die Entscheidung über Angriff oder Nichtangriff wird dann nicht von zwei verschiedenen Staaten nach deren objektivem eigenem Ermessen getroffen, sondern von einer Stelle aus direktiv erteilt. Diese Stelle aber würde im Falle dieser Entwicklung nicht mehr Paris, sondern Moskau sein.

So wenig Deutschland in der Lage ist, schon aus rein territorialen Gründen Rußland anzugreifen, so sehr wäre Rußland jederzeit in der Lage, über den Umweg seiner vorgeschobenen Positionen einen Konflikt mit Deutschland herbeizuführen. Die Feststellung des Angreifers wäre dann, weil unabhängig von der Bestimmung des Völkerhundsrates, wohl von vornherein gewiß. Die Behauptung oder der Einwand, daß Frankreich und Rußland nichts tun würden, was sie eventuellen Sanktionen aussetzen könnte – und zwar von seiten Englands oder Italiens – ist belanglos, weil es nicht zu er messen ist, welcher Art wirksame Sanktionen gegen eine so überwältigende weltanschaulich und militärisch einige Konstruktion überhaupt sein können.

Wir haben jahrelang vor dieser Entwicklung besorgt gewarnt, nicht weil wie sie mehr zu fürchten haben als andere, sondern weil sie eines Tages von furchtbaren Folgen für ganz Europa begleitet sein kann, wenn man diese unsere ernstesten Bedenken abzutun versucht mit dem Hinweis auf die Unfertigkeit des russischen Kriegsinstruments, ja auf seine Schwerfälligkeit und Unverwendbarkeit in einem europäischen Krieg. Wir haben diese Auffassung immer bekämpft, nicht weil wir irgendwie der Überzeugung sind, daß der Deutsche an sich unterlegen wäre, sondern weil wir alle wissen, daß auch der Zahl ihr besonderes Gewicht zukommt. Wir sind aber um so mehr dankbar über die Aufklärung, die gerade in der französischen Kammer von Herrn Herriot über die aggressiv militärische Bedeutung Rußlands gegeben worden ist. Wir wissen, daß diese Darlegungen Herrn Herriot von der Sowjetregierung selbst gegeben worden sind und sind überzeugt, daß diese nicht den in Frankreich geistigen Inspirator des neuen Bündnisses mit falschen Aufklärungen bedient haben kann, ebenso wie wir nicht zweifeln an der wahren Wiedergabe dieser Informationen durch Herrn Herriot. Nach diesen Informationen aber steht fest, daß die russische Armee eine Friedensstärke von 1 350 000 Mann besitzt, daß sie zweitens 17,5 Millionen Mann Kriegsstärke und Reserven umfaßt, daß sie drittens mit der größten Tankwaffe ausgestattet ist und viertens über die größte Luftwaffe der Welt verfügt.

Die Heranziehung dieses gewaltigen militärischen Faktors, der auch in seiner Beweglichkeit und in seiner Führung als ausgezeichnet und jederzeit einsatzbereit geschildert wurde, in das mitteleuropäische Spielfeld zerstört jedes wirkliche europäische Gleichgewicht. Es verhindert außerdem jede mögliche Abschätzung der erforderlichen Verteidigungsmittel zu Lande und in der Luft für die davon betroffenen europäischen Staaten und insonderheit für das allein als Gegner in Aussicht genommenen Deutschland.

Diese Riesenmobilmachnung des Ostens gegen Mitteleuropa steht aber nicht nur buschstabenmäßig, sondern vor allem auch dem Sinne nach im Gegensatz zu dem Geiste des Locarno-Paktes. Nicht wir als Betroffene allein haben diese Empfindung, sondern sie lebt in unzähligen einsichtsvollen Männern in allen Völkern und ist auch – publizistisch und politisch belegt – überall offen vertreten worden.

Am 21. Februar wendete sich an mich ein französischer Journalist mit der Bitte, ihm ein Interview zu gewähren. Da mir mitgeteilt wurde, daß es sich um einen jener Franzosen handelte, die sich genau so wie wir bemühen, Wege zur Verständigung zwischen den beiden Völkern zu finden, wollte ich um so weniger eine Ablehnung aussprechen, als ja auch eine solche sofort als Zeichen meiner Mißachtung der franzosischen Journalistik gewertet worden wäre. Ich habe die gewünschten Aufklärungen gegeben, so wie ich sie in Deutschland selbst hundert- und tausendmal offen aussprach, und ich habe noch einmal versucht, mich an das französische Volk zu wenden mit der Bitte um eine Verständigung, an der wir mit ganzem Herzen hängen und die wir so gerne verwirklicht sehen möchten. ich habe aber weiter mein tiefes Bedauern ausgesprochen über die drohende Entwicklung in Frankreich durch den Abschluß eines Paktes, für den unserer Überzeugung nach keine zu begreifende Notwendigkeit vorlag, der aber im Falle seiner Realisierung eine neue Sachlage schaffen müßte und schaffen würde. Dieses Interview ist, wie alle wissen, aus Gründen, die uns unbekannt sind, zurückgehalten worden und erschien erst am Tage nach der Ratifizierung in der französischen Kammer.

So sehr ich entsprechend meiner Ankündigung in diesem Interview auch in der Zukunft bereit sein werde und aufrichtig gewillt bin, dieser deutsch-französischen Verständigung zu dienen, weil ich in ihr ein notwendiges Element der Sicherung Europas vor unübersehbaren Gefahren erblicke, und weil ich mir für beide Völker aus keinem anderen Verhalten irgendeinen möglichen Vorteil versprechen kann oder auch nur zu sehen vermag, wohl aber schwerste allgemeine und internationale Gefahren erblicke, so sehr zwang mich die Kenntnis von der endgültigen Abmachung dieses Paktes nunmehr, in eine Überprüfung der dadurch entstandenen neuen Lage einzutreten und die daraus notwendigen Konsequenzen zu siehen.

Diese Konsequenzen sind sehr schwere, und sie tun uns mir persönlich bitter leid.

Allein ich bin verpflichtet, nicht nur der europäischen Verständigung Opfer zu bringen, sondern auch den Interessen meines eigenen Volkes zu gehorchen.

Solange ein Opfer bei der Gegenseite auf Wüdigung und Verständnis stößt, will ich mich gern auch zum Opfer bekennen und werde dem deutschen Volk das gleiche anemfehlen. Im Augenblick, in dem aber feststeht, daß ein Partner diese Opfer entweder nicht mehr bewertet oder würdigt, muß sich daraus eine einseitige Belastung Deutschlands ergeben und damit eine Diskriminierung, die für uns unerträglich ist.

Ich möchte aber in dieser geschichtlichen Stunde und an diesem Platze noch einmal das wiederholen, was ich in meiner ersten großen Reichstagsrede im Mai 1933 ausgesprochen habe:

Das deutsche Volk wird lieber jede Not und Drangsal auf sich nehmen, als von dem Gebot der Ehre und dem Willen zur Freiheit und Gleichberechtigung aubzustehen.

Wenn das deutsche Volk für die europäische Zusammenarbeit etwas wert sein soll, dann kann es diesen Wert nur haben als ein ehrliebender und damit gleichberechtigter Partner. Im Augenblick, in dem es aufhört, diesen charakterlichen Wert zu besitzen, verliert es auch jeden sachlichen. Ich möchte weder uns noch die übrige Welt betrügen mit einem Volk, das dann nichts mehr wert sein würde, weil ihm das natürlichste Ehrgefühl mangelt.

Ich glaube aber auch, daß man selbst in der Stunde so bitterer Erkenntnis und schwerer Entscheidungen nicht versäumen darf, für die europäische Zusammenarbeit trotz allem erst recht einzutreten und nach neuen Wegen zu suchen, um eine Lösung dieser Fragen in einem für alle nützlichen Sinne zu ermöglichen.

Ich habe mich daher weiter bemüht, in konkreten Vorschlägen der Empfindung des deutschen Volkes Ausdruck zu geben, das, um seine Sicherheit besorgt, für seine Freiheit zu jedem Opfer bereit, zu einer wirklichen aufrichtigen und gleichbewerteten europäischen Zusammenarbeit aber jederzeit gewillt ist. nach schwerem, innerem Ringen habe ich mich daher namens der deutschen Reichsregierung entschlossen, heute der französischen Regierung und den übrigen Signatarmächten des Locarno-Paktes folgendes Memorandum überreichen zu lassen:

Memorandum:

Sofort nach dem Bekenntwerden des am 2. mai 1935 unterzeichneten Paktes zwischen Frankreich und der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken hat die deutsche Regierung die Regierungen der übrigen Signatarmächte des Rheinpaktes von Locarno darauf aufmerksam gemacht, daß die Verpflichtungen, die Frankreich in dem neuen Pakt eingegangen ist, mit seinen Verpflichtungen aus dem Rheinpakt nicht vereinbar sind. Die deutsche Regierung hat ihren Standpunkt damals sowohl rechtlich als politisch ausführlich begründet. Und zwar in rechtlicher Beziehung in dem deutschen Memorandum vom 25. Mai 1935, in politischer Beziehung in den vielfachen diplomatischen Besprechungen, die sich an dieses Memorandum angeschlossen haben. Den beteiligten Regierungen ist auch bekannt, daß weder ihre schriftlichen Antworten auf das deutsche Memorandum, noch von ihnen auf diplomatischem Wege oder in öffentlichen Erklärungen vorgebrachte Argumente den Standpunkt der deutschen Regierung erschüttern konnten.

In der Tat hat die gesamte Diskussion, die seit dem Mai 1935 diplomatisch und öffentlich über diese Fragen geführt worden ist, in allen Punkten nur die Auffassung der deutschen Regierung bestätigen können, die sie von Anfang an zum Ausdruck gebracht hat.

  1. Es ist unbestritten, daß sich der französisch-sowjetische Vertrag ausschließlich gegen Deutschland richtet.
  1. Es ist unbestritten, daß Frankreich in ihm für den Fall eines Konfliktes zwischen Deutschland und der Sowjetunion Verpflichtungen übernimmt, die weit über seinen Auftrag aus der Völkerbundssatzung hinausgehen und die es selbst dann zu einem militärischen Vorgehen gegen Deutschland zwingen, wenn es sich dabei weder auf eine Empfehlung oder überhaupt auf eine vorliegende Entscheidung des Völkerbundsrates berufen kann.
  1. Es ist unbestritten, daß Frankreich in einem solchen Falle also das Recht für sich in Anspruch nimmt, nach eigenem Ermessen zu entscheiden, wer der Angreifer ist.
  1. Es steht somit fest, daß Frankreich der Sowjet-Union gegenüber Verpflichtungen eingegangen ist, die praktisch darauf hinauslaufen, gegebenenfalls so zu handeln, als ob weder die Völkerbundssatzung noch der Rheinpakt, der auf diese Satzung Bezug nimmt, in Geltung wären.

Dieses Ergebnis des französisch-sowjetischen Vertrages wird nicht damit beseitigt, daß Frankreich darin den Vorbehalt gemacht hat, zu einem militärischen Vorgehen gegen Deutschland dann nicht verpflichtet sein zu solen, wenn es sich durch ein solches Vorgehen einer Sanktion seitens der garantiemächte Italien und Großbritannien aussetzen würde. Diesem Vorbehalt gegenüber bleibt schon die Tatsache entscheidend, daß der Rheinpakt nicht etwa nur auf Garantieverpflichtungen Großbritanniens und Italien, sondern primär auf den im Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland festgesetzten Verpflichtungen beruht.

Es kommt deshalb allein darauf an, ob sich Frankreich bei der Übernahme dieser Vertragsverpflichtungen in jenen Grenzen gehalten hat, die ihm im Verhältnis zu Deutschland durch den Rheinpakt auferlegt worden sind.

Das aber muß die deutsche Regierung verneinen.

Der Rheinpakt sollte das Ziel verwirklichen, den Frieden im Westen Europas dadurch zu sichern, daß Deutschland einerseits und Frankreich und belgien andererseits in ihrem Verhältnis zueinander für alle Zukunft auf die Anwendung militärischer Gewalt verzichten. Wenn bei dem Abschluß des paktes bestimmte Ausnahmen von diesem Kriegsverzicht über das recht der Selbsverteidigung hinaus zugelassen wurden, so lag, wie allgemein bekannt, der politische Grund hierfür allein darin, daß Frankreich schon vorher gegenüber Polen und der Tschechoslowakei bestimmte Bündnispflichten übernommen hatten, die es der idee der absoluten Friedenssicherung im Westen nicht opfern wollte. Deutschland hat sich aus seinem guten Gewissen heraus damals mit diesen Einschränkungen des Kriegsverzichtes abgefunden. Es hat die von dem Vertreteer frankreichs auf den Tisch von Locarno gelegten Verträge mit Polen und der Tschechoslowakei nicht beanstandet, allein unter der selbsverständlichen Voraussetzung, daß diese Verträge sich an die Konstruktion des Rheinpaktes anpaßten und keinerlei Bestimmungen über die Handhabung des Art. 16 der Völkerbundssatzung enthielten, wie sie in den neuen französisch-sowjetischen Abmachungen vorgesehen sind.

Dem entsprach auch der damals der deutschen Regierung bekannt gewordene Inhalt dieser Sonderabmachungen. Die im Rheinpakt zugelassenen Ausnahmen sind allerdings nicht ausdrücklich auf Polen und die Tschechoslowakei abgestellt, sondern abstrakt formuliert worden. Es war aber der Sinn aller hierauf bezüglichen Verhandlungen, nur einen Ausgleich zwischen dem deutsch-französischen Kriegsverzicht und dem Wunsche Frankreichs nach Aufrechterhaltung seiner schon bestehenden Bündnisverpflichtungen zu finden.

Wenn sich daher Frankreich die sbstrakte Formulierung der im Rheinpakt zugelassenen Kriegsmöglichkeiten jetzt zunutze macht, um ein neues Bündnis mit einem militärisch hochgerüsteten Staat gegen Deutschland abzuschließen, wenn es so die Tragweite des von ihm mit Deutschland vereinbarten Kriegsverzichts weiterhin und in so entscheidender Weise einschränkt und wenn es dabei, wie oben dargelegt, nicht einmal die festgesetzten formellen  rechtlichen Grenzen innehält, so hat es damit eine völlig neue Lage geschaffen und das politische System des Rheinpaktes sowohl dem Sinne nach als auch tatsächlich zerstört.

Die letzten Debatten und Beschlüsse des französischen Parlaments haben erwiesen, daß Frankreich trotz der deutschen Vorstellungen entschlossen ist, den Pakt mit der Sowjet-Union endgültig in Kraft zu setzen, ja, eine diplomatische Unterredung hat ergeben, daß sich Frankreich schon jetzt an die von ihm geleistete Unterzeichnung dieses Paktes vom 2. mai 1935 als gebunden ansieht. Gegenüber einer solchen Entwicklung der europäischen Politik kann aber die deutsche Reichsregierung, will sie nicht die ihr pflichtgemäß anvertrauten Interessen des deutschen Volkes verwahrlosen lassen oder preisgeben, nicht untätig bleiben.

Die deutsche Regierung hat bei den Verhandlungen der letzten Jahre stets betont, alle sich aus dem Rheinpakt ergebenden Verpflichtungen so lange zu halten und erfüllen zu wollen, als die anderen Vertragspartner auch ihrerseits bereit sind, zu diesem Pakte zu stehen. Diese selbsverständliche Voraussetzung kann jetzt als von seiten Frankreichs nicht mehr erfüllt angesehen werden. Frankreich hat die ihm von Deutschland immer wieder gemachten freundschaftlichen Angebote und friedlichen Versicherungen unter Verletzung des Rheinpaktes mit einem ausschließlich gegen Deutschland gerichteten militärischen Bündnis mit der Sowjet-Union beantwortet.

Damit hat der Rheinpakt von Locarno aber seinen inneren Sinn verloren und praktisch aufgehört zu existieren. Deutschland sieht sich daher auch seinerseits nicht mehr als an diesen erloschenen Pakt gebunden an. Die deutsche Regierung ist nunmehr gezwungen, der durch dieses Bündnis negeschaffenen Lage zu begegnen, einer Lage, die dadurch verschärf wird, daß der französisch-sowjetische Vertrag seine Ergänzung in einem genau parellel gestalten Bündnis-Vertrag zwischen der Tschechoslowakei und der Sowjer-Union gefunden hat. Im Interesse des primitiven Rechts eines Volkes auf Sicherung seiner Grenzen und zur Wahrung seiner Verteidigungsmöglichkeiten hat daher die deutsche Reichsregierung mit dem heutigen Tage die volle und uneingeschränkte Souveränität des Reiches in der entmilitarisierten Zone des Rheinlandes wieder hergestellt.

Der Schlußappel des Führers

Männer, Abgeordnete des Deutschen Reichstages! In dieser geschichtlichen Stunde, da in den westlichen Provinzen des Reiches deutsche Truppen soeben ihre künftigen Friedensgarnisonen beziehen, vereinigen wir uns alle zu zwei inneren Bekenntnissen:

Erstens zu dem Schwur, vor keiner Macht und vor keiner Gewalt in der Wiederherstellung der Ehre unseres Volkes zuruckzuweichen und lieber der schwesten Not ehrenvoll zu erliegen, als jemals vor ihr zu kapitulieren, und zweitens zu dem Bekenntnis, nun erst recht für eine Verständigung der Völker Europas und insbesondere für eine Verständigung mit unseren westlichen Völkern und Nachbarn einzutreten.

Nach drei Jahren glaube ich so mit dem Heutigen den

Kampf um die deutsche Gleichberechtigung als abgeschlossen

ansehen zu können. Ich glaube, daß damit aber die erste Voraussetzung für unsere seinerzeitige Zurückziehung aus der europäischen kollektiven Zusammenarbeit weggefallen ist. Wenn wir daher nunmehr wieder bereit sind, zu dieser Zusammenarbeit zurückzukehren, dann geschieht dies dem aufrichtigen Wunsche, daß vielleicht diese Vorgänge und ein Rückblick auf diese jahre mithelfen werden, das Verständnis für diese Zusammenarbeit auch bei den anderen europäischen Völkern zu veertiefen.

Wir haben in Europa keine territorialen Forderungen zu stellen. Wir wissen vor allem, daß die Spannungen, die sich entweder aus falscher territorialen Bestimmungen oder aus den Mißverhältnissen der Volkszahlen mit ihren Lebensräumen ergeben, in Europa durch Kriege nicht gelöst werden können. Wir hoffen aber, daß die menschliche Einsicht mithelfen wird, das Schmerzliche dieser Zustände zu mildern und Spannungen auf dem Wege einer langsamen evolutionären Entwicklung in friedlicher Zusammenarbeit zu beheben. Und insbesondere empfinde ich mit dem heutigen Tage erst recht die Notwendigkeit, die Verpflichtungen zu würdigen, die uns die wiedergewonnene nationale Ehre und Freiheit auferlegen, Verpflichtungen, nicht nur unserem eigenen Volk gegenüber, sondern auch gegenüber den übrigen Europäischen Staaten.

So möchte ich denn an dieser Stelle noch einmal die Gedanken, die ich in den 13 Punkten meiner letzten Rede hier ausgesprochen habe, in die Erinnerung der europäischen Staatsmänner zurückrufen mit der Versicherung, daß wir Deutsche gern alles tun wollen, was zur Verwirlichung dieser sehr realen Ideale möglich und nötig ist.

Meine Parteigenossen! Seit drei Jahren führe ich nun die Regierung des Deutschen Reiches und damit das deutsche Volk. Groß sind die Erfolge, die mich die Vorsehung in diesen drei Jahren für unser Vaterland erringen ließ. Auf allen Gebieten unseres nationalen politischen und wirtschaftlichen Lebens ist unsere Stellung gebessert worden. Ich darf an diesem Tage aber auch bekennen, daß mich in dieser Zeit zahlreiche Sorgen bedrücken und unzählige schlaflose Rächte, arbeitsfüllte Tage begleiteten.

Ich konnte dies alles nur tun, weil ich mich nie als Diktator meines Volkes, sondern stets nur als sein Führer und damit sein Beauftragter gefühlt hatte.

Ich habe um die innere Zustimmung des deutschen Volkes zu meinen Idalen einst 14 Jahre gerungen und bin dank seines Vertrauens von dem ehrwürdigen Generalfeldmarschall berufen worden. ich habe aber auch seitdem alle meine Kraft nur aus dem glücklichen Bewußtsein geschöpft, mit meinem Volk unlösbar verbunden zu sein als Mann und Führer.

Ich kann diese geschichtliche Periode der Wiederherstellung der Ehre und Freiheit meines Volkes nicht abschließen, ohne das deutsche Volk nunmehr zu bitten, mit und damit allen meinen Mitarbeitern und Mitkämpern die nachträgliche Zustimmung zu erteilen zu all dem, was ich in diesen Jahren an oft scheinbar eigenwilligen Entschlüssen, an harten Maßnahmen durchführen und an großen Opfern fordern mußte.

Ich habe mich deshalb entschlossen, am heutigen Tage den Deutschen Reichstag aufzulösen, damit das deutche Volk sein Urteil abzugeben vermag über meine und meiner Mitarbeiter Führung.

In diesen drei Jahren hat Deutschland wieder zurückerhalten seine Ehre, wiedergefunden seinen Glauben, überwunden seine größte wirtschaftliche Not und endlich einen neuen kulturellen Aufstieg eingeleitet. Dies glaube ich vor meinem Gewissen und vor meinem Gott aussprechen zu dürfen. Ich bitte jetzt das deutsche Volk, mich in meinem Glauben zu stärken und mir durch die Kraft seines Willens auch weiterhin die eigene Kraft zu geben, um für seine Ehre und seine Freiheit jederzeit mutig einzutreten und für sein wirtschaftliches Wohlergehen sorgen zu können, und mich besonders zu stärken in meinem Ringen um einen wahrhaften Freiden.


 Der Wahlkampf beginnt

Karlsruhe

12. März 1936

Drei Jahre geht der kampf der nationalsozialistischen Bewegung jetzt in Deutschland. Ein beispielloses Ringen ging diesem Kampf voraus. Wir haben damals keine reiche Erbschaft übernommen, sondern einen vollkommen verfallenen Staat und eine verfallenen Wirtschaft. Auf allen Gebieten einen Zusammenbruch. Niemand hatte mehr den Glauben, daß es noch einmal gelingen würde, die deutsche Wirtschaft wieder in Gang zu setzen. Allein schlimmer noch als dies war der Verfall der deutschen Arbeitskraft. Fast sieben Millionen Erwerbslose. und noch schlimmer als das. Millionen Deutsche, die ihren Beruf nicht mehr ausüben konnten, und Millionen junger Deutscher, die heranwuchsen, ohne einen ordentlichen Beruf zu lernen.

Es war die Zeit, in der das deutsche Volk aufhörte, ein Volk der gelernten Arbeiter zu sein, und begann, ein Volk von Hilfsarbeitern zu werden. jeder Mensch konnte voraussehen, daß diese Entwicklung, durch drei, vier, fünf Jahre fortsetzt, zu einer katastrophe führen mußte. Dieser wirtschaftlichen Entwicklunge entsprach auch unser innerpolitischer Verfall. 46 Parteien versuchten damals, das deutsche Volk zu vertreten. Lauter Fähnchen und nicht eine einzige deutsche Fahne. Deutschland bestand sich im Zustand vollkommener Auflösung! Keine großen politischen gedanken, keine großen Ideale und keine Triebkraft – außer bei einer einzigen Bewegung – bei unserer nationalsozialistischen Partei! Wir sehen weiter in dieser Zeit nur den Parteienzerfall, sondern den Zerfall des Volkes an sich in zahllose Gruppen, in Stadt und Land, in Arbeiter und bauern, in Ungestellte und Beamte, in Proletarier und Akademiker, in Katholiken, Protestanten, Monarchisten, Republikaner usw. Deutschland hatte damals aufgehört, von einem Volk bewohnt zu sein, und war statt dessen Heimstätte geworden für einander widerstrebende und widerstreitende Interessentengruppen.

und dem entsprach auch die Stellung Deutschlands in der Welt. Das Jahr 1918 war nicht nur ein Zusammenbruch, der die deutsche Nation in ihrem inneren Leben traf, nein, ein Zusammenbruch, der ihre Stellung auf viele Jahre der Außenwelt gegenüber festlegte. Deutschlands Fall war aber nicht der Fall eines Volkes allein oder eines Staates, er war auch der Fall Europas. Denn seit diesem deutschen Fall sehen wir in Europa eine Periode ewiger Krisen, fortgesetzter Spannungen und laufender Katastrophen. Dieses Europa und die ganze Welt, sie sind seitdem nicht ruhiger, die Gegensätze sind nicht geringer geworden. Im Gegenteil, sie sind stärker und krasser als je zuvor. Mißtrauen erfüllt heute die Völker. Auf der einen Seite Haß, auf der anderen Seite Neid oder Furcht. So wie unser deutsches Volk im Inneren verfallen war, erleben wir es auch bei den anderen.

In diesem Zustand traten wir am 30. Januar 1933 die Macht an. Damals hatte ich nichts hinter mir als diese eine Bewegung, aber auf sie stützte ich mich, denn auf sie konnte ich mich blind verlassen, und meinen Glauben, der mich selbst nie verlassen hat! Mit dieser Kraft begann ich den Kampf um ein neues Deutschland. Ich hatte mir damals eineige Punkte vorgenommen und mir heilig geschworen, von diesen Punkten nie zu lassen.

Ich bin eingetreten für die deutsche Ehre in der Überzeugung, daß, wie ein einzelner Mensch nicht ohne Ehre zu bestehen vermag, auch ein Volk nicht ohne Ehre leben kann.

Nur charakterlose Menschen können glauben, daß solche Ehrbegriffe für das Vaterland nicht nötig sind. Ich bin überzeugt, daß, wenn das deutsche Volk nicht bewußt zu dieser Ehre erzogen wird und gewillt ist, für sie einzustehen, ihm auch auf die Dauer das täglixhe Brot auf dieser Welt nicht gesichert sein wird. Zweitens: Ich trat daher von diesem Augenblick an ein für das gleiche Recht des deutschen Volkes.

So wie ich im Innern des Reiches den Standpunkt vertrete, daß es nicht zwei- und dreierlei Recht gibt, so konnte ich mich auch nicht abfinden mit einer Stellung Deutschlands, die zweiten oder dritten Rechtes ist. Ich habe mir damals geschworen, für dieses gleiche Recht Deutschlands einzutreten, mutig und tapfer bis zum Äußersten.

Und ich war drittens überzeugt, daß die nationale Ehre und das gleiche Recht nur bestehen können auf der Grundlage der eigenen Kraft. So wie ich im Einzelleben des Menschen sagen muß, daß seine Exisstens abhängig ist von seiner Tatkraft, von seiner Entschlossenheit, von seinem Mut, von seinem Fleiß und nicht von der Hilfe anderer, so bin ich auch überzeugt, daß zuerst jedes Volk nur bauen darf auf seine eigene Kraft.

Und viertens war ich entschlossen, dafür zu sorgen, daß diese Kraft sich äußert durch einen Willen, durch eine Tat! Ich habe das gegen diejenigen durchgesetzt, die in der Vielzahl des Lebensausdruckes eine Bereicherung des Lebens sehen wollten. Ich habe mich gegen die gewendet, die dem Volke einreden wollten, daß die sogenannte „Freizügigkeit der Meinungsäußerung“ eine Stärkung der Lebenskraft sei. Ich habe demgegenüber die heilige Überzeugung versochten, daß die Kraft eines Volkes in der Zusammenfassung seines Willens in einem Interesse liegen muß, in seiner Entschlossenheit zu einem Entschluß und in der Zusammenfassung seines Handelns zu einer Tat!

Fünftens: Ich war damals entschlossen, im Innern Deutschlands den Frieden herzustellen, einen Frieden gegen die, die glaubten, durch Partei- und ewige Wirtschaftskämpfe ihre Interessen wahrnehmen zu können. Ich habe mich in diesen Jahren unentwegt zu dem Glauben bekannt, daß ein Volk nur dann zu gedeihen vermag, wenn es seine inneren Differenzen so weit meistert und überwindet, daß nicht durch diese Diffenrenzen sein gemeinsamer Lebenskampf gelähmt und am Ende gehindert wird. Auch ich sehe natürlich und sah die verschiedenen Interessen, die in einem Volk bestehen. Auch ich sehe den Städter, den Handwerker, den Bauern, den Angestellten, den Unternehmer, und ich verstehe, daß sie alle glauben, ihre besonderen Interessen auch besonders vertreten zu müssen. Allein, ich weiß, daß, wenn diese Interessenvertretungen in Zügellosigkeit ausarten, sie alle am Ende doch nicht ihre Interessen finden können, sondern nur gemeinsam ihre Interessen vernichten werden. Ich habe mich demgegenüber auf den Standpunkt gestellt, daß ein Regime unabhängig sein muß von solchen Interessen. Es muß vor und entgegen den Interessen einzelner das Interesse der Gesamtheit vor Augen halten.

Ich kenne kein Regime der Bürger und kein Regime der Arbeiter, kein Regime der Städter, des Handwerks oder des Handels, ich kenne auch kein Regime der Industrie, sondern nur ein Regime des deutschen Volkes!

Wie auch diese Menschen sich im einzelnen stellen zu müssen glauben, sie sind unlösbar miteinander verbunden, un ein Schicksal hebt sie alle empor, schweißt sie zusammen oder zerbricht sie. Ich habe daher versucht, diesen inneren Frieden Deutschlands wiederherzustellen. Es ging nicht immer leicht, und die heilige Einfalt und Unvernunft hat sich mit allen Mitteln dagegen gewendet. Jetzt nach drei Jahren werden sie zugeben: langsam sind alle deutschen Interessen dabei nun gut vertreten worden und zu ihrem Recht gekommen! Nicht einzelnen in der deutschen Wirtschaft ist das zugute gekommen, sondern dem ganzen deutschen Volk. Und wenn der eine oder andere glaubt, daß er zu kurz gekommen ist, so sage ich ihm: Mein lieber Freund, ich habe in drei Jahren so viel getan, wie überhaupt ein Mensch nur tun konnte.

Wenn meine Vorgänger alle in all den Jahren soviel geleistet hätten wie ich in diesen letzten dreienhalb Jahren, so stände ich gar nicht hier. Im allgemeinen sagt man, daß das Einreißen viel schneller geht als der Aufbau. In diesem Falle, glaube ich, ging der Aufbau schneller vor sich, als früher sogar der Abbruch sich vollziehen konnte. Ich habe mich bemüht, dem deutschen Volk den inneren Frieden zu bringen. heute nach drei jahren darf ich sagen: Das deutsche Volk ist das innerlich zufriedenste Volk der Welt. Daß es heute dem deutschen Volk weit besser geht als damals, daran wird das Kopfschütteln derer nichts ändern, die immer glauben, alles kritisieren zu müssen. Diese Leute können sich gar nicht einmal vorstellen, wie es denn heute anders sein sollte. Denn es kann doch heute keiner einbilden, daß es in Deutschland noch denkbar wäre, wieder 47 Parteien aufzumachen oder wieder des Klassenkampf zu beginnen oder die einzelnen Gruppen und Stände gegeneinander auszuspielen. Nein, das ist vorbei.

Diese neuordnung im besten Sinne nimmt von jahr zu jahr zu im Dienste unseres Volkes und seiner Interessen. Wir sind noch im Aufbau begriffen, die Zeit aber wird weiter schreiten. Die Bewegung wird bleiben! Je mehr diese Zeit fortschreitet, um so stärker wird die Arbeit fortgesetzt, und am Ende wird es doch noch gelingen, das ganze Volk in eine große Familie zu verwandeln.

Wenn gesagt wird, das seien blasse Ideale, so antworte ich: Meine Herren, wenn ich nicht ein grenzenloses Ideal gehabt hätte, dann stünde ich jetzt nicht heir! Ich habe an meine Ideale geglaubt, weil ich an mein Volk glauben wollte! ich kann mich in Zukunft nicht von diesen idealen lösen und mich nicht von ihnen trennen. Sie werden bleiben, weil nur so der lebensweg unseres Volkes zum Nutzen des ganzen Volkes gefunden werden kann weil ich nur so, von diesen Idealen ausgehend, die richtige Beantwortung finde dr großen Fragen, die uns außerhalb des deutschen Volkes berühren.

Denn so wie im Innern alle meine Entscheidungen getragen wurden von der Überzeugung, für den Frieden der Nation, für die innere Verständigung, für eine gegenseitige Rücksichtnahme und damit für die praktische Erziehung zum Nationalsozialismus zu wirken, so habe ich mich auch bemüht, das deutsche Volk der Umwelt gegenüber einzustellen. Auch dort ging ich von dem große Ideal des Friedens in der Überzeugung aus, daß nur in und unter diesem Ideal auf die Dauer die europäischen Völker und darüber hinaus die Welt glücklich sein können.

Es ist mein Wunsch, auch die großen Gegensätze im Völkerleben genau so wie im Innern des Landes nach den Gesichtspunkten des Rechts, der Billigkeit und damit der Vernunft zu lösen.

Man könnte ja auch sagen: Das sei nicht möglich, das sei phantastisch, das seien Ideologien. Nun, ich glaube an diese Ideologien, und es ist schon Wunderbares auf diesem Gebiet gelungen! Ich trete ja nicht an das deutsche Volk als ein Schwätzer heran. Ich kann sagen: Diese Gedanken haben mich drei Jahre lang geleitet, und sie haben mich gut geleitet.

Als ich vor drei jahren die Regierung übernahm, war das deutsche Volk in Europa nur von Feindseligkeiten umgeben. Und das schlimmste war hierbei, daß dieser Mentalität so wenig Überlegung auf allen Seiten zugrunde zu liegen schien: weder hier noch anderswo wurden die Prbleme mit der gegenüber Nüchternheit durchdacht. man ließ sich hineintreiben in haß, Mißgunst, Furcht und Eifersucht.

Ich habe mich bemüht, in die Beziehungen Deutchlands zur Umwelt die Vernunft zu bringen. Ich habe mich bemüht, die Beziehungen aufzubauen auf ewig als richtig erwiesenen Grundsätzen menschlicher Zusammengehörigkeit und menschlicher Gemeinschaftsarbeit.

Ich habe versucht, der Welt und dem deutschen Volk klarzumachen, daß Europa ein kleiner Begriff ist, daß in diesem kleinen Europa seit Jahrhunderten tiefe Verschiebungen nicht mehr stattgefunden haben, daß es sich hier in Europa um eine Völkerfamilie handelt, daß die ein zelnen Mitglieder dieser familie in sich aber unendlich gehärtet sind. Daß sie Nationen darstellen, erfüllt von Traditionen, zurückblickend auf eine große Vergangenheit, eine eigene Kultur ihr eigen nennen und mit Stolz auf die Zukunft hoffen. Ich habe mich bemüht, unserem Volk und darüber hinaus auch den anderen begreiflich zu machen, daß jede haßerfüllte Auseinandersetzung nur ganz vorübergehend kleine Erfolge zeitigt.

Die europäischen Grenzen der Staaten können wechseln – ihre Völker bleiben stabil! Staatsgrenzen kann man verändern, Volksgrenzen sind geradezu unveränderlich geworden!

Es gibt keine leeren Räume in Europa, in die die Massen in Europa hineinströmen können. Es gibt keine ungehärteren Völker in Europa, die ohne weiteres ihrem Wesen entfremdet werden könnten. Es gibt  aber auch keine Notwendigkeit, und es ist daher ohne Sinn, zu versuchen, Völker ihrer Eigenart zu entkleiden, um ihnen eine fremde aufzuzwingen. Ich habe mich bemüht, von dieser ganz nüchternen Erwägung aus das Verhältnis Deutschlands zu seiner Umgebung zu bessern, und es war nicht erfolglos.

Vor drei Jahren, als Deutschland im tiefsten Gegensatz zu Polen stand, gelang es mir, diese Spannungen allmählich zu mildern, und dank des tiefen Verständnisses eines anderen großen Führers und Staatsmannes ist es gelungen, langsam zwei Völker einander zu nähern.

Aus dieser Annäherung kam allmählich eine Verständigung und aus der Verständigung die Überzeugung der Notwendigkeit eines freundschaftlichen Nebeneinanderlebens und daraus wieder langsam eine gegenseitige Rücksichtnahme. Ich bin der Überzeugung, daß man einmal nach einer gewissen Zeit nicht mehr verstehen wird, wieso zwei Völker in der Sphäre einer sich bildenden sogenannten „traditionellen Erbfeindschaft“ leben konnten. Ich habe mich bemüht, dieses Verhätnis zwischen den beiden Völkern, soweit es Deutschland betrifft, zu normalisieren. Es ist zum Nutzen beider Völker gelungen. Ich habe versucht, diesen selben Gedanken vom Osten nach dem Westen zu übertragen. Auch hier bemühte ich mich, zum ersten Male glaube ich, als deutschser Nationalsozialist zu zeigen, daß die Fortsetzung dieser sogenannten „Erbfeindschaftslehre“ für beide Völker unvernünftig, weil sinnlos, sein muß und auch ist. Gewiß, auch hier werden vielleicht viele sagen, das sei ein Ideal. ich glaube aber an dieses Ideal und glaube, daß einmal die Vernunft auch hier triumphieren wird! Jedenfalls glaube ich, daß es notwendig sein wird, alles zu tun, um dieser Vernunft zum Siege zu verhelfen.

Davon geht meine Verständigungspolitik aus, nämlich von dem Gedanken, daß es nur zwei gleichberechtigte Partner oder keine geben kann. Nur aus dieser Gleichberechtigung kann die gegenseitige Achtung kommen, und nur aus der gegenseitigen Achtung kann der Respekt voreinander kommen, und nur aus dem Respekt voreinander kann auch die gegenseitige Rücksichtnahme erwachsen.

Beide Völker haben unzählige Male die Schlachtfelder mit dem Blut ihrer Besten getränkt. Die Grenzen wanderten bald 50-100 Kilometer nach der einen oder anderen Seite. Ein Endergebnis würde auf diesem Wege nie zustande kommen, wohl nie zustande kommen, wohl aber würden die beiden Völker immer wieder ihr bestes Blut verlieren und in der Zwischenzeit unter Sorge und Mißtrauen, unter der Furcht und dem Haß auch ihre Wirtschaft leiden lassen. Ich glaube, daß eine ruhige Erwägung auch diesen beiden Völkern einmal den Weg zueinander zeigen muß. Und das bringe ich für die Verständigung mit als der Sprecher von über 67 Millionen Menschen! Dann gibt es viele, die sagen, die Vernunft sei nicht das Entscheidende, sondern da gebe es andere Imponderabilien zu beachten. Ich glaube, daß es nichts Wertvolles geben kann, was nicht am Ende auch der Vernunft faßbar ist.

Ich wende mich dagegen, daß man in der Staatskunst Auffassungen als richtig hinstellen will, die nicht in der Vernunft zu verankern sind. Man sagt mir manchmal: Aber das war noch nicht da, und die bisherige Staatskunst beweist, daß auf die Dauer das doch nicht möglich ist. Nein, die Staatskunst lehrt umgekehrt, daß auf die Dauer das bisherige Verfahren zu keinem Erfolg geführt hat, und daher lehne ich auch diese Art von Staatskunst ab. Man sagt mir, aber wenn Sie deutscher Nationalist sind, so müssen Sie doch militärische Triumphe wollen. Ich kann nur sagen, mein Ehrgeiz ist nach ganz anderen Triumphen gerichtet. Ich bin deutscher Nationalist und werde mein Volk vertreten mit dem ganzen Fanatismus eines Soldaten der großen Armee von einst.

Ich habe den Ehrgeiz, mir einmal im deutschen Volk ein Denkmal zu setzen. Aber ich weiß auch, daß dieses Denkmal besser im Frieden aufzustellen ist als ein einem Krieg. mein Ehrgeiz geht dahin, daß wir in Deutschland die besten Anstalten für die Erziehung unseres Volkes schaffen. Ich will, daß mir in Deutschland die schönste Stadien erhalten, daß unsere Straßen ausgebut werden, daß unsere Kultur sich hebt und veredelt, ich will, daß unsere Städte verschönert werden, ich will auf allen Gebieten des menschlichen Kulturlebens und -strebens Deutschland mit an die Spitze stellen. Das ist mein Ehrgeiz!

Ich will, daß die Arbeitskraft meines Volkes nicht brachtliegt, sondern daß sie ausgenützt wird, um uns wieder neue Werte zu schenken. Ich will diese Arbeitskraft umsetzen im Schönheit für unser Volk, in Leben und Freude fur unser Volk. ich will dafür eintreten, daß dieses Volk ein möglichst sorgenfreies Dasein führen kann. ich werde eintreten dafür, daß seine Lebensgüter möglichst vernünftig verteilt werden! Allein, ich wil nicht, daß ein anderer sich hier einmischt und glaubt, uns irgend etwas nehmen zu können!

Ich lebe nur meinem Volke, und die nationalsozialistische Bewegung denkt nur an dieses Volk.

Ich lebe nur dem Gedanken an die Zukunft dieses Volkes, sehe vor mir diese unzähligen Millionen Menschen, die schwer arbeiten und so wenig zum Leben besitzen, die oft so viel mit Sorgen zu ringen haben und denen das Glück so selten zuteil wird. Die nationalsozialistische Bewegung will nur diesen Menschen helfen, sie will versuchen, ihr Leben zu erleichtern, es schöner zu gestalten. Sie will zu dem Zweck alle Kräfte der Arbeit, der Genialität, der Organisationskunst in den Dienst dieser Lebenserhaltung stellen.

So bitte ich Sie, gehen Sie an diesem kommenden Wahltag zu Urne. Erfüllen Sie Ihre Pflicht und vergessen Sie nicht: Deutschland wird nicht getragen nur von einem Mann, sondern vom ganzen deutschen Volk. Und ein Mann kann nur so lange Sprecher dieses Volkes sein, solange dieses Volk selbst Mann für Mann und Weib für Weib hinter diesem Manne steht. Nicht meinetwegen bitte ich Sie, an diesem 29. März ihre Pflicht zu erfüllen, sondern um unseres Volkes und seiner Zukunft wegen. Denn wir sind vergänglich, aber Deutschland wird bestehen! Wir können sterben, aber Deutschland muß leben, jetzt und immerdar!


 München

14. März 1936

In seiner Rede wies der Führer einleitend darauf hin, daß er nunmehr zum dritten Male seit der Machtübernahme das deutsche Volk zu einem Bekenntnis aufrufe. Ein unerhörter Beifallssturm der Hunderttausende schlug ihm entgegen bei den Worten:

„Das deutsche Volk selbst muß mir sein Vertrauen aussprechen, und ich werde dann sein mutiger und truer Kämpfer sein.“

Als der Führer die schlimme Erbschaft schilderte, die der Nationalsozialismus bei der Machtübernahme antreten mußte, begleiteten die Massen seine Feststellungen mit nicht enden wollenden Zustimmungskundgebunden. In jener Zeit des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verfalls habe niemand den Mut aufgebracht, neue Wege zu gehen. „Ich habe den Mut gehabt“, so rief der Führer unter tosendem beifall aus, „außenordentliche Maßregeln zu ergreifen, um der außerordentlichen Not zu begegnen.“

Mit beisendem Sarkasmus rechnete der Führer dann mit der Parteienwirtschaft des früheren Sµstems ab. „Ich bin nicht in die Geschichte eingetreten, um den 47 Parteien verantwortlich zu sein, sondern ich will nur verantwortlich sein dem deutschen Volk!“ Und so wie der Führer gezwungen war, diese innere Reinigung vorzunehmen, so war er auch gezwungen, Deutschland der Welt gegenüber anders zu vertreten, als er unter der Parteienherrschaft geschehen war. Wenn man uns vorhält, früher Sympathien gehabt zu haben, die wir jetzt verloren hätten, dann erwidere er: „Wer sagt Ihnen denn, daß das Sympathien waren? Wenn ich mich auch leicht fremden Wünschen unterwerfen würde, könnte ich es leichter haben,

iche lege aber mehr Wert auf Achtung!“ Das deutsche Volk hat nichts gemeinsam mit dem Novemberdeutschland, das deutsche Volk von heute ist ein anderes als das von gestern.

„Seit drei Jahren hat das deutsche Volk eine Geschichte seines Lebens erlebt, deren es sich nicht zu schämen braucht!“ rief der Führer unter tosendem Beifall aus. Man hatte sich aber schon so sehr an den Zustand der deutschen Unfreiheit gewöhnt, daß man ihre Beseitigung allein als ein Unrecht bezeichnen würde.

In überzeugender Weise entwickelte dann der Führer die Grundsätze der Ehre, der Freiheit und der Kraft, die bisher der Leitstern auf dem Wege zur Wiedergewinnung der deutschen Nation gewesen sind. Das seien auch für die Zukunft die Richtlinien, in denen er das deutsche Volk zur freiheitsliebe erziehen wolle.

„Weder Drohungen noch Warnungen werden mich von meinem Wege abbringen“, erklärte der Führer unter unbescheiblichen Heilrufen der Massen, und neue Beifallsstürme durchbrausten die Halle den Worten:

„Ich gehe mit traumwandlerischer Sicherheit den Weg, den mich die Vorsehung gehen heißt, Ziel ist der Friede, der auf der Gleichberechtigung der Völker begründet ist. Wir sind eine Großmacht Europas und wollen als Großmacht gewürdigt werden.“

Der Führer legte in klarer und eindringlicher Weise den deutschen Standpunkt zur außenpolitischen Lage dar und umriß meisterhaft die zwingenden Notwendigkeiten des deutschen Schrittes am Rhein. In diesen Zusammenhang ging er auch ein auf das Verlangen der anderen nach einer „Geste Deutschlands“. Die Massen stimmten ihm begeistert zu, als er erklärte, er habe mit seinen Vorschlägen die größte Geste gemacht, die je ein europäischer Staatsmann machte und machten konnte. Denn diese Vorschläge würden der Welt für 25 Jahre den Frieden sichern. Deutschland sei zu allem bereit, nur zu einem nicht: auf seine Ehre Verzicht zu leisten. Zu dieser Ehre gehöre auch das Recht eines Volkes, über seinen Lebensraum selbst zu bestimmen und entscheiden zu können.

Zum Schluß seiner mitreißenden Rede erklärte der Führer:

„Das deutsche Volk soll nun urteilen.

Ich bin vor drei Jahren gerufen worden, getragen von dem Vertrauen des deutschen Volkes und berufen von dem alten Generalfeldmarschall.

Nun habe ich drei Jahre gearbeitet mit meinen Männern, meinen Gefährten und Kampfgenossen.

Und nun soll das deutsche Volk urteilen, ob ich in diesen drei jahren fleißig gewesen bin, ob ich in diesen drei Jahren gearbeitet habe oder ob ich nicht gearbeitet habe.

So soll urteilen, ob in diesen drei Jahren Deutschland schwächer geworden ist oder stärker, es soll urteilen, ob Deutschland ärmer geworden ist oder reicher, es soll urteilen, ob in diesen drei Jahren die deutsche Nation gesunken ist oder ob sie auferstanden ist – darüber soll jetzt das deutsche Volk urteilen!

Es soll weiter urteilen, ob ich seine Interessen der Welt gegenüber vertreten habe, ob ich sie mutig und tapfer vertreten habe oder ob ich sie preisgegeben habe.

Es soll endlich urteilen, ob es dieselbe Ehrauffassung besitzt von seinem leben und von seiner Existenz, wie ich sie habe.

Dieses Urteil erwarte ich. Und ich weiß, es wird meine größte geschichtliche Legitimation werden.

Und ich werde dann vor die Welt hintreten und sagen können:

‚Nicht ich spreche, sondern das deutsche Volk hat gesprochen!'“


 Frankfurt

16. März 1936

„Vom ersten Tage meines Ringens um Deutschland an habe ich um die Zustimmung und das Vertrauen meines Volkes gekämpft!“ Mit diesen Worten hatte der Führer bereits zu Beginn seiner großen Rede die Massen erfaßt. „Ich habe nicht die Demokratie beseitigt, sondern sie vereinfacht, indem ich mich nicht zur Zuständigkeit der 47 Parteien, sondern zur Zuständigkeit des deutschen Volkes selbst bekennte! Dort liegt die Quelle meiner Kraft! Und aus ihr allein soll unserem Regime die Stärkung kommen, die es benötigt, um seine Aufgabe zu meistern!“

Frankfurt, die alte Kaiserstadt, die Traditionsstätte so vieler erfolgloser Anstrengungen um die Reichseinheit, jubelte dem Führer zu, als er feststellte:

„Ich habe diese 16 oder 17 Länderjahnen beseitigt und eine einzige an ihre Stelle gesetzt, um damit Deutschland zu geben, was alle Völker der Welt besitzen.“

Dieses zur Einheit geschmiedete Volk verstand seine Worte, als er vor den Illusion auf fremde Hilfe warnte und ausrief: „Baue auf deine Kraft und hoffe nicht auf die Hilfe der anderen! Du verdienst sie dann gar nicht, du mußt in dir selbst verankert sein und mußt dich mit festen Füßen auf diese wankende Erde stellen. Dann erst kannst du dich zu seinem Gott erheben und ihn bitten, deinen Mut, deine Arbeit, deine Ausdauer, deine Kraft, deine Beharrlichkeit und damit deinen Lebensanspruch auf dieser Welt zu unteerstrützen und zu segnen!“

Der Führer sprach von den sittlichen Kräften, von dem Glauben, vor dem Vertrauen und der Zuversicht, die aus dieser Einheit und Geschlossenheit dem deutschen Volke erwachsen.

„Nicht äußere Lippenbekenntnisse machen die Kraft einer Nation aus, sondern die innere Gläubigkeit, mit der sich ein Volk einer Idee ergibt, die lebensgestaltend ist.“

Daß diese Gemeinschaft nur durch einen neuen Geist ihre innere Kraft erhalten konnte, durch den Begriff gemeinsamer Ehre und Pflicht, das kam den begeisterten Massen in der Festhalle tief zum Bewußtsein bei den herrlichen Worten des Führers:

„ich glaube nicht an die Kraft eines Menschen, wenn sie sich nicht verbindet mit einem lebendigen Gefühl für seine Ehre! Ich glaube nicht an die Kraft einer Nation zur Bezwingung der Widerstände des Lebens, wenn diese Kraft nicht einen sichtbaren und stolzen Ausdruck findet in dem allgemeinen Bewußtsein der Ehre! Nicht nur der Ehre nach innen, sondern auch der Ehre nach außen! Und zu dieser Ehre gehört als nicht von ihr zu trennende Erscheinung die Freiheit!“

Der Führer sprach unter jubelnder Zustimmung der Massen von den harten Entschlüssen, die notwendig waren, Deutschland vor aller Welt wieder das Ansehen und die Ehre zurückzugeben.

„Hier stoßen zwei Auffassungen hart gegeneinander: Auf der einen Seite der Buchstabe eines abgepreßten Vertrages, und auf der anderen Seite die ewige Moral des Lebens! Auf der einen Seite hohles Prestige, und auf der anderen Seite die wahrhafte Liebe zum Frieden! Zu einem Frieden, der sich nur aufbauern kann auf gleichberechtigten Partnern und ihren freien Übereinkünsten. Wenn ich dieses schwerste Problem angegriffen habe, meine Volksgenossen, dann geschah es, weil auf einem anderen Weg eine wirkliche Beruhigung Europas nicht zu erreichen ist. Denn es ist klar: Jeder Vertrag, der seine Wurzel in der Gewalt hat, in der Drohung oder in der Erpressung, wird geschichtlich nur eine gewisse Zeit geduldet werden.

Auf solchen Fundamenten kann man keine ewigen Gesetze, keine ewigen Bindungen und keine ewigen Verträge aufrichten!“

Die Beifallsstürme steigerten sich zum Orkan, als der Führer erklärte:

„Über allen Paragraphen steht das von Gott den Menschen gegebene natürliche lebensrecht und die Freiheit des Lebensrechtes! Die Völker sind ewiger, als schlechte Verträge es sein können. Die Völker leben länger, als unvernünftige Verfügungen oder Erpressungen zu leben vermögen. Einmal muß zwischen dieser Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft ein Strich gezogen werden.

Dies kann nicht als böse Tat fortzeugend Böses neu gebären! Einmal muß endlich dieser Zustand, der nur zu Haß und Verbitterung führt, zu Unfrieden, Angst und Furcht, seine Beendigung finden! Einmal muß er seine Ablösung erhalten durch einen neuen Zustand, der sich aufbaut auf dem freien Entschluß einsichtiger Staatsmänner, freier Nationen.“

Unter tosender Zustimmung rief der Fuhrer seine alten Kampfgenossen zu Zeugen auf, daß er niemals etwas anderes als die wirkliche Versöhnung und Verständigung gepredigt habe. Diese Erziehungsarbeit sei nicht vergeblich gewesen.

„Ich würde jederzeit bereit sein, mit der französischen Regierung einen Akkord einzugehen. Wir rufen die beiden Völker auf. Ich lege dem deutschen Volke die Frage vor:

‚Deutsches Volk, willst du, daß zwischen uns und Frankreich nun endlich das Kriegsbeil begraben wird und Friede und Verständigung eintritt? Willst du das, dann sage Ja.‘ (Ein vieltausendstimmiges Ja und minutenlange stürmische Heil-Rufe tosen nach diesen Worten des Führers durch die riesige Halle.) Und man soll dann auch auf der anderen Seite dieselbe Frage an das französische Volk richten. Und ich zweite nicht: es will genau so die Verständigung, und es will genau so die Versöhnung.

Ich werde das deutsche Volk dann weiter fragen: ‚Willst du, daß wir das französische Volk unterdrücken oder minderberechtigen sollen?‘ Und es wird sagen: ‚Nein, das wollen wir nicht!„‚

Dann sollen sie drücken ebenfalls die Frage an das Volk stellen, ob es will, daß das deutsche Volk weniger Recht haben soll in seinem eigenen Hause als jedes andere. Und ich bin der Überzeugung, auch das fransösische Volk sagt: ‚Nein – das wollen wir nicht!'“

Eingehend behandelte der Führer dann den deutschen Standpunkt in der gegenwärtigen Situation. Er brachte überzeugend zum Ausdruck, daß wir nicht mehr tun können, als der Welt die Hand zur Versöhnung und Verständigung zu reichen.

„Ich habe gehandelt, wie ich als Mann von Ehre handeln mußte. Würde ich nicht so handeln, würde ich weder Ehre noch Wert besitzen. Dann aber würde ich auch nicht an diesem Platze stehen, und nie hätte ich die Nation gewinnen können! Ich weiß, daß die Nation mich nicht anders kennt.“

Am Schluß seiner mitreißenden Rede appelierte der Führer an das Verantwortungsbewußtsein des Volkes:

„Ich warte auf deine Entscheidung, und ich weiß, sie wird mir recht geben! Ich werde deine Entscheidung annehmen als des Volkes Stimme, die Gottes Stimme ist.

Gehen Sie hinein in diesen 29. März in der tiefinneren, heiligen Überzeugung, ein geschichtliches Votum abgeben zu müssen, für das jeder einzelne von uns einst geprüst und gerichtet werden wird.

Ich habe meine Pflicht jetzt dreieinhalb Jahre lang getan. Deutsches Volk, tue jetzt du die deine!“


Königsberg

18. März 1936

Lange dauert es, bis der Jubel abebbt und der Führer beginnen kann. Und wieder und immer wieder wird er vom stürmischen Beifall der Massen unterbrochen, wenn er zu ihnen mit ernsten Worten von den gewaltigen Aufgaben spricht, die zu bewältigen waren und die heute noch vor ihm als dem Führer des Volkes und dem Sprecher der Nation stehen. Scheinwerfer beleuchten andächtige Gesichter Tausender von Menschen, die mit Ergriffenheit hören, wie der Führer von dem großen Wandel nach dem einmaligen geschichtlichen Zusammenbruch spricht, diesem Zusammenbruch, der unzählige Existenzen vernichtete.

Die Gedanken der Menschen gehen zurück zu den Zeiten der Erwerbslosigkeit, der Verelendung des deutschen Volkes und man fühlt, wie sie bei den Worten des Führers diese fast vergessenen Dinge wieder in ihr Gedächtnis zurückrufen, jene Zeiten des politischen Verfalls mit 47 Parteien und 16 oder 17 Länderfahnen.

Und als dann der Führer erklärt, daß er die Zerplitterung der deutschen Kraft beseitigen mußte, ohne Rücksicht darauf, ob es für den einzelnen schmerzlich sei oder nicht, da will Beifall wieder sein Ende nehmen. Die Menschen verstehen ihn, wenn er sagt:

„Wir hatten nicht die Zeit, auf Gutachten zu warten. Sieben Millionen Menschen schrien nach Brot. Die Schornsteine rauchten nicht, die Kommunen waren verschuldet“, und so habe er, erklärte der Führer, handeln müssen.

Zum Verhandeln sei keine Zeit gewesen. Er sei den Weg gegangen, einen politischen Willen, eine Führung an die Stelle der vielen zu setzen. Es dauert eine Weile, bis der Führer weitersprechen kann bei der jubelnden Zustimmung der Massen.

In diesen drei Jahren habe eine Aufgabe die andere abgelöst, und er habe nicht gezögert, jede in Angriff zu nehmen. Großer Ernst klingt aus den Worten des Führers, als er von dem tiefen Glauben dieser Generation spricht, diesem neuen Glauben, der aus dem ganzen deutschen Volk strahle, diesem fanatischen Glauben: Deutschland lebt und wird nicht zugrunde gehen!

Und dann werden viele Tausende erneut aufgerüttelt von den Worten des Führers, der an die Zeit erinnert, da Ehre und Freiheit nichts galten, diese beiden Begriffe, die er dem deutschen Volk neu geschaffen habe und die er erhalten werde. Man wolle nicht hurrapatriotische Unbesonnenheiten, erklärte der Führer, man wolle nur erreichen, daß andere Völker die Realität des deutschen Volkes zur Kenntnis nehmen.

Die Bedeutung des Völkerbundes, so fuhr der Führer fort, hätte darin liegen sollen, mit vernünftigen Methoden die Gegensätze unter den Völkern zu beseitigen. Aber ein Bund der Nationen, dessen Völker in verschiedene Klassen eingeteilt sind, sei unmöglich gewesen. Es gebe entweder nur gleiches Recht oder Unterdrückung mit Haß und Furcht. Der Haß aber müsse ersetzt werden durch höhere Vernunft.

Als nun der Führer erklärt, er habe gehandelt, wie er nicht anders habe handeln können, da jubeln ihm die Tausende zu und der Jubel will kein Ende nehmen.

Es gebe nur eine Instanz, bekannte der Führer, der er sich verantwortlich fühle: Das sei das deutsche Volk selbst!


Hamburg

20. März 1936

„Es ist schade“, rief der Führer eingangs seiner Rede aus, „daß die Staatsmänner, aber auch die Völker der anderen Welt nicht einen Blick in das heutige Deutschland werfen können. Sie würden dann, glaube ich, von dem Irrtum geheilt werden, daß dieses Volk unter einer Diktatur schmachtet, die es unterdrückt, und zweitens von dem Irrtum, zu glauben, daß man mit diesem Volk machen kann, was man will!“

Nach einem Rückblick auf die Jahre des Kampfes skizzierte der Führer dann in großen Zügen die beispiellosen innen- und außenpolitischen Aufgaben, die an ihn herantraten vom ersten Tage an, als er vor drei Jahren in die Reichskanzlei einzog. Er rief die Erinnerung wach an die furchtbare Zeit des Zusammenbruches auf allen Gebieten, an die Zeit der Erschlaffung aller Energie, des Mutes, der Entschlußkraft und aller politischen Instinkte im deutschen Volk.

„Ich habe nur den Vertrag von Versailles mit übernehmen müssen, sondern vor allem auch den Geist, aus dem er gekommen war, den Geist des Kleinmutes und der Verzweiflung, den Geist der Hoffnungslosigkeit und der Unwürdigkeit; und außerdem mußte ich übernehmen den geist des Sieges gegenüber dem Besiegten, den Geist des Hasses und der Mißachtung, die man dem deutschen Volk entgegenbrachte.“

Der Führer betonte, daß er sich in diesen drei Jahren nicht nur bemüht habe, die Gesinnung des deutschen Volkes zu verbessern und Glaube und Zuversicht wieder zu erwecken, sondern auch die Einstellung der Welt dem deutschen Volke gegenüber allmählich zu verändern.

„Es war nicht leicht, denn es gab eine Weltmeinung, die sich angewöhnt hatte, die deutsche Schwäche und Ohnmacht als eine geschichtliche Notwendigkeit anzusehen und die in jedem Versuch der Wiederherstellung des gleichen Rechtes die Zerstörung eines bestimmten europäischen Zustandes sah.“

„Das deutsche Volk wird am 29. März seine Stimme abgeben nicht für mein regime, dazu benöge ich die Stimme nicht. Allein, ich brauche das deutsche Volk in einem Kampfe, den ich nur um seiner selbst wegen führe, in einem Kampf für das deutsche gleiche Recht, in einem kampf gegen die Anmaßung anderer, das deutsche Volk auch jetzt wieder als minder gleichberechtigt zu behandeln. Ich brauche die deutsche Nation, um mit ihr vor der ganzen Welt das Bekenntnis abzulegen, daß, ganz gleich, was kommen mag, wir auch nicht einen Zentimeter zurückweichen von unseren Gleichberechtigungsforderungen. Nicht weil wir eine Störung der europäischen Ordnung wollen, sondern weil wir überzeugt sind, daß eine dauerhafte Ordnung in Europa überhaupt nicht denkbar ist unter Voraussetzung gleichberechtigter Völker. Die Meinung, eine europäische Ordnung auf der Diffamierung eines 67-Millionen-Volkes auf die Dauer gründen zu können, ist ungeschichtlich, ist wahnwitzig und eine Torheit.“

Der Führer erinnerte daran, daß auch das Schicksalsjahre 1918, von dem die gegner damals glaubten, daß es unser Todesstolß sei, das Signal zu einer euen und stärkeren Zusammenschlißung der ganzen deutschen Nation gegeben habe,

„Ich will nichts anders, als daß dieses deutsche Volk in die europäische Gemeinschaft hineinwächst als ein gleichberechtigtes glied. Ich bedauere die Staatsmänner, die meinen, daß eine solche Mitarbeit am besten eingeleitet wird durch eine neue Diffamierung der deutschen Nation. Würden sie über den Augenblick hinaussehen, über den vermeintlichen Erfolg von Tgen, Wochen oder Monaten, dann würden sie erschecken inder Erkenntnis der notwendigen Folgen einer ungeschichtlichen Handlung.

Als dr Führer der deutschen Nation und ihr verantwortlicher Sprecher und Leiter bin ich nicht in der Lage, auch nur einen Schritt zu tun, der mit der Ehre der deutschen Nation unvereinbar ist. Ich kann so handeln, weil ich weiß, daß in diesem Entschluß die ganze deutsche Nation hinter mir steht! Die Welt, wenn sie an der Beständigkeit dieser Entschlußkraft zweifeln sollte, wird am 29. März ein klares Urteil der gesmten Nation und damit ihr Bekenntnis erhalten!“

Der Führer gab seiner Überzeugung Ausdruck, daß ohne eine grundsätzliche Klärung in Europa eine dauerhafte Befriedung der Nationen und Staaten gar nicht möglich sei. Es sei ganz ungeschichtlich, ja im tiefsten Sinne des Wortes kurzsichtig, zu meinen, daß auf billigen Augenblickserfolgen, die vielleicht auf Terror oder Gewalt fundiert sein mögen, eine stabile Ordnung Begründet werden könne. Es sei wahnwitzig, zu glauben, daß man vielleicht durch Drohungen das innere Gefüge einer Nation erschüttern könne.

Der Führer erinnerte an die schwierigen Situationen, die sich oft im innerpolitischen Kampf um die Macht ihm entgegenstellten:

„Allein, ich muß bekennen: Niemals hing die Partei mehr an mir, und niemals war diese Einheit zwischen Führer und Bewegung stärker, als dann, wenn die Gegner glaubten, uns schon besiegt zu haben oder niederringen zu können!

Wir haben in der größen Not stets auch die größte Entschlossenheit erzielt.

Ich weiß es, das deutsche Volk wird, was auch kommen mag, geschlossener denn je zusammenstehen. Führer und Volk haben nur den einen Wunsch, in Frieden und Freundschaft mit den anderen Völkern zu leben, aber auch den einen Entschluß, unter keinen Umständen auf die Gleichberechtigung Verzicht zu leisten!

Wenn die andere Welt den Geist von Versailles noch nicht verloren haben sollte, die deutsche Nation hat ihn abgelegt, und zwar endgültig!“

Das Problem, das von uns zu lösen ist, sei nicht die Revision der Buchstaben eines Vertrages, sondern die Revision einer Gesinnung, die sich darin offenbart, daß man nun, nachdem der Krieg vor 17 Jahren beendet wurde, immer noch glaube, weiterhin dem deutschen Volke seine Gleichberechtigung verweigern zu können:

„Dieses Problem muß gelöst werden, und es gibt nur eine Möglichkeit: Entweder es wird so anständig gelöst, wie wir das erstreben, und man ermöglicht uns dadurch die Zusammenarbeit mit dem übrigen Europa, oder Deutschland wird seinen Weg allein gehen, aber unter keinen Umständen noch einmal sein Recht oder seine Ehre preisgeben!

Dieser Entschluß bedroht niemanden. Im Gegenteil! Er befreit die Welt von einer unmöglichen Belastung. Aus diesem Entschluß ist unser großes Angebot gemacht worden, von dem wir uns erhoffen – noch immer erhoffen -, daß es mithelfen kann, Europa die lang ersehnte Ruhe zu geben. Wir stehen zu diesem Angebot. Die Welt fragt, ja, ob sie es auch halten? – sie hat gar keine Berechtigung von Nichteinhaltung von Verträgen zu reden. Wir könnten eine Rechnung aufmachen seit dem Jahre 1918, wie Verträge gehalten worden sind. Das deutsche Volk läßt sich von niemandem seine Ehre abstreiten. Wir maßen uns auch nicht an, andere Völker zu zensieren.“

„Ich habe diese Wahl ausgeschrieben, damit alle sehen, daß nicht ich allein solche Ehrbegrisse besitze, sondern daß die ganze Nation sie ihr eigen nennt! Man soll auch sehen, daß ich nicht allein dieses Angebot zum Frieden mache, sondern daß ich es stelle im Namen dieser 67 Millionen, aber auch, daß ich nicht allein beleidigende Zusammentungen zurückweise, sondern daß das ganze deutsche Volk sich solche nicht bieten lassen will!“

„ich will weiter, daß durch diese Wahl der Welt gezeigt wird, daß in Deutschland nicht die Bajonette ein Volk tyrannisieren, sondern daß hier eine Regierung getragen wird vom Vertrauen des ganzen Volkes. Ich bin aus dem Volk gekommen. In 15 Jahren habe ich mich aus diesem Volk langsam mit dieser Bewegung emporgearbeitet. Ich bin nicht von jemand eingesetzt worden über dieses Volk.

Aus dem Volke bin ich gewachsen, im Volk bin ich geblieben, zum Volk kehre ich zurück!

Ich setze meinen Ehrgeiz darein, keinen Staatsmann auf der Welt zu kennen, der mit mehr Recht als ich sagen kann, Vertreter seines Volkes zu sein!

Und wenn nun jemand sagt: ‚Aber wir wissen ja das ohnehin! Warum jetzt wieder die Aufregung und die Mühe, die Versammlungen und dann wieder diese Stimmabgabe?‘ – Nein lieber Freund! Glaubst du, das alles ist für mich keine Arbeit, keine Mühe? ich bin der Meinung, wenn ich mich zwei, drei jahre mühe, dann kannst auch du einmal zur Urne gehen! Deshalb sind Sie heute hier und mit Ihnen Hunderttausende andere Hanseaten und Hanseatinnen. Deshalb ziehen in diesen Wochen wieder Tausende meiner Führer der Bewegung durch die deutschen Gaue.

Es soll dokumentiert werden die unlösliche Verbundenheit der Bewegung des Regimes, der partei und des deutschen Volkes mit seiner Führung.

Angefangen von damals in den Jahren des Kampfes 1919 und 1920 mußte ich hundert- und tausendmal vor das deutsche Volk hintreten und es immer wieder mit meinem Glauben beseelen, um andere für diesen Glauben zu gewinnen. Und immer wieder ging dann diese kleine Schar und wurde zum Glaubensträger der Idee. Ich zog dann erst durch den Süden des Reiches und dann durch den Norden und mit mir tausende andere unter der gleichen Führung. Ich kann sagen, daß ich in dieser Zeit hundert- und tausendmal immer von meinem Glauben abgeben mußte und abgegeben habe! Wenn die Menschen wankend wurden oder die Verzagtheit sie ergriff, versuchte ich sie immer wieder zu erfüllen mit der Zuversicht: Jetzt muß das Werk gelingen, wir werden Deutschland erobern, wir werden die Macht gewinnen. Immer wieder habe ich in jenen Jahren gerungen um das deutsche Volk, und dieses Ringen erforderte immer wieder Zuversicht, immer wieder Glaube und immer wieder Beharrlichkeit.

Heute nun, mein deutsches Volk, rufe ich dich auf, tritt du jetzt mit deinem Glauben hinter mich! Sei du jetzt die Quelle meiner Kraft und meines Glaubens. Vergiß nicht, wer sich selbst auf dieser Welt nicht preisgibt, den wird auch der Allmächtige nicht verlassen! Wer sich selbst hilft, dem wird auch der Allmächtige immer helfen, dem wird er den Weg weisen zu seinm Recht, zu seiner Freiheit und damit zu seiner Zukunft. Und deshalb deutsches Volk, trittst du am 29, März an zur urne.

Ich habe dich glauben gelehrt, jetzt gib du mir deinen glauben!“


Breslau

22. März 1936

„Über dieser Provinz“, rief der Führer unter dem Jubel der Massen aus, „steht in unauslöschlichen Lettern das Wort ‚Ehre‘, steht das Wort ‚Selbstbewußtsein‘ und steht das Wort ‚Freiheit‘. Und wenn ich in langen Jahren kämpfte um des deutschen Volkes innere Freiheit, dann ringe ich nun seit drei Jahren um die Freiheit des deutschen Volkes nach außen.

Ich habe Sie für den 29. März aufgerufen, nicht damit mit als einzelnem Menschen eine Stärkung zuteil wird, sondern damit sich in mit ausdrückt die Stärke des deutschen Volkes, die Stärke seiner Gesinnung, die Stärke seiner Ehrauffassung, die Stärke seines Freiheitswillens und aber auch die Stärke seiner Entschlossenheit ebenso wie die Stärke seines Friedenwillens.“

Der Führer warf in großen Zügen einen Blick zurück auf die Leistungen der letzten drei Jahre im Innern. Er sprach von der Einigung, dem Wunder der Volkwerdung der deutschen Nation, von der Wiedergewinnung der Ehre, der Selbsttachtung und der Rechtschaffenheit im deutschen Volke. Wie aus ihm wieder der Glaube an Deutschland erwuchs, die Zuversicht und das Vertrauen in die eigene Kraft. „Ich habe aus diesm Glauben wieder erweckt die starke Hoffnung, daß dieses schmachvolle Schicksal, das uns getroffen hat, nicht ewig dauern wird, daß einmal wieder die Stunde kommen wird, da wir als Nation erhobenen Hauptes wie die anderen Völker in der Welt dastehen können. Wann ist jemals in einem Volk in drei Jahren eine größere Wandlung vor sich gegangen?

Wann ist jemals in drei Jahren ein größerer Umbruch erfolgt auf allen Gebieten des Lebens? Wann ist jemals in drei Jahren eine gewaltigere, furchbarere Wirtschaftskatastrophe überwunden worden? Wann ist in drei Jahren eine größere politische Zerrissenheit beseitigt worden? Wann ist in drei Jahren ein Volk aus so tiefer Ohnmacht wiederweckt worden zu seinem Glauben an sich und seine Existenz? Wann ist das je der Fall gewesen?“

Der Führer schilderte das schwere Werk, das dann begonnen wurde, um das deutsche Volk nun auch vor der Welt zu rehabilitieren und die Ehre der Nation nach außen wiederherzustellen. „Auch hier kann einmal die Nachwelt ihr Urteil sprechen, ob es mir gelungen ist, in drei Jahren die Stellung unseres Volkes in der Welt zu seinen Gunsten zu verändern, oder ob mir das nicht gelang.

In diesen drei Jahren ist in Deutschland nicht ein Wort gefallen, das ein anderes Volk bedrohen könnte, ist kein Schritt unternommen worden, den ein anderes Volk als gegen sich gerichtet auffassen könnte. In diesen drei Jahren ist die Erhebung des deutschen Volkes in so reinen Formen gelungen, wie wir kaum ein geschichtliches Beispiel dafür sehen.

Allerdings, in diesen drei Jahren ist auch im deutschen Volk ein fanatischer innerer Wille und unerhörter Entschluß gefetigt worden, nämlich das, was war, unter keinen Umständen mehr fortzusetzen und unter keinen Umständen wieder zu erdulden!

Wir alle und alle Völker haben wohl die Empfindung, daß wir uns an der Wende eines Zeitalters befinden. Neue Gedanken, neue Vorstellungen und neue Wirklichkeiten kündigen sich an. Nicht nur wir, die Besiegten von einst, sondern auch die Sieger haben die innere Überzeugung, daß irgend etwas nicht in Ordnung war, daß besonders die Vernunft die Menschen verlassen zu haben schien, daß an Stelle der Vernunft der Wahnsinn des Haffes, der Mißgunst und des Neides gekommen war und daraus dann wieder die Gefühle der Furcht und der Angst.

Die Völker empfinden es wohl überall: Es muß, besonders auf diesem Kontinet, der die Völker so eng aneinanderdrängt, eine neue Ordnung kommen. Die Völker müssen ein neues Verhältnis zueinander finden. Eine neue Konstruktion muß geschaffen werden, die ihnen allen das Leben ermöglicht, die ausgeht von der Überzeugung, daß die Völker Realitäten geschichtlicher Art sind, die man zwar wegwünschen kann, aber nicht zu beseitigen vermag. Über dieser neuen Ordnung, die auggerichtet werden muß, aber stehen die Worte: Vernunft und Logik, Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme!

Diejenigen jedoch irren sich, die glauben, daß am Eingang dieser neuen Ordnung das Wort Versailles stehen kann. Das wäre nicht der Grundstein einer Neuordnung, sondern ihr Grabstein. Deutschland strebt nach dieser neuen Ordnung. Nicht nach einer Ordnung, die den anderen Völkern irgend etwas nimmt, sondern die gleiches Recht herstellt, um damit zu einer freudigen Übernahme gleicher Pflichten zu kommen. Das deutsche Volk lebt heute in diesen Auffassungen, es lebt in ihnen so sehr, daß deren Entfernung aus dieser Welt seiner Vorstellungen unmöglich ist.“

Der Führer kennzeichnete dann die durch den französisch-sowietrussischen Pakt hervorgerufene politische Situation. „Deutchland zieht daraus die einzig mögliche Konseguenz, die es ziehen kann. Wenn schon die Welt um uns sich wieder in neue Militärbundnisse verstrickt, dann wollen wir zum mindesten die Souveränität über das gesamte Reichsgebiet wiederhergestellt wissen!

Die Behauptung aber, daß diese Wiederherstellung der Souveränität des Reiches über das eigene Reichsgebiet für andere unerträglich sei, ist für uns unerträglich! Was ist das für eine Völkerordnung, was soll das für eine Völkerständigung sein, in der es möglich ist, ein anderes Volk zu bedrohen, nur weil es in seinem eigenen Reichsgebiet seine Hoheit beanspruch. Wir werden vor sochen Auffassungen nicht kapitulieren! Das kann die Welt zur Kenntnis nehmen!

Wir kümmern uns nicht darum, was andere Völker innerhalb ihrer Grenzen tun, ja, wir halten das überhaupt geradezu als eine Voraussetzung für den Aufbau einer wirklichen Völkerordnung und Völkergemeinschaft. Wir glauben, daß es eienr der primitivsten Grundsätze eines wirklichen Völkerverständnisses ist, daß jedes Volk das andere in seinem Raum leben läßt, so wie es leben will.

Deutschland stellt keine Ansprüche an andere Völker. Es ist aber auch nicht gewillt, Forderungen und Ansprüche anderer Staatsmänner, die auf die innere Gestaltung des Reiches und seiner souveränen Rechte Bezug haben, anzuerkennen! Und hier irren sich diese, wenn sie glauben, daß nur die Meinung eines Mannes namens Adolf Hitler wäre! Nein! Das ist die Meinung eines 67-Millonen-Volkes!

Ich habe über die Ablehnung solcher Einmischungen hinaus versucht, in einer großen Konzession eine Möglichkeit zu geben für die Befriedung Europas, die ich für unbedingt erforderlich halte, für eine Befriedung auf ein Vierteljahrhundert, auf eine Zeit also, die über unsere Generation hinausgeht. Ich habe versucht, diese Konzession einfach niederzulegen, weil die Erfahrung gezeigt hat, daß all die komplizierten, schon rein als Vorschläge schwer lösbaren und durchstudierbaren Entwürfe versagt haben. Diesen Versuchen kann wirklich nur der Wert einer Geste beigemessen werden.

Wir wollen aber keine Geste, sondern wir wollen 25 Jahre Frieden für Europa! Und die Völker? Auch sie wollen nicht, daß die Staatsmänner voneinander Gesten fordern und einander nur Gesten machen, sondern daß sie Frieden schließen und Frieden halten!

Die andere Staatsmänner können ja ihrerseits auch einmal ihre Völker befragen, ob sie diese Auffasung teilen! Ob sie es wünschen, daß Europa in lauter Militärbündnisse verstrickt wird? Ob sie wünschen, daß dem einen oder anderen Volk seine Hoheitsrechte auf eigenem Gebiet abgeschnitten oder bestritten werden? Ob sie wünschen, daß daraus wieder neue Erbitterung und neuer Haß kommt, oder ob sie nicht auch wünschen, daß endlich dieser wahnsinnige und töriche Krieg aller gegen alle aufhört!

Ich habe jedenfalls diese Frage gestellt. Und zwar der Instanz, die für mich allein entscheidend ist und deren Beurteilung oder Verurteilung mich allein treffen kann. Es ist dies das deutsche Volk! Ich habe mich an die Nation gewandt und ihr diese Frage vorgelegt: Bist du auch dieser meiner Auffassung? Willst du auch unter allen Umständen die Ehre der Nation wahren, zugleich aber auch die Hand zu einem dauernden Frieden geben? Willst du, deutsches Volk, dich hier mit deiner Führung verbinden und billigst du diese Haltung deiner Regierung? Ich habe an die Nation appelliert. Mögen das die anderen Staatsmänner auch tun. Vielleicht werden dann, wenn die Staatsmänner nicht einig zu werden vermögen, die Völker die Einigung finden!

Ich habe mich dem Urteil des deutschen Volkes gestellt, nicht nur über diese Frage allein. Es soll bezeugen, ob es galubt, daß ich und meine Mitkämpfer unsere Pflicht erfüllt haben. Ob es glaubt, daß wir, soweit es im Vermögen schwacher sterblicher Menschen liegt, das wahrmachten, was wir einst versprochen hatten. Es soll jetzt bezeugen, ob es glaubt, daß unsere Politik die Zustimmung der Nation verdient!

Das Volk soll jetzt für uns und es soll für mich zeugen, so wie ich so oft jetzt für dieses Volk vor der Welt gezeugt habe. Ich will mich seinem Urteil unterstellen. Ich will dieses Volk aufrufen, sein Bekenntnis abzulegen. Und sein Bekenntnis wird mein Bekenntnis sein, genau so wie das Bekenntnis, das ich nun seit 17 Jahren in Deutschland gepredigt habe, zum Bekenntnis dieses Volkes geworden ist.

Und Dieses Bekenntnis lautet: Ich bin ein Deutscher! Ich glaube an mein Volk! Ich glaube an seine Ehre! Ich glaube an seine Zukunft! Ich galube an sein Recht, und ich trete ein für dieses Recht! Ich trete ein für seine Freiheit, und ich trete damit ein für einen besseren Frieden als den Freiden des Unsegnens und des Hasses der Vergangenheit. Das glaube ich, und das bekenne ich im Namen meines Volkes vor der ganzen Welt. Und du, Welt, tritt jetzt hinter mich!“


Berlin

24. März 1936

Seinen mitreißenden Appel an die Volkgenossen der Reichshauptstadt in der Deutschlandhalle leitete der Führer ein mit der Zurückweisung der Behauptung, daß in der anderen Welt die Demokratie herrsche, während in Deutschland die Diktatur regiere.

Er stellte der Unverantwortlichkeit des Parlamentarismus das verantwortliche Führertum des nationalsozialistischen Staates gegenüber, in dem sich die wahre Demokratie verkörpere.

„Ich führte ja nicht das Leben eines im Verborgenen sich betätigenden Parlamentariers – so rief der Führer unter stürmischem Beifall aus -, sondern stehe offen vor dem ganzen Volk; es kann meinen Weg und alle meine Handlungen verfolgen und sich sein Urteil bilden.“

Der Führer schilderte den Zerfall und Zusammenbruch der Nation unter dem Novembersystem; er sprach von der Not, der Verzagtheit, der Gleichgültigkeit, der Verzweiflung, dem Wahnsinn, dem das deutsche Volk in seiner Zerrissenheit verfallen war.

Er erinnerte an die nahezu unlösbar erscheinenden Aufgaben, denen er sich gerade in den ersten Tagen nach der Machtübernahme am 30. Januar gegenübersah.

Den 47 Parteien, den 16 oder 17 Ländern, all den zahllosen Instanzen gegenüber, die vorgaben, die Interessen, der Nation zu vertreten, gab es nur ein Mittel: „Damals mußte man handeln!“

„Es konnte nur geben eine Führung, einen Willen und eine Entscheidung. Nicht 47 Handlungen, sondern eine Tat! Und wer diese drei Jahre gerecht überblickt, der wird nicht bestreiten können, daß in dieser kurzen Zeit weltgeschichtlicher Ereignisse sich vollzogen haben:

Deutschland ist nicht nur einig geworden, sondern es ist auch stärker gemorden auf allen Gebieten seines Lebens. Es ist heute ein anderes Volk als noch vor vier oder fünf oder gar zehn Jahren.

Dieses Volk hat heute einen anderen Geist.

Es wird beherrscht von einem anderen Willen und wird getragen von einem anderen Glauben!“

Mitgerisen von der Überzeugungskraft seiner Worte jubelten die Massen dem Führer zu, als er von dem starken Glauben und der festen Zuversicht sprach, mit denen das deutsche Volk wieder erfüllt und von denen es wieder beseelt ist:

„Deutschland lebt und wird nicht zugrunde gehen! Es wird bestehen! Es wird uns die deutsche Wiederauferstehung gelingen! Deutschland wird wieder seinen Ehrenplatz einnehmen im Kreise der anderen großen Nationen und Völker! Diese Zuversicht hege ich. Sie mußte ein ganzes Volk allmählich hegen lernen! Und Deutchland lebt heute in dieser Zuversicht!“

Zu den großen außenpolitischen Fragen übergehend, fand der Führer von tiefer Überzeugung getragene und die Massen immer wieder zu begeisterten Zustimmungskundgebunden mitreißende klare Antworten:

„Wir wünschen mit den anderen Völkern in Frieden und Freundschaft zu leben: allein sie sollen nicht unsere Friedensliebe verwechseln mit der Charakterlosigkeit jener, die vor uns deutsche Lebensinteressen preisgegeben haben!“

„Ich habe nicht 14 Jahre lang Ideen vor dem Volk vertreten, um sie dann im Besitz der macht preiszugeben! Ich habe nie daran gedacht, 14 Jahre lang für die deutsche Ehre einzutreten, um sie dann, in dem Augenblick, wo sie wir anvertraut ist, preiszugeben, wie es die Männer vor mir taten!“

„Die Welt muß wissen, daß dieses scheinbare Deutschland von früher heute nicht mehr lebt! Sie soll nicht wundern, daß es nicht mehr lebt. Es hat in Wirklichkeit nie gelebt! Das wurde der Ubrigen Welt nur vorgetäuscht!

Das deutsche Volk ist ehrlich und rein geblieben die ganzen Jahre hindurch, obgleich seine damaligen Verräter es durch den Sumpf zogen!“

„Wenn nun die andere Welt sich heute an Buchstaben klammert, so klammere ich mich an eine ewige Moral!

Wenn sie mir Paragraphen vorhalten, dann bekenne ich mich zu dem ewigen Lebensrecht eines Volkes! Zu gleichem Recht und auch zu gleichen Pflichten.

Und wenn die anderen versuchen , auc sochen Buchstaben und Paragraphen Schuldbekenntnisse zu formen, dann muß ich als Vertreter des deutschen Volkes das Lebensrecht der Nation, die Ehre, ihre Freiheit und ihre Lebensinteressen dagegen wahrnehmen.“

„Wer aber glaubt, uns Ehre und gleiches Recht nicht zubilligen zu können, der soll nicht von Frieden reden! Der glaubt nicht an Frieden und will keinen Frieden. Der will den Unfrieden der Völker, um vielleicht in diesem Unfrieden politischen Geschfte machen zu können.“

„Seit drei Jahren kämpfe ich für diese Grundsätze des deutschen gleichen Rechtes. Niemand anderem wollen wir etwas nehmen, aber auch Deutschland nichts nehmen lassen! Wir wollen nicht die Ehre eines anderen angreifen, aber auch mit der deutschen Ehre nicht umspringen lassen, wie das aus dem Geist von Versailles geschieht!“

„Wir wollen nicht anderen Völkern ihren Frieden nehmen und ihre Freiheit. Wir wollen aber auch unsere Freiheit haben und unseren Frieden!“

„Und wenn man mir sagt: Warum muß das jetzt in diesen drei Jahren sein – das sind ja sehr schöne Prinzipien – ohne Zweifel – aber warum muß das gerade jetzt sein? Weil ich jetzt lebe, darum muß es auch jetzt sein!

Jede Generation hat die Pflicht, das wieder gutzumachen, was durch sie und ihre Zeit verbrochen wurde. Unsere Generation ist gefallen, und unsere Generation hat sich wieder zu erheben!“

„Die Völker sehnen sich nach dem Frieden, jawohl, aber nach einem Frieden, der sie gleichberechtigt nebeneinander leben läßt. Ich glaube nicht, daß ein Volk heute ernstlich will, daß das Nachbarvolk unterdrückt wird. Ich glaube nicht, daß ein Volk will, daß man sein Nachbarvolk demütigt, daß man ihm Zumutungen stellt, die jedem anständigen Mann die Schamröte ins Gesicht treiben müssen. Ich glaube das nicht!“

„Ich möchte der Vorsehung und dem Allmächtigen danken dafür, daß er gerade mich ausersehen hat, diesen Kampf für Deutschland führen zu dürfen. Es ist der schönste Kampf und die herrlichste Aufgabe, die einem sterblichen Menschen gestellt werden kann: für ein Volk, das darniederliegt, das man beleidigt, dem man glaubt, seine Ehre zertreten zu können, einzutreten!“

„Wenn heute andere Staatsmänner uns Zumutungen stellen, die sie, auf ihr eigenes Volk bezogen, wahrscheinlich mit tiefster Entrüstung ablehnen würden, dann sollen sie sich nicht wundern, wenn ihnen dieselbe Ablehnung heute aus Deutschland entgegenhallt!“

„Ich handle so, wie das ganze Volk es will! Nicht einer in Deutschland ist aufgestanden, nein, ein Volk steht auf!“

„Es ist der Wille dieses Volkes, daß es in Frieden und Freundschaft mit den anderen Völkern lebt. Es ist der Wille dieses Volkes, daß dieser Friede verankert wird. Es ist der Wille dieses Volkes, daß es seinen Beitrag leistet für diesen Frieden.

Es ist aber unmöglich, daß dieses Volk nocch länger Demütigungen entgegennimmt. Das ist unmöglich und wird unmöglich sein!

Wir haben daher der Welt ein klares Programm gegeben, und ich werde am nächsten Diestag dieses Programm in noch klarerer und eindringlicherer Form wiederholen. Ich will der Welt zeigen, was möglich ist, was wir zu tun bereit sind – so wie ich ihr heute mitgeteilt habe, was unmöglich ist und was wir niemals tun werden!“

„Ich bin nicht der Führer des deutschen Volkes, um Gesten zu machen. Ich bin vom deutschen Volk beauftragt, einfach seine Interessen zu vertreten. Das will ich tun!“

„Wenn man von einer ’symbolischen Handlung‘ spricht, die wir vollziehen sollen – die habe ich vollzogen.

Ich habe der Welt ein Programm verkündet zu einem internationalen Frieden auf ein Vierteljahrhundert. Dafür habe ich mein Wort und das Wort der Nation verpfändet.

Ich rufe Deutschland auf, symbolisch am 29. März der anderen Welt zu zeigen, daß diese Geste seinem Willen entspricht. Und ich möchte – ich wiederhole es – die anderen Staatsmänner einladen, dieselbe symbolische Handlung vorzunehmen!“

Die mit innerster Überzeugungskraft ausgesprochen außenpolitischen Darlegungen des Führers lösten immer wieder die drausende Zustimmung und den begeisterten Beifall der Massen auf, die sich zu gewaltigen Kundgebungen steigerten, als der Führer zum Schluß das deutsche Volk aufrief zum Bekenntnis am 29. März.

„ich habe jetzt über drei Jahre lang meine Pflicht erfüllt. Deutsches Volk, erfülle jetzt du die deine genau so.

Ich habe drei Jahre mit Hingabe und fanatischem Glauben für dich gekämpft! Jetzt reiße deinen Mut, deine Tapferkeit und deine Hingabe zusammen und tritt genau so fanatisch ein für mich, der ich nichts bin als dein Sprecher, dein Vertreter und damit dein Führer!“


Leipzig

26. März 1936

Zu Beginn seiner großen, immer wieder mit starkem Beifall aufgenommenen Rede schilderte der Führer das Chaos der parlamentarischen Demokratie.

Niemand könne bestreiten, daß seit der machtübernahme im deutschen Volk eine umfassende Wandlung vor sich gegangen sei. Das deutsche Volk gebe heute einen besseren Anblick als vor drei jahren. Das allgemeine Leben in Deutschland sei nicht schlechter, sondern schöner und gesünder geworden. Das wirtschaftliche Leben sei seit dem 30. Januar 1933 aufwärts gegangen. Einschneidenste Maßnahmen hätten getroffen werden müssen, um den Wiederaufstieg des deutschen Volkes sicherzustellen. In kurzer Zeit habe er harte und sehr schnelle Entschlüsse fallen müssen.

An jedem Tage habe er Entscheidungen treffen müssen, von denen das Schicksal Hunderttausender deutscher Volksgenossen abgehangen habe.

Das deutsche Volk habe jetzt wieder Männer gesunden, die bereit seien, die Verantwortung für sein Schicksal zu übernehmen. Der Erfolg sei groß und gewaltig. Wer heute durch die deutschen Gaue fahre, sei erfüllt von einm grenzenlosen Stolz auf dieses Volk. Einer seiner ersten Befehle nach der Machtübernahme sei die Abschaffung des Gummiknüppels gewesen.

Das deutsche Volk habe sich innerlich gewandelt. Seine Einigung sei nach großen Gesichtspunkten vollzogen worden. Der politische Kampf gehe heute um gewaltigere Probleme als früher. Deutschland sei nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch gewachsen. Glaube, Hoffnung, Zuversicht und Tapferkeit seien die Kräfte gewesen, die das bewirkt hätten. Er, der Führer, habe dem Volk mit Absicht große Aufgaben zur Bewältigung gestellt. Und heute, nach drei Jahren, müsse jeder den Erfolg zugeben. Deutschland verfüge wieder über ein Volksheer, eine große Luftwaffe und seine Flotte werden wieder aufgebaut. Die Souveränität über das gesamte Reichsgebiet sei wiederhergestellt. Unter stärkstem Beifall stellte Adolf Hitler fest, daß sich gezwungen gesehen habe, den Locarno-Vertrag für erloschen zu erklären. Deutschland habe gleichzeitig einen großen Beitrag zum Weltfrieden geliefert, der nicht verbunden sei mit Ehrlosigkeit. Die Zeiten der Ehrlosigkeit seien endgültig vorbei. Das Recht der Selbständigkeit des deutschen Volkes sei wiederhergestellt.

Deutschland brauche sich heute nicht mehr zu schämen. Es habe keine Gnade und kein Geschenk eerhalten, nichts sei ihm leicht gemacht worden, alles habe errungen und erworben werden müssen. Es sei gut so, denn um so mehr würden die nachkommenden Generationen an dem hängen, was so schwer erkämpft werden mußte. Für ihn, den Führer, und seine Mitarbeiter sei es eine tiefe Notwendigkeit, von Zeit zu Zeit das Volk zum Urteil aufzurufen. Das stärke sein Bewußtsein, daß er nicht als einzelner Mann,sondern als Sprecher, Beauftragter, Herold und Schildträger des deutschen Volkes handle. Dieses Bewußtsein stärke ihn, alles auf sich zu nehmen.

Die Welt habe sich daran gewöhnt, in der deutschen Nichtgleichberechtigung etwas Selbstverständliches zu sehen. Wie das deutsche Volk sich im Innern auf dem großen Gedanken des Vertrauens aufbaue, so wolle es, daß es auch in Europa eine gefestigte Friedenordnung gebe, die endlich Gleichberechtigung bringt.

Niemand anders als das deutsche Volk sei berufen, Richteer zu sein über die von ihm getroffenen Maßnahmen.

Er, der Führer, appeliere an das ewige Recht, an das Recht der Selbstbehauptung jedes Volkes. Er rede im Namen einer ewigen Volksinstanz. Das Volk soll Zeuge sein, daß es genau so denke wie er, Adolf Hitler. Er habe nichts anderes gesprochen als das, was das Volk ausspreche. Wenn ihm irgend jemand in der Welt entgegenhalte: Ihr müßt das Zeichen geben, das Zeichen einer geänderten Gesinnung, so müsse er erwidern: „Beleidigen Sie nicht 67 Millionen Menschen!“

Wer habe ein Recht, an der Vertrauenswürdigkeit der deutschen Nation zu zweifeln? Würde diese Nation vertrauenswürdiger sein, wenn sie von Ehrlosen geführt würde?

Das neue Symbole des Hakenkreuzes bürge dafür, daß dieser Zustand der Ehrlosigkeit nie wieder kommen wird. Wenn es für ihn einen Lohn gebe, so könne es nur der sein, daß das Volk hinter ihm stehe. Zum Schluß seiner Rede appelierte der Führer an das Volk, der Welt ein einmaliges Beispiel eines einsichtsvollen, ehrliebenden, aber auch tapferen Volkes zu geben.


Ludwigshafen

25. März 1936

In einfachen und schlichten Worten wiederholt der Führer das Bekenntnis, das ihn in den Jahren des Kampfes und unverändert auch seit der Machtergreifung geführt und geleitet hat: Der Glaube an das deutsche Volk. Aus diesem Glauben und aus der Liebe des Volkes zum Führer schöpft Adolf Hitler die Kraft, den Kampf durchstehen zu können, den Kampf für Deutschland. Die Zeit, in der der Führer die Verantwortung für die Geschichte des deutschen Volkes übernahm, um das deutsche Volk zu retten, war eine Zeit, in der man hart werden mußte. Traditionen und alte Symbole mußten aufgegeben werden, und es galt, die beiden Extreme Nationalismus und Sozialismus zusammenzuführen. Es ging dabei nicht immer schmerzlos zu, aber aus der Notwendigkeit heraus, den schon allzu lange währenden Schwerz einmal zu beseitigen, mußte gehandelt werden und mußte einer kommen, der die Einigkeit herstellte.

„Das deutsche Volk muß Glauben haben an seine Kraft und an sein Leben. Aber es muß sich erst selbst einsetzen für sein Leben.“

Der Führer schilderte dann die Gründe für die Erweckung und Stärkung der seelischen Kräfte durch den Nationalsozialismus, denn allein aus diesen Kräften heraus können Deutschland seinen Kampf um die Gleichberechtigung in der Welt führen. Der Friedenswille, der nicht nur vom Führer, sondern auch immer wieder vom deutschen Volk betont werde, entspreche ganz der nationalsozialistischen Weltanschauung und Geisteshaltung.

Friedensliebe bedeutet aber nicht Charakterlosigkeit. Mit lang anhaltendem beifall stimmten die Massen den Worten des Führers bei, als er betonte, daß wir nicht der Meinung sind, daß Friede Versklavung und Unverwerfung bedeute. Ein wahrer Frieden könne nur auf gänzlich freier Entschließung gleichberechtigung Partner zustande kommen. Diktat erwecke Haß und Empörung. Das beispiel eines wahren Friedens habe Deutschland in seinem Inneren selbst ge geben, denn Nationalsozialismus habe es verstanden, alle als Volksgenossen zusammenzubringen.

Der Führer sprach dem ganzen Volk aus dem Herzen, als er Bekenntnis ablegte, für einen Frieden jederzeit, aber niemals für Unterwerfung und Unterdrückung eintreten zu wollen, und überzeugt brausten dem Führer die Heilrufe entgegen. Mit seiner Ironie führte Adolf Hitler aus, daß das deutsche Volk im Weltkrieg bereits genug Kriegsruhm gesammelt habe.

Deutschland sehe seine Ausgabe jetzt darin, Friedensruhm zu sammeln, und es sei in seiner bisherigen Arbeit auf dem besten Wege dazu, die gewaltigen Aufgaben, die unter diesem Zeichen gestellt werden, zu lösen.


Essen

27. März 1935

„Wenn ich heute in diesem Werk spreche, dann sehe ich vor mir nicht nur die Schmiede der Waffen des Krieges, sondern ebenso die gewaltigste Schmiede der Waffen des Friedens. Was die Welt vielleicht gar nicht weiß, das wissen Sie, die Sie in diesem gewaltigen Werk beschäftigt sind: Hier wird gearbeitet für alle Bedürfnisse des Lebens. Hier wird geschafft für alle Berufe, hier wird all das erzeugt, was ein Volk braucht, um seine wirtchaftliche Unabhängigkeit und politische Freiheit auf dieser Welt zu sichern.

Ich habe mir diese Stätte ausgesucht, weil es, so glaube ich, gar keinen symbolischeren Ort gibt, um zum deutschen Arbeiter zu reden, als diesen hier. Ich rede dabei aber nicht nur für diese Halle und diese Stadt, sondern für die im ganzen Deutschen Reich angeschlossenen unzähligen Millionen, die in dieser Stunde mit uns im Geiste verbunden sind.

Ich habe mir aber vorgenommen, in diesem Kampf um das gleiche Recht und die Freiheit unseres Volkes einmal zum deutschen Arbeiter besonders zu sprechen. Ich tue es, um der lächerlichen Auffassung entgegenzutreten, als ob es in Deutschland am Ende doch noch einen Stand, eine Klasse oder einen Beruf geben würde, der mehr Verständnis besäße fur die Auffassungen fremder Politiker als für die Auffassungen desjenigen, der berufen ist, das Reich heute zu vertreten.“

Der Führer sprach in ergreifender Weise von dem harten und schicksalhaften Weg der deutschen Volkwerdung. Er schilderte die Geschichte unseres Volkes als einen laufenden beweis dafür, wie schmerzlich es war, über die Vielgestaltigkeit des deutschen Lebens zu einer wirklichen Einheit unseres Volkes zu kommen. „Niemand“ – so führte der Führer in seiner Rede weiter aus – „der aufrichtig und ehrlich ist, kann bestreiten:

Es ist in den letzten drei Jahren auf vielen Gebieten unendlich viel geleistet worden.

Unseres nationales Leben hat eine neue Ordnung erfahren. Unsere Wirtschaft hat sich zu neuer Blüte erhoben. Sie selber, in diesem gewaltigsten Werke Deutschlands, können dafür Zeugen sein. Sie wissen wie leer diese Hallen schon einmal gewesen sind, wie tot es in so vielen dieser stählernen Dome der Arbeit war. Und Sie hören und sehen, wie heute hier das Leben dröhnt und schafft, nicht nur in den Hallen der Waffenfabrikation, nein, überall in diesem Riesenbetrieb.

Ein kleiner Ausschnitt aus dem gesamten wirtschaftlichen Leben vielleicht nur, aber doch ein Zeichen für die Wiederhebung des deutschen Volkes, seiner Wirtschaft und damit seiner Lebensmöglichkeiten.

Wenn Sie mich fragen, meine deutschen Arbeiter: Wie war das möglich? Ich konnte nicht nach Rezepten suchen. Sie waren nicht vorhanden und konnten nicht vorhanden sein, denn die Vegangenheit hatte nur ein einziges Rezept hinterlassen: Das Rezept, wie man es nicht machen darf, wenn man nicht will, daß das Volk zugrunde gerichtet wird! Ich mußte neue unbekannte Wege gehen! Und es sind immerhin in diesen drei Jahren fast fünf Millionen Menschen wieder in Arbeit zurückgebracht worden.

Wir haben es fertiggebracht, daß der Ruin des Reiches, der finanzielle Zusammenbruch der Länder, das Ende unserer Kommunen nicht nur verhindert wurde, sondern daß Reich, Länder und Gemeinden wieder gesunden konnten. Es ist uns möglich geworden, unzähligen Betrieben wieder Arbeit zu geben, zahllose tote Kamine und Schlote wieder zum Rauchen zu bringen. Es wurde uns möglich, nicht nur unsere Schiffe wieder über die Weltmeere zu schicken, sondern viele neue Schiffe zu bauen. So, wie Sie hier in Arbeit stehen, so steht heute in Arbeit die ganze deutsche Werftindustrie.

Es ist und möglich geworden, den deutschen Handel wieder zu befruchten. Es ist uns möglich geworden, so auf zahllosen Gebieten den Ruin zu überwinden und einen neuen Aufstieg herbeizuführen. Es konnte das aber nur gelingen, weil ich neue Wege gegangen bin. Die Aufgabe, die ich vor mir hatte, lautete nicht: Versuche, die 47 Parteien unter einen Hut zu bringen oder zwischen Verbänden der Unternehmer und Arbeitnehmer einen gemeinschaftliche Aussprache herbeizuführen, oder versuche, die Konfessionen und die Weltanschauungen auf einer Ebene zu vereinigen. Nein, die Aufgabe lautete: Versuche, aus dem deutschen Volk wieder jene Kraft zu mobilisieren, die notwendig ist zur Lebenshaltung aller. Wie, das ist gleichgültig. Gehe einen Weg. Nur muß er zum Ziel führen!

Wenn 15 Jahre geredet wird, dann muß endlich einmal einer kommen, der handelt! Und ich habe gehandelt!“

Der Führer sprach von der Demokratie der anderen und der wahren Volksherrschaft im nationalsozialistischen Deutschland. „Meine Kraft erhalte ich aus meinem Volke. Erst habe ich vierzehn Jahre lang für die Bewegung gekämpf, um in Deutschland eine Volksgemeinschaft aufzubauen, auf die man wieder bauen konnte. Vierzehn Jahre lang habe ich an diesem Instrument gearbeitet. Als ich zur Macht kam, da war so stark, als dieses mein Instrument stark war. Und seitdem bin ich nur so stark, als mein Volk stark ist. Denn: Das ist die Quelle meiner ganzen Kraft.

Ich bilde mir nicht ein, daß ein einzelner Mensch auf dieser Erde Wunder wirken kann. Das Wunder liegt in der gegebenen naturgewollten und gottgewollten Kraft eines Volkes. Diese Kraft will ich erschaffen! Ich will die besten Kräfte und höchsten Werte dieses Volkes mobilisieren, damit dieses Volk selbst feststeht und damit auch mich wieder stark macht. Die Kraft dieses Volkes ist meine Kraft, und seine Stärke ist meine Stärke!

Ich diene keinem Arbeitgeber und keinem Arbeitnehmer und keinem Stand, ich gehöre ausschließlich dem deutschen Volk.

Was ich auch unternommen habe, ich habe es immer getan in der Überzeugung: Es muß geschehen für unser Volk! – Wenn ich für den deutschen Bauern eintrete, dann um des Volkes willen. Ich habe keinen Erbhof und kein Rittergut. Ich trete aber ein für meinen deutschen Bauern, weil ich weiß: In ihm liegt die Grundlage der deutschen Kraft! Ohne ihn geht Deutschland zugrunde.

Ich trete nicht ein für die Bewaffnung des deutschen Volkes, weil ich ein Aktionär bin. Ich glaube, ich bin vielleicht der einzige Staatsmann der Welt, der kein Bankkonto besitzt. Ich habe keine Aktie, ich habe keinen Anteil an irgendeinem Unternehmen. Ich beziehe keine Dividende.

Was ich aber will, ist, daß mein Volk staark wird und so bestehen kann auf dieser Welt. Das ist mein Wille!“

Mit innerster Bewegung sprach der Führer von seiner unerschütterlichen Zuversicht und seinem starken Glauben an den inneren Wert uneres Volkes, sprach er von dem großen Werk der Erziehung, das jetzt erst bekonnen sei und schon so reiche Frucht getragen habe. „Vieles, was andere Völker seit Jahrhunderten besitzen, haben wir jetzt im Sturm in drei Jahren nachgeholt. Ich werde mit dieser Arbeit, und wir alle werden mit dieser Aebeit vor der deutschen Geschichte bestehen können. Die Nachwelt wird einst feststellen, daß diese drei Jahre sich sehen zu lassen vermögen im Buch unserer nationalen Geschichte. Das deutsche Volk ist in einem gewaltigen Umbruch begriffen.

Wir werden immer mehr eine große neue Gemeinschaft bilden. Das ist mein unzerstörbarer Glaube! Mit diesem Glauben bin ich einst ausgezogen als unbekannter Arbeiter und Soldat, mit diesem Glauben habe ich begonnen, und an diesem Glauben hänge ich heute und immer. Ich weiß es, er wird einmal Wirklichkeit werden!“

„Dieser Glaube verpflichtet uns, tapfer zu sein und unsere Ziele mutig zu verfechten.“ Noch einmal läßt der Führer seinen unermüdlichen Kampf gegen den brudermörderischen Krieg der Klassen, Stände und Parteien im Innern in der Erinnerung wieder aufsteigen, er schildert in ergreifenden Worten die ewigen Mühen und den opfervollen Fleiß im Suchen unserer Gemeinsamkeiten und in der Pflege des inneren Friedens, spricht vor der Norwendigkeit, hart zu sein wie damals in unserem Kampf um den inneren Frieden und sich keinem Terror und keiner Gewalt zu beugen.

„So, wie ich im Innern die Prinzipien der Vernunft, der Volksversöhnung und der Klassenannäherung zuwege gebracht habe, genau so will ich es auch als Nationalsozialist nach außen tun. So wie ich im Innern für den Frieden eintrat, ohne mich jemals jemand feige zu unterwerfen, so trete ich auch nach außen für den Frieden ein. Dabei denke ich aber nicht daran, feige zu sein und vor Drohungen zu kapitulieren.“ Unter jubelnder Zustimmung der Massen fährt er dann fort: „Das sind meine ebenso anständigen wie friedlichen Prinzipien. Ich glaube, gerade Sie, meine Arbeiter hier an der Ruhr, haben dafür Verständnis.

Wir suchen keinen Streit, aber wir lassen uns auch nicht von anderen mißhandeln!“

Nun umreißt der Führer in lapidarer Kürze die äußere Situation: „Sie wissen selbst, wie oft ich den anderen die Hand hingehalten habe. Ich erfuhr stets nur Ablehnung. Ich habe einst den Vorschlag gemacht, alle sollten, damit sich niemand bedroht fühlen könne, vollständig abrüsten. Wir sind bereit dazu, wenn die anderen es auch sind. Man hat das abgelehnt. Ich erklärte mich bereit, eine 200 000-Mann-Armee zu akzeptieren. Man hat das auch abgelehnt. Ich erklärte mich dann bereit, mich mit einer 300 000-Mann-Armee zu begnügen. Auch das wurde abgelehnt. Endlich erklärte ich mich zu einem Luftabkommen unter gleichen Bedingungen bereit. man hat auch das abgelehnt.

Ich habe dann aus unserem eigenen moralischen Recht heraus die deutsche Gleichberechtigung selbst hergestellt, und zwar dann, als der andere Vertragspartner sich selbst dem Geiste und dem Sinne nach vom Vertrage gelöst hatte.“

So wie wir uns nicht einmischen in die Belange anderer Völker, so wünschen wir, daß auch die anderen unsere Grenzen und unser Gebiet respektieren. Europa gleicht einem Haus in dem eine Anzahl von Familien wohnt. Es geht nun nicht an, daß zwei oder drei Familien sich anmaßen, dauernd in die Wohnung einer anderen hineinzureden oder gar zu bestimmen, welche Zimmer bewohnt werden dürfen und welche nicht. Das geht die anderen Mietparteien nichts an! Wir mischen uns auch nicht in die Wohnungsverhältnisse andere Mietparteien ein. Wir gestatten den anderen ohne weiteres, sich ihre Wohnung so einzurichten, wie sie es wünschen. Aber wir wollen auch, daß man uns in unserer Welt, in unserem Hause das tun läßt, was uns gefällt. Wenn jemand behauptet, das gehe gegen die Interessen der anderen, so kann ich ihm nur zur Antwort geben. In unserem Hause haben keine anderen, da haben nur wir Interessen.

Wir haben keine Interessen in Frankreich, wir haben keine Interessen in Belgien, und wir wollen keine Interessen in irgendeinem anderen Staate haben. genau so aber müssen wir uns es verbitten, daß andere Interessen in Deutschland haben zu müssen behaupten.“

Mit Sarkasmus weist der Führer die Anklagen zurück, die man draußen wegen der Wiederherstellung unserer Gleichberechtigung erhebe. „ich habe keinen Fuß auf fremdes Gebiet gesetzt!

Ich habe keinem Volke etwas weggenommen! ich bin nicht in ein fremdes Haus eingebrochen! Ich habe niemandem etwas gestohlen! Niemand hat das Recht, sich zum Richter aufzuwerfen in einer Angelegenheit, die nur allein mein deutsches Volk angeht. Mein Volk allein ist mein Richter in einer deutschen Sache, kein internationaler Rat!

Weil wir an die Heiligkeit der Verträge glauben wollen, möchten wir dazu die Voraussetzung herstellen.

Und dieseVoraussetzung ist, daß zwei Gleichberechtigte aus freiem Willen, ohne gezwungen zu sein, die Feder nehmen und ihre Unterschriften unter einen Vertrag setzen. Das allein ist ein heiliger Vertrag! Alles andere ist Vergewaltigung! Und sagt man: Ja, aber der Paragraph! – Den Paragraphen gegenüber erhebe ich die Stimme der ewigen Moral. Auch das ist ein Gesetz: Du sollst deinen Nächsten weder töten, noch unterdrücken, noch vergewaltigen, noch ausplündern! Das sollst du nicht! Wir wollen anderen Völkern nichts zuleide tun, und wir wollen aber auch auf unserem Wege von anderen kein Leid erdulden!

Damit sich die Welt darüber keiner Täuschung hingibt, daß diese Ehrauffassung nicht die eines einzelnen, sondern die des ganzen Volkes ist, darum habe ich diese Wahl ausgeschrieben. Das deutsche Volk will den Frieden, es will die Verständigung, es will Ruhe. Es will arbeiten.

Es will sein Brot verdienen und aständig leben. Wenn einer das nicht glaubt, wir können ihm nicht helfen. Es wäre aber gut, wenn andere Politiker sich mehr mit ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigten als mit denen unseres Volkes. Ich habe in meinem Volke so viele Aufgaben und sehe bei uns soviel Arbeit. Ich habe keine Zeit, mir den Kopf zu zerbrechen, was in Frankreich so sein müßte oder so. Was geht mich das an? Ich kümmere mich um Deutschland. Ich habe hier Arbeit in Hülle und Fülle, die unermeßliche Friedensarbeit, die überhaupt vorstellbar ist. Millionen Menschen, die wohnen schlecht. Millionen Menschen, die sind nicht gut gekleidet. Viele leiden im Winter an Kälte, vielleicht sogar an Hunger. Ihnen zu helfen, das ist mein Programm. Ich muß die deutschen Menschen einander näher bringen. Das sind die Möglichkeiten des sozialen und gesellschaftlichen Ausgleiches. Die Arbeit ist uns gestellt! Wenn nur die anderen Staatsmänner auch ihre Arbeit sehen wollten, die sie in ihren Völkern haben!

Es bleibe jeder in seinem Haus und sorge dort für Ordnung, Ruhe und Wohlstand. Erst dann wird sich auch der internationale Wohlstand wieder heben. Erst wenn in allen Völkern wieder die Kamine rauchen und die Hämmer dröhnen, erst wenn überall wieder gearbeitet wird, wenn neue Werte produziert werden, wird auch der große Ausgleich zwangsläufig eintreten, und dann wird die Menschheit auch wieder an anderes denken als jetzt.“

Die Begreisterung der Massen fand ihren Höhepunkt, als der Führer zum Schluß in ergreifenden und mitreißenden Worten sich zur Sprache des Volkes bekannte und an die Staatsmänner Europas appellierte, auch einmal hineinzugehen in die großen Versammlungsarenen und Fabriken, auch einmal zu ihren Arbeitern zu sprechen und sie zu fragen: „Wollt ihr das Angebot ablehnen? Sollen wir mit den Deutschen verhandeln, oder sollen wir nicht verhandeln? Sollen wir sie nicht unterdrücken? Sollen wir Frieden schlißen oder sollen wir Gesten verlangen? – Und dann glaube ich, werden sie von ihren Völkern eine ganz klare und eindeutige Antwort bekommen. Ich bin der Überzeugung, daß sie überall nur eine einzige Antwort finden werden:

Sprecht nicht von Gesten und nicht von symbolischen Handlungen, sondern schließt und haltet Frieden! Das ist der Wunsch der Völker.“

Der Führer schloß:

„Deutsches Volk! Sieh das Große und das Gesamte der letzten drei Jahre! Sei gerecht! Hast du, wenn du ein anständiger Deutscher bist, Grund, dich der letzten drei Jahre vor dem deutschen Volk, vor der Geschichte und vor der Nachwelt zu schämen? Oder hast du nicht am Ende doch Grund, jetzt wieder einmal stolz zu sein?

Kannst du nicht doch wieder sagen: Herrgott, was vielleicht auch im einzelnen sein mag, im großen und ganzen sind wir doch wieder ein fabelhaftes Volk geworden! Wir sind doch wieder ein so an ständiges Volk geworden! Wir sind doch wieder ein so fleißiges und tatkräftiges Volk geworden. Was schaffen wir jetzt nicht wieder in Deutschland! Was haben wir jetzt wieder für Aufgaben! Wir haben in diesen drei Jahren bewiesen, daß wir ein Volk sind, das sich sehen lassen kann vor den anderen.“

Und dann fuhr der Führer weiter fort: „Der Welt unterstelle ich mich nicht; denn sie kann mich nicht richten! Nur dir unterwerfe ich mich, deutsches Volk! Urteile du über mich! Leg du ein Bekenntnis ab, ob du meine Arbeit für richtig hältst, ob du glaubst, daß ich fleißig gearbeitet, daß ich mich in diesen Jahren für dich eingeletzt habe, daß ich meine Zeit anständig verwendete im Dienste dieses Volkes.

Gib du jetzt deine Stimme ab! Wenn ja, dann tritt für mich ein, so wie ich für dich eingetreten bin!

Ich will gar keinen anderen Lohn als deine Zustimmung! Das macht mich selbst auch wieder stark. Dann kann ich vor die andere Welt hintreten und kann jedem sagen: Ob ihr im Namen eurer Völker sprecht, weiß ich nicht, aber ihr könnt nicht bestreiten, daß ich im Namen meines Volkes hier rede! Erwarten Sie nun nicht, daß ich dem Namen meines Volkes Schande bereite, daß ich schwach, feige und ehrlos werde! Muten Sie mir das nicht zu! Ich werde für mein Volk kämpfen, anständig und aufrichtig, jederzeit zum Frieden bereit und stets entschlossen, seine Rechte und Interessen zu vertreten.

So bitte ich Sie, meine Volksgenossen, die Sie in dieser Stunde in ganz Deutschland zuhören, in allen Fabriken und Betrieben, in allen Kontoren und Werkstätten, reißen Sie jetzt die Herzen höher empor! Seien Sie stolz, die Angehörigen der Gemeinschaft eines solchen Volkes zu sein, und bekunden Sie es vor der ganzen Welt! Am 29. muß sie wissen: Hier spricht nicht ein Mann, sondern hier spricht ein Volk!“


Köln

29. März 1936

Der Führer rief zunächst die tieftraurige Zeit in die Erinnerung, als die letzten Truppen über die Brücken des Rheins in eine Heimat zogen, die keine mehr war. Er schilderte die Stimmung der Verzweiflung und die Folgen des Krieges für das deutsche Volk, dem alles genommen wurde.

„Der November 1918“, rief der Führer aus, „konnte nicht das Ende des irdischen Lebens unseres Volkes bedeuten. Es mußte wieder eine Auserstehung kommen, allerdings nicht mit den alten Mitteln. Neue Wege mußten gesucht werden, an die Stelle der Zerrissenheit mußte eine neue Gemeinschaft treten, die fähig sein würde, das deutsche Schicksal zu wenden.“

Aus dieser Erkenntnis habe er als der beste Demokrat, hinter dem kein Kapital, kein Name, nichts als ein unerschütterlicher Glaube, Entschlußkraft und Willen standen, die Männer zu sammeln begonnen, die noch ein Ideal im Herzen trugen. Unter nicht endewollenden Beifall erklärte der Führer:

„Das neue Deutschland konnte nur von Idealisten erbaut werden, die nicht mit dem Verstande allein, sondern auch mit heißem Herzen und einer fanatischen Liebe ihrem Glauben an ein besseres Deutschland anhingen.“

Der Führer schildert dann mit großer Wärme den zähen Kampf um den einzelnen, bis es gelungen war, die große nationalsozialistische Bewegung zu schaffen, ohne die es ihm nicht möglich gewesen wäre, das Gesicht Deutschlands so zu verändern, wie es in den letzten drei Jahren geschah. Begeistertes Händeklatschen und immer wieder sich wiederholende Bravorufe unterstrichen die Worte des Führers. Nach einem Rückblick auf die katastrophale Lage bei der Machtübernahme sagte er weiter, traumhaft fern lägen uns die Zustände, die heute in andern Ländern noch vorherrschen. Die Bewegung habe das Gleichgewicht geschaffen zwischen dem Ausbau der deutschen Wehrkraft und der Mobiliseirung der inneren Kräfte unseres Volkes. Der Kampf gegen die Zersplitterung in Deutschland in 17 Ländern sei gewiß ein harter Kampf von ein paar Jahren gewesen, dessen Wunden aber heilen und dessen Segen Jahrhunderen zugute kommen werde. Wiederum wird der Führer von stürmischen Bravorufen und lang anhaltendem Beifallsklatschen unterbrochen.

Mit einem geschichtlichen Rückblick zeigt dann der Führer auf, wie in Deutschland immer wieder Männer hätten aufstehen müssen, um den Eigensinn des einzelnen zu brechen und hinwegzuschreiten über viele Eigenarten.

Auch er habe vielen gut nationalen Menschen und vielen internationalen Sozialisten weh tun müssen, aber es mußte geschehen, es mußte einer kommen, der über den Zerfall die einigende Kraft stellte, um einen brudermörderischen Kampf zu verhüten. Er sei nicht den Vertretern anderer Parteien und anderer Anschauungen entgegengetreten, um sie zu quälen.

Und die drei Jahre nationalsozialistischer Regierung hätten bewiesen, daß, je länger das Trennende zurückgedrängt wurde, die inneren Kräfte mobilisiert würden. Der einzelne sei als einzelner eben ein schwaches, unvermögendes Wesen, aber wir seien gewaltig, wenn wir uns verkörpern die Kraft von Millionen menschen. Den guten Willen hätten wohl auch seine Gegner gehabt, aber sie hätten es nicht verstanden, die geballte Kraft der Millionen, die hinter ihnen standen, zu mobilisieren.

Den Krtikern an der einen oder anderen Methode des Dritten Reiches müsse er schon sagen, über Methoden lasse sich streiten, aber über das eine lasse sich nicht streiten, daß wir wieder ein Volk bekommen hätten, das eines einigen Glaubens ist. Und das sei das gewaltige, was geschaffen worden sei.

Zur Wehrhaftmachung der ehemals entmilitarisierten Zone übergehend, fuhr der Führer fort: „Damals, vor 18 Jahren, zogen die letzten Regimenter über die Brücken, und heute ist ein Volk zurückgekehrt.

Wir wollen nichts, als mit den anderen Völkern genau so leben, wie diese selbst leben, mit dem gleichen Recht und erst recht den gleichen Pflichten. Ob wir Verträge halten könnten, diese Frage sei zu Unrecht gestellt. Wir haben 17 Jahre“, rief der Führer aus, „darauf gewartet, ob die anderen auch diese heiligen Verträge achten.“ Wieder stürmische Beifallskundgebungen! „Das eine möchte ich hier erklären, daß wir überhaupt keinen Vertrag mehr unterschreiben, es sei denn, frei und gleichberechtigt.“

„Wir glauben alle, daß eine neue Ordnung in Europa notwendig ist, die sich nicht aufbauen kann auf den sterilen Auffassungen einer vergreiften alten Generation. Sie kann sich nicht aufbauen auf den Spitzfindigkeiten von Juristen oder von Politikern. Endgültig aufgebaut werden kann diese europäische Ordnung nur auf den Völkern selbst!“

Was er erstrebe, erklärte der Führer sadann, sei nichts anderes als die Rechtsordnung gleichberechtigter Nationalstaaten. Dann wandte er sich gegen die, dauernd von Recht und Gerechtigkeit reden, aber nicht aufhören, anderen gleiches Recht abzusprechen. Gesten und symbolische handlungen seien dem deutschen Volk absolut fremd geworden. Deutschland sei nicht ärmer geworden, weil es idealer geworden sei.

„Mehr Garantien als die Sicherheit einer Hand, die 67 Millionen Menschen unfaßt, gibt es auf der Welt nirgends mehr!“

Wieder erhebt sich ein minutenlanger beifallssturm der begeistert dem Führer lauschenden Zuhörer: „Dieses Volk streckt der ganzen Umwelt die offene Hand entgegen, und diese Welt bietet nichts als Gesten und symbolische Handlungen. Welche Diskrepanz zwischen dem Gebotenen und der Kleinheit des Denkens auf der anderen Seite!“

„Wenn ich so von Frieden rede und so am Frieden hänge, dann geschieht es, mein liebes deutsches Volk, weil ich den Krieg wohl anders kennengelernt habe als so viele meiner politischen internationalen Gegenspieler. Ich rede wahrlich nicht von denen, denen der Krieg ein nützliches Ereignis war. Ich rede nur von denen, die aus irgendeiner gehobenen Stellung, d. h. einer erhöhten Perspektive, den Krieg unter sich abrollen sahen. Ich bin nicht in dieser Perspektive gewesen, ich was Musketier und habe den Krieg untern erlebt, sein Grauen und sein Entsetzen. Ich sehe nicht mit den Augen, mit denen diese ihn vielleicht sehen, aber ich glaube, mit meinen Augen haben den Krieg mehr Menschen sehen gelernt als mit den Augen dieser politischen Gegenspieler.“

„Drei Jahre lang habe ich gearbeitet für die Ehre meines Volkes, habe mich abgemüht und abgesorgt für seine Freiheit und für sein gleiches Recht! Drei Jahre lang habe ich gebangt für diesen Frieden, und heute muß ich der Welt den Wahrheitsbeweis dafür antreten, daß diese Sorgen, dieses Bangen, diese Hoffnung, aber auch diese Entschlossenheit nicht die eines einzelnen Menschen sind, sondern daß sie sind die Tugenden und das Bekenntnis eines gesamten Volkes.“

„Meine deutschen Volksgenossen, wir haben vor unserer eigenen Geschichte und vor unserem ewigen Herrgott sehr viel wieder gutzumachen. Einst lag seine Gnade über uns, und wir sind nicht würdig gewesen, sie zu bewahren. Die Vorsehung hat uns ihren Schutz entzogen, und unser Volk ist gestürzt, so tief gesturzt wie kaum ein zweites Volk je zuvor. In dieser schweren Not, da haben wir nun wieder beten gelernt. Da haben wir gelernt, uns gegenseitig zu achten, da haben wir wieder geglaubt an die Tugenden eines Volkes und haben uns be müht, wieder besser zu werden.

So ist eine neue Gemeinschaft entstanden, und dieses Volk von heute kann nicht mehr verglichen werden mit dem Volk, das hinter uns liegt. Es ist besser, anständiger und edler geworden. Und wir fühlen es:

Die Gande des Herrn wendet sich uns jetzt wieder langsam zu, und in dieser Stunde, da sinken wir in die Knie und bitten unseren Allmächtigen, er möge uns segnen, er möge uns die Kraft verleihen, den Kampf zu bestehen für die Freiheit und die Zukunft und die Ehre und den Frieden unseres Volkes, so wahr uns Gott helfe!“

Rudolf Heß in Königsberg am 8. Juli 1934


Da, wie schon im Vorwort erwähnt, die Rede des Stellvertreters des Führers an die Frontkämpfer der Welt im engsten, organischen Zusammenhang mit der ganzen Friedenspolitik Adolf Hitlers steht und einen weiteren klaren Beweis dafür bietet, daß seine Außenpolitik schon von jeher eindeutig auf Verständigung gerichtet war, wird je nachstehend in ihren wesentlichen Teilen im Wortlaut wiedergegeben:

„Unser Volk hat das Glück, heute vorwiegend den Frontkämpfern geführt zu sein, von Fronkämpfern, welche die Tugenden der Front übertragen auf die Staatsführung.

Die den Neubau des Reiches errichten aus dem Geiste der Front heraus. Denn der Geist der Front war es. der den Nationalsozialismus schuf.

In der Front brachen angesichts des alle bedrohenden Todes Begriffe wie Standesdünkel und Klassenbewußtsein zusammen. In der Front erwuchs in gemeinsamer Freude und in gemeinsamen Leid vordem niegekannte Kameradschaft von Volksgenossen zu Volksgenossen. In der Front steig die über jedem Einzelschicksal stehende Schicksalsgemeinschaft riesengroß vor aller Augen auf.

Aber noch eins stieg auf in den Frontkämpfern, bei aller Erbitterung und aller Rücksichtslosigkeit des Kampfes: Das Gefühl einer gewissen inneren Verbundenheit mit dem Frontkämpfer drüben jenseits des Niemandslandes, der gleiches Leid trug, in gleichem Schlamm stand, von gleichen Tod bedroht wurde.

Und dieses Gefühl der Verbundenheit ist bis heute geblieben.

Ist es nicht so: Treffen sich Frontkämpfer – Gegner von einst – treffen sich auch in gleichen Erinnerungen gleiche Meinungen. Der Inhalt ihrer Gespräche ist der Weltkrieg, die Hoffnung hinter ihren Gesprächen ist der Friede. Und deshalb sind die Frontkämpfer berufen, die Brücke des Verstehens und der Verständigung von Volk zu Volk zu schlagen, wenn die Politiker den Weg nicht finden.

Es ist kein Zufall, daß die Staaten, welche allein von Frontkämpfern maßgeblich geführt werden, Deutschland und Italien, sich am stärksten bemühen, den Frieden der Welt zu fördern.

Und es ist kein Zufall, daß bei dem Zusammentreffen der Frontkämpfer Hitler und Mussolini schnell ein herzliches persönliches verhältnis herbeigeführt wurde.

Mit unserem polnischen Nachbarn haben wir einen dem Frieden dienenden Vertragszustand herbeigeführt, und auch dort leitet ein Soldat – Marschall Pilsudski – die Politik.

Ebenso war auch in Frankreich die stärkste Resonanz auf Hitlers Bemühungen, eine Verständigung mit dem westlichen nachbarn herbeizuführen, bei den Frontkämpfern dieses Landes feststellbar.

Wir Frontkämpfer wollen nicht, daß wieder eine unfähige Diplomatie uns in eine Katastrophe hineinstolpern läßt, deren Leidtragende wiederum Frontkämpfer sind. Wir Soldaten auf allen Seiten fühlen uns frei von der Verantwortung für den letzten Krieg. Wir wollen gemeinsam kämpfen, eine neue Katastrophe zu verhindern. Wir, die wir gemeinsam im Kriege zerstörten, wollen gemeinsam bauen am Frieden:

Es ist höchste Zeit, daß endlich eine wirkliche Verständigung zwischen den Völkern erzielt wird. Eine Verständigung, die auf gegenseitiger Achtung fußt, weil sie allein von Dauer sein kann – auf einer Achtung, wie sie ehemalige Frontsoldaten untereinander auszeichnet.

Denn man gebe sich doch keinem Zweifel hin: Die meisten großen Staaten haben mehr denn je Kriegsmaterial abgehäuft. Kriegsmaterial aber, das der Gefahr der Veraltung unterliegt, und sein dem Weltkriege nicht zur Ruhe gekommene, sich mit höchstem Mißtrauen gegenüberstehende Völker sind ein furchtbarer Zündstoff. Ein geringfügiger Anlaß, wie einst 1914 der unglückselige Schuß in Serajewo – vielleicht aus der Pistole eines Narren -, kann genügen, um, gegen den Willen der betroffenen Völker, Millionarmeen aufeinanderplatzen zu lassen. Er kann genügen, ganze Länderstriche durch Zehntausende von Geschossen aller Kaliber und Tragweiten umpflügen zu lassen, Stände und Dörfer aus der Luft in Flammenmeere zu verwandeln, alles Leben in Gaschwaden zu ersticken.

Wer am Weltkrieg teilnahm, hat eine Vorstellung von dem, was ein moderner Krieg heute mit seinen vervollkommneten Waffen bedeuten würde.

Und ich wende an die Kameraden der Fronten des Weltkrieges hüben und drüben:

Seid ehrlich! Gewiß, wir standen einst draußen im stolzen Gefühl, wahrhafte Männer zu sein – Soldaten, Kämpfer, losgelöst vor der Alltäglichkeit des früheren Lebens. Wir empfanden zeitweise vielleicht Freude an diesem Dasein, das in schroffem Gegensatz stand zur Verweichlichung, die die moderne Kultur und Überkultur mit sich bringt. Wir fühlen uns als hochwertigere Menschen als die, welche fern den Fronten nichts zu tun hatten mit dem Schicksal der Fronten. Wir fühlten uns als die Verteidiger des Lebens unserer Nation, als die Träger ihrer Zukunft.

Wir genossen manchmal auch frohe und heitere Stunden, wir versuchten, jede Minute uns geschenkten Lebens doppelt zu leben. Keiner von uns wollte die Zeit an den Fronten in seiner Erinnerung wissen.

Aber seid ehrlich. Wir haben das Grauen vor dem Tode gespürt. Wir haben den Tod furchtbarer und geballter gesehen als wohl je Menschen vor uns. Wir haben in Unterständen gehockt und uns gekrümmt in Erwartung des zermalmenden Einschlags. Wir hielten im Entsetzen den Atem an, wenn unser geschultes Ohr die Granaten auf uns zufauchen hörte, wenn die Minen uns entgegenschleuderten. Uns schlug das Herz bis zum Zerspringen, wenn wir vergeblich nach Deckung suchten vor den peitschenden Maschinengewehrgarben. Wir glaubten, unter unseren Masken inmitten der Gasschwaden zu ersticken. Wir torkelten durch waffengefüllte Gräben. Wir durchwachten fröstelnd die Nächte im Schlamm der Granattrichter. Wir ließen Tage und Wochen das Grauen des Großkampfes über uns ergehen. Wir froren und hungerten und waren oft der Verzweiflung nahe. Uns klangen die Schreie der Schwerverwundeten in den Ohren, wir sahen im Gras Erstickende sich winden. Wir begegneten dahintorkelnden Erblindeten, wir hörten das Röcheln Sterbender. Inmitten der leichenhügel unserer Kameraden schwand uns die letzte Hoffnung auf Leben. Wir sahen das Elend der Flüchtlinge hinter uns. Wir sahen die Witwen und Waisen, die Krüppel und Leidenden, die kränklichen Kinder, die hungernden Frauen daheim.

Seid ehrlich! Hat nicht dann und wann ein jeder von uns gefragt: Wozu dies alles? Muß es sein? Kann der Menschheit das in Zukunft nicht erspart werden?!

Aber wir hielten aus – hüben und drüben! Wir hielten aus als Männer der Pflicht, der Disziplin, der Treue, als Männer, die Feigheit verabscheuen.

Doch heute greife ich die Frage von damals auf und rufe sie anklagend in die Welt hinaus – als Frontkämpfer zu Frontkämpfer, als Führender eines Volkes zu den Führern der anderen Völker: Muß es sein?! Können wir gemeinsam bei gutem Willen dies der Menschheit nicht ersparen?!

Vielleicht fragt man mich: Warum erhebst du deine Stimme erst heute? Warum schwiegst du die vergangenen jahre?

Ich will die Antwort geben: Weil meine Stimme sich in Deutschland vermischt hätte mit den Stimmen von Verrätern am eigenen Volke – mit den Stimmen derer, die einst den deutschen Frontkämpfern in den Rücken fielen – mit den Stimmen derer, die den Frontsoldaten besudelten und den Drückeberger lobten – mit den Stimmen derer, die die Ehre meines Volkes preisgaben – mit den Stimmen derer, die deutscherseits den Versailles Vertrag auf dem Gewissen haben. Ich wollte nicht an ihrer Gesellschaft teilhaben.

Heute darf ich reden, weil ein Mann meines Volkes die Ehre dieses Volkes vor der Welt wiederhergestellt hat. Heute darf ich reden, weil dieser Mann die Verräter an diesem Volke zum Schweigen gebracht hat. Heute darf ich reden, weil die Welt weiß, daß ein nationalsozialistischer Kämpfer kein Feigling ist. Heute darf ich reden, weil der Führer meines Volkes selbst der Welt die hand zum Frieden entgegenstreckt. Heute darf ich reden, weil der Tapfersten einer, Adolf Hitler, mich davor bewahrt, mißverstanden und mit Feiglingen auf eine Stufe gestellt zu werden.

Heute muß ich reden, weil ich damit den mann stütze, der versucht, die Welt im letzten Augenblick vor der Katastrophe zu bewahren.

Heute erhebe ich meine Stimme, weil ich gleichzeitig die Welt warnen will, das Deutschland von heute, das Deutschland des Friedens zu verwechseln mit dem Deutschland von einst, dem Deutschland des Pazifismus!

Denn das muß man wissen: Wenn uns Frontkämpfern die Erinnerungen an die Schrecken des Krieges noch tausendfach vor Augen stehen, wenn die junge Nachkriegsgeneration den Krieg so wenig wie wir Alten will – zu einem „Spaziergang“ in unser Land steht der Weg nicht offen.

Wie das französische Volk im großen Kriege jede Handbreit Boden mit aller Kraft verteidigt hat und jeden Tag von neuem verteidigen würde – genau so würden wir Deutsche heute es tun. Der französische Frontsoldat besonders wird uns verstehen, wenn wir jenen, die immer noch mit dem Gedanken eines Krieges spielen – den natürlich andere an der Front führen müßten als die Hetzer -, zurufen:

Man soll es wagen, uns anzufallen.

Man soll es wagen, in das neue Deutschland einzumarschieren.

Mann soll die Welt den Geist des neuen Deutschlands kennenlernen!

Es würde kämpfen, wie noch kann je ein Volk um seine Freiheit gekämpft hat.

Das französische Volk weiß, wie man den eigenen Boden verteidigt!

Jedes Waldstück, jeder Hügel, jedes Gehöft müßte durch Blut erobert werden! Alte und Junge würden sich einkrallen in den Boden der Heimat. Mit einem Fanatismus sondergleichen würden sie sich zur Wehr setzen!

Und wenn selbst die Überlegenheit moderner Waffen obsiegte, der Weg durch das Reich würde ein Weg grauenhafter Opfer auch für den Eindringling sein, denn noch nie war ein Volk so erfüllt vom eigenen Recht und damit von der Pflicht, sich gegen Überfälle bis zum letzten zur Wehr zu setzen, wie heute unser Volk.

Aber wir glauben es nicht, was Brunnenvergifter der internationalen Beziehungen uns suggerieren wollen, daß irgendein Volk den Frieden Deutschlands und damit den Frieden Europas, wenn nicht der Welt, neuerdings stören wollte.

Wir glauben es insbesondere auch vom französischen Volke nicht. Denn wir wissen, daß auch dieses Volk Sehnsucht nach Frieden hat. So wie wir Frontkämpfer uns entsinnen, daß Frankreichs Bevölkerung hinter den Linien des Weltkrieges stets den Krieg als ein Unglück für sich und die ganze Welt bezeichnete. Mit aufrichtiger Sympathie hat man in Deutschland – und gerade bei den Frontkämpfern Deutschlands – Stimmen französischer Fronkämpferorganisationen vernommen, die eine ehrliche Verständigung mit Deutschland fordern. Eine Forderung, die zweifellos der Kenntnis des wirklichen Gesichts des Krieges ebenso entspringt wie der Achtung, welche Frankreichs Frontkämpfer aus soldatischem gefühl heraus den Leistungen der deutschen frontkämpfer entgegenbringen!

Frankreichs Soldaten wissen, wie tapfer sich die Deutschen viereinhalb Jahre gegen gewaltige Übermacht schlugen. Ebenso wie der deutsche Frontkämpfer dem französischen Frontkämpfer seine Anerkennung für seine Tapferkeit nie versagen kann. Diese Tapferkeit findet ihren Ausdruck in der Tatsache, daß Frankreichs Armee den höchsten Blutzoll auf Seite der Alliierten brachte.

Die Frontkämpfer wollen den Frieden.

Die Völker wollen den Frieden.

Deutschlands Regierung will den Frieden.

Und wenn uns Worte maßgeblicher Vertreter der französischen Regierung von Zeit zu Zeit ans Ohr klingen, die wenig dem Geist der Verständigung entsprochen, so geben wir die Hoffnung nicht auf, daß trotz alledem auch Frankreichs Regierung den Frieden will. Wenn das französische Volk zweifellos Frieden wünscht, so haben wir die Überzeugung, daß darüber selbst Frankreichs Regierungen keinen Krieg mit Deutschland wollen.

Und wenn maßgebliche französische Vertreter nicht die Sprache des französischen Volkes und seiner Frontkämpfer sprechen, so dürfen deren Reden nicht einmal als Sinneskundgebung der Führung Frankreichs gewertet werden. Ein Franzose, der Volk un Politik seines Landes genau kennt, miente zu mit: ‚Habt Mitleid mit uns! Wir regieren noch mit dem Parlamentarismus.‘ Er wollte damit sagen, daß Staatsmänner vielfach gezwungen sind, in ihren Reden nicht das zu sagen, was sie denken, sondern das, was Parlamentsmehrheiten zu hören wünschen. Parlamentsmehrheiten aber sind, wie wir wissen, nicht Meinungsvertreterinnen des Volkes, sondern vielmehr Interessenvertretungen wirtschaftlicher und sonstiger Kräfte.

Die Geschichte wird Männern, welche in so schweren Zeiten der Völker die Verständigung zuwege brachten und damit die Kultur retteten, sicherlich mehr Lorbeeren flechten, als Männern, welche glauben, durch politische und militäriche Angriffshandlungen Siege erringen zu können, ja, die gar wirklich Siege erringen.

Die Völker selbst, denen sie den Frieden sichern, werden es ihnen danken, denn die Arbeitslosigkeit mit ihrem sozialen Elend ist doch in erster Linie zuruckzuführen auf zu geringen Güteraustausch zwischen den Staaten, der durch mangelndes Vertrauen immer behindert ist.

Es ist unzweifelhaft, daß aud der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich nicht nur diese Staaten in ihrer Gesamtheit, sondern jeder einzelne innerhalb der beiden Völker Nutzen ziehen würde. Konkret gesprochen heißt das, jeder Franzose und jeder Deutsche erhielte auf die Dauer erhöchtes Einkommen oder erhöhten Lohn.

So wenig der Krieg und die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln unter dem namen eines ‚Friedens‘ der Kultur und der Wohlfahrt der Völker zugute kam, so sehr muß ein wahrhafter Friede Nutzen für alle bringen.

Wahrhafter Friede und wirkliches Vertrauen zwischen den Völlkern ermöglichen die Herabsetzung ihrer Rüstungen, die einen großen Teil des Einkommens der Völker und somit der einzelnen Volkgenossen heute beanspruchen.

Immer wieder hat es Adolf Hitler betont, daß Deutschland lediglich Gleichberechtigung auf allen Gebieten einschließlich denen der Rüstung wünscht. nach Erzielung eineer solchen Verständigung zwischen Deutschland und seinen nachbarn kann Deutchland sich um so leichter mit dem Minderstmaß an Rüstung begnügen, welches nötig ist, um seine Sicherheit und damit den Frieden zu garantieren.

Denn ein praktisch wehrloses land stellt eine Gefahr für den Frieden dar. Seine Wehrlosigkeit verleitet nur zu leicht risikolosen ‚Spaziergängen‘ fremder Heere.

Waffenlosigkeit eines einzelnen Volkes inmitten schwergerüsteter Völker kann der Anreiz sein für enrgeizige Männer, billige Lorbeeren zu erringen, kann der Anreiz sein für Regierungen, das eigen Volk abzulenken durch das außenpolitische Abenteuer eines Krieges.

Gerade die alten Soldaten unter Ihnen, meine Parteigenossen, werden als einstige Soldaten bezuegen können, daß alte Frontsoldaten, zu denen ich mich selbst mit Stolz bekennen darf, den frieden aus innerster Überzeugung wünschen.

Die Welt weiß insbesondere, daß der Frontkämpfer Adolf Hitler mit überraschender Offenheit seine wirklichen Gedanken ihr darlegt. Die Frontkämpfer in der Regierung Deutschlands wollen ehrlich Frieden und Verständigung. Ich appelliere an die Frontkämpfer in anderen Staaten ebenso wie an die Gutwillige in den Regierungen dieser Staaten, uns in diesem Ziele zu unterstützen.

Ich richte diesen Appel von heiliger ostpreußischer Erde her an die Frontsoldaten der Welt. Hier auf diesem deutschen Grenzlandboden begann einst das große Weltringen mit seinen furchtbaren Opfern; mit seinen Opfern, von denen noch heute die kämpfenden Nationen sich nicht erholt haben. Es möge ds historische Kampfgebiet, von dem aus ich hier spreche, den ersten Friedenruf in seiner Wirkung erhöhen. An Deutschlands Ostgrenze garantieren verständnisvolle Pakte den Frieden der Bewohner großer nachbarstaaten. Mögen auch die Regierungen der Völker an den anderen Grenzen unseres Reiches bald eine größere Sicherheit für ihre Volksgenossen in friedlichen Verträgen des Verstehens sehen, statt in angehäuftem Kriegsmaterial, das ist unsere Hoffnung. Im Gedenken seiner Toten, deren viele für Ostpreußen fielen, wird in Deutschland der Wille zum Frieden stets stark und mächtig sein!

Die alten Soldaten der Front und die jungen Kämpfer für ein freies, stolzes und friedfertiges Reich grüßen den Frontkämpfer und ihren Führer Adolf Hitler. Grüßen wir alle ihn zugleich als den Kämpfer für den Frieden. Sieg-Heil!“


Quelle:

Zentralverlag der NSDAP., Franz Eher Nachf., München

1936

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