Deutsche Soldaten, wie waren sie in Wirklichkeit?

„Ich habe große Achtung für die deutschen Soldaten. In Wirklichkeit sind die Deutschen das einzige anständige in Europa lebende Volk.“

George S. Patton

Der deutsche Soldat hat in der West Ukraine überhaupt keine schlechte Erinnerung von sich hinterlassen. Wenn die Galizier oder West Ukrainer nach dem Kriegsende nicht Angst gehabt hätten, von ihren Eindrücken über die deutsche Besatzung zu sprechen, hätten sich bei vielen Europäern ganz andere Vorstellungen über die Deutschen gebildet. Aber ihnen hat man nicht nur das Stimmrecht entzogen, sondern auch auf einem genetischen Niveau eine Angst eingepflanzt, über die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges und des Nachkriegsjahrzehnts zu sprechen. Weil jedes Wort, das dem Kreml-Standpunkt über den Krieg widersprach, für jeden Galizier und seine Familie mit der Deportierung nach Sibirien hätte enden können. Deswegen haben sie damals geschwiegen und auch jetzt sind sie nicht allzu bereit, über dieses Thema vertrauliche Gespräche zu führen, weil in der Ukraine bis jetzt die offizielle Kreml-Meinung ihre Macht erhalten hat. Die Geheimdienste und Regierung kontrollieren die öffentliche Meinung, deswegen ist ein gerechtes Wort zu Gunsten der Deutschen, geschweige ein gutes Wort über sie zu sprechen, gelinde gesagt PROBLEMATISCH. Wer versucht, es zuzulassen – bekommt sofort einen Anschnauzer vom Kreml, Weißen Haus oder der Klagemauer. Und dennoch…

Wie oft habe ich meine Gesprächspartner – Galizier – über das Verhalten der Soldaten-„Eroberer“ (Deutschen) und die Sowjetsoldaten-„Befreier“ gefragt, der Vergleich fiel nicht zu Gunsten der letzteren aus. Letztendlich ist ein Eindruck entstanden, dass die Kreml-Propaganda alle Untaten, die die ruhmreichen Europa-„Befreier“ vollbracht haben, den Deutsche zugeschrieben hat. Der Siegerstatus hat es ihnen damals erlaubt, es ohne jede Skrupel zu tun und noch mehr heutzutage, wo ihnen so viele hausgemachte Kollaborateure des 21-Jahrhundests ihre unansehnlichen Taten nachsingen.

Wenn auch die sowjetischen Propagandisten gebetsmühlenartig wiederholt haben, dass man die Deutschen und die Nationalsozialisten nicht auf einen Haufen werfen sollte, das Ergebnis der Zombierung oder Schaffung des Sowjetmenschen (sowjetischen menschlichen Schräubchen) war doch, dass man in deren Bewusstsein einen Hass vor allem gegen die Deutschen anerzogen hatte. Vielen von uns, die den größten Teil ihres Lebens, wenn nicht das ganze Leben, mit der Kreml-Lüge gelebt haben, stellten sich die Deutschen als gnadenlose Killermaschinen, als Terminatoren, als grausame und unmenschliche Ungeheuer dar. Wenn es unter ihnen auch gute Leute gab, dann nur einzelne, nur als Ausnahmen. Die restlichen – Scheusale.

In allen Spielfilmen ohne Ausnahme, waren die deutschen Soldaten nur Kulisse, nur Hintergrund, auf dem die ruhmreichen sowjetischen Krieger ihren glänzenden Sieg geschmiedet haben. Für sie blieb nur unter dem Druck der „siegreichen und legendären“ (Sowjetarmee) zu sterben. … Es reichen die Finger einer Hand, um die nichtdeutschen Spielfilme aufzuzählen, in denen Soldaten der Wehrmacht mehr oder weniger glaubhaft dargestellt sind. Die Sieger haben ein Tabu auf die Heroisierung der Soldaten der Wehrmacht und noch mehr auf die Heroisierung der Soldaten der Waffen SS auferlegt.

Und doch waren die deutschen Soldaten Helden, voller Tapferkeit und Selbstaufopferung. Ihre soldatische Kameradschaft ruft Bewunderung bis heute hervor. Bewunderung bei den einen und Neid bei den anderen – bei den Siegern. Dieser Neid ist mit einem Hass vermengt, weil, und jetzt kommt es heraus, selbst der Sieger war längst nicht immer tadellos und schuldlos. Seine Gräueltaten müssten nicht nur die Augenzeugen und die überlebende Opfer erschaudern, sondern auch jene, die nach der Niederlage in allen abscheulichsten Verbrechen beschuldigt wurden. Es ist klar, dass man Nürnberg nicht deswegen erdacht hat, um seine eigene Verbrechen zu gestehen. Und mit den Gräueltaten der Nationalsozialisten musste man die wahren Ziele des Zweiten Weltkrieges vertuschen und die Aufmerksamkeit von den wahren Kriegstreibern und Provokateuren abzulenken.

Man kann den russischen, den europäischen Hass gegen die Deutschen während des Krieges, in den ersten Jahrzehnten nach ihm verstehen – der deutsche Soldat kam mit der Waffe in ihr Haus. Die Deutschen Bomben haben Warschau, Minsk und Kiew zerstört… Es sind Leute umgekommen. Friedliche und bewaffnete. Und wie viele wurden verletzt…

Und doch hat es bei den Deutschen für den Mut und die Weisheit gereicht, um es zu bereuen. Und was ist mit den Siegern? Was hat die „ruhmreiche“ sowjetische Soldateska mit den deutschen Mädchen und Greisinnen, mit Frauen und Kriegsgefangenen angestellt, was haben die westlichen Alliierten mit den deutschen Städten in denen nur Frauen, Kinder und Alten geblieben sind, angestellt… Wie soll man das nennen? Und es gibt bis heute keine Reue! Mehr noch, denjenigen, die sich über diese Verbrechen empören möchten, wird mit der Kraft der Polizei und den Fäusten der Antifa, mit Fernsehlügen und unendlichen Verboten der Mund zugehalten…

Es sind schon sieben Jahrzehnte vergangen, und die „Wut“ gegen die Deutschen, die schon lange nicht „edel“ ist, wird immer wieder „zum kochen gebracht“, nach einem Signal aus dem Kreml, aus dem Munde von Stammtischpolitikern, die bei ihm auf der Gehaltliste stehen…

Gut, zum Teufel mit diesen ausländischen Deutschenhassern. Sie toben und hassen die Deutschen, weil sie Angst haben, dass bei ihnen wieder das nationale Bewusstsein zum Erwachen kommen könnte, und sie aufhören werden, Marionetten der Sieger zu sein, dass sie nicht mehr als Zugvieh sein wollen, mit Hilfe dessen überseeische und andere Herren dieser Welt ihre geraubten Schätze aus dem Land karren könnten.

Das Unglück liegt darin, dass die Reihen der Veteranen des damaligen Krieges immer lichter werden. Sie gehen aus dem Leben als Verleumdete, Verfluchte, verbittert über diejenigen, die sie gegen Verleumder und Verräter schützen sollten.

Es wird irgendwann die Zeit kommen, wo das wahre Bild über den Zweiten Weltkrieg zugänglich sein wird. Ich kann mir vorstellen, welcher Schmerz in den Herzen vieler Deutschen herrschen wird, wenn sie erfahren werden, dass ihre Großväter, Urgroßväter, Ur-Urgroßväter unberechtigterweise verflucht und vergessen wurden. Wie sie sich ihrer Eltern schämen werden, die der Propaganda der Sieger geglaubt haben und die großzügige Gelegenheit und das „Ehren“recht genutzt haben, in ein Horn mit den „Befreiern vom Faschismus“ zu blasen, dabei die „verfluchten Nazis“ – ihre eigene Verwandten und Nächsten – zu bespucken, die, die auf ihren Uniformen das Zeichen mit einem Adler und Hakenkreuz trugen und geglaubt haben, dass sie ihr Leben nicht nur für den Führer geben, sondern für ihre eigenen Kinder, Enkelkinder und Urenkelkinder, für ein Land, das für sie ihr eigenes war und sie hofften es noch schöner zu gestalten

Es ist nicht geschehen… So haben sie die Verdammnis und das Vergessen bekommen. Aber wenn es einen Gott gibt, so kommt die Zeit wo ihr Andenken von dem Schmutz befreit wird und sie bekommen ihren Anteil an Gerechtigkeit und Ruhm. Von den Generationen, die leider ihre Helden nur im Kino und in den Familienalbums sehen können. Und vielleicht auf den Straßenbannern? In den Museen? Und in den Monumenten? Es kann doch nicht sein, dass die Lüge ewig die Welt regiert!
Aber kehren wir zurück in die Ukraine, in ihren westlichen Teil. Hier habe ich die Geschichten über die deutschen Soldaten gehört, die man am 29. Juni 1941 mit Blumen empfangen hat. Sie wurden als Befreier empfangen.

Meine weitere Erzählung basiert auf den Berichten, die ich von meinen Kollegen gehört habe. Diese Geschichten haben ihnen seinerzeit ihre Verwandten anvertraut, die ehemaligen Zeitzeugen dieser grausamen Zeiten. Ich habe es ihnen versprochen, die Namen und Familienamen von Personen, die Bezeichnungen von Ortschaften – alles was bei den Leuten eine Angst um ihre Verwandte auslösen könnte, nicht zu nennen. Die Leute haben noch Angst vor dem KGB und seinen Metastasen in den postsowjetischen Staaten. Und die Propaganda der Kreml-Geheimdienste ist noch sehr stark. Die Archive des Kreml sind voll von gefälschten Berichten über Gräueltaten deutsch-faschistischer Okkupanten.

Im Übrigen, wer konnte in der UdSSR „Memoiren“ schreiben? Augenzeugen und Zeugen, Teilnehmer an den Kampfhandlungen, Helden oder Verräter?… Wer konnte die „Dokumente“ schreiben? Ist die Antwort nicht offensichtlich? Wenn die Geheimdienste des Kreml die Reichsbanknoten, oder die USA die Unterlagen fälschen konnten, mit denen die sowjetische Spione in alle Türen von Ost und West eingehen konnten, dann wäre es in Leichtes „Tatsachen“ über „Gräueltaten“ der Nationalsozialisten und ihrer „dreckigen Mithelfer“ zu fabrizieren. Es wäre verwunderlich, wenn sie es wirklich nicht getan hätten: wozu haben sie dann ihr Brot und nicht nur Brot bekommen?

Die Verfechter des Kreml könnten beliebig die „Tatsachen“ und „Unterlagen“ den Leuten unter die Nase halten, wer wird ihnen nach so vielen Jahrzehnten von Lügen Glauben schenken? Und was sind die „wahren Berichte von Zeugen“… Ich kenne es von mir, wie meine Verwandten und nähere Freunden gewarnt wurden: „Nicht zuviel plappern!“ Wo ist die Garantie, dass die Berichte von denen, die sie gegeben haben, nicht im Voraus auswendig gelernt wurden, um später „nicht zuviel“ zu sagen? Und weil die Überwachung in Russland und anderen Staaten der GUS sich kaum geändert hat, mussten die „Zeugen“ ihre „Legenden“ sehr gut auswendig lernen und für lange Zeit – bis zum Lebensende.

Am 29. Juni 1941 sind die deutschen Soldaten nach Lemberg, vormals die österreichisch-ungarische und jetzt – die postsowjetische Stadt Lwow einmarschiert.

…In der Stadt gingen schon seit einer Woche die Erschießungen von Ukrainern und Polen in den NKWD Gefängnissen vor sich. Sie wurden von den eigenen Brüdern – Slawen, die zu Sowjetbürgern geworden sind, mit besonderer, wahrhaft asiatischer Grausamkeit ermordet… Man musste sich nur die Tatsache vorstellen; wie in den aufgeschlitzten Bauch eines Priesters eine Kinderleiche eingepackt wurde. Oder wenn man in eine kleine Abstellkammer die Leute so eingepfercht hat, das sie nur stehen konnten und dann die Abstellkammer mit den lebenden Menschen eingemauert hat… Und natürlich hat man erschossen, rund um die Uhr, am Tage und in der Nacht. Das Blut floss auf die offenen Straßen… Der Verwesungsgeruch stand um den Gefängnisbezirk noch einige Wochen.

So haben die Stoßtruppen der Wehrmacht Lwow erlebt, als sie in die Stadt einmarschiert sind.

Es ist klar, dass nach dem Einzug der deutschen Armee und der Flucht der NKWD Schergen, die Massaker an den Zivilisten aufgehört haben. Die Deutschen begannen ihren Plan der „Neuen Ordnung“ zu realisieren. Später werden die Kreml-Propagandisten sie regelrecht in den Schmutz ziehen. Aber den meisten Bürgern der Stadt hat er gefallen. In der Stadt hat man eine wirkliche Ordnung geschaffen, und zwar solche, die in den meisten deutschen Städten seit Jahrhunderten herrschte. Für die Ruhe in der Armee, für die Ruhe der Bürger von Lwow hatte die Feldgendarmerie gesorgt. Die Deutschen haben mit Härte für Ordnung gesorgt, aber sie waren gerecht und korrekt. Hier hatte ihnen keiner in den Rücken geschossen, hatte keiner den schlafenden Soldaten eine Handgranate oder Flaschen mit brennbaren Flüssigkeiten – Molotow-Cocktail – in die Kaserne geworfen. Natürlich haben sie auch die Zivilbevölkerung menschlich behandelt. Für die Erhaltung der Ordnung in den Dörfern genügte jeweils ein Zug…

Wie oft ich mit Galiziern über das Verhalten der Deutschen während des Krieges gesprochen habe, jeder meiner Gesprächspartner nannte zur Bekräftigung seiner Meinung, dass „die Deutschen sich beispielhaft und manchmal sogar edelmutig benommen haben“, als Beispiel die Erinnerungen seiner Verwandten, die den Krieg und die Okkupation – die sowjetische, die deutsche, und wieder die sowjetische, überlebt haben.

In jeder dieser Geschichten gab es immer eine Episode, in der die deutschen Soldaten Bonbons, Schokolade und anderen Süßigkeiten an die heimische Kinder geschenkt haben, die in der Kriegszeit für die Kinder eine große Seltenheit waren.

Nur eine Geschichte hat mir eine Gesprächspartnerin mit gewisser Feindseligkeit gegenüber den Deutschen erzählt. Sogar gegenüber der deutschen Sprache hatte sie eine Abneigung. Also hat es Sinn, diese Geschichte genauer zu erzählen, weil sie bis jetzt nur die einzige von dieser Art in meiner Sammlung ist. Ich habe gleich von Anfang an gedacht, dass jetzt etwas ganz Negatives kommt, aber es gab bis jetzt kein größeres „Negativ“. So kam ich zurück zu dieser Geschichte, habe nachgedacht, sogar etwas verbittert gelächelt… Im Übrigen, Sie können auch selbst urteilen:

Die deutschen Soldaten saßen an einem Tisch in einem Haus und aßen zu Mittag. Auf dem Tisch lag ein Bonbon. Der kleine Junge der Wirtsleute sah es und wollt nach ihm greifen. Einer der Soldaten hat seine Pistole herausgeholt und hat dem frechen Jungen damit gedroht. In Deutschland werden die Kinder so erzogen, bevor man etwas nimmt, fragt man danach, also bittet um Erlaubnis. So hat, vielleicht auf nicht durch gedachte Weise, der Deutsche den Jungen zu erziehen versucht.

Und hier ist noch eine „Kinder“ Geschichte. Diesmal ging es nicht um Bonbons… Während des Krieges war der Vater meines Freundes ein 13 jähriger Jugendlicher. Als Untermieter in ihrer Hütte hatten sie einen SS Offizier. Der Vater des Jungen sprach mit ihm Deutsch, weil Galizien lange Zeit ein Teil von Österreich-Ungarn war und viele Galizier konnten die deutsche Sprache sehr gut. Die Beziehungen des Vaters zum Untermieter waren auch sehr gut. Und eines Tages verschwindet bei dem Offizier die Pistole… Natürlich fällt der Verdacht sofort auf den Jugendlichen. Der Deutsche warnt den Vater: wird die Pistole nicht gefunden – wirst du erschossen… Die Pistole wurde gefunden. Und der Vater hat dem Sohn ordentlich den Hintern versohlt… Und der SS Mann hat danach dem Jungen nur mit dem Finger gedroht. Er war zufrieden, dass seine Dienstwaffe nicht verloren ging und er keine Sünde auf sich laden müsste. Er hat es später dem Vater gestanden, in etwas beruhigter Lage…

Und hier ist noch ein Beispiel der „Gräueltaten“ der SS Leute. Dies hat mir meine Verwandte erzählt, die von Nationalität eine Weißrussin ist. In dem Dorf wurde eine Strafaktion gegen die örtliche Zivilbevölkerung vorbereitet. Dis Aktion haben die Partisanen provoziert. Jetzt ist es bekannt, dass die „Partisanenbewegung“ Berija und seine NKWD leiteten. Das Ziel war nur eins – die Deutschen mit den Anschlägen zur Weißglut zu bringen und somit zur Strafaktionen gegen die Zivilbevölkerung zu provozieren, damit man später bei dieser Bevölkerung den Hass gegen die Besatzer schüren könnte und dies letztendlich bei den sowjetischen Soldaten zu einer „edlen Wut“ führen sollte, zum unausrottbaren Wunsch, die „Deutschen zu töten“ (wie sie dazu der wohlbekannte sowjetische „Humanist“ I. Ehrenburg aufrief). Also, in das Dorf kam eine SS Einheit. Manche sind geflohen, die anderen haben sich verkrochen wo sie nur konnten. Die Familie meiner Verwandten hat sich in einem Keller versteckt, dessen Eingang in einem Zimmer war. Als die Militärstreife die Hütte betreten hat, war dort keiner anzutreffen. Aber an den Fußbodendielen hatten die „verfluchten Faschisten“ doch eine Lücke entdeckt. Als der Offizier hinein blickte, konnte er die erschrockenen Kindergesichter sehen. Er sah sie an, als ob sie seine eigenen wären. Er zog aus der Innentasche seiner Uniformjacke Fotos. Zeigte sie den noch verschreckten Frauen.

„Meine Kinder“, sagte er. Und fügte hinzu im gebrochenen Russisch: „bis zum Morgengrauen darf hier keiner rauskommen.“ …Als sie am nächsten Morgen auf die Straße herauskamen, war das ganze Dorf verbrannt.

Eine ähnliche Geschichte spielte sich in der Ukraine ab. In dem Dorf stand eine SS Einheit. Die Beziehungen der Deutschen zur den Bauern waren gut. Die Sowjetarmee rückte näher. Schwere Kämpfe standen bevor. Eines Tages kam ein Deutscher zu dem Hauseigentümer und riet ihm, etwas weiter von seinem Haus abzurücken und am liebsten einige Tage nicht zurückzukehren, weil „die Sowjets kommen und sie werden nichts von uns und von euch übrig lassen…“. Als der Dorfbewohner nach einigen Tagen zu dem eigenen Herd zurückgekehrt ist, war vom Dorf fast nichts mehr übrig geblieben. Um die Ortschaft einzunehmen, haben die „Befreier“ die Häuser der Befreiten keinesfalls geschont.

In den sowjetischen Zeitungen, in den Büchern und in Spielfilmen gibt es sehr viele Geschichten darüber, wie die Deutschen in die Dörfer kamen, die Bewohner aus ihren Häusern in die Ställe umquartierten und selbst ihre Häuser besetzten. Dagegen wurde das Bild des sowjetischen Kämpfers in solchen Situationen immer in dem besten Lichte dargestellt. Die Deutschen waren immer, wie es sich auch gehört, nur die Unholde. Der sowjetischer Soldat –ein tugendhafter und humaner Mensch, er war ja auch Befreier!

Ja, aber in Galizien war alles… umgekehrt. In einem Dorf haben die deutschen Soldaten in einem Stall und einer Scheune gelebt und die Hauseigentümer verblieben im ihren Haus wohnen. Als aber die sowjetischen Soldaten kamen, müssten die Eigentümer in den Stall und die Befreier nahmen Platz in den Zimmern ihres Hauses.

In der sowjetischen Filmchronik wurde genüsslich eine Sequenz festgehalten, wo die deutschen Soldaten Jagd auf die Hühner in einem Bauernhof machten. In Galizien konnte man so ein Bild sehen: Es kommt ein Deutscher in ein Haus und bittet um Milch. Nicht um sie wegzunehmen – um zu bitten! Er sieht: bei dem Bauern sind viele Kinder. Er bittet um Entschuldigung und geht in ein anderes Haus. Sehr oft haben die Soldaten-„Besatzer“ bei den Dorfbewohnern Lebensmittel gekauft (!) oder getauscht gegen eigene Sachen oder Süßigkeiten. Und die Soldaten-„Befreier“ haben den Bewohnern die Lebensmittel weggenommen. Die Galizier wurden von den „Sowjets“ als Mithelfer der Besatzer behandelt.

Wenn die Deutschen ein Pferd brauchten, wurde es auch gekauft. Wenn aber das Hausvieh schlecht gepflegt wurde, wurde es konfisziert und der nachlässige Eigentümer wurde bestraft.

Die gleiche Politik wurde gegenüber den Eigentümern verfolgt, wenn es auf ihrem Hof dreckig war. Als erstes wurden sie verwarnt. Bei der zweiten Kontrolle … konnte dieser Liederjan von den Soldaten verhauen werden. Danach wurde es im Dorf sauber. Die Galizier sind selbst sehr reinlich und sie lieben wenn es im Haus Ordnung herrscht, sie unterstützten die Aktionen der neuen Macht und achteten die Deutschen für diese Maßnamen.

Die Soldaten hatten eine Instruktion, die ihre Beziehungen zu der heimischen Bevölkerung regelte. Jeder Verstoß, und nicht nur Bestialität, von der Seite deutschen Soldaten, wurde streng bestraft. Tatsächlich gab es Fälle, wo auf Beschwerde des heimischen Bewohners dem Deutschen große Schwierigkeiten drohten. Aber das waren nur Ausnahmeerscheinungen.

Ja, die Deutschen haben die heimischen Bevölkerung, meist Jugendliche, zur Arbeit „getrieben“. Einmal hat die Mutter meiner Kollegin es geschafft, sich davor zu drücken und kam nach Hause am späten Abend. Dabei hat sie sich unbemerkt für den Deutschen zu ihren Kameradinnen hereingeschlichen. Er hat gerade für alle Arbeiterinnen Schokoladentafeln verteilt und unsere „Heldin“ ging leer aus.

„Du, meine Liebe, hast heute blau gemacht. Wenn es noch einmal passiert, bekommst du etwas auf den Hintern.“ Bei der Mutter meiner Gevatterin wohnte ein Deutscher als Untermieter. Einmal hat die Frau für ihn das Abendbrot gemacht. Er hat die Milch getrunken, die Eier aber liegen gelassen und hat mit der Hand auf den Jungen gezeigt: er soll gefüttert werden. Iss es lieber selbst.

In der anderen Familie hat der Deutsche aus der Kantine seine soldatische Ration nach Hause gebracht, den Wirtsleuten abgegeben, und aß das, was ihm die Hausfrau zubereitet hat. Viele Frauen haben erzählt, wie sie gern den deutschen Soldaten zugeschaut haben, wenn sie etwas im Haushalt zu reparieren hatten. Die Galizier sind selbst handwerklich geschickt und akkurat, manchmal sogar penibel in ihrer Hausarbeit, aber die Deutschen sind geborene Handwerker. Besonders wenn sie vom Lande stammten.

Natürlich, es gibt verschiedene Leute. Nicht alles lief mit den Deutschen glatt. Als die Sowjets sie zurückdrängten, waren sie gereizt, verbittert, aber Gräueltaten haben sie nicht verübt.

Es gibt auch solche Erzählungen. Die NKWD hat Terroristische- oder Diversionstrupps geschaffen, die in Wirklichkeit Trupps von Provokateuren waren, die sich in Bandera-Uniform verkleideten und auch heimische Dialekte sprachen – sie haben Gräueltaten in Namen der Bandera-Bewegung verübt. Mein Arbeitskollege hat mir von so einem „verdientem Veteran“ erzählt. Diese Massaker waren in der Tat bestialisch. Aber eins haben die Kreml-Fälscher nicht berücksichtigt. Wenn die Bandera-Leute wirklich solche Verbrechen verübt hätten, hätte die heimische Bevölkerung angefangen, sie zu hassen und ihnen auch die kleinste Vergehen nicht verziehen. Aber dieses Volk hatte die Liebe im Herzen für seine Helden bewahrt, und nach dem Zerfall der UdSSR hat die heimische Bevölkerung, wie mit einer Stimme, sie als ihre Helden benannt. Die, die Wahrheit kannten, haben die Bandera-Leute als ihre Helden genannt. Die, die sie nicht kannten (und auch heute nicht wissen wollen) verfluchen sie bis zum heutigen Tag, und stimmen für die, die nicht wollen, dass der Geist der Freiheit aus der West-Ukraine sich auf das ganze Land ausbreitet. Deswegen wütet der Kreml bis heute mit solchen Eifer gegen alle diejenigen, die nicht dem Reich des Bösen untertänig sein wollen. Damit jede Bestrebung zur Freiheit an der Wurzel vernichtet wird, hat das offizielle Moskau, und das ist kein Geheimnis, noch beträchtliche Schichten der (post)sowjetischen Bevölkerung, die sie unterstützen und die alles Mögliche machen, um die West-Ukrainer zu diffamieren und sie zu erniedrigen.

Und mit den Deutschen, wird da nicht das gleiche gemacht, durch die gleichen und andere, noch mächtigere Sieger – „Befreier“-Unterdrücker? Ich habe schon Erzählungen gehört, dass die „ruhmreichen“ Jungs von Berija in die deutsche, noch öfter in die SS Uniform, verkleidet waren, um für das entsprechende Bild der Deutschen zu sorgen. Die Hauptsache war, ihnen nach dem Sieg nicht die Möglichkeit zu geben, dass sie den Mund öffnen, um sich zu rechtfertigen. Das hat man mit Erfolg in der ganzen Nachkriegsgeschichte praktiziert.

Und jetzt möchte ich mich an die deutsche Veteranen wenden. Auf der Welt, besonders in Russland, gibt es noch viele Leute, die nicht vergessen und verzeihen können. Es ist klar, worüber ich spreche.

Und hier muss man schon nachdenken, ob es bei ihnen im Gehirn alles in Ordnung ist. Wenn man nach fast 70 Jahren noch in Hass lebt, nicht verzeiht, nicht nachlässt, sich nicht an die christliche Gebote erinnert, was geschieht dann mit diesem Teil der Menschheit. Sind sie selbst im Recht? Ist die Wahrheit auf ihrer Seite?

Für mich ist es wichtiger, denjenigen etwas zu sagen, gegen die mich die Kreml-Propaganda versucht hat, aufzuhetzen: ich glaube ihr schon lange nicht mehr. Je mehr ich über Euch, die deutschen Soldaten, erfahre, desto mehr achte ich euch, verneige mein Haupt, bewundere euch. Mein Tribut an Ehrerbietung an die sowjetischen Soldaten habe ich mein ganzes Leben gezollt. Sie müssen es mir deswegen nicht übel nehmen. Jetzt ist die Zeit gekommen, auch Euch meine Achtung zu zeigen. Ich mache es mit einem großen Vergnügen, weil Sie nicht nur eine ordentliche Altersversorgung verdient haben, sondern auch Wörter der Achtung, des Ruhmes und der Liebe. Und in der erster Linie von den eigenen Landsleuten. Von den Siegern? Was kann man machen, wenn sie in vieler Hinsicht Barbaren geblieben sind. Gott soll ihnen gnädig sein, wenn sie es verdient haben. Es wird ihnen schwer, um Vergebung bitten, weil sie ihre Sünden auf die Deutsche abgeladen haben. Ach, was! Dem Sieger ist doch alles erlaubt! Aber Gott sieht alles… Es ist wahr, Er ist noch gnädig. Vielleicht, verzeiht Er noch?

Und noch eine Geschichte, zum Schluss. Die ist nicht vom Krieg. Und vielleicht doch vom Krieg? Darüber, was der Krieg mit uns macht. Ich habe einen Volksdeutschen getroffen, es war nicht mehr jung. Dass er selbst „etwas Deutscher“ ist, hat er erst vor kurzem erfahren. Und nur sehr wenig. Nur, dass sein Vater ein deutscher Soldat war und ein Kriegsgefangener. Seine Mutter war eine sowjetische Soldatin. Sie hatte einen seltenen Vornamen – Kaleria. So ein Schicksal. Die ehemaligen Feinde hat die Liebe zusammengefügt. Es war ein Geheimnis. Es war klar, warum. Es war aber, leider, nicht für lange. Der Deutsche wurde dann später weggebracht, um ihn an den „großen Baustellen des Landes“ zu nutzen. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Und die Mutter des Volksdeutschen hat nicht lange gelebt. Er blieb als zehnjähriger Waise bei seiner Schwester. Er wuchs in einer gewöhnlichen sowjetischen Familie auf, in der sowjetischen Gesellschaft, bereitwillig glaubte er der sowjetischen Propaganda. Er hat aufrichtig in sich die moralischen Qualitäten eines kommunistischen Aufbauarbeiters aufgenommen. Man hat ihn hat gelehrt den Nationalsozialismus, seine Träger – die Deutschen und den übrigen „faschistischen Abschaum“ zu hassen. Kurz gesagt, er wurde zum orthodoxen Sowjetmenschen gemacht. Zu Hause wurde er aber gelehrt , den Menschen zu achten. Und er fing an zu sehen, dass die ihm anerzogene Ideale, irgendwie mit dem nicht übereinstimmen, mit dem, wie sich diejenigen benehmen, die ihn zur Treue zu den kommunistischen Ideen erzogen haben. Und irgendwie wollte in seinem Herz die Saat des Hasses gegenüber den Deutschen nicht aufgehen. Aber… er musste darüber schweigen. Ihm wurde von den Bildschirmen gezeigt, welches „Gesindel“ die Deutschen sind, aber er stellte sie sich ganz anders vor und er hatte Angst, sich zu gestehen, dass er sie anders wahrnimmt. Er hatte viele Fragen – die Propaganda hatte sich so tief ins Gehirn eingepflanzt, und trotzdem konnte er nicht glauben, dass sie genau so sind, wie sie von den sowjetischen Dichtern, Schriftstellern, Drehbuchautoren und Reportern beschrieben wurden – alle diejenigen, die der Kreml-Politik Informationsunterstützung geleistet haben.

…Als das Internet ins Haus kam, hörte er die deutsche Märsche und Lieder, sah die „Gesichter der Feinde“, las ihre Memoiren, fing an, nicht nur die sowjetische Filme zu sehen, die in vieler Hinsicht auch lügnerisch, aber nicht so unverschämt schwindlerisch waren, letztendlich bekam er die Möglichkeit, verschiedene Meinungen zu hören und… zu sehen, wie sein eigenes Land degeneriert war. Jetzt hatte er keine Zweifel mehr, dass er belogen worden war und verstand, dass für ihn die Befreiung von der Lüge eine Ehrensache ist.

Und jetzt erfährt er von seinem Vater und über noch eine weitere Heimat. Und.. nimmt sie als Gnade Gottes, weil er bereit war, die Arbeit der Seele zu vollbringen. Er hat Russland nicht verraten, aber fing an, vom ganzen Herzen die Deutschen zu lieben. Er hat sie schon auf den alten Kriegsfotos gesehen, hörte ihre Lieder. Er war nie außerhalb der UdSSR, sah niemals seine neue Heimat, aber er liebte sie, in Abwesenheit, weil nichts auf der Welt seine Liebe zum Vater ausrotten konnte – gerade so einem und keinem anderen. Und das heißt auch zu der Heimat des Vaters – jetzt auch seiner Heimat. Also, nicht umsonst konnte er nicht lernen, die Deutschen zu hassen.

Er liebte es nicht, laut Liebesgeständnisse abzugeben. Uns jetzt beschenkte Gott ihn mit einer Gabe – Gedichte zu schreiben, damit er von seiner Liebe sprechen konnte. Er konnte überhaupt kein Deutsch, fing an, mit Hilfe eines Computerprogramms deutsche Lieder zu übersetzen und parallel dazu seine neue Muttersprache zu lernen. Er hat gestanden, noch niemals eine Sprache mit so einem Genuss gelernt zu haben.

Und als er später das Gedicht von Theodor Körner “Vater, ich rufe dich” hörte und übersetzt hat, dachte er zuerst, es ist die Rede von seinem Vater – und er war zutiefst gerührt von dem Klang dieses Gedichtes in deutscher Sprache, in der Seele sprach er zu seinem Vater, den er niemals kannte und aller Wahrscheinlichkeit niemals sehen wird. Dann kamen zu ihm Gedichte zu dem Thema. Und eine tiefe Rührung erführen schon die, die dies Gedicht in Russisch gelesen haben.

So allmählich hat er ein Lied nach dem anderen von Deutsch ins Russische übersetzt. Seine Gefühle zu den neuen Landsleuten haben sich in den Zeilen der Nachdichtungen widergespiegelt und gaben ihm – das höchste Glück.

Ich habe ihn gefragt: „Möchtest du Deinen Vater finden“? Er hat bitter gelächelt: „Kein Vorname, kein Nachname, keine Stadt, kein Land – nichts ist bekannt. Und ob er noch lebt, mein unbekannter Soldat? Hat er die Gefangenschaft überlebt? Ob seine Familie mich braucht, wenn er überhaupt eine Familie hatte? Überhaupt, mir reicht das, was ich in meiner Seele habe und für die unerwiderten Gefühle… Aber wenn ich irgendwann vom Vaterland gebraucht werde, es soll nur rufen…“

Zum Schluss hat er mir eine Episode erzählt. Er stand vor paar Tagen an der Haltestelle für Großraumtaxis. Es kam eine Gruppe junger Männer und hat ihn gefragt, welcher Bus sie zum Flughafen bringen wird. Er hatte nur den Sinn der Frage erfasst und sofort, ohne zu wissen, warum, auf Deutsch geantwortet. Sie haben ihn verstanden und waren zufrieden, haben sich bedankt. Sie sprachen unter sich. Für ihn wird endlich klar, dass sie wirklich Deutsch sprechen. Es sind Deutsche! Sie standen so dicht neben ihm, in solchen Fällen ging er immer zur Seite. Jetzt blieb er auf seinem Platz, und es kam ihm so vor, dass er einer von ihnen war. Als er in seinen Bus eingestiegen ist, kam um die Ecke auch ihr Bus. Unter die Jugendlichen kam lebhafte Freude. Auf sie wartete die Heimat… Als er am Abend nach Hause kam, hat er sich an seine Landsleute erinnert und gedacht: „Wie war nur ihr Flug?“…

Zum Schluss will mich noch mal an die Veteranen wenden. Ihr wart wunderbare Krieger. Ihr wart die richtigen Soldaten. Mögen doch Eure Feinde über Euch reden, was sie wollen. Sie ärgern sich und verleumden euch aus Neid: sie werden niemals so sein wie ihr, weil es so schwer, wie es euch erging, noch niemand gehabt hat.

Irgendwann wird die ganze Wahrheit über den Krieg bekannt werden. Dann werden die, die noch einen Kopf auf den Schultern tragen, in dem es noch etwas Gehirn gibt, und die noch etwas Gewissen besitzen, verstehen, warum die Deutschen auf Euch immer stolz seien können.

Alexandr Matweew – Ukraine (Lwow)


Deutsche Soldaten in Rußland – Bilddokumente der „Schreckensbesetzung“:

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