Wie richtige polnische Herren!

Am 18. Juni 1945 erging eine vertrauliche damals Anordnung des Wojewoden für Schles.-Dombrowa in Sachen Polonisierung von Oppelner Schlesiern. Ein Fragment des Original-Textes:

„Bedingungslose Entfernung der Deutschen aus ihrem landwirtschaftlichen Besitz und sie hinter die Oder-Neiße schicken oder sie mit ganzen Familien an einem abgesonderten Ort ansiedeln, wenn Siedler und Repatrianten kommen, die auf diesen Gehöften angesiedelt werden sollen.“

Diese Anordnung unterschrieb Wojewoda. Divisions-General Alexender Zawadzki.

Am 14. Juli 1945

Landrat von Niemodlin, Wladyslaw Wedziocha, organisierte eine vertrauliche Beratung in Sachen „Lösung des Problems der Nationalität“ im Kreis Niemodlin.

Fragment des Original-Textes:

„Man entschloss sich für das Straflager für Kriegsgefangene in Lamsdorf, in dem man ohne Schwierigkeiten etwa 20 000 Menschen unterbringen konnte.“

Czeslaw G. (Gemborski) war der Kommandant des Lagers von Ende Juli 1945 bis zum Tage seiner Verhaftung am 10. Oktober 1945.

Nach seiner Verhaftung milderte sich der Terror im Lager. Menschen sind weiterhin gestorben, aber vorwiegend an Hunger und Krankheit. Das größte polnische Konzentrationslager hörte auf zu existieren im Herbst des Jahres 1946.

Die Deutschen behaupten, dort starben 6000 Personen.

Czeslaw Gemborski wurde nochmals verhaftet im Juni 1956. Freigesprochen im Jahre 1959. Der Prozess war eine Farce.

Czeslaw Gemborski wohnt bis heute in Oppeln. Ignaz Szypula, der Vertraute von Czeslaw Gemborski starb im Jahre 1973, wahrscheinlich fiel er betrunken vom Balkon, obwohl Czeslaw Gemborski das bestreitet. Sogar das.

Die nachfolgende „Beichte“ ist eine Punktion aus 2 Büchern.

Das erste, „Die Hölle von Lamsdorf“ (Pieklo Lambinowic) erschien in Deutschland, Autor ist Heinz Esser, Lagerarzt, er überlebte Lamsdorf (Laumann-Verlagsgesellschaft, 1994, IV Auflage).

Autor des zweiten Buches „Cien Lambinowic (Schatten von Lamsdorf), ist Edmund Nowak (Centralne Muzeum Jencow Wojennych w Lambinowiecach-Opolu, Opole 1991, wydanie 1.“

Bevor ich mit diesem Bericht beginne, möchte ich feststellen, dass mich dieser  in seiner ganzen Tragweite so erschüttert hat, dass ich glaubte, ihn gar nicht abschreiben zu können. Ich habe mir das Buch „Die Hölle von Lamsdorf“ gekauft. Es ist das Grauenhafteste, was ich je gelesen habe. […]

Und nun zu dem Artikel des Polen Janusz Rudnicki:


Beichte des Ignaz Szypula:

„Mein Vater überlebte 4 Jahre deutsche Lager, danach lebte er im Gips-Korsett, später im Gips-Bett und starb, denn man hatte ihm 4 Wirbel der Wirbelsäule beschädigt. Meinen Bruder haben mir die Deutschen im Jahre 1944 getötet, meine Mutter wurde nach dem Krieg 4mal operiert und starb, ich lebe noch. Aber kann sterben. Ich gehe zu Ende wie dieses Jahrhundert, Jahrhundert des Teufels, jeder muss mir recht geben.

Nicht mehr lange gehe ich dort, wo ich selbst geschickt habe. Wie viele? In Deutschland leben noch ein paar, die scheißen weich, wenn sie meinen Namen hören, reicht es?

Ich heiße Ignaz Szypula, im Lager bekannt als „pan Ingnaz“ (Herr Ignaz) In unserem Lager, für sie (die Deutschen). Tod für Tod. Dachten, dass was, dass sie ein Patent haben zum Töten? Wer sollte Gerechtigkeit ausüben, die Geschichte? Und warum nicht ich, ein Pole? Mit Namen Ignaz, Nachname Sz.? Sofort auf der Stelle und von der Hand.

Den Verstand habe ich nicht löffelweise gegessen, aber das Hirn habe ich anderen befohlen zu essen, direkt von der Erde, reicht es?

Ich beginne von Anfang:

Man sagte mir kurz: „Du wirst im Lager arbeiten.“ Sie gaben keine Richtlinie. Sie sagten, du kennst deutsche Lager, selbst hast du gesessen, dein Chef G. (Gemborski) auch, da wisst ihr ja. Gut.. Zuerst musste man kraft des Abschnittes XIII des Potsdamer Vertrages das Gesindel zusammenklauben. Dreieinhalb Millionen dieses haben wir nach Deutschland ausgesiedelt. Verifiziert, ausgesiedelt und umgesiedelt. Alles, was deutsch, nach Deutschland! Und da schnell!

Im Juli 1945 lagerten am Bahnhof in Oppeln 20 000. Unsere aus dem Osten! Sollten wir warten? Bis was, dass die Deutschen von selbst verschwinden? Wir haben ihnen das Leben schwer gemacht, wie wir nur konnten. Sie versteckten sich wie Mäuse, wenn sie einen von uns in Uniform sahen, aber sie saßen. Wir packten ihnen die Repatrianten in ihre Häuser. Mussten zusammen wohnen, sie erstickten fast wie in der Hölle, aber sie blieben.

Wenn so, da haben wir angefangen. Von Bielic. Wir sind angefahren mit LKW im Morgengrauen. Das Militär umzingelte das Dorf und wir, die Miliz und die Sicherheitspolizei zogen sie aus den Häusern. Alles, was deutsch ist, in fünf Minuten raus!

Sachen auf sich und auf die Wiese mit dem Vieh.

Wußten nicht wozu, wussten nicht wohin, wie das wohin?!

Raus aus Polen! Nach Deutschland! Nach Hause! Mit kleiner Haltestelle für eine Übergangs-Ruhepause, in Lamsdorf. Beim „Herrn Ignaz“.

Manche kamen aus dem Haus barfuß, direkt aus dem Bett, manche mit schlafenden Kindern auf dem Arm. Manche wollten uns narren, probierten polnisch zu sprechen, nix da, an den verlausten Kopf und raus aus der Bude. Jetzt sind sie Polen?!

Mit der Hand Kopfschläge oder mit dem Kolben und auf den Weg.

Haj-li Haj-lo, Hay-la, Hitler-Lieder befahlen wir ihnen zu singen. Unterwegs auf in die Schnauze (w drodze tez wpierdol).

Heiß war es, schleppten sich, da prügelten wir. Alte mussten gestützt werden von den Jungen. Damit sie das Tempo mithalten konnten.

Wir trieben sie aus Gracz, Jaczowic, Jakubowic, Klucznika, Korfantowa, Kuzncy, Logockej, Ligoty Tulowieckiej, Lipowa, Lipna,  Magnuszowic, Oldrzyszowic, Przechoda, Szydlowa, an alle kann ich mich nicht erinnern. Zusammen waren es an die 30 Dörfer. Etwas trieben wir auch zusammen aus Niemodlin und Prudnik.

Sie gingen nach Lamsdorf wie die Ameisen unter unseren schweren polnischen Stiefeln.

Es gab auch welche, die sangen „Pod Twoja Obrone“ (Unter deine Obhut Herr). Jetzt da sind sie Polen!

Arbeitslager in Lamsdorf, so war die Überschrift über dem Eingangstor.

Jetzt werdet ihr sehen, was ihr ausgedacht habt.

Ich habe ausgedacht? Oder irgendein Pole? Mich anklagen? Für was?. Ich habe ausgedacht das Töten Unschuldiger für Schuldige?

Ich habe ausgedacht das Gipsbett für meinen Vater?

Im Lager hinter dem Tor wartete auf sie die Gerechtigkeit. Wartete auf sie unser Chef, Czeslaw Gemborski, 20 Jahre alt, so wie wir. Unser Mann, von den Deutschen hat er seins gelitten. War bei unseren Partisanen. 1944 fiel er in ihre (deutschen) Tatzen und saß im Lager Myslowitz. Partisanen-Abteilung (Czarny) befreite ihn aus dem Transport nach Auschwitz.

Gleich 1945 nach der Befreiung trat er in die MO (Bürgermiliz) ein, um in Schlesien die Deutschen auszurotten. Jung war er und schon Feldwebel.

Wartete auf sie sein Stellvertreter Stanislaw D., Edek Z., Antek K., unser polnischer Deutsche Jan F., und Herbert P. und andere und auch ich, die rechte Hand des Chefs, Ignaz.

Die Gerechtigkeit ließ  sie vor der Baracke stehen und warten auf die Registrierung, es konnte auch mal den ganzen Tag sein.

Die Registrierung haben wir angefangen mit einer gründlichen Durchsuchung. Wir nahmen alles. Eine versteckte ihren Ring in den Haaren, wir schnitten sie ab. Wir nahmen und prügelten. Mit Kolben, Händen, Füßen. Alte, Junge, Frauen. Alles, was sich bewegte, außer Kindern. Zum „Guten Morgen“, psychologisch, wie der Czesiek G. sagte, damit man den Gehorsam in ihnen zupflügt.

Ich erinnere mich, wie wir solchen sechs Helme auf die Köpfe setzten und prügelten drauflos so lange, bis Blut über die Augen floß.

Die hatten trotzdem noch Glück.

Einmal erblickten wir einen mit einem Bart, der kam gar nicht in die Baracke  zur Registrierung. Judas. Johann hieß er, Johann L. Wir zogen ihn am Bart in die Werkstatt und dort schraubten wir ihm den Bart in den Schraubstock und zündeten den Bart an, damit er aussieht wie ein Bettler. Er schrie, dass er Kinder hat. Die Reste vom Bart schnitten wir mit dem Messer ab, mit der Haut! Mit Zangen rissen wir ihm die Fingernägel aus, einen nach dem anderen. Dann steckten wir ihm eine Schulter in den Schraubstock und brachen sie. Mit der anderen dasselbe.

Dann haben wir angefangen, ihm mit Schlüsseln auf den Kopf zu klopfen, puk, puk, ist da wer? Und dann hämmerten wir auf den Schädel, es gluckste, Knochen krachten, die Glotzen verdrehten sich ihm. Edek sagte, dass das Weiße das Hirn ist. Das Blut mit dem Hirn sah aus „wie Rote Grütze“ mit Sahne.

Geteilt haben wir die Baracken so:

Für Männer, für Frauen, Frauen mit Kindern und Frauen, die arbeiten konnten. Und Ruhe. Keiner kennt den anderen. Sollte irgendein Mann zu seiner Frau ein Wort sagen oder eine Frau zu ihrem Mann oder Kind sagen, Prügel. 25 Schläge.

Einmal sah eine Frau ihren Mann, lief zu ihm, was haben wir gemacht? Drei Tage in der Sonne ohne Essen und Trinken. Sie hielten sich an den Händen und lagen. Es gab kein Mitleid.

Von der Erde in die Krankenstube, von der Stube unter die Erde!

Einer hat mich mal gebeten, ich möchte ihn noch nicht töten, sondern erst nächsten Morgen, er möchte gern noch seine Frau sehen, –  er hat sie nicht gesehen!

Meine Nummer 14 am Tag der Feuersbrunst, aber ich komme noch darauf.

Der Tagesablauf sah so aus:

Um 6 Uhr wecken, aufstehen und auf den Platz laufen – fallen – kriechen – laufen. Alt nicht alt. Krank nicht krank, „Morgengymnastik“ auf polnisch, von eins bis wie viele es waren.

Wer nicht konnte, wer falsche Zahl zählte, Prügel, alt oder krank. Mit Knüppeln, Füßen, Händen. Wir prügelten so lange, bis die Därme rauskamen. Wer krepierte, Schuhe runter und ins Loch mit dem Aas. Manchmal zum Zeitvertreib, befahlen wir einigen, auf die Bäume zu klettern bis in die Wipfel. Andere wiederum mussten die Bäume absägen. Sie sind runtergefallen wie Birnen.

Gemborski hat mal einem befohlen, auf den Baum zu klettern und schreien, ich bin ein Affe! Und wir haben geschossen, bis er runterfiel! Schuhe runter und ins Loch, ob er lebte oder nicht, seine Sache. Dann Appell, Einteilung in Arbeitsgruppen im Lager und außerhalb. Um 12 Uhr Ruhepause, dann wieder Arbeit, um 20 Uhr Ruhe.

Ich sage Prügel, aber solche Prügel muss man sehen!….

Ich wusste nicht, dass Weiberhintern so groß sind.

In der Mitte des Platzes stellten wir einen Hocker. Jede musste den Rock heben und sich über den Hocker bücken. Wir haben verboten, Schlüpfer zu tragen, bei Verlassen der Baracken haben unsere Jungs mit Stöcken überprüft.

Meine erste hieß Gertrud. Es goß wie aus Eimern. Zuerst mussten sie auf dem Platz im Kreis herumgehen und Hitlerlieder singen. Dann über den Hocker. 25 – 30 Hiebe mit einem dicken Knüppel. Große und weiße Hintern, vor allem nachts. Ich schlug mit aller Kraft und Brutalität (przypierdolilem) zu, dass der Hintern wackelte. Sie stöhnte. Mir wurde ein wenig komisch…. denn so etwas wie meine Mutter. Mit aller Brutalität schlug ich zum zweiten Mal zu, aus Wut über mich selbst, dass ich das erste Mal zuschlagen konnte…. Wir droschen, wie das Korn auf der Tenne. Haut und Fleischfetzen hingen in Streifen. Sie lagen in der Krankenstube und waren am Krepieren. In den Wunden sammelten sich Klumpen von Fliegen. Eins sage ich dazu, dass keiner von uns sie vergewaltigt hat. Der Tod war für sie die Erlösung. Sie starben an Blutvergiftung.

Wir hatten keine Pferde, da haben wir vor den Pflug und die Egge Männer vorgespannt. Vor dem Pflug 12, vor die Egge 8 bis 12, es kam darauf an, wie stark sie waren. Es kam vor, dass auch Frauen ziehen mussten. Wir hatten keine Autos, da spannten wir sie vor einen Wagen oder Anhänger, zum Proviant holen, z.B. Oder vor eine Kutsche, um mit dem Kommandanten spazieren zu fahren.

Wie richtige polnische Herren!

Fünfzehnten September spannten wir vor den Wagen 16 Mann, denn wir mussten schweres Gerät ins Dorf bringen. Wir prügelten sie mit Stöcken, was das Zeug hielt, sie schafften es. Auf dem Rückweg, im Wald, haben wir etwas herumgeschossen. Die Hälfte von ihnen (Männern) haben  wir mit Schüssen zum Teich getrieben und ersoffen. Sechs davon haben uns zum Lager gezogen. Drei davon haben vor Schreck die Sprache verloren, einer hat sich selbst erhängt.

Wir schossen auf die Leute in den Bäumen, wie auf Affen, schossen in die Leute wie auf Fliegen. Einmal sind zu viele Weiber in die Latrine reingegangen, ich schoss eine ganze Serie in sie hinein. Manche bekamen in den Bauch, andere in die Brust. Die Kugeln trafen wie das blinde Los. Stöhnten, jammerten, röchelten. Ins Loch damit! Damit keine Spur bleibt, unter die Erde. Sie bogen und krümmten sich in der Erde, wie große Würmer, wir schütteten sie mit Sand zu.  „Herr Ignaz“ kannte kein Mitleid. Aber jeder kannte „Herrn Ignaz“. Höchstens, dass nicht, da prügelte ich, oder ich gab Befehl zum Prügeln.

Zwei junge Hurensöhne gingen an mit vorbei, so an die 15 Jahre. Weder „Achtung“, noch „Guten Morgen“, Herr Ignaz. Einer musste den anderen prügeln. Über einen Hocker und 25 auf den Arsch. Geschont haben sie sich, da habe ich ihnen gezeigt, wie es geht. Mit einem Kabel.

Wir prügelten und töteten.

Wir haben sie ausgesiedelt aus dieser Erde. Lehrer, Beamte, Kaufleute, Geistliche haben die Vorfahrt gehabt. Wir begossen sie mit Sejche, bewarfen sie mit Scheiße, unter die Fingernägel  trieben wir ihnen Nägel ein.

Einem Schuster aus Bielic, 58 Jahre, sprang ich solange auf dem Rücken herum, bis er krepierte. Seinem Kumpel aus demselben Dorf, 65 Jahre, kam das Hirn heraus, so habe ich ihm mit dem Kolben den Schädel zertrümmert. Einen erschoss ich, weil er Brillen trug, so ein Intelligent.

Frau Patschke hat sich an meiner Scheiße sattgefressen. Frl. Maria Scholke sejchten wir in die Fresse und sie musste das Blut ihrer Landsleute, die auf der Erde lagen, lecken.

Weiber und Mädel lagen in den letzten Zügen auf der Krankenstube. Wir haben ihnen befohlen, sich gegenseitig zu bum…. und pervers zu quälen.

Den Mädeln haben wir so „bezahlt“, dass wir ihnen mit Petroleum getränkte Banknoten zwischen die Beine stopften und anzündeten. Der Gestank war fürchterlich. Wir steckten ihnen glühende Feuerhaken in die Scheide. Wir haben Mäuse und Ratten reingelassen.

Zusammen mit dem Chef, Czeslaw Gemborski haben wir dem Lehrer Wolf aus Bielic mit der Säge sein krankes Bein abgesägt. Er schrie sich zu Tode. Wir erschossen eine Frau – im 9. Monat schwanger – dann auch ihre kleine Tochter, als sie Blumen legte auf das Grab der Mutter.

Auf dem Lagergelände streunten Tag und Nacht hungernde Kinder. Waisen oder Getrennte von ihren Müttern. Bettelten vom Fenster zum Fenster und starben leise.

Eines Tages gaben wir bekannt, dass wir in der Baracke Milch haben für Kinder.

Sie kamen, wir erschossen sie!!!

Janek F. war gut, er musste gut sein, denn bis zum Ende war er nicht einer von uns.

Eine Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm bat um Suppe, er schlug zu, direkt aufs Köpfchen. Und dann prügelte er die Mutter, sie floh vor ihm mit einer roten Kugel im Arm (blutiges Köpfchen des Kindes). Wir klopften ihm anerkennend auf die Schulter, dass er wenn auch nicht einer von uns, so doch wie unser. Janek F. tötete zig Babys, gleich zwei auf einmal. Er zertrümmerte die Köpfe, indem er sie zusammenschlug.

Wir verboten, die Gräber zu kennzeichnen, Blumen hinzulegen sowie Kreuze aufzustellen.

Paar Frauen mit Kindern wollten es doch tun, fielen erschossen gleich auf ihre Männer. Väter und Kinder. Wen wir nicht erschlagen haben, der krepierte an Hunger oder Krankheit. An Typhus starben sie wie Fliegen. Läuse fraßen ihnen die Haut so, dass man blanke Rippen sehen konnte.

So oder so haben wir zu wenig getötet. Czesiek G. wollte wenigstens zehn (10) am Tag. Später mehr und mehr, Dörfer mussten schließlich geräumt werden für unsere, aus dem Osten, denn sie nächtigten im Bahnhof in Oppeln, aber das habe ich ja schon geschrieben.

Mehr und mehr.

Da haben wir uns das Feuer ausgedacht.

Am 4. Oktober zündeten wir zusammen mit D. die Baracke Nr. 12 an. Vorher haben wir alle getrunken.

Da war nicht was zu löschen, aber den Frauen haben wir befohlen, Wasser und Sand zu schöpfen, den Männern das aufs Dach tragen, schütten und löschen. Wir schossen, wenn sie runter wollten. Das Dach ist eingebrochen, die Männer fielen rein und verbrannten. Die, die Angst hatten näherzukommen, warfen wir ins Feuer. Die Familienmitglieder flehten uns auf Knien an, es gab kein Mitleid, der Ehemann brannte vor den Augen seiner Frau und umgekehrt..

Czeslaw G. gab Befehl zum Schießen, weil angeblich Aufruhr der Gefangenen, weil es brennt, und sie wollten fliehen. So fingen wir an zu schießen. Wir haben geschossen alle in alle.

Wer kann das heute zusammenzählen, paar hundert Getötete könnten es sein. Aus der Nähe, aus der Ferne, wie sie standen oder flohen. Jeder von uns hat laut gezählt, wie viele er hat. D., der Vertreter von Czeslaw G. tötete sechsundvierzig … ich verlor die Übersicht. Aus der Krankenstube zog ich ein altes Weib heraus und zertrümmerte sie gleich am Graben, ich tötete einen Vater von sechs Kindern, denn nach dem Feuer brach er psychisch zusammen.

Die letze Leiche an diesem Tag war von mir. Mit einem Schuss in den Hinterkopf erschoss ich den Sanitäter, er trug eine Armbinde des Roten Kreuzes, und trug Suppe für ein krankes Kind. Herbeigerufen habe ich zwei, damit sie ihn auf einer Trage zum Graben bringen, da bei dem Toten das Hirn zu sehen war, befahl ich ihnen, es zu essen. Sie wollten nicht, ich prügelte sie mit dem Kolben.

Tote und Schwerverwundete haben wir befohlen in Gräben zu werfen und zuschütten. Die Erde bewegte sich, man hörte das Röcheln, die Totengräber mussten solange darauf trampeln, bis sich die Erde aufhörte zu bewegen und es war still.

Durchgeführt wurde die Exhuminierung der Leichen von Soldaten der Roten Armee. Wir haben befohlen, die aus der Erde herauszuholen, die ihre (deutschen) Soldaten dort vergraben haben. Mit bloßen Händen, Männern und Frauen. Von den Leichen stank es wie aus der Hölle, verwest waren sie schon so, dass ihre Teile  man sogar in den Stiefeln hatte. Den Frauen haben wir befohlen, den Dreck zu fressen, sich hinlegen auf die nach oben herausgeholten – halbverwesten -Leichen – sie zu küssen und so zu tun, als habe man Geschlechtsverkehr mit ihnen (Ausdruck ist zu vulgär). Sie legten sich darauf und erbrachen, und wir mit Kolben prügelten ihre deutschen Köpfe in die russischen Totenschädel hinein. Die Münder und sogar die Nasen hatten sie voll Leichen, so töteten wir 40 Frauen und Mädchen.

In manchen Gräbern waren die Leichen so verwest, dass, wenn wir jemanden reinwarfen, der kam aus dieser schleimigen Masse nicht mehr raus.

Wir vergruben auch solche, die nur ohnmächtig waren. Sie kamen zu sich als man Sand auf sie schüttete. Sie schrien wie irre. Totengräber vergruben sie in so einem Fall im Eil-Tempo.

Wenn mich heute jemand fragen würde, ob ich diese Schreie höre, da nein, ich höre nicht.

Für Sünden bereue ich nicht. Amen.

Soweit die Beichte des Polen Ignaz Szypula.-

Aufgeschrieben und veröffentlicht von dem Polen Janusz Rudnicki.

Quelle: „Der Schlesier, 23.6.2000

Buchempfehlungen:

  1. „Die Hölle von Lamsdorf“ von Heinz Esser, Dokumentation über ein polnisches Vernichtungslager, Herausgeber: Landsmannschaft der Oberschlesier e.V.-Bundesverband, 40883 Ratingen, Bahnhofstr. 67, Haus Oberschlesien, Verlag: Laumann-Verlagsgesellschaft KG, 48249 Dülmen, ISBN 3-87466-015.
  2. „Dokumente polnischer Grausamkeiten“ im Auftrage des auswärtigen Amtes aufgrund urkundlichen Beweismaterials herausgegeben, 1995  ARNDT-Verlag, D-24035 Kiel, Postfach 3603,  – ISBN 3-88741-178-1.
  3. „Die Wahrheit über die Wehrmacht, Reemtsmas Fälschungen widerlegt, 2000 FZ-Verlag GmbH, 81238 München, ISBN 3-924309-40-X.

In diesem Buch kommen wieder  Wahrheiten bzw. Fälschungen der Wehrmachtsausstellung von Reemtsma ans Tageslicht durch einen Ausländer, einen Polen Namens Bogdan Musial.

Erhalten von Frau Edith Mann, Gunzenhausen, am 27.08.2010


Quelle

Die Hölle von Lamsdorf

Diese Polnische dokumentation mit Deutschen Sprechern zeigt das Schicksal der Zurückgebliebenen Deutschen in den Ehemaligen bis 1945 Deutschen Gebieten östlich von Oder und Neiße. Das Polnische Konzentrationslager für Deutsche in Lamsdorf (Lambinowice) im Kreis Falkenberg (Niemodlin) im Westlichen Oberschlesien.

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Ein Kommentar

  1. Ostfront

    Höllenmarsch der Volksdeutschen in Polen.
    Nach ärztlichen Dokumenten zusammengestellt von Dr. Hans Hartmann.

    Verlag Neues Volk, Berlin / Wien © 1940 by Reichsgesundheitsverlag, Berlin SW 68.
    Dieser digitalisierter Nachdruck © 2014 by The Scriptorium.

    Inhalt

    Ein einmaliger Vorgang in der Weltgeschichte
    Einer der Züge aus dem Warthegau, geschildert von
    Dr. med. Weise
    Tatsachen des Grauens
    Kurzer Marsch in den Tod
    Gemeinsamer Bericht von gemeinsamem Leid
    Volksdeutsche Geistliche als Zeugen
    Noch mehr Zeugen
    Was besagen die Berichte und Befunde?
    Ein Graudenzer Nervenarzt spricht
    Furchtbare Spannungen
    Das Heldenlied vom Todesmarsch nach Warschau
    Die Tragödie einer Frau
    Heimattreu bis zum letzten: Das Schlußwort hat Dr. med. Studzinski
    Anhang: Wir klagen an!

    Ein einmaliger Vorgang in der Weltgeschichte

    Tiefstes menschliches Leid tritt vor unsere Augen, wenn wir das in den folgenden Blättern niedergelegte Geschehen auf uns wirken lassen.

    Jeder Satz wird zu einer Anklage! Jeder Satz offenbart uns die Gesinnung und die Schandtat jener Menschen, die den Namen Mensch nicht mehr verdienen und für die auch der Name polnisches „Volk“ zu schade ist.

    Aufwühlend, aufrüttelnd ist das alles, was wir da lesen. Sollten wir nicht lieber hinwegsehen und das Gewesene mit dem Mantel ewigen Vergessens zudecken? Sollen die gemordeten und gequälten Volksdeutschen, die da in der bislang polnischen und jetzt wieder deutschen Erde ruhen, nicht die Geheimnisse ihrer Qual und ihrer Leiden mit ins Grab nehmen?

    Nein, nein und wieder nein! Daß so etwas möglich war, daß Lebewesen, die so etwas wie Menschenantlitz trugen, fähig waren zur sadistischen Marter gegen Leib und Seele Tausender, Zehntausender von Volksdeutschen – das darf nicht vergessen sein!

    Der trete vor, der es danach noch wagt, die Polen in Schutz zu nehmen und die englisch-französische Politik zu verteidigen, die für diese Unmenschen ins Feld zog und dem deutschen Volke den Garaus machen will, während dies sogenannte polnische „Volk“ seine Unfähigkeit zum eigenständigen Leben nicht nur seit 20, nein, seit 200 oder 2000 Jahren immer wieder bewiesen, sondern jetzt endgültig unter Beweis gestellt hat für alle, die noch empfinden können, für alle, die sich noch einen Rest von Anstand, Ehrlichkeit und Zorn gegen alles Untermenschliche bewahrt haben.

    Unter diesen feiner Empfindenden in aller Welt werden nicht zuletzt Tausende von Ärzten aller Länder und Völker sein, die sich in den folgenden Blättern überzeugen können, was wirklich geschehen ist, und die dann nicht ruhen und rasten werden, bis überall, bis zum letzten Hindu oder Australier, bekannt wird, warum dieser Krieg geführt wird!

    Ein Volk hat seine eigenen Staatsbürger zusammengetrieben, zu immer größeren Scharen und Gruppen zusammengestellt, die Schergen dieses Staates haben es vor sich her gestoßen und hatten dabei das eine Ziel: die Volksdeutschen möglichst auszurotten, das hieß also, möglichst viele von ihnen zu ermorden und denen, die sie leben ließen, zu zeigen, daß ihr Leben stets an einem Faden hing, daß sie selbst, die Minderwertigen, versuchten, einen Staat, der doch ein Hirngespinst war, aufzubauen, und daß die gemeine, brutale Macht, das Bajonett, der Gewehrkolben, die Kugel, ihre einzig wirksamen Waffen seien.

    Dieses einmalige Ereignis der Weltgeschichte konnte sich nur in einem absteigenden, seiner selbst im Tiefsten ungewissen Volke abspielen, in einem Volke, das sich selbst ausgelöscht hat aus der Gemeinschaft derer, die den Namen eines „Volkes“ verdienen. Mit ehernem Griffel sind die Untaten, die die Polen den Volksdeutschen zugefügt haben, in die Tafeln der Geschichte eingetragen. Einer der bekanntesten Teilnehmer an einem der gewaltsamen und grausamen Märsche der Volksdeutschen durch Polen, Hauptschriftleiter Starke aus Bromberg, hat geäußert: „Niemandem ist es gegeben, eine allgemeingültige Darstellung jener Schreckenswanderung in der ersten Septemberwoche zu liefern.“ Ob ein Teilnehmer an dem durch Gewalttaten, Entwürdigungen, Hunger, Durst und Schmerzen gekennzeichneten Marsch zum großen Dichter berufen sein wird, ob dieser Dichter die Odyssee dieses Marsches schreiben wird, ist fraglich. Was die anderen tun können, ist dies: Bausteine zusammentragen, damit weder die Mitlebenden noch die späteren Geschlechter vergessen, was in diesem Jahr der größten Nöte 1939 geschah, welcher Leiden Menschen um ihres Deutschtums willen fähig sind, aber auch welcher Verworfenheit und Niedertracht Untermenschen mit fanatischem, angeborenem Haß gegen Name und Art alles Deutschen sich schuldig machen konnten. Denn das sei gleich zu Anfang festgehalten, und unsere Berichte werden es bestätigen: Es ist keineswegs so, daß diese polnischen Offiziere und Soldaten, diese Polizisten und vor allem die polnischen, meist halbwüchsigen Horden der Strzelce (Schützen), die POWiaken, die Haller-Schützen – wir werden sie noch kennenlernen – erst künstlich aufgehetzt wurden. Mag die polnische Regierung durch ihre Geheimbefehle, durch den Rundfunk und durch die Presse noch so viel zur Aufhetzung beigetragen haben, mögen selbst Priester ihre Gläubigen gegen die Deutschen fanatisiert haben, mag die Intelligenz in ihrer Literatur, in ihren Dramen und wo immer die Massen gegen die Volksdeutschen und alles Deutsche überhaupt aufgehetzt haben – so viel Schandtat, so viel Grausamkeit wäre damit allein nicht aus ihnen herauszulocken gewesen. Das war nur möglich, weil abgrundtiefer, durch nichts zu erklärender, elementarer, einer Sturmflut gleichender Haß in den sogenannten Seelen dieser Menschen wohnte und wütete.

    Dieser erstmalige und hoffentlich für alle Zeiten einmalige geschichtliche Vorgang des Marsches Tausender von unschuldigen Volksdeutschen durch die polnischen Ebenen kann von verschiedenen Blickpunkten aus aufgenommen werden. In den folgenden Blättern steht alles das in vorderster Linie, was Ärzte erlebt und zur Deutung des Geschehens beigetragen haben oder das, was fachlich in erster Linie vom Arzt beurteilt werden kann. Ärzte sind gewohnt, die Wirklichkeit nüchtern und sachlich anzusehen; denn gegen Bakterien und Erschöpfungszustände, gegen Herzschwäche oder Fußwunden helfen nicht gefühlvolle Auslassungen, sondern nur die jeweils ärztlich angebrachten Mittel. Nur Ärzte können an den Toten feststellen, welchen Mißhandlungen sie wirklich ausgesetzt waren. Darum sind die volksdeutschen und reichsdeutschen Ärzte und Pathologen, die in diesen Blättern zu uns sprechen werden, gegenüber dem Inland und dem gesamten Ausland die wohl unverdächtigsten Zeugen für das, was wirklich geschehen ist. Sie allein waren vielleicht fähig, wenn andere schon in Fieberphantasien und Durstdelirien Ereignisse übersteigert und übertrieben ansahen, doch den wirklichen Kern des Geschehens festzuhalten. Und darum darf sich der Geschichtsschreiber auf sie besonders verlassen. Ärztliche Dokumente, wie sie die Grundlage für unsere Schilderung der Leidensmärsche Volksdeutscher bilden, gelten aber nicht nur für das, was die Ärzte selbst auf dem Marsch gesehen und in der Erinnerung festgehalten haben und durch helfendes Eingreifen zu lindern versuchten, sondern zu ihnen gehören auch die zahlreichen Sektionsbefunde und ‑protokolle, die in wochenlanger Arbeit insbesondere von Pathologen der Wehrmacht einer erschütterten Nachwelt aufbewahrt wurden. Wenn Ärzte feststellen, daß die Polen sich in wilden, unnötigen, grausamen Mißhandlungen austobten, wo ein Schuß genügt hätte, so sind das Feststellungen, gegen die niemand, weder im Inlande noch im Auslande, Einwände zu erheben sich getrauen wird. Darum müssen diese ärztlichen Dokumente allen Völkern zeigen, was für ein Staat dieses Polen eigentlich gewesen ist, und welche Schuld die Schöpfer dieses Staates und insbesondere England auf sich geladen haben, das ihn zur ständigen Verhöhnung und Verunglimpfung Großdeutschlands und zuletzt sogar zum aktiven Angriff aufgefordert hat.

    weiter hier:
    http://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/hoellenmarsch/hvp00.html

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