Die Giftgaslüge im 1. Weltkrieg

https://i0.wp.com/www.pi-news.net/wp/uploads/2014/07/liars-rape-of-belgium-440x276.jpgZu den beinahe unausrottbaren Legenden zur Geschichte des Ersten Weltkrieges zählen nicht nur die abgehackten Kinderhände, sondern auch die jetzt in der Bundesrepublik verbreitete Mär, die deutsche Seite habe 1915 mit dem Gaskrieg begonnen.

Wie viele Filme über historische Ereignisse, die in deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt werden, war auch die dreiteilige ARD-Sendung aus dem Jahre 2004 über den Ersten Weltkrieg eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit. Über die Bilder, die zusammengeschnitten worden sind, soll hier weiter kein Wort verloren werden. Wohl aber über die Kommentare, die alles Übel in erster Linie den Deutschen zuschoben. Dazu nur ein Beispiel als pars pro toto:

Wie in allen Schulbüchern und in Lexika wird darauf hingewiesen und mit schrecklichen Bildern von Gaskriegsopfern unterlegt, daß Deutschland am 15. April 1915 als erstes Land bei Ypern (Belgien) Kampfgas eingesetzt habe. Als mitverantwortlicher wissenschaftlicher Berater dieser Sendung kam dabei der Historiker KRUMEICH (NRW) in Wort und Bild zur Sprache, der die Meinung von der Alleinschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg verbreitete.

Nicht nur in den Medien, auch in den Schulbüchern werden immer wieder alte Propagandalügen verbreitet. >Giftgas-Schuld< luden sich die Deutschen laut Schulbuchweisheit schon geraume Zeit vor HITLER auf. Auf Seite 17 eines Unterrichtswerkes1 heißt es:

»Fritz Haber war es, der auf den barbarischen Gedanken kam, Giftgas als Mittel der Kriegführung einzusetzen. Im April 1915 bliesen die Militärs erstmals in der vordersten deutschen Front Chlorgaswolken über die feindlichen Linien, um den Gegner aus seinen Unterständen zu treiben.«

Der Publizist Günther W. GELLERMANN hat den neueren Erkenntnisstand internationaler Experten zum Thema wie folgt zusammengefasst:

»Bei Beginn des Krieges (1914) verfügten einzig die Franzosen über einsatzbereite Gaswaffen. Auf der deutschen Seite sind offensichtlich vor Beginn des Krieges keinerlei Gaskampfvorbereitungen getroffen worden… Frankreich hatte chemische Substanzen für militärische Zwecke zum ersten Mal zum Einsatz gebracht, Deutschland zog nach.«²

Über den Gaseinsatz im Ersten Weltkrieg zitierte der britische Politiker und Publizist Arthur PONSONBY in seinem Buch Absichtliche Lügen in Kriegszeiten,3 das der ARD-Fachmann nicht zu kennen schien oder bewußt überging:

»Damals wurde diese Todesart [durch Gas] aus Gründen der Humanität verteidigt, da der eintretende Tod absolut sicher und schmerzlos erfolgt wäre, es also von nun an keine Verwundeten mehr gegeben hätte. Jedenfalls wurde zu Beginn des Krieges in allen französischen Zeitungen festgestellt, daß die Schwierigkeiten in der Handhabung dieser Bomben überwunden und sie an bestimmten Abschnitten der französischen Front mit vortrefflichem Erfolg verwendet worden wären.«

Und der Brite schrieb:

»Es stellte sich heraus, daß die Deutschen nicht die Ersten gewesen waren, die Giftgas verwendeten. .. Die amtlichen Anweisungen des französischen Kriegsministeriums über den Gebrauch von Gashandgranaten [waren] schon im Herbst 1914 erlassen worden.«

In seinem 1920 erschienenen Buch Die Wahrheit über die deutschen Kriegsverbrechen wies Otto STÜLPNAGEL ebenfalls nach, daß der erste Einsatz chemischer Kampfstoffe im Ersten Weltkrieg durch die Franzosen erfolgte – die damit gegen die Haager Landkriegsordnung verstießen. Bereits im August 1914 setzten die Franzosen ein von der Pariser Polizei entwickeltes tränenreizendes Gas namens Xylylmbromid ein. Und STÜLPNAGEL fährt fort:

»Wieder war es Frankreich, das zuerst mit einer reinen Gasgranate, der Phosgen-Granate, ohne jede Sprengladung im Frühjahr hervortrat. Diesen Geschossen gegenüber war Deutschland berechtigt, aufgrund des völkerrechtlich anerkannten Notstandes ein ähnliches Geschoß einzuführen.«

Artikel 23a der Haager Landkriegsordnung vom 18. Oktober 1907 verbot ausdrücklich »die Verwendung von Giften und vergifteten Waffen«, den»Gebrauch von Waffen, Geschossen oder Stoffen, die geeignet sind, unnötig Leiden zu verursachen«

https://i1.wp.com/www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/1918/haber.jpgErst nach alliierten Gaseinsätzen wurde der spätere deutsch-jüdische Chemie-Nobelpreisträger Fritz HABER beauftragt, einen Gegenschlag mit Kampfgas zu organisieren.4 Nach Kriegsvölkerrecht konnte die deutsche Reaktion als Repressalie angesehen werden. Diese Tatsache wurde in besagter Fernsehdokumentation natürlich ausgeklammert.

Professor Fritz HABER, der Leiter der deutschen Entwicklung zur Abwehr von Gasangriffen, wurde von der Entente auf die >Kriegsverbrecherliste< gesetzt. HABER erhielt 1918 den Chemienobelpreis (Ammoniaksynthese) und gilt weltweit als eines der größten Genies des 20. Jahrhunderts. Als Jude sah er sich 1933 gezwungen, Deutschland zu verlassen. Otto HAHN gegenüber bestätigte er, daß die deutschen Kampfgase als Reaktion auf die Giftgaseinsätze der Alliierten entwickelt wurden.

In der Zwischenkriegszeit entflammte eine Diskussion über die deutsche Kriegsschuld am Ersten Weltkrieg. Dabei stand die Frage, wer als erster Giftgas eingesetzt hatte, mit im Vordergrund. In der Zeitschrift für das gesamte Schieß- und Sprengstoffwesen5 bestätigte der Fachmann Rudolf HANSLIAN den Ersteinsatz durch die Franzosen. Zwei Jahre später erinnerte Max SPETER in derselben Zeitschrift daran, daß die Franzosen 1845 den Araberstamm der Ouled-Riha durch »Ausräuchern« vernichteten.6


(Quelle)

Advertisements

Schreiben Sie gerne einen Kommentar, welcher dieses Thema ergänzt

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: