Die Rede von Reichsminister Rudolf Hess am 14. Mai 1935 in der deutsch-schwedischen Gesellschaft in Stockholm

rudolf-hess-the-nazi-germany-number-threeMeinem Vortrag voranstellen darf ich den Dank an diejenigen, welche es mir ermöglicht haben, hier in Schweden vor einem ausgesuchten Kreise zu sprechen -besonders den Herren des Präsidiums der deutschschwedischen Vereinigung. Sie haben es mir damit ermöglicht, zu versuchen, in einem fremden Staate Verständnis zu erwecken für das neue Deutschland und die Ideen, welche es tragen. Ich glaube, damit nicht nur meinem Lande ein Dienst erwiesen ist, sondern, wenn mein Vortrag auch nur einen geringen Erfolg in dieser Richtung zeitigt, ein Dienst erwiesen wurde den Bestrebungen, welche auf eine Verständigung der Völker untereinander abzielen.

Daß diese Einladung aus Schweden erging, war mir eine besondere Freude. Denn in Deutschland und insbesondere bei der Kriegsgeneration Deutschlands ist nicht vergessen, in wie hohem Maße Schweden damals von Seiner Majestät dem König und der schwedischen Regierung in strikter Neutralität geführt -dem um sein Leben ringenden Deutschland während des Krieges Gerechtigkeit widerfahren ließ. Und ich darf als Vertreter des offiziellen Deutschlands von heute Schweden hierfür besonderen Dank übermitteln -nicht zuletzt den einzelnen Persönlichkeiten, die ihrem Volke hierbei vorbildlich vorangingen, so Ihrem bedeutenden Forscher Sven Hedin, der hochherzigen Elsa Brandström, deren aufopferndem Wirken Zehntausende Deutscher ihr Leben zu verdanken haben. Ich möchte auch Ihres bedeutenden Gelehrten Rudolf Kjellen gedenken, der den großen Einfluß, den er mit seiner neuen Wissenschaft auf die Welt ausübte, zu Gunsten Deutschlands einsetzte, indem er die Folgerungen aus seinen Erkenntnissen zog. Auch heute wieder dient Schweden auf seine neutrale Weise dem Gedanken der Befriedung Europas und der Welt, indem es -wie durch die gastliche Gewähr meines Vortrages das Verständnis der Völker für einander fördert.

Daß in wohl fast allen Staaten der Welt heute noch nicht das Verständnis für den neu erstandenen Nationalsozialistischen Staat vorhanden ist, der vom deutschen Standpunkt und im Interesse der Zusammenarbeit der Völker wünschenswert wäre, ist unbestreitbar. Dies ist auch nur zu verständlich. Die Welt war in der Zeit vor der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus fast einzig und allein auf eine Berichterstattung über die Bewegung Hitlers angewiesen, die beeinflußt war durch Kräfte, welche der nationalsozialistischen Bewegung unfreundlich gegenüberstanden, nicht zuletzt der früheren deutschen Regierungen.

Wie alle mehr oder weniger plötzlich in der Geschichte auftretende Erscheinungen, die grundsätzlich Neues bringen und althergebrachte Bahnen verlassen, wurde das Bild der neuen Bewegung in Deutschland und ihres Führers durch der Parteien Gunst und Haß entstellt. Fürs erste überwog der Haß -selbst in Deutschland. Allen Prophezeiungen zum Trotz kam diese Bewegung dann doch an die Macht, und zwar mit einer Plötzlichkeit, die wiederum eine rechtzeitige Umstellung in der Beurteilung der neuen Bewegung ausschloß. Diejenigen, welche maßgebend die Berichterstattung beeinflußten, verstanden aus ihrer alten journalistischen und diplomatischen Schulung und Erfahrung heraus die neue Bewegung kaum. Sie konnten ihr daher manchmal selbst bei gutem Willen nicht gerecht werden, wenn sie nicht gar ablehnten, das bisher verbreitete Bild zu berichtigen.

Dies um so mehr, als die Hoffnung vorherrschte, der neue revolutionäre Staat würde nur von ganz vorübergehender Dauer sein. Solche Hoffnungen freilich wurden bitter getäuscht.

Der nationalsozialistische Staat hat inzwischen mehr als zwei Jahre überdauert. Selbst seine Gegner müssen heute zugeben, daß er sich von Monat zu Monat mehr festigt. Niemand glaubt heute ernsthaft, der Nationalsozialismus wurde etwa in absehbarer Zeit wieder abtreten. Um so weniger können andere Völker und andere Staaten an seiner Erscheinung vorübergehen. Auf die Dauer müssen sie so oder so zu ihm Stellung nehmen, wie sie einst Stellung nahmen etwa zur Französischen Revolution und zu dem von ihr geschaffenen Regime. Wie die Französische Revolution allein durch ihre Erscheinung wirkte, so kann die deutsche Revolution nicht ohne Ausstrahlungen auf die übrige Welt bleiben. Sie wird allein als geistige Erscheinung wirken, ohne daß ihre Träger etwa auf die inneren Verhältnisse anderer Staaten Einfluß ausüben -das ist ihnen ausdrücklich untersagt.

Und weil allein die Tatsache des Bestehens dieser Gedanken, die in einem großen Staate praktisch bestimmend in Erscheinung treten, nicht ohne Wirkung auf die Umwelt bleiben kann, müssen meines Erachtens die Verantwortlichen der übrigen Länder ein Interesse daran haben, diese Gedanken in einwandfreier Form kennen zu lernen. Sie müssen zugleich ein Interesse daran haben, ein objektives Bild von der Auswirkung dieser neuen Idee in dem Staate, der durch sie regiert wird, zu erhalten, -ein Bild, auf Grund dessen sie in der Lage sind, für oder wider Stellung zu nehmen, und die Verbreitung dieser Gedanken zu fördern oder zu hemmen. An ihnen vorüberzugehen vermögen sie auf die Dauer nicht.

Unter Verantwortlichen anderer Länder möchte ich hierbei nicht nur Politiker und Staatsmänner verstanden wissen, sondern Verantwortliche auf allen Gebieten des Lebens. ihrer Völker, denn die Auswirkung der neuen Gedanken beschränkt sich in Deutschland nicht auf die Politik, sondern erstreckt sich auf seine Kultur überhaupt in der umfassendsten Bedeutung dieses Wortes: Auf Kunst und Literatur, auf Wissenschaft und Wirtschaft, auf die Verteidigungskräfte des Landes wie auf die Arbeitskräfte, auf die Gesellschaft wie auf die Familie. In all seinen Formen wird das Leben des Volkes durch den Nationalsozialismus beeinflußt oder gewandelt.

Wenn ich nunmehr an den Versuch gehe, Ihnen nicht nur ein Bild des neuen Deutschland zu zeichnen, sondern Ihnen die ideenmäßigen und tatsächlichen Grundlagen zu zeigen, auf denen das neue Deutschland wuchs, so muß ich etwas weiter ausholen, um Ihnen das Werden des Neuen psychologisch verständlich zu machen. Der Nationalsozialismus wurzelt im Kriege und wird aus seinen Folgeerscheinungen in Deutschland besonders verständlich. Er wurzelt im Kriege insofern, als in dem ungeheuren Erleben des Frontkämpfers die neuen Ideen reiften, die heute der wesentliche Bestandteil des Nationalsozialismus sind: Opfersinn, heldische Gesinnung, Kameradschaft ohne Klassenunterschiede.

Auch die während des Krieges bereits auftretenden Verfallserscheinungen bereiteten dem Nationalsozialismus den Boden. So konnte die Tatsache nicht ohne Wirkung auf das gesunde Volksempfinden bleiben, daß, während draußen an den Fronten die Besten des Volkes verbluteten, in der Heimat nicht nur ungeheure Kriegsgewinne, sondern sogar schamlose Schiebergeschäfte gemacht wurden. Es konnte nicht ohne Wirkung bleiben, daß, während der Frontkämpfer zum letzten Opfer bereit war und Millionen draußen ihr Leben ließen, zu Hause gewissenlose Elemente die Widerstandskraft des Volkes unterhöhlten -unterhöhlten zugunsten von Parteiinteressen und Klasseninteressen.

Die Wühlarbeit im Innern und der Druck von außen mußten sich revolutionär entladen, da die Führung des Volkes nicht die Fähigkeit hatte, die Zustände im Innern zu ändern und dem Druck von außen durch seelische Beeinflussung des Volkes entgegenzuwirken.

Ich glaube nicht, daß Ihnen im Ausland ganz zum Bewußtsein kommen konnte, welche Folgen die sogenannte »Revolution« von 1918 in Deutschland hatte. Wie auf dem Gebiete der Moral schwarz in weiß, weiß in schwarz verwandelt wurde -bewußt verwandelt wurde seitens derjenigen, die nach der Revolte Einfluß auf das Volk nahmen! Die staatserhaltenden Tugenden wurden verhöhnt -Feigheit als Mut, Mut als Dummheit, heldische Gesinnung als »reaktionär« gekennzeichnet. Opferbereitschaft wurde lächerlich gemacht, der krasseste Egoismus als erstrebenswertes Ziel des einzelnen hingestellt. Auch die Kirchen sind nicht in der Lage gewesen, dem inneren Verfall Einhalt zu gebieten.

Unter dem Einfluß der Propaganda der Machthaber nahm die Masse des deutschen Volkes die Unterzeichnung von beinahe tödlich wirkenden Verträgen mit einer Instinktlosigkeit hin, wie sie bis dahin niemand für möglich gehalten hätte. Unter dem gleichen Einfluß ließ das Volk die restlose Entwaffnung zu, ja halfen einzelne Teile selbst bei der Durchführung der Entwaffnung. Zur Entschuldigung kann ich nur anführen, daß dieses Volk an die Heiligkeit internationaler Versprechen glaubte, daß die 14 Punkte Wilsons, auf Grund derer das Volk die Waffen streckte, in ihrer so idealistischen Prägung dem im deutschen Volke zutiefst wurzelnden Idealismus entgegenkamen.

Die Masse des Volkes konnte nicht glauben, daß ein geheiligtes Versprechen des Staatsoberhauptes eines der angesehensten Länder der Erde später einfach übergangen werden sollte, -ein Versprechen, das im Wesentlichen ja als Grundlage für die Friedensverhandlungen von den damaligen Gegnern Deutschlands angenommen war. Denn daß es übergangen wurde, kann heute niemand mehr bestreiten, und ich brauche Sie nicht damit aufzuhalten, anhand der einzelnen Punkte den Beweis dafür zu erbringen. Das deutsche Volk glaubte an die 14 Punkte, wie es an das Versprechen im Versailler Vertrag glaubte, daß nach der Selbstentwaffnung Deutschlands die übrigen Staaten der Welt ihrerseits abrüsten würden. Wie diese Staaten tatsächlich abrüsteten, wissen Sie selbst.

Schlaglichter auf die wirtschaftliche Demoralisation der damaligen Zeit warfen die Riesenskandale der Barmats, Kutisker, Sklarek und wie sie alle hießen, die jedoch nur Spitzenleistungen der Demoralisation waren. Die allmählich fühlbar werdenden Folgen der Erfüllung des Friedensvertrages „bis zum Weißbluten“, die damit im Zusammenhang stehende Inflation, der mit der Verarmung und Verelendung wach werdende Selbsterhaltungstrieb des einzelnen, der Drang, zu verdienen um jeden Preis, förderten weiter diese Domoralisation auf wirtschaftlichem Gebiete. Es bleibt unbestreitbare Tatsache, daß an vielen maßgebenden Stellen im Staat und in der Wirtschaft des Deutschlands nach 1918 sich Juden befanden -zum Teil kurz vorher erst eingewanderte Juden, die kaum der Landessprache mächtig waren.

Ich selbst war bis dahin kein Antisemit, sondern nahm im Gegenteil auf Grund der üblichen Geschichtslehre die Juden gegenüber ihren Widersachern und Verfolgern in Schutz. Die Tatsachen von 1918 und später waren aber so in die Augen springend, daß ich mich zum Antisemitismus bekehren mußte, so sehr ich mich auch innerlich dagegen sträubte, meine bisherige Überzeugung von der Unschuld des verfolgten Judentums berichtigen zu müssen.

Die nationalsozialistische Gesetzgebung hat gegen die Überfremdung korrigierend eingegriffen.

Ich sage korrigierend, denn daß im nationalsozialistischen Deutschland das Judentum nicht etwa rücksichtslos ausgerottet wurde, beweist die Tatsache, daß heute in Industrie und Handwerk 33500, in Handel und Verkehr 89.800 Juden allein in Preußen tätig sind -beweist weiter die Tatsache, daß bei einem Anteil der Juden an der Bevölkerung Deutschlands von 1%, noch immer 17,5% aller Rechtsanwälte Juden sind und zum Beispiel in Berlin noch immer fast 50% Nichtarier zur ärztlichen Kassenpraxis zugelassen sind.

Die Entwicklung hätte, wenn der Nationalsozialismus nicht im letzten Augenblick Einhalt geboten hätte, wirtschaftlich im Kampf aller gegen alle, kulturell im Nihilismus, staatspolitisch in der Anarchie, kurz in einem Zustand enden müssen, den wir alle als Bolschewismus bezeichnen.

Dieser Zustand mußte um so sicherer erreicht werden, als immer größere Teile des deutschen Volkes sich bewußt zur Weltanschauung des Bolschewismus bekannten und sich mit geistiger und materieller Unterstützung Moskaus organisatorisch darauf vorbereiteten, den Umsturz nach russischem Muster herbeizuführen, um die Fahne der bolschewistischen Weltrevolution auch in Deutschland aufzupflanzen. Deutschland war näher am Bolschewismus als die übrige Welt es ahnt oder wahrhaben will. Auch hier mögen Zahlen den Beweis meiner Behauptungen liefern: Es ist nur zu wenig bekannt, daß in Preußen allein nicht weniger als 640 Polizei-Mannschaften und Offiziere im Kampf gegen Spartakismus und Bolschewismus fielen.

Die Menschen, welche bei den Wahlen für die kommunistisch-bolschewistische Weltordnung stimmten, beliefen sich 1920 auf 589000, das waren 2,1% aller wählenden Deutschen. Zehn Jahre später, 1930, bekannten sich bereits 4,6 Millionen, das waren 13,1% der Wählenden, dazu. Bei der Wahl vom Juli 1932 war die Zahl wiederum um fast 1 Million gestiegen, und zwar auf 5,4 Millionen oder 14,3% und bei der letzten Wahl vor der nationalsozialistischen Machtergreifung gesellte sich innerhalb von drei Monaten neuerdings über eine halbe Million hinzu, so daß wir fast 6 Millionen kommunistische Wähler, das ist rund 17% der Wählenden, hatten.

Soviel Wähler bekannten sich also bereits zum Bolschewismus! Wie groß wäre erst die Zahl derer gewesen, die im Falle eines Sieges der Kommunistischen Partei Deutschlands dazugestoßen wären!

Obige Zahlen finden ihre Ergänzung durch das Material, welches im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus in geheimen Kellern und Gängen vorgefunden wurde. Ein Propagandamaterial ungeheuerlichster Art, bereits in mehrere Sprachen übersetzt, um sofort nach der Aufrichtung des bolschewistischen Staates in Deutschland die intensive Bearbeitung anderer Staaten Europas von Deutschland aus vornehmen zu können. Neben den Flugblättern fanden sich detaillierte Anweisungen vor, wie die letzten Widerstände in Deutschland durch rücksichtslosen Terror gebrochen werden müßten, antibolschewistische Dörfer niederzubrennen und nicht gefügige Städte auszuhungern seien. Zeugen für das, was im Karl-Liebknecht-Haus zu Berlin zum Angriff gegen die europäische Kultur angehäuft lag, sind Fachdezernenten der politischen Polizei fremder Staaten, welche dieses Material in Augenschein nahmen und seine Gefährlichkeit bestätigten. Und wäre Deutschland das zweite Land der Weltrevolution geworden -glauben Sie, daß der Bolschewismus an den deutschen Grenzen hätte aufgehalten werden können?!

Fast zugleich mit dem Niederbruch Deutschlands 1918 begannen auch die Versuche, eine Gegenbewegung zu schaffen. Freikorps und politische Bünde erstanden in großer Zahl, sich meist aus den Angehörigen des zurückgekehrten Frontheeres rekrutierend. Viel guter Wille, viel anständige Gesinnung, aber wenig politischer Verstand fand sich dort im allgemeinen vor. Den Erfolg auf die Dauer konnte nur ein Mann erringen, der selbstverständlich auch Frontkämpfer war, darüber hinaus aber außergewöhnliche politische Begabung, ja vor allem politischen Instinkt besaß. Der aus eigener Anschauung und aus eigenem Erleben die Psyche der Menschen genau kannte, die zu erfassen und in ihrem Denken umzustellen, seiner Überzeugung nach erste Notwendigkeit war: die Masse der Handarbeiterschaft. Mit ihnen war der Umsturz von 1918 in erster Linie vollzogen worden; nicht gegen sie, sondern wiederum mit ihnen mußte auch die Wandlung zum Neuen und Besseren ermöglicht werden.

Hitler, damals ein unbekannter Soldat, ohne Kapital, ohne Presse, faßte den unerhört kühnen -für jeden, der ihn nicht kannte, mehr irrsinnig als kühn erscheinenden -Entschluß, eine neue gewaltige Massenbewegung zu schaffen, in der Angehörige aller bisherigen Stände und Klassen, aller bisherigen Parteien vereint werden sollten, um eines Tages in Deutschland die Macht zu ergreifen und den Staat nach seinen Ideen zu lenken.

Ich sagte: für jeden, der Hitler nicht kannte, schien dieses Unterfangen irrsinnig. -Ich, der ich das Glück hatte, Hitler bereits 1920 vor ein paar Dutzend Menschen sprechen zu hören, die seine Gefolgschaft bildeten, ich wußte am Ende seiner Rede: Dieser Mann oder niemand rettet Deutschland!!

Diese Überzeugung setzte sich in mir fest, dank dem mitreißenden Glauben dieses Mannes an seine Mission, dank dem Feuer, mit dem er diesen Glauben verkündete, dank aber auch der eisigen Kühle, mit der er aus nüchternen Erkenntnissen in überzeugender Logik seine Folgerungen zog.

Seine ersten Überlegungen gipfelten in der Frage: Warum konnte es mit Deutschland so weit kommen?! Er wußte, daß dieses Volk, das plötzlich so schlecht zu sein schien, im Grunde nicht schlecht ist. Hatte er es doch im jahrelangen schwersten Ringen an der Westfront kennengelernt. Hatte er doch Angehörige aller Stände und nicht zuletzt gerade die deutschen Handarbeiter kämpfen gesehen für ihre Nation, kämpfen gesehen mit all der namenlosen Opferbereitschaft, mit all dem grenzenlosen Idealismus, der notwendig war, um in der Hölle der Materialschlachten gegen eine Welt von Gegnern bestehen zu können. Wenn diese gleichen Menschen eines Tages zu scheinbar so schlechten Söhnen ihres Volkes werden konnten, so war nur eine Erklärung möglich: Daß ihre Erziehung und Führung mangelhaft oder schlecht waren. Sie verfielen dem Einfluß von Verführern, weil jede Gegenwirkung, jede Aufklärung seitens wirklicher Führer fehlte und weil ihnen der Instinkt abhanden gekommen war, der sie davor bewahrt hätte, den Lügen zu glauben.

Oft wurde gerade auch die deutsche Neigung zum Idealismus mißbraucht: Nach den Schrecken des Krieges waren die Menschen nur zu gern bereit, denjenigen zu glauben, die versprachen, ewigen Frieden zu bringen und einen neuen Staat absoluter sozialer Gerechtigkeit aufzubauen.

Hitler sah, wie dieses Volk nach dem Umsturz von 1918 mehr denn je in Klassen aufgespalten war, die nur noch ihre kleinen Sonderinteressen kannten, das politisch zugleich aufgespalten war in eine Unzahl von Parteien, die wiederum nur die Interessenvertretungen von Klassen und Wirtschaftsgruppen darstellten.

Soweit diese Parteien auf einer Weltanschauung fußten, waren sie außerhalb Deutschlands verankert und vertraten daher außerdeutsche Interessen.

Hitler stellte ihnen eine Weltanschauung entgegen, deren Mittelpunkt das eigene Volk ist. Er stellte dem Materialismus der Zeit einen neuen Idealismus entgegen. Er stellte dem Egoismus des einzelnen die Forderung entgegen: Gemeinnutz geht vor Eigennutz!

Der gleichmachenden Tendenz der Demokratie und des Marxismus stellte er entgegen den Glauben an die schöpferische Kraft der Persönlichkeit.

Der Tendenz der »Internationale« zur Gleichmacherei der Völker stellte er entgegen die Lehre von der Eigenpersönlichkeit der Völker, vom Wert der Rasse, vom Wert der Nation. Während die andere Seite alle nationalen Eigenarten auszumerzen sucht, förderte der Nationalsozialismus Volksbrauch und Volkssitte. Der Gottesleugnung stellte er entgegen den Begriff der Allmacht, der Lehre des Pazifismus den Glauben an die kämpferischen Tugenden.

Den Anhängern des Nationalismus und des Sozialismus, die eine Welt zu trennen schien, die scheinbar unversöhnlich gegeneinander standen, gab Adolf Hitler eine neue gemeinsame Plattform, indem er den Begriff des „Nationalsozialismus schuf.

Er lehrte, daß Nationalismus und Sozialismus ergänzende Begriffe sind.

Der wahre Nationalismus müsse fordern, daß jeder einzelne des Volkes gesund an Körper und Geist sei, auf daß er, wenn nötig, bereit und fähig sei, seine Nation bis zum Letzten zu verteidigen -dies sei zugleich Sozialismus. Der wahre Sozialismus wiederum müsse fordern, daß die Nation stark sei, auf daß sie Leben und Besitz des einzelnen Volksgenossen zu schützen vermöge -das ist praktisch Nationalismus.

Er lehrte, daß jeder Angehörige des Volkes, der eine Arbeit leiste, die der Gesamtheit zugute kommt, ein nützliches Glied dieses Volkes ist. Er lehrte weiter, daß Handarbeiter und Geistesarbeiter sich ergänzen und aufeinander angewiesen sind, daß Arbeit in jeder Form verdiene, geehrt zu werden.

Der Forderung nach Sozialisierung stellt er entgegen die Erhöhung der Produktion und damit der Menge der zur Verteilung gelangenden Güter durch Anreiz der Privatinitiative. Zur Verankerung seiner Ideen und zu ihrer systematischen Verbreitung im Volke schuf er die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Ihr Aufbau schon erfolgte nach den Gesichtspunkten, die zur Grundlage des heutigen Staates wurden: Fremde Rassenelemente wurden ausgeschaltet. Die gesamte Bewegung wurde zu rücksichtslosem Kampfgeist erzogen.

Für die Auswahl der Führer war ihr Persönlichkeitswert maßgebend. Es zeigte sich, daß die Grundsätze, welche dereinst im Staate herrschend sein und zum Erfolg führen sollten, richtig waren; denn ihre Verankerung in der Partei brachten dieser kleineren, aber einem Staate ähnlich aufgebauten Organisation den Erfolg.

In der praktischen Arbeit bediente sich Hitler aller Mittel, die geeignet waren, die Aufmerksamkeit auf sein Wollen und auf seine Bewegung zu lenken. Seine Taktik war es, vor allem die marxistischen Parteien äußerlich mit deren eigenen Mitteln zu schlagen.

Er verwandte rote Plakate wie sie.
Er gab seinem Saalschutz rote Armbinden, wenn auch mit dem schwarzen Hakenkreuz im weißen Felde.
Er schuf eine ebensolche Fahne, in der auf alle Fälle das Rot vorherrschte.
Er veranstaltete Massenversammlungen und Massenaufzüge, wie seine Gegner der Linken.

Diese Taktik brachte ihm und seiner Bewegung den Ruf des Nationalbolschewismus ein. Ja, es hieß, im Grunde unterscheide sich der Nationalsozialismus kaum vom russischen Bolschewismus. Man sah die Äußerlichkeiten, aber nicht den Kern.

Man hatte kein Verständnis dafür, daß nur ganz neue Methoden es ermöglichten, an die verhetzte Arbeiterschaft heranzukommen. Dabei hatte man doch sehen müssen, daß die Methoden der bürgerlichen Parteien völlig wirkungslos blieben. Die Arbeiterschaft ging in deren Versammlungen überhaupt nicht hinein, geschweige ließ sie sich von den dort vorgetragenen Ideen beeinflussen. Bestenfalls war der Einfluß ein negativer, indem die rote Presse alle derartigen Kundgebungen zu neuer Hetze gegen die rechte Seite und gegen die »Reaktion« benutzte.

Die Nationalsozialisten dagegen füllten Versammlung um Versammlung, eine größer als die andere, mit den breiten Volksmassen. Sie machten diese hierbei langsam mit Ideen vertraut, die der extreme Gegensatz zum Marxismus und Bolschewismus sind. Und sie überzeugten allmählich die Massen von der Richtigkeit dieser Ideen. Wäre dies nicht der Fall gewesen, so hätte der Nationalsozialismus nicht in derartig kurzer Zeit nach der Machtergreifung Marxismus und Bolschewismus niederbrechen und praktisch ausrotten können.

Denn wäre nicht in den Kampfjahren die deutsche Arbeiterschaft durch den Nationalsozialismus geistig mit dem extremen Gegensatz der marxistisch-bolschewistischen Lehre durchdrungen worden, wäre es nicht denkbar, daß heute gerade diese Arbeiterschaft den unbestreitbar scharf antimarxistischen und antikommunistischen Reden des Führers und seiner Helfer zujubelte. Es wäre nicht denkbar, daß jede Volksabstimmung ein neues Treuebekenntnis gerade auch der Handarbeiterschaft zu Hitler und seiner Bewegung darstellte.

So wie das Reden, ist auch das Handeln des Nationalsozialismus, wie es in den Gesetzen seines Staates zum Ausdruck kommt, das Gegenteil von Marxismus und Bolschewismus. War das erste Ziel des Nationalsozialismus einst die Erringung der Macht, so ist sein Ziel seit der Machtergreifung die Verwirklichung seiner Ideen und Ideale mittels der Macht. Seine Werkzeuge sind der Staat und die Partei.

Wenn wir die Frage aufwerfen, wie weit er dabei erfolgreich war, so kann ich feststellen: Der Zusammenschluß des Volkes über alle bisher trennenden Weltanschauungen, Klassen, Stände, Parteien und Einzelstaaten hinweg in einem Reich ist zur Tatsache geworden. Der Nationalsozialismus hat ein geschlossenes Ganzes, eine wirkliche Volksgemeinschaft geschaffen. Alle Versuche, die einst sprichwörtliche Uneinigkeit zur Verfolgung fremder Interessen zu benutzen, »la querelle allemande« zu entfachen, sind ein von vornherein hoffnungsloses Beginnen. Fremde Staaten, die bis zur Machtergreifung immer noch in einem Teil-Land des Deutschen Reiches eine Sonder-Gesandtschaft unterhielten, haben diese als zwecklos zurückziehen müssen.

Früher verteilten sich die Stimmen des Volkes schließlich auf 36 Parteien und Parteichen, die alle einen von kleinlichsten und egoistischsten Gesichtspunkten getragenen Kampf gegeneinander führten, die nicht die großen gemeinsamen Interessen eines um sein Lebensrecht ringenden Volkes aufzeigten. Heute stimmt das Volk in nie geahnter Geschlossenheit für einen Führer und eine Partei.

Heute nach dem Fortfall der Parteien des Egoismus zeigen Führer und Partei -die mit den früheren Parteien nur noch den Namen gemein hat -mehr denn je dem Volke die großen Lebensfragen der Nation, um die zu kämpfen und für die Opfer zu bringen, es sich lohnt. Der deutsche Idealismus Ist für Deutschland mobilisiert worden.

Den Gegnern sind die Angriffspunkte für ihre zersetzende Tätigkeit genommen. Nur ein letzter Angriffspunkt ist noch nicht ganz ausgeschaltet. Dies sind die konfessionellen Gegensätze. Demgemäß haben sich auch alle Gegner in der Austragung des künstlich hervorgerufenen Kirchenstreites zusammengefunden. Wir haben festgestellt, daß gerade atheistische Kommunisten, gottesleugnerische Marxisten, die früher aus der Kirche ausgetreten waren, sich nunmehr in irgendeiner konfessionellen Organisation kämpferisch betätigen und den Kirchenstreit zu schüren bemühen. Sie haben nur ein Interesse: wenn schon sonst alle Gegensätze geschwunden sind, wenigstens die Gegensätze der Konfessionen zu verschärfen und einen Gegensatz zwischen dem Staat und den verschiedenen Kirchen zu schaffen.

Der Nationalsozialismus will, daß, wie einst unter Friedrich dem Großen, „jeder nach seiner Fasson selig werde«. Der nationalsozialistische Staat gibt den Kirchen, was der Kirchen Ist, die Kirchen haben dem Staate zu geben, was des Staates ist. Darüber hinaus steht der nationalsozialistische Staat den inneren Zänkereien der Bekenntnisse uninteressiert gegenüber.

Von diesem Grundsatz können auch noch so viele im Ausland tendenziös verbreitete falsche Nachrichten über den Kirchenstreit in Deutschland nicht abbringen -Nachrichten, die nur den einen Zweck verfolgen, gegen den Nationalsozialismus im Auslande zu wirken, nachdem so viele andere Lügen ihre Wirkung verloren haben, weil die Tatsachen gegen sie sprachen.

Denn die Behauptung, daß der nationalsozialistische Staat am Zusammenbrechen sei, läßt sich mit dem besten Willen nicht mehr aufrechterhalten. Im Gegenteil: mit jedem Jahre sterben Alte, die von überholten Überlieferungen nicht mehr lassen konnten, fort und Jugend rückt nach, die durch und durch mit nationalsozialistischem Geiste erfüllt ist. Eine Jugend, die ihre Erziehung hat in der gewaltigen Organisation der Hitlerjugend, in deren Reihen sie lernte, den Kameraden nur als Charakter zu werten, bei dem es bedeutungslos ist, welchem Stande der Vater angehört, wieviel Geld der Vater besitzt, welche Arbeit er verrichtet. Eine Jugendorganisation, in der dem jungen Menschen die Größe seines Volkes, die Schönheit seiner Heimat gezeigt wird, in der ihm gelehrt wird, seinen Geist und seinen Körper gesund zu erhalten und sich einzugliedern in die Gesamtheit. Er wird erzogen in der Achtung vor dem Gesetz und im Glauben an seine Nation.

Die Zeit wirkt im neuen Staat. Die Gesetze zur Erzielung rassischer Verbesserung, zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses, die Maßnahmen zur Förderung der Eheschließungen, die steuerlichen Erleichterungen für kinderreiche Familien müssen ihre Folgen zeitigen.

Die Landwirtschaft, die Quelle völkischer Erneuerung, aus der die Bevölkerung der Städte neues gesundes Blut erhält, ist durch den nationalsozialistischen Staat wieder in ihrer Existenz gesichert. Sie ist gesichert durch Erbhofgesetzgebung, Entschuldung, neue Marktordnung. Heute müssen nicht mehr Bauerngeschlechter den alten Hof, auf welchem sie durch Jahrhunderte saßen, verlassen, weil er unter den Hammer kam, wie dies vor der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus in immer größerer Zahl geschah.

Durch den Arbeitsdienst, in dem junge Deutsche nützliche Arbeit für ihr Volk verrichten, ähnlich der Dienstzeit im Heere, ist die Ehre der Arbeit äußerlich dokumentiert worden.

Der 1. Mai, einst der Tag der Klassenverhetzung, wurde durch den neuen Staat zum Tag der Gemeinschaft aller Schaffenden, zum „Tag der Nationalen Arbeit«.

Der Erfolg der Arbeitsschlacht wurde zum Erfolg des Nationalsozialismus und seines Führers. Von 6 1/2 Millionen Arbeitslosen, die sich als furchtbares Erbe bei der Machtergreifung vorfanden, wurden innerhalb der vergangenen zwei Jahre rund 41/2 Millionen wieder in Arbeit gebracht. Neben der wirtschaftlichen Bedeutung dieser Tatsache ist die moralische Bedeutung für diejenigen, welche schuldlos auf die Almosen der arbeitenden Volksgenossen angewiesen waren, nicht abzuschätzen.

Es ist für Kenner des früheren Deutschland in die Augen springend, daß heute keine bettelnden Wanderburschen mehr die Landstraßen bevölkern, und die Gesichter der Menschen wieder einen zufriedenen Ausdruck gefunden haben. Die Arbeitsfreude des schaffenden Menschen wird erhöht, seine Verbundenheit mit dem neuen Staate gefestigt durch das große Werk der Erholung in der Freizeit, genannt »Kraft durch Freude«.

Es ist kaum abzuschätzen, welche Werte für das Volksganze erhalten und neu geschaffen wurden durch die in jeder Stadt und in jedem Ort erschlossenen Arbeitsmöglichkeiten.

Was allein bedeutet die Restaurierung der öffentlichen und privaten Baulichkeiten in ganz Deutschland, die fast durchwegs vernachlässigt waren!

Was bedeutet die Wiederherstellung der Straßen, der Bau neuer Brücken, der Bau neuer Kanäle, die Gewinnung neuen Landes an der Küste und in den Ödlandgebieten!

Welche auf Jahrhunderte hinausreichende Bedeutung allein haben die gewaltigen Autobahnen! 1.300 km Reichsautobahnen befinden sich heute im Bau, 1500 km sind für den Bau freigegeben, die Entwurfsbearbeitung für weitere 2.000 km ist fertig. Täglich wird 1 km neu hergestellt. Die erste Strecke, die Bahn Frankfurt-Darmstadt, wird nächster Tage, die Münchener Strecke im Juni dem Verkehr übergeben. 93.000 Arbeiter schaffen heute direkt auf den Baustellen, 150.000 indirekt in Brückenbauanstalten, Steinbrüchen usw.

Auf allen Gebieten macht sich der befruchtende Einfluß der neuen Idee geltend. Ein Einfluß, der sich zum Beispiel auch in der Angleichung des Rechts an das gesunde Volksempfinden äußert, wie es im neuen, in Vorbereitung befindlichen Strafgesetz zum Ausdruck kommen wird. Alle guten Deutschen wirken heute für ihr Volk.

Schule und Hochschule mit den entsprechenden Sparten der Wissenschaft wirken mit an der Erziehung der Jugend und des Volkes überhaupt im neuen Geiste.

Ein über Deutschlands Grenzen hinaus bekannter Wissenschaftler, der sein reiches Wissen auf dem Gebiete der Geopolitik -seine Kenntnisse der weltpolitischen Tatsachen seit 1918 zur Aufklärung des deutschen Volkes einsetzte, der auf diesen Gebieten auch mein Lehrer war -Herr Professor Dr. Karl Haushofer, weilt zu meiner Freude heute abend unter uns.

Als Krönung des Ganzen und zugleich als Voraussetzung für den Bestand des Ganzen ersteht das neue deutsche Volksheer.

Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß eine Nation und ganz besonders dann, wenn sie tüchtig ist, des Schutzes bedarf. Des Schutzes bedarf das Volk, auf daß es in Ruhe seiner Arbeit nachzugehen vermag. Deutschland glaubte Jahre hindurch, auf diesen Schutz verzichten zu können, das Ergebnis war eine dauernde seine Arbeit störende, wenn nicht verhindernde Beunruhigung von außen her. Am krassesten kam dies bei der Besetzung des Ruhrgebietes, des Gebietes konzentriertester Arbeit Deutschlands, zum Ausdruck.

Es ist eine nicht zu leugnende Tatsache, daß im internationalen Völkerleben das Recht eines Volkes erst durch seine Macht gesichert ist; eine Tatsache, die unter anderen Ihr großer Landsmann Rudolf Kjellen öfter als einmal zum Ausdruck brachte. Deutschland aber hat ein Recht auf ungestörte Arbeit, hat ein Recht auf Schutz seines Friedens. Es wäre eine verbrecherische Unterlassung der deutschen Regierung, wollte sie Deutschland nicht durch Schaffung von Macht sein Recht sichern. Das ideale Ziel der Erhaltung des Friedens ist für Deutschland, das den gewaltigen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, den Kampf zur Erneuerung seines Lebens führt, zugleich eine sachliche Notwendigkeit.

Der Führer ist Frontkämpfer und ich bin ja auch Frontkämpfer, und fast alle anderen Mitarbeiter des Führers sind ebenfalls Frontkämpfer des furchtbarsten Krieges aller Zeiten. Wir wissen, was der Krieg bedeutet und lieben deshalb den Frieden. Wir wissen, daß der Weltkrieg im ganzen 15 Millionen Tote gefordert hat. Wir wissen aber auch, daß der Friede desto besser gesichert ist, je weniger etwa abenteuerlustige Nachbarn das Gefühl haben können, daß der Einmarsch in deutsches Land ein militärischer Spaziergang sei.

Die Welt weiß heute: Das neue Deutschland hat alles getan, um einen eventuellen Einmarsch fremder Truppen nicht zu einem militärischen Spaziergang werden zu lassen! Kaum je war wohl ein Volk so entschlossen, sich, wenn nötig, bis zum letzten Mami zu wehren, wie das deutsche Volk heute. Die schwere Prüfungszeit der letzten Jahrzehnte und die moralische Erziehung, die der Nationalsozialismus vollzog, haben diese Entschlossenheit hervorgerufen. Es wäre wiederum ein Verbrechen der nationalsozialistischen Regierung, wenn sie diesen unbedingten Verteidigungswillen der Menschen nicht ergänzte durch eine Bewaffnung, die die Menschen nicht wehrlos preisgibt der durch Jahrzehnte betriebenen Aufrüstung anderer Staaten. Lloyd George sagte schon vor dem Kriege laut »Daily Chronicle« vom 1. Januar 1914:

»Das deutsche Heer ist nicht nur eine Lebensbedingung für das Deutsche Reich, sondern auch für die Unabhängigkeit und das Leben der deutschen Nation, die von Völkern umgeben ist, von deren Heeren fast jedes einzelne ebenso groß ist wie das ganze deutsche.«

Wieviel mehr trifft dieser Satz heute zu!

Wenn Sie fragen mögen, woher Deutschland das Geld zu seiner Bewaffnung nimmt, so kann ich Ihnen erwidern, daß sich der größte Teil der notwendigen Materialien im eigenen Lande vorfindet, ebenso wie die Arbeitskräfte in nur zu großer Zahl vorhanden sind. Es ist lediglich eine Frage der inneren Organisation, um mittels der Materialien und Arbeitskräfte die benötigten Waffen erstehen zu lassen, wobei die ergänzenden, unbedingt aus dem Ausland einzuführenden Rohstoffe im Verhältnis keine entscheidende Rolle spielen.

Mag die Welt heute Deutschland noch keine volle Gerechtigkeit widerfahren lassen -ich habe die Überzeugung, daß eine künftige Geschichtsschreibung feststellt: Deutschland hat recht getan!

Vielleicht wird auch diese Geschichtsschreibung weiter feststellen, daß durch die Wiederwehrhaftmachung Deutschlands ein neuer Krieg in Europa verhindert wurde, weil der Anreiz wegfiel, den ein unbewaffneter Staat hoch-bewaffneten Nachbarstaaten bietet.

Ich weiß, daß da und dort in der Welt mit dem Gedanken gespielt wird, wenigstens mit wirtschaftlichen Mitteln gegen Deutschland Krieg zu führen, so wie die zeitweise von jüdischer Seite betriebene Boykottierung Deutschlands bereits Erscheinungen wirtschaftlichen Krieges waren. Ich kann Ihnen aber auch versichern, daß alle derartigen Versuche auf die Dauer vergeblich sind, so wie der Boykott sich schließlich als wirkungslos erwies. Vielleicht sind derartige Tendenzen im übrigen auch ein Teil jener Kraft, die, indem sie Böses will, Gutes hervorbringt. Der Druck steigert den Willen zur Abwehr. Die Abwehr aber besteht in Maßnahmen, sich immer mehr von dem außerdeutschen Produktionsgebiet unabhängig zu machen -und das Land der hochentwickeltsten Technik, der besten Chemie der Welt, findet Mittel und Wege hierzu! Manches ist bereits erreicht, Vieles in Vorbereitung.

Ich betone aber ausdrücklich, daß es nicht der Wunsch der deutschen Regierung ist, sich vom Ausland völlig abzuschließen. Deutschland wünscht Beziehung zu anderen Ländern, nicht zuletzt auf wirtschaftlichem Gebiete. Der Austausch von Gütern bringt den Austausch anderer Beziehungen mit sich, die das gegenseitige Verständnis und damit den Frieden fördern. Deutschlands Regierung würde aber andererseits wiederum gewissenlos handeln, wenn sie gefährlichen Boykottendenzen nicht rechtzeitig durch Vorbereitung entsprechender Maßnahmen vorbeugte.

Die Welt hat im neuen Deutschland einen gefestigten Staat mit einer Regierung vor sich, die sich ihrer Pflichten bewußt ist. Dieser neue Staat und seine Regierung sind durch die nationalsozialistische Bewegung geschaffen und aus dieser heraus entstanden.

Sie mögen vielleicht der Meinung sein, daß damit die nationalsozialistische Bewegung ihre Aufgabe erfüllt hat, daß sie abgelöst wurde durch den nationalsozialistischen Staat. Diese Meinung ist falsch. Die nationalsozialistische Bewegung ist zu einem Teil des nationalsozialistischen Reiches geworden, in dem sie neue und noch größere Aufgaben als bisher zu erfüllen hat. Sie, die zutiefst im Volke wurzelt, deren Gliederungen bis in die kleinsten Orte hineinreichen, auf deren Organisationssträngen die Verbindung zwischen Volk und Regierung aufrechterhalten wird, ist zu einer neuen und besseren Volksvertretung geworden als die in sich zerrissene Volksvertretung des früheren Parlaments. Die nationalsozialistische Partei ist zur Vertretung des Volksganzen und zur Vertretung der großen Volksinteressen in ihrer Gesamtheit geworden. Sie ist die notwendige Ergänzung der autoritären Regierung. Sie ist der Apparat, durch den die Regierung die Wirkung ihrer Maßnahmen im Volke nachprüft und durch den sie Anregungen und Wünsche von unten erhält, die darin ihren gesetzlichen Ausdruck finden.

Der Nationalsozialismus beherrscht das Leben des deutschen Volkes, er befruchtet es -ja er hat ihm das Leben erhalten.

Deutschland wäre verloren gewesen, wenn nicht der eine Mann gekommen wäre, der den Nationalsozialismus schuf: Adolf Hitler.

War es Zufall, daß er kam? Ich glaube es nicht. Ich glaube, daß eine Vorsehung den Völkern, welche den Untergang nicht verdienen, die noch eine Aufgabe in dieser Welt zu erfüllen haben, zur rechten Zeit den Mann sendet, der sie vor dem Untergang bewahrt.

Ein solcher Mann braucht dann allerdings auch die autoritäre Gewalt.

Vielleicht wenden Sie ein, daß es nicht gut sei, daß ein Mann alle Macht in seiner Hand vereint.

Vielleicht wenden Sie ein, daß schließlich auch Adolf Hitler Gefahr laufen kann, mit Willkür und Unbedacht seine Alleinherrschaft auszuüben!

Ich kann nur erwidern: ein größerer Schutz gegen den Mißbrauch eines Amtes als parlamentarische Kontrollorgane oder als eine Teilung der Macht ist das Gewissen der sittlichen Persönlichkeit. Und ich weiß aus der Kenntnis des Menschen Adolf Hitler, daß niemand mehr sich seinem Gewissen verantwortlich fühlen kann und Kraft seines Gewissens seinem Volke, als er.

Sein Gewissen, die Verantwortung vor seinem Gott, vor seinem Volk und vor der Geschichte sind seine letzte und höchste Instanz.

Die Richtigkeit seines Handelns aber prüft er nach, indem er sich von Zeit zu Zeit direkt an das Volk wendet Dieses wird seine Führerschaft immer von neuem bestätigen! Er weiß, daß seine Ehre mit all seinem Handeln unlöslich verknüpft ist.

Er kann seine Verantwortung nicht verstecken hinter Beschlüssen unverantwortlicher Parlamentsmehrheiten.

Eine spätere Geschichtsschreibung wird anerkennen, was Hitler für die Konsolidierung nicht nur der deutschen, sondern auch der europäischen Verhältnisse dadurch getan hat, daß er einen ebenso entschiedenen, wie klaren Weg der deutschen Politik einschlug und daß er vor aller Welt aussprach, was ist.

So wie in der Innenpolitik Deutschlands hat er auch in der Außenpolitik den gesunden Menschenverstand ausschlaggebend zur Geltung gebracht. Für Deutschland hat Adolf Hitler durch Taten dieses gesunden Menschenverstandes die Gesundung gebracht Ich bin der Überzeugung, daß er auch in der Außenpolitik durch die Anwendung des gleichen Prinzips klarere und gesündere Verhältnisse schafft, die helfen werden, der Welt diese notwendige Beruhigung zu bringen.

Die gesünderen Verhältnisse werden schon dadurch zum Ausdruck kommen, daß die Welt endlich sich davon überzeugt, die Regierung Hitlers denke nicht daran etwa auf einen Krieg hinzusteuern, wie immer wiederkehrende Behauptungen im Auslande vorgeben.

Wie der Führer selbst betonte, braucht Deutschland um seiner Waffenehre willen keinen Krieg zu führen. Denn es hat sie nie verloren. Daß aber ein neuer Krieg die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse, welche die Folgen eines früheren Krieges sind, nicht zu bessern vermag, sondern endgültig das Chaos herbeiführen müßte, ist eine für jeden deutschen Politiker selbstverständliche Einsicht. Deutschland will keinen Krieg, Deutschland will den wahrhaften Frieden!

Nicht Krieg behebt die Notlage, unter der alle Völker leiden, sondern die Einsicht, daß anstelle des Gegeneinanders das Miteinander der Nationen treten muß. Möge mein Vortrag helfen, für diese Gedanken zu werben, möge er einen kleinen Beitrag darstellen für die Verständigung zwischen den Völkern durch Verbreitung von Verständnis für das im Mittelpunkt Europas und heute im Mittelpunkt der Ereignisse stehende deutsche Volk. Dann ist der Sinn, den ich mit meinem Vortrag verband, erreicht.

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