Die Geschichte der NSDAP. in Danzig

Der Weg der NSDAPAuch der Gau Danzig der NSDAP. war wie viele andere nicht auf Grund einer organisatorischen Anordnung entstanden. Auch hier hatten sich Menschen, die von der neuen Weltanschauung des Nationalsozialismus und ihrem Künder Adolf Hitler gehört hatten, spontan zusammengefunden und die ersten Gruppen gebildet. Weit lag Danzig von München entfernt, und nur spärlich war von hier die Verbindung zur Reichsleitung.

So kam es, daß sich in der jungen nationalsozialistischen Organisation in Danzig nicht jene Einigkeit zeigte, die Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit ist. Zur Beilegung dieser den Aufbau der Partei hindernden Schwierigkeiten schickte im Herbst 1930 der Führer seinen Sonderbevollmächtigten, den Hauptmann Hermann Göring, mit dem Auftrage nach Danzig, sich ein Bild von der Lage zu machen und Vorschläge für eine Neuordnung der dortigen Partei zu unterbreiten. Der Vorschlag Görings ging dahin, den jungen Fürther Nationalsozialisten Albert Forster als Gauleiter nach Danzig zu entsenden. Ein neuer Mann sollte die Kraft der nationalsozialistischen Bewegung zusammenschließen und zum Siege führen.

Albert Forster übernimmt die Führung im Gau

Albert Forster, am 26. Juli 1902 in Fürth in Bayern geboren, gehörte der Hitlerbewegung seit ihren Anfängen an. Kurz nach dem „Deutschen Tag“ in Nürnberg im Jahre 1923 trat er in die neugegründete Ortsgruppe Fürth als SA.-Mann ein. Er erlebte den 9. November 1923 mit ungebrochenem Mut und konnte seine Treue zum Führer gerade in der Zeit der Verfolgungen und der Einkerkerung Adolf Hitlers unter Beweis stellen. Am 1. August 1924 trat er der damaligen Tarnorganisation der Partei, der „Großdeutschen Volksgemeinschaft“ in Fürth bei und führte sie während der Verbotszeit mit unermüdlicher Propaganda für den Führer und seine Bewegung. Als der Führer die Festung verlassen und die Arbeit in der Öffentlichkeit wieder aufnehmen konnte, trat Albert Forster am 5. April 1925 nach Auflösung der „Großdeutschen Volksgemeinschaft“ in die NSDAP. ein und erhielt die Mitgliedsnummer 1924. Bald darauf durfte er den Führer persönlich kennenlernen. Von diesem Augenblick an stand sein ganzes Leben ausschließlich im Dienst dieses einzigartigen Mannes. Seinen Beruf als Bankbeamter verlor er auf Drängen der jüdischen Kundschaft. Lange Jahre war er arbeitslos. Unermüdlich kämpfte er für den Sieg der Bewegung. Als Redner machte er sich bald einen großen Namen. In verschiedenen verantwortlichen Stellen gab Albert Forster so überzeugende Beweise seiner Führungsqualitäten, daß ihn der Führer zum Gauleiter von Danzig ernannte. Am 24. Oktober 1930 traf Albert Forster in Danzig ein und übernahm den Gau. Schon am gleichen Abend hielt er die erste Versammlung ab, nachdem er sich mit einem Aufruf an die Parteigenossen und Anhänger der Bewegung in Danzig gewandt und sie zu Einigkeit und Treue aufgefordert hatte. Schon in diesem Aufruf kam das außenpolitische Ziel Albert Forsters, die Befreiung Danzigs von Versailles, deutlich zum Ausdruck.

Der Kampf um die Seele der deutschen Bevölkerung

Nach der Einigung und Ausrichtung der Partei begann sogleich der Kampf um die Seele der deutschen Bevölkerung. In unermüdlicher Versammlungstätigkeit, unter dem Einsatz von SA. und , schritt auch die Partei in Danzig von Erfolg zu Erfolg. In einem sogleich notwendig gewordenen Wahlkampf trug die neugeführte Bewegung einen für ihre damalige Kraft großen Erfolg davon. Die NSDAP. erhielt von 72 Abgeordnetensitzen 12.

Der Führer telegraphierte an den Gauleiter: „Übermitteln Sie Parteigenossen Dank für geleistete Arbeit. Wahlergebnis ist Erfolg der Einigkeit. Adolf Hitler.“ Und Hermann Göring kabelte das stolze Lob: „Herzlichen Glückwunsch zum großartigen Wahlerfolg.“

Mit diesem Sieg in der Volkstagswahl am 16. November 1930 begann eine neue Aufgabe für die Partei, die Stellungnahme zur Regierungsbildung in Danzig. Es kann heute nicht mehr voll gewürdigt werden, welche Schwierigkeiten dieser Kampf in sich trug. Es kam darauf an, zu gleicher Zeit fanatisch für den Nationalsozialismus zu werben, dabei den Polen keine Angriffspunkte für ein Einschreiten zu geben, das Völkerbundsstatut zu beachten, im Kampf mit den Parteien doch wieder außenpolitische Gesichtspunkte in den Vordergrund zu stellen und dabei den Feinden des Nationalsozialismus im Altreich keine Propagandaparolen für ihren Kampf zu geben. Dieses ständige Beachten vieler Gefahrenpunkte hat die Nationalsozialisten Danzigs zu besonders durchgebildeten und bewußten Parteigenossen gemacht. Kein Geringerer als Reichsaußenminister von Ribbentrop hat das in seiner denkwürdigen Danziger Rede vom 24. Oktober 1939 anerkannt, als er ausführte:

„Danzig und seine Führung haben sich in dieser Zeit geradezu als vorbildliche Kämpfer des Führers gezeigt, und – als der zuständige Minister, für den Danzig immer eine Art außenpolitisches Schmerzenskind war, darf ich dies wohl sagen – so manches diplomatische Glanzstück fertiggebracht.“

Im Jahre 1931 schuf sich die Bewegung in Danzig ihre eigene Zeitung, den Danziger Vorposten. Eine neue Geschäftsstelle wurde eingerichtet, und in gewaltigen Demonstrationen konnte ein Volksgenosse nach dem anderen für den Führer geworben werden. Auch in Danzig tobte der rote Terror. Gerade hier benutzten die Feinde der Bewegung, vor allem die Juden, auch noch Angehörige der polnischen Unterwelt zum Angriff auf die Kämpfer Adolf Hitlers. Neben vielen Verwundeten und Verletzten fiel am 20. November 1931 als erster Toter der Danziger Bewegung der SA.-Mann Horst Hoffmann aus Neuendorf. Etwa 80 Angehörige der roten Organisation „Arschufo“, darunter 16 Schwerverbrecher, fielen über 6 Nationalsozialisten her. Dem jungen Horst Hoffmann wurde mit einem Dolch die Schlagader am Hals bis zur Lunge durchstochen. Die roten Verbrecher trampelten dann auf dem im Blute liegenden SA.-Mann herum und warfen ihn in den Straßengraben. Heute steht ein Gedenkstein an dieser Stelle, und eine der wichtigsten Straßen Danzigs heißt „Horst-Hoffmann-Wall“.

Der Führer zum erstenmal in Danzig

Mit heißem Herzen erlebte man in Danzig das stürmische Jahr 1932 mit. Im Verlauf der Deutschlandflüge, die damals der Führer unter vollem Einsatz seiner Person mit drei und mehr Kundgebungen an einem Tage im ganzen Reich durchführte, kam Adolf Hitler auf einem Flug nach Elbing zum erstenmal nach Danzig. Damals herrschte im ganzen Reich Uniformverbot. Aber als der Führer auf dem Flugplatz Danzig-Langfuhr die Maschine verließ, standen Tausende und aber Tausende im Braunhemd um das Flugfeld. SA., , HJ. und politische Leiter waren in Uniform aufmarschiert. Der Führer schritt ihre Fronten ab. Der anwesende Polizeioffizier meldete sich bei dem Führer, ein bei den damaligen Verhältnissen im Reich alarmierend wirkender Vorgang.

Der Führer hat an diesem Tag den Flughafen nicht verlassen, er hat später in seiner berühmten Rede im Artus-Hof die Erklärung gegeben:

„Ich habe mir einst vorgenommen, nicht früher nach Danzig zu kommen, ehe denn diese Stadt wieder zum Deutschen Reiche gehört. Ich wollte als ihr Befreier hier einziehen.“

Die Machtergreifung der NSDAP. in Danzig

Mit tiefster Erregung erlebten die Danziger Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 die Machtergreifung Adolf Hitlers im Reich, während sie selber noch von diesem Wandel des deutschen Schicksals ausgeschlossen waren. Aber am 28. Mai 1933 schlug auch für sie die Stunde des Sieges. Nach einem Wahlkampf unter Einsatz aller Kräfte fielen 107 335 Stimmen, d. h. 52 vom Hundert und 38 Sitze des Volkstages an die NSDAP. Der Weg in die Macht war frei.

Traurig war die Erbschaft, die der Nationalsozialismus übernahm. Unter ständigem außenpolitischem Druck und unter starker wirtschaftlicher Abhängigkeit von Polen mußte – äußerlich getrennt vom Reich – mit schnellen durchgreifenden Maßnahmen das Aufbauwerk durchgeführt werden.

Es waren harte Jahre für die Partei und die Bevölkerung. Oft kamen innere Überzeugungs- und Nützlichkeitsüberlegungen in Widerspruch. Gerade in Danzig war die loyale Einhaltung des Deutsch-Polnischen Abkommens nicht einfach. Zu viele Volksgenossen gab es hier, die Zeugen der ständigen Vertragsbrüche der Polen waren.

Auch der Kampf um die deutschen Menschen erforderte unermüdliche Arbeit und ständige Bereitschaft. Juden, Polen und Zentrumsangehörige steckten mit den marxistischen Parteien unter einer Decke. Blutige Opfer zeichneten auch hier den Weg der Partei. In nimmermüdem Kampf haben damals der Gauleiter und seine Mitarbeiter die Danziger Parteigenossenschaft zu einem von glühendem Willen beseelten, jederzeit einsatzbereiten Instrument gemacht und gleichzeitig alles vermieden, was für die Außenpolitik des Führers nachteilig hätte werden können.


(Quelle)

Siehe auch:

Der Weg der NSDAP.

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