Die Reichstagsrede Hitlers vom 19. Juli 1940

Am 27. Juni erreichen die deutschen Truppen die spanische Grenze. Von der besetzten französischen Kanalküste aus starten von nun an deutsche Kampfflugzeuge in ununter­brochenem Einsatz zum Angriff auf England.

Am 3. Juli veröffentlicht das deutsche Auswärtige Amt die politischen Geheimakten des französischen Generalstabes, die unsere Truppen erbeuteten. Sie enthüllen mit unüberbietbarer Eindeutigkeit die Kriegsaus­wei­tungs­pläne Englands und Frankreichs.

Am 4. Juli beschießen englische Kampfschiffe im algerischen Hafen Oran fran­zö­si­sche Seestreitkräfte.

Am 8. Juli bricht daraufhin Frankreich die diplomatischen Beziehungen zu England ab.

Am 6. Juli zieht der Führer unter dem Jubel der Bevölkerung nach der siegreichen Beendigung des Krieges im Westen in die Reichshauptstadt ein.

Am 19. Juli ergreift er vor dem Deutschen Reichstag das Wort:



Abgeordnete!

Männer des Deutschen Reichstages!

Inmitten des gewaltigen Kampfes um die Freiheit und für die Zukunft der deutschen Nation habe ich Sie zu dieser Sitzung einberufen lassen. Die Gründe dafür liegen in der Notwendigkeit, unserem eigenen Volk die Einsicht in die historische Einmaligkeit der Vorgänge, die wir erlebten, zu erschließen, den verdienten Soldaten aber zu danken, sowie in der Absicht, zu versuchen,

noch einen – und dieses Mal den letzten – Appell an die allgemeine Vernunft zu richten.

Wer die auslösenden Momente dieser geschichtlichen Auseinandersetzung in Vergleich bringt zum Umfang, der Größe und Tragweite der militärischen Ereignisse, dem muß die Erkenntnis werden, daß Vorgänge und Opfer dieses Kampfes in keinem Verhältnis stehen zu den behaupteten Anlässen — es sei denn, daß diese Anlässe selbst nur Vorwände waren für verborgen liegende Absichten.

Das Programm der nationalsozialistischen Bewegung war – insoweit es sich auf die künftige Ausgestaltung des Verhältnisses des Reiches zur Umwelt bezog – ein Versuch, die Revision des Versailler Vertrages unter allen Umständen – soweit aber irgend möglich auf friedlichem Wege – herbeizuführen.

Diese Revision war eine naturnotwendige. Das Unhaltbare der Versailler Bestimmungen lag nicht nur in der demütigenden Diskriminierung, der Rechtlosmachung entsprechend der sichergestellten Entwaffnung des deutschen Volkes, sondern vor allem in der daraus abgeleiteten materiellen Zerstörung der Gegenwart und der beabsichtigten Vernichtung der Zukunft eines der größten Kulturvölker der Welt, in der vollständig sinnlosen Anhäufung riesiger Ländermengen unter der Herrschaft einiger Staaten, in der Beraubung der Unterlegenen um ihre unersetzbaren Lebensgrundlagen und unentbehrlichsten Lebensgüter. Die Tatsache, daß schon während der Abfassung dieses Diktates einsichtige Männer auch auf der Seite unserer Gegner vor der endgültigen Verwirklichung der Bestimmungen dieses Wahnsinnswerkes warnten, ist ein Beweis für die sogar in diesen Reihen herrschende Überzeugung der Unmöglichkeit, dieses Diktat für die Zukunft aufrechterhalten zu können. Ihre Bedenken und ihre Proteste wurden allerdings mit der Versicherung zum Schweigen gebracht, daß der neugebildete Völkerbund in seinen Statuten die Möglichkeit einer Revision dieser Bestimmungen sicherstelle, ja dafür zuständig sei. Die Hoffnung auf eine Revision war demnach zu keiner Zeit als etwas Ungebührliches betrachtet worden, sondern als etwas Natürliches. Leider hat entsprechend dem Wollen der verantwortlichen Männer des Versailler Diktats, die Genfer Institution, sich nicht als eine Einrichtung zur Herbei­führung vernünftiger Revisionen betrachtet, sondern von Anfang an nur als Garant der rücksichtslosen Durchführung und Aufrechterhaltung der Versailler Bestim­mun­gen.

Alle Versuche des demokratischen Deutschlands, auf dem Revisionswege eine Gleichstellung des deutschen Volkes zu erreichen, blieben erfolglos.

Es liegt nun im Interesse eines Siegers, die ihm nützlichen Bestimmungen als für alle heilig hinzustellen, im Wesen des Selbsterhaltungstriebes des Besiegten aber, sich die allgemeinen Menschenrechte wieder zurückzuholen. Für ihn hatte das Diktat eines übermütigen Gegners um so weniger Gesetzeskraft, als dieser Gegner damals kein ehrlicher Sieger war. Ein seltenes Unglück hatte es gewollt, daß das Deutsche Reich in den Jahren 1914 – 1918 sehr schlecht geführt war. Diesem und dem noch nicht anders belehrten Glauben und Vertrauen des deutschen Volkes in das Wort demokratischer Staatsmänner war unser Untergang zuzuschreiben.

Daher war der britisch-französische Anspruch, das Versailler Diktat als eine Art internationale oder gar höhere Rechtsetzung auszugeben, für jeden ehrlichen Deutschen nichts anderes als eine freche Anmaßung — die Annahme aber, daß ausgerechnet englische oder französische Staatsmänner Hüter des Rechtes an sich oder gar der menschlichen Kultur wären, eine dumme Unver­schämt­heit. Eine Unver­schämt­heit, die durch ihre eigenen höchst minderwertigen Leistungen auf diesen Gebieten zur Genüge beleuchtet wird. Denn es ist selten die Welt mit einem größeren Minimum an Klugheit, Moral und Kultur regiert worden als jener Teil, der zur Zeit dem Wüten gewisser demokratischer Staatsmänner ausgeliefert ist.

Die nationalsozialistische Bewegung hat in ihrem Programm – neben der inneren Erlösung aus den jüdisch-kapitalistischen Fesseln einer plutodemokratischen dünnen Ausbeuterschicht – nach außen hin den Entschluß zur Befreiung des Reiches aus den Versailler Diktatfesseln verkündet.

Die deutschen Forderungen dieser Revision waren naturnotwendige, für das Dasein und die Ehre eines jeden großen Volkes selbstverständliche. Sie werden von der Nachwelt einst wohl als unendlich maßvoll bezeichnet werden.

Alle diese Forderungen aber mußten in der Praxis gegen den Willen der britisch-französischen Machthaber durchgesetzt werden. Wir alle sahen es nun erst recht als einen Erfolg der Führung des Dritten Reiches an, daß die Verwirklichung dieser Revision jahrelang ohne Krieg gelungen war. Nicht, weil wir – wie die britischen und französischen Demagogen es behaupteten – zum Kriege ohnehin nicht in der Lage gewesen wären. Als es aber endlich schien, als ob es dank einer gewissen erwachenden Vernunft durch eine internationale Zusammenarbeit zur friedlichen Lösung auch der Restprobleme würde kommen können, da wurde die am 29. September 1938 in München in diesem Sinne getätigte Übereinkunft der vier wesentlich daran beteiligten großen Staaten in der öffentlichen Meinung zu London und Paris nicht nur nicht begrüßt, sondern als abscheuliches Schwächezeichen verdammt.

Die blutbefleckten jüdisch-kapitalistischen Kriegshetzer sahen in der Möglichkeit des Gelingens einer solchen friedlichen Revision das Entschwinden greifbarer Anlässe für die Verwirklichung ihrer wahnsinnigen Pläne. Es trat wieder einmal jene Verschwörung erbärmlicher käuflicher politischer Kreaturen und geldgieriger Finanzmagnaten in Erscheinung, für die der Krieg ein willkommenes Mittel ist, ihre Geschäfte zu besserem Gedeihen zu bringen. Das internationale jüdische Völkergift begann immer mehr gegen jede gesunde Vernunft zersetzend zu arbeiten, die Literaten verstanden es, die anständigen Männer, die den Frieden wollten, als Schwächlinge, ja Landesverräter hinzustellen, die oppositionellen Parteien als fünfte Kolonne zu denunzieren, um so jeden inneren Widerstand gegenüber ihrer verbrecherischen Kriegspolitik zu beseitigen. Juden und Freimaurer, Rüstungsfabrikanten und Kriegsgewinnler, internationale Händ­ler und Börsenjobber fanden politische Subjekte, Desperados und Hero­straten­naturen, die den Krieg als das Ersehnens- und damit Wünschenswerte hinstellten.
Polen, das erste Opfer der Kriegshetzer

Diesen verbrecherischen Elementen war es zuzuschreiben, daß der polnische Staat angeeifert wurde, eine Haltung einzunehmen, die in keinem Verhältnis zur deutschen Forderung und noch viel weniger zu den dadurch hervorgerufenen Folgen stand.

Denn gerade Polen gegenüber hat sich das Deutsche Reich seit der national­sozialistischen Führungsübernahme zu einer wahren Selbstüberwindung bekannt. Eine der niederträchtigsten und dümmsten Maßnahmen des Versailler Diktates, nämlich die Abreißung einer alten deutschen Provinz vom Reich, schrie an sich schon nach einer Revision! Und was habe ich damals verlangt?

Ich darf hier meine Person einschalten, weil es kein anderer Staatsmann hätte wagen dürfen, der deutschen Nation eine Lösung vorzuschlagen, wie ich es tat. Es war nur die Rückkehr Danzigs – also einer uralten, rein deutschen Stadt – zum Reich sowie die Schaffung einer Verbindung des Reiches zu seiner abgerissenen Provinz — und auch das nur unter der Annahme von Volksabstimmungen, die selbst wieder von einem internationalen Forum kontrolliert werden sollten. Wenn Herr Churchill und die anderen Kriegshetzer nur einen Bruchteil jener Verantwortung in sich gefühlt haben würden, die ich gegenüber Europa empfand, hätten sie ihr niederträchtiges Spiel nicht unternehmen können.

Denn nur diesen und allen anderen europäischen und außereuropäischen Kriegs­interessenten war es zuzuschreiben, daß Polen die weder seine Ehre noch seinen Bestand irgendwie berührenden Vorschläge zurückwies und an Stelle dessen zum Terror und zur Waffe griff. Auch hier war es wohl eine ohne Beispiel dastehende, wahrhaft übermenschliche Zurückhaltung, die uns monatelang – trotz fortgesetzter Mordanschläge gegen die Volksdeutschen, ja endlich trotz des Abschlachtens von Zehntausenden deutscher Volksgenossen – immer noch den friedlichen Weg einer Verständigung suchen ließ.

Denn wie war die Lage?

Eine der wirklichkeitsfremdesten Schöpfungen des Versailler Diktates, politisch und militärisch nur ein aufgeblasener Popanz, beleidigt monatelang einen Staat und droht ihm, ihn zusammenzuschlagen, vor Berlin Schlachten zu liefern, die deutschen Armeen zu zerhacken, die Grenze an die Oder oder an die Elbe zu verlegen und so fort. Und dieser Staat, Deutschland, sieht monatelang diesem Treiben geduldig zu, obwohl es nur einer einzigen Armbewegung bedurft hätte, um diese von Dummheit und Hochmut aufgeblähte Blase zusammenzuschlagen.

Noch am 2. September konnte dieser Kampf vermieden werden. Mussolini machte einen Vorschlag zur sofortigen Einstellung aller Feindseligkeiten und zum friedlichen Verhandeln. Obwohl Deutschland seine Armeen siegreich vorwärtsstürmen sah, nahm ich ihn trotzdem an. Allein die englisch-französischen Kriegshetzer brauchten den Krieg und nicht den Frieden. Und sie brauchten einen langen Krieg, wie sich Herr Chamberlain damals ausdrückte — mindestens drei Jahre lang, denn sie hatten ja unterdessen ihre Kapitalien in Rüstungsaktien angelegt, die Maschinen angeschafft und benötigten nun die zeitliche Voraussetzung für das Florieren ihrer Geschäfte und zur Amortisation ihrer Investierungen. Und außerdem: Was haben schon für diese Weltbürger Polen, Tschechen oder ähnliche Völker für einen Wert?
Die historischen Schulddokumente

Ein deutscher Soldat fand auf dem Bahnhof in La Charité am 19. Juni 1940 ein eigenartiges Dokument beim Durchstöbern der dortigen Waggons. Er lieferte dieses Dokument – da es eine besondere Bemerkung trug – seiner vorgesetzten Dienststelle sofort ab. Von dort ging dieses Papier an weitere Stellen, die sich nun klar wurden, hier auf der Spur einer wichtigen Aufklärung zu sein. Der Bahnhof wurde nun noch einmal einer gründlichen Untersuchung unterzogen. So kam in die Hand des Oberkommandos der Wehrmacht eine Dokumentensammlung von einmaliger historischer Bedeutung. Es wurden die Geheimakten des Alliierten Obersten Kriegsrates gefunden, einschließlich der Protokolle aller Sitzungen dieser illustren Vereinigung. Und dieses Mal wird es Mister Churchill nicht möglich sein, die Wahrheit der Dokumente einfach zu bestreiten oder wegzulügen, so wie er es seinerzeit bei den Akten aus Warschau zu tun versucht hatte.

Denn diese Dokumente tragen alle die eigenhändigen Randbemerkungen der Herren Gamelin, Daladier, Weygand usw., sie können also jederzeit von diesen bestätigt, aber nicht abgeleugnet werden. Und diese Dokumente geben nun Aufschluß über das Treiben der Herren Kriegsinteressenten und Kriegsausbreiter. Sie werden vor allem zeigen, wie für diese eiskalten Politiker und Militärs die kleinen Völker nur Mittel zum Zweck waren, wie sie versuchten, Finnland für ihre Interessen zu verwenden, wie sie sich entschlossen hatten, Norwegen und Schweden zum Kriegsschauplatz zu machen, wie sie beabsichtigten, den Balkan in Brand zu setzen, um von dort hundert Divisionen als Hilfe zu bekommen, wie sie die Vorbereitungen trafen zum Bombardement von Batum und Baku, unter einer ebenso gerissenen wie skrupellosen Ausbeutung der ihnen nicht abholden türkischen Neutralität, wie sie die Niederlande und Belgien immer tiefer in ihre Schlinge zogen und endlich in bindende Generalstabsabmachungen verstrickten und so vieles andere mehr.

Die Dokumente geben aber auch ein Bild von der ganzen dilettantischen Methode, mit der diese politisierenden Kriegshetzer den von ihnen angezündeten Brand zu be­herrschen versuchten, von ihrem militärischen Demokratismus, der mitverantwortlich ist für das grauenhafte Schicksal, das sie Hunderttausenden und Millionen von Soldaten ihrer eigenen Länder zufügten, ihrer barbarischen Gewissenlosigkeit, durch die sie ganz kalt bewußt ihre Völker zu einer Massenevakuierung trieben, deren militärische Auswirkungen für sie selbst nur abträgliche, deren allgemeine menschliche Folgen aber erschütternd grauenhafte waren.

Diese selben Verbrecher sind aber zugleich die Verantwortlichen für das Hinein­peitschen der Polen in den Krieg.

Achtzehn Tage später war dieser Feldzug praktisch beendet.

Am 6. Oktober 1939 sprach ich von dieser Stelle aus zum zweitenmal im Krieg zum deutschen Volk. Ich konnte ihm die militärisch glänzende Niederwerfung des polnischen Staates melden. Ich habe damals zugleich einen Appell an die Einsicht der verantwortlichen Männer in den feindlichen Staaten gerichtet und an die Völker selbst. Ich warnte vor einer Weiterführung des Krieges, deren Folgen nur verheerende sein konnten. Ich warnte besonders die Franzosen, einen Kampf zu beginnen, der zwangsläufig von der Grenze sich weiterfrißt, und der – ganz gleich, wie sein Ausgang sein würde – in seinen Folgen furchtbar wäre. Ich habe diesen Appell damals auch an die übrige Welt gerichtet, allerdings – wie ich es aussprach – mit dem Befürchten, nicht nur nicht gehört zu werden, sondern damit wahrscheinlich erst recht den Grimm der interessierten Kriegshetzer zu erregen. Es ist auch genau so gekommen. Die verantwortlichen Elemente in England und Frankreich haben in diesem meinem Appell einen gefährlichen Angriff gegen ihr Kriegsgeschäft gewittert. Sie schickten sich daher sofort an, zu erklären, daß jeder Gedanke an eine Verständigung aussichtslos sei, ja als ein Verbrechen gewertet würde, daß der Krieg weitergeführt werden müßte im Namen der Kultur, der Menschlichkeit, des Glücks, des Fortschritts, der Zivilisation und – hilf, was helfen kann – also auch im Namen der heiligen Religion, und daß zu diesem Zweck Neger und Buschmenschen mobilisiert werden müßten, und daß dann der Sieg zwangsläufig so von selbst komme, daß man eigentlich nur nach ihm zu greifen brauche, und daß ich dies selber genau wüßte und auch längst gewußt hätte, und daß ich auch nur aus diesem Grunde meinen Appell für einen Frieden der Welt unterbreiten würde. Denn wenn ich an den Sieg zu glauben in der Lage wäre, hätte ich ja nicht England und Frankreich eine Verständigung ohne jede Forderung vorgeschlagen! In wenigen Tagen war es diesen Hetzern gelungen, mich der übrigen Welt gegenüber geradezu als Feigling hinzustellen.

Wegen meines Friedensvorschlages wurde ich beschimpft, persönlich beleidigt, Herr Chamberlain spie mich vor der Weltöffentlichkeit förmlich an und lehnte es ab, entsprechend den Direktiven der hinter ihm stehenden Beter und Antreiber Churchill, Duff Cooper, Eden, Hore Belisha usw., über einen Frieden auch nur zu reden, geschweige denn für einen solchen zu handeln.

So hat dieser großkapitalistische Interessentenklüngel nach der Fortsetzung des Krieges geschrien. Diese Fortsetzung hat nun ihren Anfang genommen.

Ich habe schon einmal versichert, und Sie alle, meine Volksgenossen, wissen es, daß – wenn ich längere Zeit nicht rede oder wenn sonst nichts geschieht – dies nicht bedeutet, daß ich deshalb auch nichts tue. Es ist bei uns nicht notwendig, wie in den Demokratien, jedes Flugzeug, das gebaut wird, zu verfünffachen oder zu verzwölffachen und es dann in die Welt hinauszuschreien. Es ist überhaupt schon von den Hühnern nicht ganz klug, jedes kaum gelegte Ei mit lauter Stimme anzuzeigen. Es ist aber noch viel dümmer, wenn Staatsmänner Projekte, die sie erst vorhaben, der Mitwelt schon hinausgackern, um sie dann rechtzeitig in Kenntnis zu setzen. Der aufgeregten Schwatzhaftigkeit zweier dieser großen demokratischen Staatenlenker verdanken wir laufend die Kenntnis über die Kriegsausweitungspläne unserer Gegner und insbesondere über deren Konzentration auf Norwegen bzw. Schweden.

Während diese britisch-französische Kriegsclique also Umschau hielt, um neue Kriegsausweitungsmöglichkeiten zu finden bzw. neue Opfer einzufangen, habe ich mich bemüht, den organisatorischen Aufbau der deutschen Wehrmacht zu vollenden, neue Verbände aufzustellen, den Anlauf der Kriegsproduktion des Materials in Fluß zu bringen sowie die letzte Schulung der gesamten Wehrmacht auf ihre neuen Aufgaben hin anzuordnen. Außerdem zwang das schlechte Wetter des Spätherbstes und des Winters zu einer Verschiebung militärischer Operationen. Im Laufe des Monats März erhielten wir aber Kenntnis von britisch-französischen Absichten, sich in den russisch-finnischen Konflikt einzuschalten — weniger wohl, um den Finnen zu helfen, als um Rußland, in dem man eine mit Deutschland zusammenarbeitende Macht sah, zu schädigen. Aus dieser Absicht entwickelte sich dann der Entschluß, wenn irgend möglich, in Finnland selbst aktiv einzugreifen, um dadurch eine Basis für das Hineintragen des Krieges in die Ostsee zu bekommen. Aber zugleich tauchten auch immer stärker die Vorschläge des Alliierten Obersten Kriegsrates auf, entweder den Balkan und Kleinasien in Brand zu setzen, um dadurch dem Reiche die russische und rumänische Ölzufuhr zu sperren oder das schwedische Eisenerz in die Hand zu bekommen. Zu dem Zweck sollte eine Landung in Norwegen vorgenommen werden, mit dem Ziel, vor allem die Erzbahn von Narvik über Schweden zum Hafen von Lulea zu bewegen.

Der russisch-finnische Friedensschluß ließ in letzter Minute die bereits ins Auge gefaßte Aktion in den nordischen Staaten wieder zurücktreten. Allein schon wenige Tage später verdichteten sich diese Absichten neuerdings und fanden nun ihren Niederschlag in einem klaren Entschluß. England und Frankreich waren übereingekommen, in Norwegen die Besetzung einer Anzahl wichtiger Punkte schlagartig vorzunehmen unter dem Vorwand, dadurch die weitere Kriegsunterstützung Deutschlands durch das schwedische Erz zu verhindern. Um das schwedische Erz nun restlos sicherzustellen, war beabsichtigt, in Schweden selbst einzumarschieren und die geringen Kräfte (die Schweden bereitzustellen in der Lage war), wenn möglich freundschaftlich, wenn notwendig mit Gewalt beiseite zu schieben.

Daß die Gefahr unmittelbar bevorstand, erfuhren wir durch die unbezähmbare Redseligkeit des Ersten Lords der britischen Admiralität persönlich. Wir erhielten weiter eine Bestätigung dafür durch eine Andeutung, die der französische Ministerpräsident Reynaud bei einem fremden Diplomaten gemacht hat. Daß dieser Termin aber schon vor dem 8. April zweimal verschoben worden war und daß am 8. die Besetzung stattfinden sollte, daß also der 8. der dritte und damit endliche Termin gewesen war, wissen wir allerdings erst seit kürzerer Zeit, ja endgültig bestätigt erst seit der Auffindung der Protokolle des Obersten Alliierten Kriegsrates.

Ich habe nun – sowie die Gefahr der Hereinziehung des Nordens in den Krieg deutlich wurde – auch für die deutsche Wehrmacht die notwendigen Maßnahmen angeordnet.

Der „Altmark“-Fall zeigte schon, daß die norwegische Regierung nicht bereit war, ihre Neutralität zu wahren. Agentenmeldungen ließen darüber hinaus erkennen, daß zumindest zwischen den führenden Köpfen der norwegischen Regierung und den Alliierten bereits ein volles Einvernehmen bestand. Endlich verscheuchte die Reaktion Norwegens gegen den Einbruch der britischen Minenleger in das norwegische Hoheitsgebiet auch den letzten Zweifel. Die bis ins kleinste vorbereitete deutsche Operation wurde damit ausgelöst.

Tatsächlich war nun die Lage etwas anders, als sie sich uns am 9. April darstellte. Während wir damals glaubten, der englischen Besetzung wenige Stunden zuvor­gekommen zu sein, wissen wir heute, daß die Landung der englischen Truppen schon für den 8. vorgesehen gewesen war, daß die Einschiffung der britischen Verbände bereits am 5. und 6. begonnen hatte, daß aber im selben Augenblick die ersten Nachrichten bei der britischen Admiralität über die deutschen Maßnahmen bzw. über das Auslaufen der deutschen Flotte eintrafen, daß sich unter dem Eindruck dieser Tatsache Herr Churchill entschloß, die bereits eingeschifften Verbände wieder ausschiffen zu lassen, um durch die britische Flotte erst die deutschen Schiffe aufsuchen und angreifen zu lassen. Dieser Versuch mißlang. Nur ein einziger englischer Zerstörer kam in Berührung mit deutschen Seestreitkräften und wurde in den Grund geschossen. Es gelang diesem Boot nicht mehr, irgendeine Nachricht an die britische Admiralität oder an englische Flottenstreitkräfte weiterzugeben. So erfolgte am 9. die Landung deutscher Vorabteilungen in einem Gebiet, das sich von Oslo nordwärts bis Narvik erstreckte. Als in London die Nachrichten darüber eintrafen, lauerte der Erste Lord der Admiralität, Mister Churchill, schon seit vielen Stunden auf die Erfolge seiner Flotte.

Dieser Schlag, meine Abgeordneten, war das kühnste Unternehmen der deutschen Kriegsgeschichte. Seine erfolgreiche Durchführung wurde nur möglich dank der Führung und Haltung aller der daran beteiligten deutschen Soldaten. Was unsere drei Waffen – das Heer, die Marine und die Luftstreitkräfte – in diesem Kampf um Norwegen leisteten, sichert ihnen die Bewertung eines allerhöchsten Soldatentums.

Die Marine

führte ihre Operationen und später die Transporte durch, gegen einen Feind, der im gesamten fast mehr als die zehnfache Überlegenheit besaß. Alle Einheiten unserer jungen Reichskriegsmarine haben sich dabei mit unvergänglichem Ruhm bedeckt. Es wird erst nach dem Krieg gestattet sein, über die Schwierigkeiten zu sprechen, die gerade bei diesem Feldzug durch zahlreiche unvorhergesehene Rückschläge, Aus- und Unglücksfälle eintraten.

Alles am Ende aber trotzdem überwunden zu haben, ist das Verdienst der Haltung der Führung und der Truppe.

Die Luftwaffe,

in diesem gewaltigen weiten Raum oft die einzige Transport- und Verbin­dungs­mög­lich­keit, hatte sich in allem selbst übertroffen. Tollkühne Angriffe auf die Gegner, auf Schiffe und Landungstruppen stehen kaum über dem zähen Heldentum jener Transportflieger, die trotz unvorstellbar schlechtem Wetter immer wieder in das Land der Mitternachtssonne hinaufflogen, um dort oft im Schneesturm Soldaten abzusetzen oder Lasten abzuwerfen.

Die Fjorde Norwegens sind zum Friedhof zahlreicher britischer Kriegsschiffe geworden. Dem ununterbrochenen wilden Angriff deutscher Bomber und Stukas gegenüber mußte endlich die britische Flotte weichen und jene Gefilde räumen, von denen wenige Wochen vorher erst eine englische Zeitung geschmackvollerweise behauptet hatte, „daß es für England ein Vergnügen sein wird, in ihnen die deutsche Aufforderung zum Kampf entgegenzunehmen.“

Das Heer.

Schon die Überfahrt stellte an den Soldaten des Heeres große Anforderungen. Luftlandetruppen hatten ihm an manchen Plätzen das erste Fußfassen ermöglicht. Nun strömte Division um Division nach und begann den Krieg in einem Gebiet, das in seiner natürlichen Beschaffenheit eine außerordentliche Abwehrkraft besaß und – soweit es sich um norwegische Verbände handelte – auch sehr tapfer verteidigt wurde. Von den in Norwegen gelandeten Engländern allerdings kann nur gesagt werden, daß das einzig Bemerkenswerte all ihrem Daseins die Gewissenlosigkeit war, mit der man so schlecht ausgebildete, unzulänglich gerüstete und miserabel geführte Soldaten als Expedi­tionskorps an das Land setzte. Sie waren von Anfang an sicher unterlegen; was aber nun gerade dagegen die deutsche Infanterie, die Pioniere, was unsere Artilleristen, unsere Nachrichten- und Bautruppen in Norwegen geleistet haben, kann nur als stolzes Heldentum von Kampf und Arbeit bezeichnet werden.

Das Wort Narvik wird in der Geschichte für immer ein herrliches Zeugnis sein des Geistes der Wehrmacht des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches.

Die Herren Churchill, Chamberlain, Daladier usw. waren noch bis vor kurzem über das Wesen der großdeutschen Einigung sehr schlecht unterrichtet. Ich habe damals angekündigt, daß die Zukunft sie wahrscheinlich eines Besseren belehren wird. Und ich darf wohl annehmen, daß gerade der Einsatz ostmärkischer Gebirgstruppen in dieser nördlichsten Front unseres Freiheitskampfes ihnen die nötige Aufklärung für das Großdeutsche Reich und seine Söhne beigebracht haben wird.

Es ist schade, daß die Grenadiere des Herrn Chamberlain dieser Auseinandersetzung nicht die genügende und vor allem dauernde Aufmerksamkeit widmeten, sondern vorzogen, es bei den ersten Proben über die innere Einstellung der neu zum Reich gekommenen Stämme unseres Volkes bewenden zu lassen.

General von Falkenhorst hat diese Operationen in Norwegen geleitet.

Generalleutnant Dietl war der Held von Narvik.

Die Operationen zur See wurden durchgeführt unter Leitung von Generaladmiral Saal­wächter und den Admiralen Carls und Bühm und dem Vizeadmiral Lütjens.

Die Operationen der Luftwaffe standen unter der Leitung von Generaloberst Milch und Generalleutnant Geißler.

Das Oberkommando der Wehrmacht, Generaloberst Keitel als Chef des Ober­kommandos und General Jodl als Chef des Wehrmachtführungsstabes, waren verant­wortlich für die Durchführung meiner Anweisungen für die gesamte Aktion.

Ehe noch der Feldzug in Norwegen sein Ende gefunden hatte, wurden die Nachrichten über den Westen immer bedrohlicher. Während es an sich vor Kriegsbeginn vorbereitet war, im Falle einer notwendigen Auseinandersetzung mit Frankreich bzw. England die Maginotlinie zu durchbrechen, ein Unternehmen, für das die deutschen Truppen geschult und wozu sie mit den erforderlichen Waffen versehen waren, ergab sich schon im Laufe der ersten Kriegsmonate die Notwendigkeit, auch ein eventuelles Vorgehen gegen Belgien bzw. Holland ins Auge zu fassen. Während Deutschland gegenüber Holland und Belgien zunächst so gut wie keine Verbände außer notwendigen Siche­rungstruppen aufgestellt hatte, im übrigen aber seine Festungssysteme auszu­bauen begann, erfolgte an der französisch-belgischen Grenze eine sichtbare Massierung französischer Verbände. Besonders die Konzentration fast aller Panzer- und Motordivisionen in diesem Abschnitt ließ erkennen, daß die Absicht, auf alle Fälle aber die Möglichkeit bestand, sich blitzartig durch Belgien hindurch an die deutsche Grenze vorzuwerfen. Entscheidend aber war nun folgende Wahrnehmung. Während im Falle einer loyalen Auslegung der belgisch-holländischen Neutralität beide Länder gezwungen gewesen wären, gerade angesichts der Konzentration stärkster französisch-englischer Kräfte an ihrer Grenze auch ihrerseits das Augenmerk nach dem Westen zu richten, begannen sie dort im gleichen Maße immer stärker abzubauen, um die Grenze gegenüber Deutschland zu besetzen. Auch die Nachrichten über laufende Generalstabsbesprechungen ergaben eine eigenartige Beleuchtung der belgisch-holländischen Neutralität. Ich brauche nicht zu betonen, daß diese Besprechungen, wenn sie wirklich neutral gewesen wären, mit beiden Seiten hätten stattfinden müssen. Im übrigen fand eine solche Verdichtung der Merkmale für das Vorgehen der französisch-englischen Truppen durch Holland und Belgien gegen das deutsche Interessengebiet statt, daß nunmehr auch auf unserer Seite diese Bedrohung als ernsteste Gefahr ins Auge gefaßt werden mußte. Es wurde daher die deutsche Wehrmacht von mir mit dieser Möglichkeit der Entwicklung vertraut gemacht und mit den notwendigen eingehenden Anweisungen versehen. In zahlreichen Besprechungen im Oberkommando der Wehrmacht mit den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtteile, den Führern der Heeresgruppen und der Armeen bis herunter zu den Führern wichtiger einzelner Unternehmungen wurden die Aufgaben gestellt und durchgesprochen und in der Truppe verständnisvoll zur Grundlage einer besonderen Ausbildung genommen.

Der gesamte deutsche Aufmarsch erfuhr dementsprechend die notwendigen Ab­änderungen.

Die sorgfältigen Beobachtungen, die überall angestellt worden waren, ergaben allmählich die zwingende Erkenntnis, daß mit einem englisch-französischen Vorstoß etwa von Anfang Mai ab in jedem Augenblick gerechnet werden konnte. In den Tagen vom 6. bis 7. Mai verstärkten sich besonders auch auf Grund mitgeteilter Telephonate, die zwischen London und Paris stattgefunden hatten, die Befürchtungen, daß nunmehr jeden Augenblick das Einrücken der sogenannten Alliierten in Holland und Belgien erwartet werden mußte. Am Tage darauf – am 8. – gab ich deshalb den Befehl für den sofortigen Angriff am 10. Mai, 5.35 Uhr morgens.

Der Grundgedanke dieser Operationen war, unter Verzicht auf kleine Nebenerfolge die gesamte Wehrmacht – vor allem das Heer und die Luftwaffe – so anzusetzen, daß bei konsequenter Durchführung der vorgesehenen Operationen die totale Vernichtung der französisch-englischen Streitkraft erreicht werden mußte. Zum Unterschied des Schlieffen-Planes vom Jahre 1914 ließ ich das Schwergewicht der Operation auf den linken Flügel der Durchbruchsfront legen, allein unter scheinbarer Aufrechterhaltung der umgekehrten Version. Diese Täuschung ist gelungen. Erleichtert wurde mir die Anlage der Gesamtoperation allerdings durch die Maßnahme der Gegner selbst. Denn die Konzentration der gesamten englisch-französischen motorisierten Streitmacht gegenüber Belgien ließ es als sicher erscheinen, daß im Oberkommando der alliierten Armeen der Entschluß bestand, sich schnellstens in diesen Raum hineinzubegeben.

Im Vertrauen auf die Standfestigkeit aller eingesetzten deutschen Infanteriedivisionen mußte aber damit ein Stoß in die rechte Flanke der französisch-englischen motorisierten Heeresgruppe zur vollständigen Zertrümmerung und Auflösung, ja wahrscheinlich zu einer Einschließung führen.

Als zweite Operation hatte ich vorgesehen die Gewinnung der Seine bis Le Havre sowie die Sicherung einer Ausgangsstellung an Somme und Aisne für den dritten Angriff, der mit stärksten Kräften über das Hochplateau von Langres zur Schweizer Grenze vorbrechen sollte. Die Erreichung der Küste bis südlich Bordeaux war als Abschluß der Operationen vorgesehen.

In diesem Rahmen und in dieser Reihenfolge haben sich auch die Operationen vollzogen.

Das Gelingen dieser gewaltigsten Schlachtenerfolge der Weltgeschichte ist in erster Linie dem deutschen Soldaten selbst zu danken. Er hat sich wieder auf allen Plätzen, auf die er gestellt war, auf das höchste bewährt. Und alle deutschen Stämme nahmen an diesem Ruhm gleichmäßigen Anteil.

Auch die Soldaten der jungen, erst seit 1938 angegliederten neuen Reichsgaue haben vorbildlich gekämpft und ihren Blutzoll entrichtet. Durch diesen heldenhaften Einsatz aller Deutschen wird das aus diesem Kriege hervorgehende nationalsozialistische Großdeutsche Reich nicht nur den heute lebenden, sondern auch den nachkommenden Geschlechtern für immer heilig und teuer sein.

Wenn ich mit der Würdigung der Kräfte beginne, deren Wirken dieser glorreichste Sieg zu verdanken ist, dann gebührt das erste Lob einer Führung, die gerade in diesem Feldzuge den höchsten Anforderungen gerecht wurde.

Das Heer — es hat die ihm übertragenen Aufgaben unter der Führung des Generalobersten von Brauchitsch und seines Generalstabschefs Halder in wahrhaft ruhmvoller Weise gelöst.

Wenn schon der Führungsapparat des deutschen Heeres von einst als der beste der Welt gegolten hat, dann verdient er heute zumindest die gleiche Bewunderung. Ja, nachdem der Erfolg für die letzte Bewertung entscheidend ist, muß die Führung des neuen deutschen Heeres als noch besser angesprochen werden.

Das Westheer war unter den Befehlen der Generalobersten Ritter von Leeb, von Rundstedt und von Bück in drei Heeresgruppen eingeteilt.

Die Heeresgruppe des Generals Ritter von Leeb hatte zunächst die Aufgabe, den linken Flügel der deutschen Westfront, von der Schweizer Grenze beginnend bis zur Mosel, in höchster Abwehrkraft defensiv zu halten. Erst für den späteren Verlauf der Operationen war vorgesehen, auch diese Front mit 2 Armeen unter der Führung des Generalobersten von Witzleben und des Generals Dollmann aktiv in die Vernichtungsschlacht eingreifen zu lassen.

Am 10. Mai, 5.35 Uhr morgens, waren die beiden Heeresgruppen der Generalobersten von Rundstedt und von Bock zum Angriff angetreten. Ihre Aufgabe war, auf der ganzen Front von der Mosel bis zur Nordsee durch die feindlichen Grenzstellungen durchzustoßen, Holland zu besetzen, gegen Antwerpen und an die Dyle-Stellung vorzudringen, Lüttich zu nehmen — vor allem aber mit den massierten Angriffskräften des linken Flügels die Maas zu erreichen, den Übergang zwischen Namur und Carignan mit dem Schwergewicht der Panzer- und Motordivisionen bei Sedan zu erzwingen und im weiteren Verlauf dieser Operationen unter Zusammenfassung aller verfügbaren Panzer- und Motordivisionen, angelehnt an die Kanal- und Flußsysteme der Aisne und Somme, zum Meere durchzustoßen. Der südlichen Heeresgruppe Rundstedt fiel außerdem die wichtige Aufgabe zu, im Zuge des Durchbruchs die vorgesehene Abschirmung der linken Flanke planmäßig sicherzustellen, um eine Wiederholung des Marnewunders von 1914 von vornherein auszuschließen.

Diese gewaltige, den weiteren Verlauf des Krieges schon entscheidende Operation, die, wie geplant, zur Vernichtung der Hauptmasse des französischen Heeres sowie der gesamten britischen Expeditionskorps führte, ließ schon das deutsche Führertum in hellem Glanz erstrahlen.

Außer den beiden Heeresgruppenführern und ihren Generalstabschefs Generalleutnant von Sodenstern und Generalleutnant von Salmuth erwarben sich dabei folgende Armeeführer höchste Verdienste:

Generaloberst von Kluge als Führer der 4. Armee, Generaloberst List als Führer der 12. Armee, Generaloberst von Reichenau als Führer der 6. Armee, General von Küchler als Führer der 18. Armee, General Busch als Führer der 16. Armee und die Generale von Kleist, Guderian, Hoth und Hoeppner als Führer von Panzer- und Motortruppen.

Die große Anzahl weiterer Generale und Offiziere, die sich bei diesen Operationen auszeichneten, sind Ihnen, meine Abgeordneten, bekannt durch die Verleihung höchster Auszeichnungen.

Die Fortführung der Operationen in der allgemeinen Richtung zur Aisne und Seine hatte nicht den Zweck, in erster Linie Paris zu erobern, sondern die Ausgangsstellung zu schaffen bzw. zu sichern für den Durchbruch zur Schweizer Grenze. Auch diese gewaltige Angriffshandlung verlief dank der überragenden Führung aller Grade planmäßig.

Der unterdes eingetretene Wechsel im Oberkommando des französischen Heeres sollte dessen Widerstand neu beleben und dem unglücklich begonnenen Kampf die von den Alliierten ersehnte Wendung geben.

Tatsächlich gelang es, die neuen Angriffshandlungen der deutschen Armeen an vielen Stellen erst nach Überwindung härtesten Widerstandes in Fluß zu bringen. Nicht nur der Mut, sondern auch die Ausbildung des deutschen Soldaten hatten hier Gelegenheit, sich auf das höchste zu bewähren. Angeeifert durch das Vorbild zahlloser Offiziere und Unteroffiziere sowie tapferer einzelner Männer, wurde die Infanterie selbst in schwersten Situationen immer wieder vorwärtsgerissen. Paris fiel! Die Brechung des feindlichen Widerstandes an der Aisne gab den Durchbruch zur Schweizer Grenze frei. In einer gewaltigen Umfassung stürmten die Armeen hinter den Rücken der Magi­notlinie, die ihrerseits selbst von der aus der Reserve heraustretenden Heeres­gruppe Leeb an zwei Stellen westlich von Saarbrücken und Neubreisach angegriffen und unter dem Befehl der Generale von Witzleben und Dollmann durchbrochen wurde.

So gelang es, die gewaltige Front des französischen Widerstandes nicht nur im Gesamten zu umschließen, sondern in einzelne Teile aufzulösen und zu den bekannten Kapitulationen zu zwingen.

Diese Operationen wurden gekrönt durch den nunmehr allgemein einsetzenden Vormarsch aller deutschen Armeen, an der Spitze wieder die unvergleichlichen Panzer- und Motordivisionen des Heeres —  mit dem Ziel, unter dem Vortreiben eines linken Flügels die Rhone abwärts in Richtung auf Marseille, eines rechten Flügels über die Leire in Richtung auf Bordeaux und die spanische Grenze hin die aufgelösten Reste des französischen Heeres zu vernichten bzw. das französische Territorium zu besetzen.

Über das unterdes erfolgte Eintreten unseres Bundesgenossen in den Krieg will ich an anderer Stelle noch besonders berichten.

Als Marschall Pétain die Waffenstreckung Frankreichs anbot, hat er nicht eine ihm verbliebene Waffe niedergelegt, sondern eine für das Auge jedes Soldaten gänzlich unhaltbare Situation beendet. Nur der blutige Dilettantismus eines Herrn Churchill vermag dies entweder nicht zu begreifen oder wider besseres Wissen wegzulügen.

In dieser zweiten, dritten und letzten Phase dieses Krieges haben sich im Verein mit den schon erwähnten Generalen als Armeeführer ebenfalls ausgezeichnet:

Generaloberst von Witzleben und die Generale von Weichs, Dollmann, Strauß.

Im Rahmen dieser Armeen kämpften auch die tapferen Divisionen und Standarten der Waffen-SS.

Wenn ich diesen genannten Generalen als Heeresgruppen- und Armeeführer meinen und den Dank des deutschen Volkes ausspreche, dann gilt dieser zugleich für alle die anderen Offiziere, die zu nennen im einzelnen unmöglich ist, und besonders für die namenlosen Arbeiter des Generalstabes.

In diesem Kampf nun, meine Abgeordneten, hat das deutsche Fußvolk sich wieder als das erwiesen, was es immer war: als die beste Infanterie der Welt. Mit ihr wetteiferten alle anderen Waffen des Heeres: Artillerie und Pioniere, und vor allem die jungen Verbände unserer Panzer- und Motortruppen. Die deutsche Panzerwaffe hat sich mit diesem Kriege in die Weltgeschichte eingeführt. Die Männer der Waffen-SS nehmen an diesem Ruhm teil.

Allein auch den Nachrichtenverbänden, den Bautruppen der Pioniere, Eisenbahntruppen usw. gebührt nach ihren Verdiensten das höchste Lob.

Im Zuge der Armeen folgten die Kommandos der Organisation Todt, des Reichs­arbeitsdienstes und des NSKK. und halfen ebenfalls mit, Straßen, Brücken sowie den Verkehr wieder in Ordnung zu bringen.

Im Rahmen des Heeres fochten dieses Mal aber auch Teile der Flakartillerie unserer Luftwaffe. In der vordersten Front halten sie mit, die feindliche Widerstands- und Angriffskraft zu brechen. Über ihr Wirken kann erst später im einzelnen berichtet werden.

Die Luftwaffe selbst: Als der Morgen des 10. Mai dämmerte, senkten sich Tausende von Kampfmaschinen und Sturzkampfbombern, gedeckt durch Jäger und Zerstörer, auf die feindlichen Lufthäfen. In wenigen Tagen war die restlose Luftherrschaft erkämpft. Sie wurde in keinem Augenblick des Kampfes mehr aus der Hand gegeben. Nur dort, wo sich vorübergehend keine deutschen Flieger zeigten, konnten feindliche Jäger oder Bomber für kurze Augenblicke in Erscheinung treten. Im übrigen blieb ihr Wirken in die Nacht verbannt.

Der Einsatz der Luftwaffe in diesem Kampf erfolgte unter dem Befehl des Generalfeldmarschalls. Ihre Aufgabe war:

1. die feindliche Luftwaffe zu vernichten bzw. vom Firmament zu entfernen,

2. die kämpfende Truppe direkt und indirekt durch ununterbrochene Angriffe zu unterstützen,

3. dem Feinde die Elemente der Führung und der Bewegung zu zerstören,

4. die feindliche Moral und Widerstandskraft zu zermürben und zu brechen, und

5. Fallschirmtruppen als Vorausabteilungen zu landen.

Die Art ihres operativen Einsatzes im großen sowie ihre Anpassung an die taktischen Erfordernisse des Augenblicks waren hervorragend. Wenn ohne die Tapferkeit des Heeres niemals die errungenen Erfolge hätten erreicht werden können, dann wäre ohne den heroischen Einsatz der Luftwaffe alle Tapferkeit des Heeres doch nur eine vergebliche gewesen.

Heer und Luftwaffe sind beide des höchsten Ruhmes würdig!

Die Organisation des Einsatzes der Luftwaffe:

Der Einsatz der Luftwaffe im Westen fand unter dem persönlichen Oberbefehl des Generalfeldmarschalls Göring statt. Sein Generalstabschef: Generalmajor Jeschonnek.

Die beiden Luftflotten wurden befehligt von General der Flieger Sperrle und General der Flieger Kesselring.

Die unter ihnen stehenden Fliegerkorps standen unter den Befehlen der Generale der Flieger Grauert, Keller, dem Generalleutnant Loerzer und Generalleutnant Ritter von Greim sowie dem Generalmajor Freiherr von Richthofen.

Die beiden Flakkorps standen unter dem Befehl des Generals der Flakartillerie Weiß und des Generalmajors Deßloch.

Besondere Auszeichnung verdient die 9. Fliegerdivision unter ihrem Generalmajor Coeler.

Der Kommandeur der Fallschirmtruppen, General der Flieger Student, wurde selbst schwer verwundet.

Die weitere Führung des Luftkampfes in Norwegen erfolgt durch den General der Flieger Stumpff.

Während nun Millionen deutscher Soldaten des Heeres, der Luftwaffe und der Waffen-SS an diesen Kämpfen teilnahmen, konnten andere dem Aufbau der in der Heimat befindlichen Ersatzformationen nicht entzogen werden. Viele der tüchtigsten Offiziere mußten – so bitter es für sie selbst war – die Ausbildung jener Soldaten leiten und überwachen, die – sei es als Ersatz, sei es bestimmt für Neuformationen – erst später an die Fronten kommen können. Wie überhaupt bei allem Verständnis für die inneren Empfindungen der sich benachteiligt Fühlenden auch hier die höheren Gesamt­interessen entscheidend waren. Partei und Staat, Heer, Marine, Luftwaffe und SS haben jeden Mann, der irgendwie entbehrlich war, der Front gegeben. Allein ohne die Sicherung des Ersatzheeres, der Ersatzluftflotte, der Ersatz-SS-Formationen sowie der Partei und des Staates überhaupt hätte auch der Kampf an der Front nicht geführt werden können. Als Organisatoren des Ersatzheeres der Heimat und der Ausrüstung und des Nachschubs der Luftwaffe haben sich höchste Verdienste erworben:

General der Flieger Fromm und

General der Flieger Udet.

Ich kann die Aufzählung all dieser verdienten Generale und Admirale nicht beenden, ohne nun besonders auch derjenigen zu gedenken, die im Stabe des Oberkommandos der Wehrmacht selbst meine engsten Mitarbeiter sind:

Generaloberst Keitel als Chef des Oberkommandos der Wehrmacht und

Generalmajor Jodl als Chef seines Stabes.

Sie haben in langen, sorgenvollen und arbeitsreichen Monaten mit ihren Offizieren den höchsten Anteil an der Verwirklichung meiner Pläne und Gedanken.

Die Würdigung der Leistungen unserer Marine und ihrer Führer wird vollständig erst am Ende dieses Krieges möglich sein.

Wenn ich nun diese rein militärische Betrachtung der Ereignisse abschließe, dann zwingt mich die Wahrheit zur Feststellung der historischen Tatsache, daß alles das nicht möglich geworden wäre ohne das Verhalten der Heimatfront, und hier an der Spitze, ohne die Gründung, das Wirken und die Tätigkeit der nationalsozialistischen Partei!

Sie hat in der Zeit des größten Verfalls schon im Jahre 1919 in ihrem Programm die Wiederaufrichtung eines deutschen Volksheeres proklamiert und jahrzehntelang mit fanatischer Entschlossenheit vertreten. Ohne ihr Wirken wären alle Voraussetzungen entfallen für den Wiederaufstieg des Deutschen Reiches und damit für die Schaffung einer deutschen Wehrmacht. Sie hat aber auch vor allem dem Kampf die welt­anschauliche Grundlage gegeben. Dem sinnlosen Lebenseinsatz unserer demokratischen Gegner für die Interessen ihrer Plutokraten stellt sie dadurch gegenüber die Verteidigung einer sozialen Volksgemeinschaft. Aus ihrem Wirken ergibt sich deshalb auch die im Weltkrieg leider nicht vorhanden gewesene Einheit zwischen Front und Heimat. Ich möchte daher aus ihren Reihen folgende Männer nennen, denen neben unzähligen anderen ein höchstes Verdienst zukommt an der Erringung der Möglichkeit, in einem neuen Deutschland wieder Siege feiern zu können:

Parteigenosse Reichsminister Heß, selbst ein alter Soldat des Weltkriegs, war seit der ersten Zeit der Gründung der Bewegung ein treuester Kämpfer für die Aufrichtung dieses heutigen Staates und seiner Wehrmacht;

Parteigenosse Stabschef der SA. Lutze hat die Millionenmasse der SA.-Männer im Sinne der höchsten Staatserhaltung organisiert und ihre vor- und nachmilitärische Aus­bildung gesichert;

Parteigenosse Himmler organisierte das gesamte Sicherheitswesen unseres Reiches sowohl als die Verbände der Waffen-SS;

Parteigenosse Hierl ist der Begründer und Führer des Reichsarbeitsdienstes;

Parteigenosse Ley ist der Garant der Haltung unserer deutschen Arbeiterschaft;

Parteigenosse Reichsminister Generalmajor Todt ist der Organisator der Waffen- und Munitionsherstellung und hat sich als Baumeister unseres gewaltigen strategischen Straßennetzes sowie der Festungsfront im Westen unvergängliche Verdienste erworben;
Parteigenosse Minister Dr. Goebbels ist der Leiter einer Propaganda, deren Höhe am sinnfältigsten bei einem Vergleich zu der des Weltkrieges in Erscheinung tritt.

Unter den zahlreichen Organisationen der Heimatfront sind noch zu erwähnen die Organisationen

des Kriegswinterhilfswerkes sowie
die NS.-Volkswohlfahrt unter Leitung des Parteigenossen Hilgenfeldt
sowie das Deutsche Rote Kreuz, ferner der Reichsluftschutzbund unter Führung des Generals der Flakartillerie v. Schröder.

Ich kann diese Würdigung nicht abschließen, ohne dabei endlich dem Manne zu danken, der seit Jahren meine außenpolitischen Richtlinien in treuer, unermüdlicher, sich selbst verzehrender Arbeit verwirklicht.

Der Name des Parteigenossen von Ribbentrop wird mit der politischen Erhebung der deutschen Nation als Reichsaußenminister für alle Zeiten verbunden sein.

Meine Herren Abgeordneten!

Ich habe mich entschlossen, als Führer und Oberster Befehlshaber der deutschen Wehrmacht die Ehrung der verdientesten Generale vor jenem Forum vorzunehmen, das in Wahrheit die Vertretung des ganzen deutschen Volkes ist. Ich muß nun an die Spitze jenen Mann stellen, bei dem es mir schwerfällt, den genügenden Dank für die Verdienste zu finden, die seinen Namen mit der Bewegung, dem Staat und vor allem der deutschen Luftwaffe verbinden.

Seit der Gründungszeit der SA. ist Parteigenosse Göring mit der Entwicklung und dem Aufstieg der Bewegung verbunden. Seit der Übernahme der Macht haben seine Arbeitskraft und Verantwortungsfreudigkeit für das deutsche Volk und das Deutsche Reich auf zahlreichen Gebieten Leistungen vollbracht, die aus der Geschichte unseres Volkes und Reiches nicht weggedacht werden können.

Seit dem Wiederaufbau der deutschen Wehrmacht wurde er zum Schöpfer der deutschen Luftwaffe. Es ist nur wenig Sterblichen gegeben, im Zuge eines Lebens ein militärisches Instrument aus dem Nichts zu schaffen und zur stärksten Waffe ihrer Art in der Welt zu entwickeln. Er hat ihr vor allem seinen Geist gegeben.

Generalfeldmarschall Göring hat schon als Schöpfer der deutschen Luftwaffe, als einzelner Mann den höchsten Beitrag für den Neuaufbau der deutschen Wehrmacht geleistet. Er hat als Führer der deutschen Luftwaffe im bisherigen Verlauf des Krieges mit die Voraussetzung zum Sieg geschaffen.

Seine Verdienste sind einmalige!

Ich ernenne ihn daher zum Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches und verleihe ihm das Großkreuz des Eisernen Kreuzes.

Für die Verdienste um den Sieg der deutschen Waffen im Kampf für die Freiheit und Zukunft unseres Großdeutschen Reiches befördere ich nun:

den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, zum Generalfeldmarschall;
den Generalobersten von Rundstedt, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A, zum Generalfeldmarschall;
den Generalobersten Ritter von Leeb, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe C, zum Generalfeldmarschall;
den Generalobersten von Bock, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B, zum Generalfeldmarschall;
den Generalobersten List, Oberbefehlshaber der 12. Armee, zum Generalfeldmarschall;
den Generalobersten von Kluge, Oberbefehlshaber der 4. Armee, zum Generalfeldmarschall;
den Generalobersten von Witzleben, Oberbefehlshaber der 1. Armee, zum Generalfeldmarschall, und
den Generalobersten von Reichenau, Oberbefehlshaber der 6. Armee, zum Generalfeldmarschall.

Ich befördere:

den General Halder, Chef des Generalstabs des Heeres, zum Generaloberst;
den General Dollmann, Oberbefehlshaber der 7. Armee, zum Generaloberst;
den General Frhrn. von Weichs, Oberbefehlshaber der 2. Armee, zum Generaloberst;
den General von Küchler, Oberbefehlshaber der 18. Armee, zum Generaloberst;
den General Busch, Oberbefehlshaber der 16. Armee, zum Generaloberst;
den General Strauß, Oberbefehlshaber der 9. Armee, zum Generaloberst;
den General von Falkenhorst, Militärbefehlshaber in Norwegen, zum Generaloberst;
den General von Kleist, Kommandierender General des XII. AK., zum Generaloberst;
den General Ritter von Schobert, Kommandierender General des VII. AK., zum Generaloberst;
den General Guderian, Kommandierender General des XIV. AK., zum Generaloberst;
den General Hoth, Kommandierender General des XV. AK., zum Generaloberst;
den General Hoeppner, Kommandierender General des XVI. AK., zum Generaloberst;
den General Haase, Kommandierender General des III. AK., zum Generaloberst;
den General Fromm, Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres, zum Generaloberst.

Unter Berücksichtigung der einmaligen Verdienste befördere ich

Generalleutnant Dietl, Kommandierender General des Gebirgskorps in Norwegen, zum General der Infanterie und verleihe ihm als erstem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Unter Vorbehalt einer späteren Gesamtwürdigung der Führer und Offiziere der Reichskriegsmarine befördere ich:

Admiral Carls, den Kommandierenden Admiral der Marinestation Ostsee, zugleich Marine-Truppenbefehlshaber Ost, zum Generaladmiral.

In Ansehung der einmaligen Leistungen der deutschen Luftwaffe befördere ich

den Generalobersten Milch zum Generalfeldmarschall;
den General der Flieger Sperrle zum Generalfeldmarschall;
den General der Flieger Kesselring zum Generalfeldmarschall.

Ich befördere:

den General der Flieger Stumpff zum Generaloberst;
den General der Flieger Grauert zum Generaloberst;
den General der Flieger Keller zum Generaloberst;
den General der Flakartillerie Weise zum Generaloberst;
den General der Flieger Udet zum Generaloberst.

Ich befördere weiter zu Generalen der Flieger:

den Generalleutnant Geißler, Generalmajor Jeschonnek, Generalleutnant Loerzer, Generalleutnant Ritter von Greim und Generalmajor Frhrn. von Richthofen.

In meinem Oberkommando Wehrmacht befördere ich

den Generalobersten Keitel zum Generalfeldmarschall;
den Generalmajor Jodl zum General der Artillerie.

Indem ich diese Beförderung anläßlich der erfolgreichsten Feldzüge unserer Geschichte vor diesem Forum und damit vor der ganzen deutschen Nation ausspreche, ehre ich dadurch die gesamte Wehrmacht des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches.

Ich kann die Betrachtung über diesen Kampf nicht schließen, ohne gleich hier unseres Bundesgenossen zu gedenken.

Seit es ein nationalsozialistisches Regime gibt, standen in seinem außenpolitischen Programm zwei Ziele:

1. Die Herbeiführung einer wahren Verständigung und Freundschaft mit Italien und

2. die Herbeiführung des gleichen Verhältnisses zu England.

Sie wissen, meine Parteigenossen, daß mich diese Auffassungen schon vor 20 Jahren genau so bewegten wie später. Ich habe diese Gedanken publizistisch und in Reden unzählige Male behandelt und verteidigt, solange ich in der demokratischen Republik selbst nur Oppositioneller war. Ich habe – sowie mich das deutsche Volk mit seiner Führung beauftragte – sofort versucht, diese älteste Zielsetzung der national­sozialistischen Außenpolitik nun praktisch zu verwirklichen. Ich bin auch heute noch traurig, daß es mir – trotz allen meinen Bemühungen – mit England nicht gelungen ist, zu jener Freundschaft zu kommen, die – wie ich glaube – für beide Völker ein Segen gewesen wäre. Und zwar, daß mir dies trotz unentwegter aufrichtiger Bemühungen nicht gelungen ist.

Ich bin aber um so glücklicher, daß wenigstens der erste Programmpunkt meiner außenpolitischen Zielsetzung verwirklicht werden konnte. Ich danke dies vor allem dem Genius, der heute an der Spitze des italienischen Volkes steht. Denn nur dank seinem säkularen Wirken wurde es möglich, die beiden geistig einander so verwandten Revolutionen zusammenzuführen, um nun am Ende durch das gemeinsam vergossene Blut einen Bund zu besiegeln, der bestimmt ist, Europa ein neues Leben zu erschließen. Daß ich persönlich die Ehre habe, der Freund dieses Mannes sein zu können, beglückt mich angesichts der Eigenart eines Lebensschicksals, das ebensoviel Gemeinsames mit dem meinen aufzuweisen hat, wie unsere beiden Revolutionen, ja darüber hinaus sogar die Geschichte der Einigung und des Emporstiegs unserer beiden Völker.

Seit der Wiedererhebung des deutschen Volkes haben wir allein aus Italien menschliche Stimmen des Verständnisses vernehmen können. Aus diesem erwiderten, gegenseitigen Verstehen erwuchs eine lebendige Interessengemeinschaft. Sie wurde endlich in Verträgen festgelegt.

Als dem Deutschen Reich entgegen meinem Wunsch und Willen im vergangenen Jahr dieser Krieg aufgezwungen wurde, fand eine Abstimmung des weiteren Vorgehens unserer beiden Staaten zwischen Mussolini und mir statt. Der Nutzen, der dem Reich aus der Haltung Italiens erwuchs, war ein außerordentlicher. Nicht nur wirtschaftlich kam uns die Lage und Einstellung Italiens zugute, sondern auch militärisch. Italien bannte von Anfang an starke Kräfte unserer Feinde und lähmte vor allem ihre Freiheit der strategischen Disposition. Als der Duce aber den Zeitpunkt für gekommen erachtete, gegen die andauernden unerträglichen Vergewaltigungen, die ihm besonders durch französische und britische Eingriffe zugefügt wurden, mit der Waffe in der Faust Stellung zu nehmen, und der König die Kriegserklärung vollzog, geschah es in der vollen Freiheit seines Entschlusses.

Um so größer muß das Gefühl unseres Dankes sein.

Das Eintreten Italiens in den Kampf hat mitgeholfen, in Frankreich die Erkenntnis der vollen Aussichtslosigkeit eines weiteren Widerstandes zu beschleunigen.

Seitdem kämpfte nun unser Verbündeter erst auf den Graten und Gipfeln der Alpen und jetzt in den weiten Räumen seines Interessengebietes. Gerade seine heutigen Luftangriffe und die Kämpfe zur See werden in dem Geist geführt, der der faschi­stischen Revolution zu eigen ist, und von uns in dem Geist verfolgt, den der National­sozialismus für das faschistische Italien empfindet. Jeder Schmerz Italiens, so wie wir ihn in diesen Tagen angesichts des Todes Balbos erlebten, ist auch der Schmerz Deutschlands. Jede Freude auch die unsere.

Unsere Zusammenarbeit auf politischem und militärischem Gebiet ist eine voll­kommene. Sie wird das Unrecht löschen, das in Jahrhunderten dem deutschen und dem italienischen Volk zugefügt worden ist. Denn – am Ende von allem steht der gemeinsame Sieg!

Wenn ich nun, meine Abgeordneten, Männer des Deutschen Reichstags, über die Zukunft spreche, dann geschieht es nicht, um zu prahlen oder zu bramarbasieren. Ich kann dies ruhig anderen überlassen, die es auch wohl nötiger haben, wie z. B. Herr Churchill. Ich möchte nun also ohne jede Überschwenglichkeit ein Bild der Lage geben, so wie sie ist und wie ich sie sehe:

1. Der Verlauf der hinter uns liegenden zehn Monate dieses Krieges hat meiner Auffassung recht und den Meinungen unserer Gegner unrecht gegeben.

Wenn sogenannte englische Staatsmänner versichern, daß ihr Land aus jeder Niederlage und jedem Mißerfolg stärker hervorgeht, dann ist es zumindest keine Überheblichkeit, wenn ich Ihnen hiermit mitteile, daß wir aus den Erfolgen ebenfalls stärker hervorgegangen sind.

Ich habe Ihnen schon am 1. September des vergangenen Jahres erklärt, daß – ganz gleich, was auch kommen mag – weder Waffengewalt noch die Zeit Deutschland niederzwingen werden. Das Reich ist nun heute militärisch stärker als jemals zuvor. Sie haben die im einzelnen sicherlich schweren, im gesamten aber doch so geringen Verluste gesehen, die die deutsche Wehrmacht im Kampf der letzten drei Monate erlitten hat. Wenn Sie bedenken, daß wir in dieser Zeit eine Front aufrichteten, die nunmehr vom Nordkap bis zur spanischen Grenze reicht, dann sind diese Verluste, besonders gemessen an den Verlusten des Weltkriegs, außerordentlich geringe. Die Ursache dafür liegt – abgesehen von der durchschnittlich hervorragenden Führung – in der ausgezeichneten taktischen Ausbildung des einzelnen Soldaten, der Verbände sowie des Zusammenwirkens der Waffen. Die weitere Ursache liegt in der Güte und Zweckmäßigkeit der neuen Waffen und die dritte in dem bewußten Verzicht auf jeden sogenannten Prestigeerfolg. Ich selbst habe mich bemüht, grundsätzlich jeden Angriff und jede Operation zu vermeiden, die nicht im Sinne einer wirklichen Vernichtung des Gegners notwendig sind, sondern nur einem vermeintlichen Prestige zuliebe getan werden sollten.

Trotzdem haben wir natürlich für vielfach höhere Verluste Vorsorge getroffen. Die dadurch eingesparten Männer unseres Volkes werden der Weiterführung des uns aufgezwungenen Freiheitskampfes zugute kommen. Augenblicklich werden viele unserer Divisionen aus Frankreich wieder zurückgezogen und in ihre Heimatorte verlegt. Viele Männer können beurlaubt werden. Waffen und Gerät werden wieder instand gesetzt oder durch neueres, besseres Material ergänzt. Im ganzen ist die Wehrmacht heute stärker als jemals zuvor!

2. Die Waffen: Der Verlust an Waffen im norwegischen und besonders auch im Feldzug gegen Holland, Belgien und Frankreich ist ein vollständig belangloser. Er steht in keinem Verhältnis zur Produktion.

Heer und Luftwaffe sind in diesem Augenblick, da ich zu Ihnen spreche, auch in ihrer Ausrüstung vollkommener und stärker, als sie es vor dem Antritt im Westen waren.

3. Munitionierung: Die Munitionierung wurde in einem Ausmaß vorbereitet, die angelegten Bestände sind so große, daß auf vielen Gebieten nun eine Einschränkung bzw. Verlagerung der Produktion vorgenommen werden muß, da die vorhandenen Depots und Räume auch bei größter Ausweitung zum Teil nicht mehr in der Lage wären, verstärkte Zufuhren aufzustapeln. Der Munitionsverbrauch war, ähnlich wie in Polen, ein über alles Erwarten geringer. Er steht überhaupt in keinem Verhältnis zu den Vorräten. Die Gesamtbevorratung ist daher bei Heer und Luftwaffe zur Zeit für alle Waffen wesentlich höher als vor dem Angriff im Westen.

4. Kriegswichtige Rohstoffe: Dank dem Vierjahresplan war Deutschland in hervorragender Weise auch für die schwerste Belastung gerüstet. In keiner Wehrmacht der Welt ist auch nur annähernd wie in Deutschland eine Umstellung von kriegswichtigen Stoffen, die importiert werden müssen, auf solche, die im Lande sind, erfolgt. Dank dem Wirken des Reichsmarschalls ist die Umstellung der deutschen Wirtschaft zu einer autarken Kriegswirtschaft schon im Frieden vollzogen worden. Wir besitzen vor allem die beiden wichtigsten Rohstoffe – Kohle und Eisen – in einem, ich darf heute sagen, unbegrenzten Ausmaß. Die Versorgung mit Brennstoff ist in den Vorräten eine reichliche und die Kapazität unserer Produktion eine so steigende, daß in kurzer Zeit – selbst beim Versiegen jeder Einfuhr – dadurch unser Bedarf genügend gedeckt sein wird.

Durch unsere Metallsammlungen hat sich von vornherein der Grundstock unserer Metallreserven so erhöht, daß wir jeder Kriegsdauer gewachsen und keinem Ereignis unterlegen sind. Es kommen aber hinzu nun noch die gewaltigen Möglichkeiten, die in der Erfassung einer unübersehbaren Beute sowohl als in der Erschließung der von uns besetzten Gebiete liegen. Deutschland und Italien besitzen in dem von ihnen regulierten und kontrollierten Wirtschaftsraum rund 200 Millionen Menschen, von denen nur 130 Millionen Soldaten stellen, während über 70 Millionen ausschließlich wirtschaftlich tätig sein können.

Ich habe ihnen, meine Abgeordneten, am 1. September mitgeteilt, daß ich für die Führung dieses Krieges zunächst einen neuen Fünfjahresplan aufstellen ließ. Ich kann Ihnen heute versichern, daß in diesem Sinne alle Maßnahmen getroffen wurden, daß ich aber – ganz gleich, was auch kommen mag – nunmehr überhaupt in der Zeit keinen uns irgendwie mehr bedrohenden Faktor sehe. Auch die Ernährung ist dank der diesmal beizeiten getroffenen Maßnahmen für jede Dauer des Krieges sichergestellt.

5. Die Haltung des deutschen Volkes: Das deutsche Volk ist dank der natio­nal­sozia­listi­schen Erziehung in diesen Krieg nicht gegangen mit der Ober­fläch­lich­keit eines Hurra­patrio­tismus, sondern mit dem fanatischen Ernst einer Rasse, die das Schicksal kennt, das ihr bevorsteht, falls sie besiegt werden sollte. Die Versuche der Propaganda unserer Gegner, diese Geschlossenheit aufzulösen, waren daher ebenso dumm wie wirkungslos. Zehn Monate Krieg haben diesen Fanatismus vertieft. Überhaupt ist es ein Unglück, daß die Meinung der Welt nicht von Menschen geformt wird, die die Dinge sehen wollen, wie sie sind, sondern nur von solchen, die sie so sehen, wie sie wollen. Ich habe in den letzten Tagen zahllose Dokumente aus der Bundeslade des alliierten Haupt­quartiers durchstudiert, die u. a. auch Stimmungs­berichte aus Deutschland enthalten bzw. Denk­schriften über die Verfassung und innere Haltung des deutschen Volkes. Es sind dies Berichte, die auch von Diplomaten stammen. Es ergibt sich bei der Lektüre dieser Berichte wirklich nur die Frage, ob ihre Verfasser blind, blöde oder nieder­trächtige Schurken sind. Ich gebe nun ohne weiteres zu, daß es auch in Deutschland selbst­ver­ständlich einzelne Subjekte gegeben hat und auch wohl heute noch gibt, die fast mit Bedauern den Siegeszug des Dritten Reiches erleben. Unverbesserliche Reaktionäre oder blinde Nihilisten mögen innerlich wohl traurig sein, daß alles anders kam, als sie es sich erhofften. Allein ihre Zahl ist eine lächerliche und ihre Bedeutung ist noch geringer.

Leider aber wird anscheinend für die Beurteilung des deutschen Volkes nach außen dieser Abschaum der Nation als Maßstab gewählt. Daraus ergeben sich dann in der krankhaften Phantasie gescheiterter Staatsmänner die letzten Anklammerungspunkte für ein neues Hoffen. Je nachdem ist es dann der „General Hunger“, den die britischen Feldherren zum Verbündeten erwählen, oder die „drohende Revolution“. Es gibt keinen so tollen Unsinn, daß diese Leute ihn nicht ihren eigenen Völkern vorsetzen würden, um sich so wieder auf einige Wochen wenigstens fortzuhelfen. Das deutsche Volk hat seine innere Haltung vor allem unter Beweis gestellt durch seine Söhne, die auf den Schlachtfeldern kämpfen und die in wenigen Wochen den nach Deutschland stärksten militärischen Gegner geschlagen und vernichtet haben. Ihr Geist war und ist heute auch der Geist der deutschen Heimat!

6. Die Umwelt: Die letzten Hoffnungen scheinen in den Augen der englischen Politiker außer auf den verbündeten und alliierten Nationen, repräsentiert aus einer Reihe von ausgehaltenen Staatsoberhäuptern ohne Thron, Staatsmännern ohne Völker und Generalen ohne Armeen, auf neuen Komplikationen zu beruhen, die sie glauben dank ihrer hierin bewährten Geschicklichkeit hervorrufen zu können. Ein wirklicher Ahasver unter diesen Hoffnungen ist der Glaube an eine mögliche neue Entfremdung zwischen Deutschland und Rußland.

Das deutsch-russische Verhältnis ist endgültig festgelegt. Der Grund für diese Festlegung lag darin, daß – unterstützt von gewissen Kleinstaaten – England und Frankreich ununterbrochen Deutschland Eroberungsabsichten in Gebieten unter­schoben, die außerhalb aller deutschen Interessen liegen. Bald hieß es, Deutschland wolle die Ukraine besetzen, dann wieder, in Finnland einmarschieren, ein anderes Mal behauptete man, Rumänien sei bedroht, ja, endlich fürchtete man sogar für die Türkei.

Ich hielt es unter diesen Umständen für richtig, vor allem mit Rußland eine nüchterne Interessenfestsetzung vorzunehmen, um für immer klarzulegen, was Deutschland glaubt für seine Zukunft als Interessengebiet ansehen zu müssen, und was umgekehrt Rußland für seine Existenz als wichtig hält. Aus dieser klaren Abgrenzung der beiderseitigen Interessengebiete erfolgte die Neuregelung des deutsch-russischen Verhältnisses. Jede Hoffnung, daß im Vollzug dessen nun eine neue deutsch-russische Spannung eintreten könnte, ist kindisch. Weder tat Deutschland einen Schritt, der es außerhalb seiner Interessengebiete geführt hätte, noch hat Rußland einen solchen getan. Die Hoffnung Englands aber, durch die Herbeiführung irgendeiner neuen europäischen Krise eine Entlastung seiner eigenen Situation erreichen zu können, ist, insoweit es sich um das Verhältnis Deutschlands zu Rußland handelt, ein Trugschluß. Die britischen Staatsmänner sehen alles etwas langsamer ein, sie werden also auch das schon noch im Laufe der Zeit begreifen lernen.

Meine Abgeordneten!

Ich habe in meiner Rede am 6. Oktober die weitere Entwicklung dieses Krieges wohl richtig vorhergesagt. Ich versichere Ihnen, meine Abgeordneten, daß ich keinen Moment am Sieg zweifeln könne. Wenn man nun nicht ausgerechnet in den Niederlagen die Merkmale und Garantien des Endsieges erblickt, dann glaube ich, hat die Entwicklung – wie gesagt – mir bisher wohl recht gegeben. Trotzdem ich von dieser Entwicklung überzeugt war, hatte ich damals Frankreich und England die Hand zur Verständigung geboten. Die Antwort, die ich darauf erhielt, ist noch in Ihrer Erinnerung: Alle meine Argumente über den Unsinn einer Weiterführung dieses Kampfes, über die Sicherheit, selbst im günstigsten Fall keinen Gewinn, sondern nur Opfer zu bekommen, wurden entweder mit Spott und Hohn bedacht oder zumindest totgeschwiegen.

Ich habe Ihnen damals gleich versichert, daß ich befürchte, wegen dieses meines Friedensvorschlages sogar als Angsthase verschrien zu werden, der nicht kämpfen will, weil er nicht mehr kämpfen kann. Es ist auch genau so eingetroffen. Ich glaube nun allerdings, daß schon heute Frankreich – natürlich weniger die schuldigen Staatsmänner als das Volk – über diesen 6. Oktober anders denken wird. Welch‘ namenloses Elend ist seitdem über dieses große Land und Volk gekommen! Ich will noch nicht einmal davon reden, was dieser Krieg den Soldaten an Schmerz zufügte. Denn über dem steht noch fast das Leid, das durch die Gewissenlosigkeit derer entstand, die Millionen von Menschen von ihrem Heim ohne jeden Grund forttrieben — nur in dem Gedanken, dadurch vielleicht der deutschen Kriegführung Schwierigkeiten bereiten zu können. Allerdings eine unverständliche Annahme. Diese Evakuierung wirkte sich am schädlichsten für die alliierte Kriegführung aus, am furchtbarsten aber für die dadurch betroffenen unglücklichen Opfer. Was die Herren Churchill und Reynaud mit diesen ihren Ratschlägen und Anordnungen Millionen Menschen an Leid zugefügt haben, können sie weder diesseits noch jenseits verantworten.

Das alles hätte – wie gesagt – nicht zu kommen brauchen. Denn ich habe noch im Oktober weder von Frankreich noch von England etwas anderes verlangt als nur den Frieden.

Aber die Herren Rüstungsinteressenten wollten die Fortsetzung dieses Krieges um jeden Preis — und sie haben diesen Krieg nun bekommen.

Ich bin selber zu sehr Soldat, als daß ich nicht für das Unglück einer solchen Entwicklung Verständnis hätte. Ich höre nun aus London nur ein Geschrei – es ist nicht das Geschrei der Massen, sondern der Politiker -, daß der Kampf erst recht fortgesetzt werden müsse.

Ich weiß nicht, ob diese Politiker schon die richtige Vorstellung von der kommenden Fortsetzung dieses Kampfes besitzen. Sie erklären allerdings, daß sie diesen Krieg weiterführen werden und, wenn England daran zugrunde ginge, eben von Kanada aus. Ich glaube kaum, daß dies so zu verstehen ist, daß das englische Volk nach Kanada geht, sondern es werden sich doch wohl nur die Herren Kriegsinteressenten nach Kanada zurückziehen. Das Volk wird, glaube, ich, schon in England bleiben müssen. Und es wird den Krieg in London dann sicherlich mit anderen Augen ansehen als seine sogenannten Führer in Kanada.

Glauben Sie mir, meine Abgeordneten, ich empfinde einen inneren Ekel vor dieser Sorte gewissenloser parlamentarischer Volks- und Staatenvernichter. Es tut mir fast weh, wenn mich das Schicksal dazu ausersehen hat, das zu stoßen, was durch diese Menschen zum Fallen gebracht wird; denn meine Absicht war es nicht, Kriege zu führen, sondern einen neuen Sozialstaat von höchster Kultur aufzubauen. Jedes Jahr dieses Krieges raubt mich dieser Arbeit. Und die Ursachen dieses Raubes sind lächerliche Nullen, die man höchstens als politische Fabrikware der Natur bezeichnen kann — sofern sie nicht ihre käufliche Schlechtigkeit zu etwas Besonderem stempelt.

Mister Churchill hat es soeben wieder erklärt, daß er den Krieg will. Er hat nun vor etwa sechs Wochen mit dem Krieg in dem Raum begonnen, in dem er anscheinend glaubt, wohl besonders stark zu sein, nämlich dem Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung, allerdings unter dem vorgeschobenen Motto gegen sogenannte kriegswichtige Einrichtungen. Diese Einrichtungen sind seit Freiburg offene Städte, Marktflecken und Bauerndörfer, Wohnhäuser, Lazarette, Schulen, Kindergärten und was sonst noch alles getroffen wird. Ich habe bisher darauf kaum antworten lassen. Aber das soll nun nicht bedeuten, daß dies die einzige Antwort ist oder bleiben wird.

Ich bin mir nun darüber im klaren, daß aus dieser unserer einmal kommenden Antwort namenloses Leid und Unglück über die Menschen hereinbrechen wird. Natürlich nicht über Herrn Churchill, denn er wird ja dann sicherlich in Kanada sitzen — dort, wohin man ja das Vermögen und die Kinder der vornehmsten Kriegsinteressenten schon gebracht hat. Aber es wird für Millionen andere Menschen ein großes Leid entstehen. Und Herr Churchill sollte mir dieses Mal vielleicht ausnahmsweise glauben, wenn ich als Prophet jetzt folgendes ausspreche: Es wird dadurch ein großes Weltreich zerstört werden, ein Weltreich, das zu vernichten oder auch nur zu schädigen niemals meine Absicht war. Allein ich bin mir darüber im klaren, daß die Fortführung dieses Kampfes nur mit der vollständigen Zertrümmerung des einen der beiden Kämpfenden enden wird. Mister Churchill mag glauben, daß dies Deutschland ist. Ich weiß, es wird England sein.

In dieser Stunde fühle ich mich verpflichtet, vor meinem Gewissen noch einmal einen Appell an die Vernunft auch in England zu richten. Ich glaube dies tun zu können, weil ich ja nicht als Besiegter um etwas bitte, sondern als Sieger nur für die Vernunft spreche. Ich sehe keinen Grund, der zur Fortführung dieses Kampfes zwingen könnte.

Ich bedauere die Opfer, die er fordern wird. Auch meinem eigenen Volk möchte ich sie ersparen. Ich weiß, daß Millionen deutsche Männer und Jünglinge bei dem Gedanken glühen, sich endlich mit dem Feind auseinandersetzen zu können, der ohne jeden Grund uns zum zweitenmal den Krieg erklärte.

Allein ich weiß auch, daß zu Hause viele Frauen und Mütter sind, die trotz höchster Bereitwilligkeit, auch das Letzte zu opfern, doch mit ihrem Herzen an diesem Letten hängen.

Herr Churchill mag nun diese meine Erklärung wieder abtun mit dem Geschrei, daß dies nur die Ausgeburt meiner Angst sei und meines Zweifels am Endsieg. Ich habe dann eben jedenfalls mein Gewissen erleichtert gegenüber den kommenden Dingen.

Abgeordnete! Männer des Deutschen Reichstags!

Im Rückblick auf die hinter uns liegenden zehn Monate werden wir wohl alle von der Gnade der Vorsehung bezwungen, die uns das große Werk gelingen ließ. Sie hat unsere Entschlüsse gesegnet und uns auf den schweren Wegen begleitet. Ich selbst bin ergriffen von dem Bewußtsein der mir von ihr erteilten Bestimmung, meinem Volk die Freiheit und Ehre wiedergegeben zu haben. Die Schande, die vor 22 Jahren im Wald von Compiègne ihren Ausgang nahm, ist an dieser gleichen Stelle für immer gelöscht.

Ich habe nun heute die Männer vor der Geschichte genannt, die es mir ermöglichten, das große Werk zu vollbringen. Sie alle haben ihr Höchstes geleistet, ihre Fähigkeit und ihren Fleiß dem deutschen Volke geweiht.

Ich will nun schließen mit der Erwähnung jener Namenlosen, die nicht weniger ihre Pflicht erfüllten, die millionenfach Leib und Leben einsetzen und zu jeder Stunde bereit waren, als brave deutsche Offiziere und Soldaten für ihr Volk das letzte Opfer zu bringen, das ein Mann zu geben hat. Viele von ihnen liegen nun gebettet an der Seite der Gräber, in denen schon ihre Väter aus dem großen Kriege ruhen. Sie sind Zeugen eines stillen Heldentums. Sie sind das Symbol für jene Hunderttausende von Musketieren, Panzerjägern und Panzerschützen, Pionieren und Artilleristen, Soldaten der Marine und der Luftwaffe, Männern der Waffen-SS und all die anderen Kämpfer, die im Kampf der deutschen Wehrmacht eingetreten sind für die Freiheit und Zukunft unseres Volkes und für die ewige Größe des national­so­zia­li­stischen Großdeutschen Reiches.

Deutschland Sieg Heil!

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