Die psychologische Nachkriegsführung

Gewidmet allen Opfern von Flucht und Vertreibung der Jahre 1944 bis 1948

„Solange die Freiheit im Felde bleibt, begehen wir ein Unrecht, wenn wir die Stärke durch Zensur und Verbote schwächen. Sollen doch Wahrheit und Falschheit miteinander ringen! Wer hat je erlebt, daß in einem freien und offenen Kampf die Wahrheit den kürzeren gezogen hätte! Die Wahrheit ist stark und steht der göttlichen Allmacht nahe. Sie bedarf keiner Politik, keiner Strategie, keiner Zensur, um siegreich zu sein. Mit solchen Mitteln verteidigt sich der Irrtum gegen ihre Macht.“

John Milton (1608-1674)

16715042444Von

Joachim Nolywaika

Mit den Behauptungen von deutschen Brutalitäten, Kriegsverbrechen oder gar Gaskammern hat man sich während des Zweiten Weltkrieges noch zurückgehalten. Man erinnerte sich an die Propagandalügen aus dem Ersten Weltkrieg, und außerdem lebten noch zuviele, die die Behauptungen als Lüge entlarven konnten. Doch dann war der Krieg zu Ende.

Die Überzeugung der Alliierten von 1939, daß die Deutschen nach den ersten Bomben revoltieren und sich von der „Nazidiktatur“ befreien würden, erfüllte sich nicht; im Gegenteil: Noch in der größten Trümmerwüste der Weltgeschichte haben sie einen ebenso disziplinierten wie heldenhaften Widerstand geleistet.

So opfert man sich nicht für ein verbrecherisches System, dessen Ende man herbeisehnt.

Vielmehr sah man den „Befreiern“ nicht nur im Osten mit Entsetzen entgegen. Die Verbrechen der Amerikaner und Franzosen an dem längst wehrlosen Volk waren nicht weniger zahlreich und brutal. Die Vernichtungspläne eines Nathan Kaufmann und Henry Morgenthau standen den Aufhetzungen zu Mord und Vergewaltigung eines Ilja Ehrenburg in nichts nach.

medien-narrativ1Als die Sieger 1945 nunmehr alle Massenmedien in der Hand hatten und weder Kritik noch Kontrolle zu fürchten brauchten, wurden hemmungslos die unglaublichsten Verbrechen der Deutschen aufgetischt. Es wurden Fotos montiert, Filmszenen zusammengeschnitten, Dokumente gefälscht, Zeugen erpreßt, Geständnisse erfoltert und alle Deutschen mußten sich die Horror-„Dokumente“ von Leichenbergen und bis zum Skelett abgemagerten Häftlingen ansehen. Die Macher wußten sehr wohl, daß solche Bilder des Grauens die Emotionen hochpeitschen und damit jede Skepsis und kritische Fragestellung unterdrückt würden.

Die Deutschen sollten lernen und begreifen, daß sie einem „verbrecherischen System“ gedient hatten. Beruhte dieses System auf Nationalismus, Vaterlandsliebe, Tradition, Disziplin, Gehorsam, Rassenstolz, Einsatzbereitschaft und Volksgemeinschaft, so behauptete die einsetzende Umerziehung alle diese Werte als eine zielstrebige Erziehung zu Krieg und Verbrechen und verkehrte sie in ihr Gegenteil: Internationalismus, Verachtung des (verbrecherischen) Vaterlands, Gleichheit aller Völker und Rassen. Sie machte die Tradition zum Stumpfsinn, Ordnung und Disziplin zum Kadavergehorsam und ersetzte Einsatzbereitschaft und Volksgemeinschaft durch Egoismus und Individualismus. Man ließ die Deutschen hungern und verelenden und redete ihnen ein, daß dieses Elend die natürliche Folge und Buße dafür sei, daß sie freiwillig einem verbrecherischen System gedient hätten.

Diese Erniedrigung war notwendig, damit sich die Kraft der Gedanken nur noch auf das Überleben konzentrierte und niemand darauf verfalle zu vergleichen, daß die Deutschen bereits die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg hatten und nach der Niederlage schon damals die größten Verbrecher der Weltgeschichte gewesen sind.

Indessen bereiteten die Sieger eine künftige Clique von Deutschen vor, welche dereinst im Sinne der Sieger die Politik und Publizistik übernehmen sollte. Unter den führenden Köpfen, welche die geeignete Auswahl treffen sollten, befanden sich die beiden Emigranten und US-Propagandaoffiziere Hans Habe und Stefan Heym. Die wichtigste Qualifikation der Auserwählten bestand in einer antinazistischen Bewährung. Man fand sie unter den KZ-Häftlingen, den Verfolgten, den tatsächlichen oder angeblichen Widerstandskämpfern und vornehmlich unter den Emigranten. Wenn diese letzteren gar auf seilen der Alliierten militärisch oder propagandistisch gegen Deutschland gekämpft und damit des eigentlichen todeswürdigen Vaterlandsverrats schuldig waren, mußte diesen besonders daran gelegen sein, die „Nazideutschen“ als größte Verbrecher aller Zeiten zu brandmarken, um damit ihr eigenes Handeln zu rechtfertigen.

Damit entstand ein Kader von neuen Deutschen, die die Umerziehungstaktik im Sinne der Sieger fortsetzten und – wie so oft bei den Deutschen – dieses bald gründlicher taten als ihre Meister.

Es kam natürlich keine andere Regierungsform in Frage als die der Demokratie, so liberal wie möglich, und mit einer „freien“ Presse, für die die Sieger die Lizenzen nach den gleichen Kriterien vergaben wie für die Politiker. Was die Freiheit dieser Presse betrifft, so sollten wir dazu eine Äußerung von John Swainton, dem seinerzeitigen Herausgeber der mächtigen New York Times zitieren, die er auf einem Bankett von sich gab:

„Eine freie Presse gibt es nicht. Sie, liebe Freunde, wissen das, und ich weiß es auch. Nicht ein einziger unter Ihnen würde es wagen, seine Meinung ehrlich und offen zu sagen. Das Gewerbe eines Publizisten ist es vielmehr, die Wahrheit zu zerstören, geradezu zu lügen, zu verdrehen, zu verleumden und zu Füßen des Mammon zu kuschen . . . Wir sind Werkzeuge und Hörige der Finanzgewaltigen . . . Wir sind nichts als intellektuelle Prostituierte.“

Wenn das schon für das freie Amerika galt, kann man sich vorstellen, mit welcher wachsamen Härte diese mächtigen Meinungsmacher bei der deutschen Lizenzpresse darauf achteten, daß die einmal befohlene Richtung der Umerziehung konsequent eingehalten wurde.

Dr. Joseph Drexel Im Jahr 1969. Bildquelle: Nürnberger Nachrichten / Friedl UlrichDer Herausgeber der „Nürnberger Nachrichten“, Dr. Joseph Drexel, vertraute seinem Jugendfreund an, er habe sich im Herbst 1945 verpflichten müssen, niemals für deutsche Belange einzutreten. Am 4. Oktober 1947 schrieb Ch. Augustin Beard in der „Saturday Evening Post“, daß die „Rockefeller Foundation“ 139 000 $ zur Beeinflussung wichtiger amerikanischer Historiker zur Verfügung gestellt habe – gewiß nicht, um die nackte historische Wahrheit zu schreiben. Auch das deutsche „Institut für Zeitgeschichte“ ist als Stiftung abhängig von denen, die es gestiftet haben und bestimmte Interessen vertreten haben wollen. Ob Kommunisten, Nationalsozialisten oder Demokraten, es ist ebenso natürlich wie verständlich, daß jede gerade herrschende Partei dafür sorgt, daß die Schlüsselstellungen von Gesinnungsgenossen besetzt werden.

Alle demokratischen Parteien sind sich darin einig, daß der Nationalsozialismus als erklärter Gegner einer Vielparteienherrschaft nie mehr zum Zuge kommen darf. Und damit das nicht geschehe, hat man eine Reihe von Maulkorbgesetzen erlassen, welche das Verherrlichen des Dritten Reiches, das Verharmlosen nazistischer Verbrechen, die Völkerverhetzung und das Leugnen der millionenfachen Judenmorde verbieten. Der urteilende Richter hat nur noch festzustellen, ob gegen eines dieser Gesetze verstoßen wurde, nicht aber, ob die beklagten Äußerungen eine historische Wahrheit wiedergeben oder nicht. Sollte also ein Publizist sein Metier vernachlässigen und die Wahrheit über die Ära der Vergangenheitsbewältigung verlauten lassen, werden die Zuhälter der intellektuellen Prostitution dafür sorgen, daß er künftig den Mund hält.

Der bekannte deutsche Staatsrechtler Prof. Friedrich Grimm schildert in seinem Buch „Politische Justiz“ S. 146-148 die Begegnung im Mai 1945, also gleich nach Kriegsende, mit einem bedeutenden Vertreter der „alliierten psychologischen Nachkriegführung“ zwecks „Charakterwäsche“ der Deutschen:

„Wenige Tage nach dem Zusammenbruch hatte ich eine denkwürdige Aussprache mit einem führenden Vertreter der Gegenseite. Er stellte sich mir als Universitätsprofessor seines Landes vor, der sich mit mir über die historischen Grundlagen des Krieges unterhalten wollte. Es war ein Gespräch von hohem Niveau, das wir führten. Plötzlich brach er ab, zeigte auf die Flugblätter, die vor mir auf dem Tisch lagen, mit denen wir in den ersten Tagen nach der Kapitulation überschwemmt wurden und die sich hauptsächlich mit den KZ-Greueln beschäftigten.

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,Was sagen Sie dazu?‘, so fragte er mich. Ich erwiderte: ,Oradour und Buchenwald? Bei mir rennen Sie da offene Türen ein. Ich bin Rechtsanwalt und verurteile das Unrecht, wo ich ihm begegne, am meisten aber, wenn es auf unserer Seite geschieht. Ich weiß jedoch einen Unterschied zu machen zwischen den Tatsachen und dem politischen Gebrauch, den man davon macht. Ich weiß, was Greuelpropaganda ist. Ich habe nach dem ersten Weltkrieg alle Veröffentlichungen Ihrer Fachleute über diese Frage gelesen, die Schriften des Northcliffbüros, das Buch des französischen Finanzministers Klotz ,Vom Krieg zum Frieden‘ (Paris 1923), in dem er schildert, wie man das Märchen von den abgehackten Kinderhänden erfand und welche Nutzen man daraus zog, die Aufklärungsschriften der Zeitschrift ,Crapouillot‘, die die Greuelpropaganda von 1870 mit der von 1914/18 vergleicht und schließlich das klassische Buch von Ponsonby: ,Die Lüge im Krieg‘.

Darin wird offenbart, daß man schon im vorigen Kriege Magazine hatte, in denen man künstliche Leichenberge durch Fotomontage mit Puppen zusammenstellte. Diese Bilder wurden verteilt. Dabei war die Unterschrift freigelassen. Sie wurde später je nach Bedarf durch die Propagandazentrale telefonisch aufgegeben. Damit zog ich eines der Flugblätter heraus, das angeblich Leichenberge aus den KZ darstellte, und zeigte es meinem Besucher, der mich verdutzt ansah.

Ich fuhr fort: ,Ich kann mir nicht denken, daß in diesem Kriege, in dem alle Waffen so vervollkommnet wurden, diese geistige Giftwaffe, die den ersten Krieg entschied, vernachlässigt worden sein sollte. Mehr noch, ich weiß es! Ich habe die letzten Monate vor dem Zusammenbruch täglich die Auslandspresse gelesen. Da wurde von einer Zentralstelle aus über die deutschen Greuel berichtet. Das ging nach einem gewissen Turnus. Da kam ein besetztes Gebiet nach dem anderen dran, heute Frankreich, morgen Norwegen, dann Belgien, Dänemark, Holland, Griechenland, Jugoslawien und die Tschechoslowakei.

Zunächst waren es Hunderte von Toten in den Konzentrationslagern, dann, wenn sechs Wochen später dasselbe Land wieder dran war, Tausende, dann Zehn-, dann Hunderttausende. Da dachte ich mir: In die Million kann diese Zahleninflation doch nicht gehen!‘ Nun griff ich zu einem anderen Flugblatt: ,Hier haben Sie die Million!‘ Da platzte mein Besucher los: ,Ich sehe, ich bin an einen Sachkundigen geraten. Nun will ich auch sagen, wer ich bin. Ich bin kein Universitätsprofessor. Ich bin von der Zentrale, von der Sie gesprochen haben: Greuelpropaganda – und damit haben wir den totalen Sieg gewonnen.‘ Ich erwiderte: ,Ich weiß, und nun müssen Sie damit aufhören!‘

Er entgegnete: ,Nein, nun fangen wir erst richtig an! Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern, bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört sein wird, was Sie in anderen Ländern an Sympathien gehabt haben, und bis die Deutschen so durcheinander geraten sein werden, daß sie nicht mehr wissen, was sie tun!‘ Ich schloß das Gespräch mit den Worten: ,Dann werden Sie eine große Verantwortung auf sich laden!’Was dieser Mann uns angedroht hatte, kam. Das Schlimmste aber war die Verwirrung, die dadurch unter den Deutschen angerichtet wurde. Greuelpropaganda und politische Justiz!“

Prof. Dr. Friedrich Grimm wußte nicht, wer sein Gesprächspartner in Wirklichkeit war: Es war Sefton Delmer, der mit Abstand größte Greuel-Propagandist Großbritanniens! (Hans Frederick, „Die Kandidaten“, S. 180)

Dem Prediger und heißen Kämpfer für die friedlicheren Menschheitsideale, F. D. Roosevelt, war es nicht mehr vergönnt, den friedensstiftenden Blitz über Hiroshima und Nagasaki im privaten Präsidentenkino zu genießen. Auch sein Nachfolger Harry S. Truman mußte mit einem japanischen „Abwurfort zweiter Wahl“ vorliebnehmen: Berlin, Hamburg und München hatten zu früh kapituliert. Die Deutschland-Vernichtungs-Träume seines von Theodor Kaufmann (Theodore Kaufmann, „Germany must perish“ – „Deutschland muß verrecken“) Newark 1941, und Louis Nizer, („What to do with Germany“ – „Was sollen wir mit Deutschland anfangen?“ – USA 1943) angeregten Ratgebers und Schatzministers Henry Morgenthau, (D. Irving, „Der Mor-genthau-Plan 1944/45″, Bremen 1986), sind auch nicht ganz so in Erfüllung gegangen, wie er es ihnen mit seiner präsidialen Unterschrift unter ihre haßtriefenden Pläne versprochen hatte: Morgenthau konnte seinen Plan, der Millionen Kälte- und Hungertote gekostet hätte, nur teilweise verwirklichen. Theodore Kaufmann mußte fast ganz auf die Sterilisation aller deutschen Männer und Frauen zwischen O und 70 Jahren verzichten, die er seinem Präsidenten zur „Ausrottung der deutschen Rasse“ schon vor Amerikas Kriegseintritt empfohlen hatte.

Stalins taktische Fehler ließen es ab 1948 geraten erscheinen, die „Hunnen“ lieber zu politisch blind ergebenen Söldnern und unterwürfigen Mitverteidigern einer westlichen Wertegemeinschaft ein zweites Mal „umzuerziehen“. Eine routinehafte Ergebenheitsadresse, die heute noch jeder Bundeskanzler inbrünstig und geschichts-ignorant regelmäßig dann beschwört, wenn irgendwo die Idee aufkommt, Europa und Deutschland seien gar nicht so sehr auf die Yankees angewiesen.

nizerLouis Nizer, der feinsinnigste innerhalb dieser deutschenhassenden Troika, hat sich am weitesten durchgesetzt: Er wollte das „arrogante deutsche Selbstbewußtsein“, das sich unter anderem auch in der Sprache ausdrücke, als erstes ausrotten.

Um die „deutsche Gefahr“ politisch und wirtschaftlich „für immer zu bannen“, empfahl er 1943: , „Das gesamte Erziehungssystem Deutschlands muß vernichtet werden!“ Und etwas weiter in seinem Buch rät er seinem Präsidenten: Man dürfe die Deutschen „erst dann wieder unter die Menschen aufnehmen“, wenn sie „ihre Lektion gelernt“, unter anderem auch ihre „sprachliche Überheblichkeit“ abgelegt hätten.

Die von ihm und ganzen Emigrantenstäben von Psycho-, Sozio-, Polito- und sonstigen „Logen“ ausgearbeiteten „Reeducations-Programs“ haben wahrhaft geniale Arbeit geleistet: Wir sind bis herunter zu den heute Sechzehnjährigen masochistisch gierig darauf geworden, dem miesesten, grausamsten, verbrecherischsten Volk der Weltgeschichte anzugehören.

Dieses Prädikat verteidigen unsere Studienräte, Gymnasiasten und Jungakademiker mehrheitlich verbissen und mit kreativer Skurrilität. Viele wähnen sich in ihrer eingeübten Demutshaltung gegenüber allem „Amerikanischen“ sogar ungebildet und tölpelhaft, wenn ihre Sprache zu wenig US-Slang, zu wenig Anglizismen und zu wenig geschwollene Fremdwörter aufweist. Manche mögen nicht einmal mehr „Deutsch“ zu ihrer Sprache sagen. Und sie tun auch wirklich meistens ihr Bestes, jede Ähnlichkeit mit der „elitären“ Sprache ihrer Vorfahren zu verwischen. (Ihre deutsche Muttersprache dürfen sie vor dem Abitur sogar in besonders „progressiven“ Bundesländern „abwählen“.

Mit Besatzungsrecht fing es an, mit Besatzungslizenzen und Berufsverboten ging es weiter. Die Abhängigkeitsverhältnisse und Richtlinien waren festgelegt; – die nachfolgende Personalpolitik wirkte als „Transmissionsriemen“, der die Ansichten der Herrschenden in die Massen transferierte. Am Aufbau in Deutschland konnte sich nur beteiligen, wer sich arrangierte, „mit den Wölfen heulte“ und alles kritiklos, -ja besser noch eilfertig und mit moralischer Überheblichkeit verachtend auf die weniger schnell Umdenkenden verweisend und die aufgenötigten Schuldanteile schnell auf diese Weise an andere weitergab.

Was waren das nun für Leute, die da weltweit hereinströmten in das besiegte Deutschland? Lassen wir andere darüber urteilen:

„Statt Apostel der Humanität kamen Apostel des Hasses nach Deutschland, statt echte Demokraten verblendete Anbeter des Kommunismus, und es begann, eifrig unterstützt von den bei allen Wetterstürzen der Weltgeschichte auftauchenden eilfertigen Dienern neuer Herren und Hyänen der Not, jene seltsame Art der Umerziehung des deutschen Volkes . . .

(Kurt Zisel, „Das verlorene Gewissen“, S. 10

„Damals konnte ich allerdings nicht ahnen, daß dieselben Stars nach 1945 fast ohne Übergang in ähnliche Machtpositionen aufrücken und daß ausgerechnet sie alle Verantwortung und alle Schuld auf die kleinen Idealisten häufen würden, die man dann jahrelang durch Lager schleifte, ihres Einkommens und ihrer Habe beraubte und in Elend und Verbitterung stieß, während zahlreiche Asse der Goebbelschen Kulturpolitik und Publizistik nunmehr demokratische Umerzieher‘ mimten und ihren sehr geheimgehaltenen Unglauben an Hitler als Widerstandskampf ausgaben, als ein ,Fronen in der Galeere‘, als einen ,erzwungenen Dienst‘ an der Diktatur.

Ich möchte hier mit Nachdruck feststellen, daß niemals irgendwer im Dritten Reich gezwungen werden konnte oder gezwungen wurde, irgend etwas zu schreiben und öffentlich zu verkünden, was nicht seine Meinung war.“

(ebendort S. 34)

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Da kam z. B. ein Mann 1945 in norwegischer Offiziersuniform nach Deutschland. Sein ehemaliger Name vor der „Flucht“ 1933: Herbert Frahm, sein neuer Name: Willi Brand.

Dieser norwegische Kriegskorrespondent der New Yorker „Overseas News Agency“, die die US-amerikanischen Zeitungen versorgte, lieferte bereits während des Krieges kriegspropagandistische Schreckensberichte über angebliche Geschehnisse im deutschen Herrschaftsbereich bis hin zur Zahl von sechs Millionen vernichteten Juden (laut „Die Welt“ – US-Journalist H. R. Wishengrad „New York Times“).

Im Jahr 1942 erschien von Brand ein Lehrbuch für Heckenschützen, „Guerilla-Krieg“, ein Leitfaden für politischen Meuchelmord. In seinem Buch „Verbrecher und andere Deutsche“ („Forbrytere og andre Tyskere“, Oslo 1946, Asche-houg Verlag), schließlich empfahl er sich mit folgenden Auffassungen zum politischen Repräsentanten der „fortschrittlichen“ Politik:

„Ich habe mich nie zu einer Begeisterung für Todesurteile aufraffen können, aber so wie die Welt, in der wir leben, nun einmal ist, rechne ich damit, daß es notwendig sein werde, eine ganze Anzahl von wertlosen nazistischen Leben auszulöschen (S. 32). Die Nazis – in Deutschland und anderen Ländern – sind schuldig . . . Schuldig sind nicht nur die Parteiführer und Gestapo-Terroristen, sondern auch die Gruppen von Junkern, Großindustriellen, Generälen, Bürokraten und Professoren, die mit dabei waren, den Terror und den Krieg zu entfesseln. Diese Gruppen müssen ausgeschaltet werden, ihnen muß der gesellschaftliche Einfluß entrissen werden, wenn es eine Hoffnung geben soll, einen deutschen Rechtsstaat und eine solide antifaschistische Volksherrschaft aufzubauen …“

Am 26. März 1957 soll er Pressemeldungen zufolge („Deutsche Wochenzeitung“. Hannover 11. März 1961) der dänischen Tageszeitung „Politiken“ in einem Interview erklärt haben:

„Das deutsche Volk leidet darunter, daß es nie eine echte Revolution gehabt hat. Die Chance gab es 1945; aber die Alliierten verdarben sie … Deutschland würde, historisch gesehen, gut getan haben, wenn – lassen sie uns sagen -eine Million Schurken und auch einige tausend Kreisleiter und darüber von ihren eigenen Landsleuten ins Jenseits expediert worden wären.“

Willi Brand wurde Regierender Bürgermeister von Berlin-West, Vorsitzender der SPD, Bundeskanzler.

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Der Britische Außenminister Anthony Eden erklärte nach der Kapitulation Deutschlands 1945 vor dem Unterhaus, daß fortan „die größte Menschenjagd der Geschichte“ in Europa einsetze. Diese Menschenjagd fand in der Tat statt, und deutsche Politiker, Publizisten und anderweitige Haßorganisatoren, denen diese Menschenjagd unter alliierter Regie noch nicht ausreichte, sorgen noch heute für die Fortführung und Unverjährbarkeit dieser Hatz.

In der Zeitung Deutscher Anzeiger vom 15. Juni 1970 heißt es u. a.: „Der weltbekannte amerikanische Publizist Walter Lippmann äußerte kürzlich, es könne nicht davon die Rede sein, daß die Vereinigten Staaten den Vietnamkrieg verlieren. Denn als verloren könne ein Krieg nur dann gelten, wenn das eigene Territorium vom Feind besetzt ist, die führende Schicht des besiegten Volkes in Kriegsverbrecherprozessen abgeurteilt wird und die Besiegten einem Umerziehungsprogramm unterworfen werden.

https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/none/path/s1f93e06fa68da5f7/image/i334aa32557d86dc4/version/1437839397/image.jpgEin naheliegendes Mittel dafür sei, die Darstellung der Geschichte aus der Sicht des Siegers in die Gehirne der Besiegten einzupflanzen. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Übertragung der ,moralischen‘ Kategorien der Kriegspropaganda des siegreichen Staates in das Bewußtsein der Besiegten. Erst wenn die Kriegspropaganda der Sieger Eingang in die Geschichtsbücher der Besiegten gefunden hat und von der nachfolgenden Generation auch geglaubt wird, dann erst kann die Umerziehung als wirklich gelungen angesehen werden. Soweit die allgemeinen Richtlinien‘, die für jedes Umerziehungsprogramm gelten.

Die US-Army hat sich in dem sogenannten ,Mayer-Report‘ eingehend mit dem Verhalten von amerikanischen Soldaten beschäftigt, die kommunistischer Umerziehung ausgesetzt waren. In einer Studie über dieses Thema heißt es, das Ziel kommunistischer Umerziehung sei in der ersten Stufe die Entfestigung, Aufweichung und Gefügigmachung des einzelnen durch Schaffen von Zweifeln, Schüren von Unsicherheit und Angst, Zerstören des Selbstwertgefühls und des Nationalbewußtseins. Als Mittel hierzu wird das Erniedrigen zu mündlicher und schriftlicher Selbstkritik betrachtet. Als zweite Stufe der Umerziehung gibt die Studie das ,Bekenntnis der eigenen Schuld‘ an, das durch unablässiges Einhämmern von Schuldgefühlen, Lösen des Menschen aus der gewachsenen Gemeinschaft und Lösen von seiner bisherigen Haltung erreicht werden soll.


Aus dem PDF:

„Die Sieger im Schatten ihrer Schuld“

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