Das Bildnis des Jungen Hitler

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Von
August Kubizek

Leider muß ich diesen Abschnitt mit einer negativen Feststellung beginnen: Ich besitze keine photographische Aufnahme, die Adolf Hitler in den Jahren unserer Freundschaft zeigen würde. Ich erinnere mich auch nicht, jemals eine solche besessen zu haben. Wahrscheinlich gibt es überhaupt kein Bild Hitlers aus dieser Zeit.

An sich ist das Fehlen photographischer Aufnahmen aus jenen Jahren durchaus verständlich. In der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende gab es noch keine photographischen Apparate, die man bequem mit sich führen konnte. Und hätte es solchegegeben, wir beide würden bestimmt keinen solchen Apparat besessen haben; denn wir waren arme Teufel, die ihren letzten Kreuzer für eine Opernaufführung oder ein Symphoniekonzert opferten. Man ging, wenn man sich photographieren lassen wollte, ins „Atelier”. Das war eine ebenso umständliche wie kostspielige Sache, die man sich vorher gründlich überlegte. Eigentlich wurde man nurbei besonderen Anlässen wie Taufen, Firmungen, Hochzeiten photographiert. Mein Freund besaß, soviel ich mich erinnern kann, niemals ein Bedürfnis, photographiert zu werden. Er war nämlich alles weniger als eitel. So viel er auch mit sich beschäftigt war, Eitelkeit im gewöhnlichen Sinne war ihm fremd. Ich möchte sagen, eitel zu sein, war ihm zuwenig. Er war zuintelligent dazu und außerdem so sehr von seiner besonderen Art überzeugt, daß für Eitelkeit kein Platz war, auch dann nicht, als Stefanie in sein Leben trat. Vielleicht ist diese mangelnde Eitelkeit schuld, daß es von ihm keine Jugendbildnisse gibt. Von mir selbst habe ich mehrere.

hitler_als_kleinkindMan kann die bisher bekannt gewordenen wirklich authentischen Bildnisse aus der Kindheit und Jugend Adolf Hitlers an den Fingern einer Hand abzählen.

Da ist zunächst die bekannte Aufnahme, die im Jahre 1889 vom kleinen Adolf gemacht wurde; wenige Monate nach der Geburt. Dieses kleine, zarte Kinderbildnis enthält bereits alles, was später für die Physiognomie Hitlers typisch ist. Die eigenartigen Proportionen von Nase, Wangen und Mund, die hellen, durchdringenden Augen, sogar die in die Stirne hereingekämmten Haare — alles noch von kindlicher Einfalt gekennzeichnet.

Noch ein anderer Umstand fällt an diesem ersten Bildnis Hitlers ganz besonders auf: die große Ähnlichkeit Adolfs mit seiner Mutter. Ich habe diese Ähnlichkeit, als ich Frau Hitler das erstemal sah, gleich festgestellt. Sie wird aber jedem deutlich, der dieses Kinderbildnis mit dem Bildnis der Mutter vergleicht, das übrigens auch ein photographisches Meisterstück ist. Die Ähnlichkeit ist geradezu frappant. Wie aus dem Gesicht geschnitten, möchteman sagen. Hingegen glich Paula, die Schwester Adolfs, ganz dem Vater. Ich kannte den Vater Adolfs nicht mehr und muß mich daher auf die Aussagen der Mutter berufen.

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Es folgen die Bilder aus Hitlers Schulzeit, durchwegs Gruppenaufnahmen der Schulklasse, die er jeweils besuchte. Einzelbilder aus dieser Zeit sind nicht bekannt geworden. Wo solche auftauchen, handelt es sich um Ausschnitte aus diesen Klassenbildern. Man erinnert sich selbst noch gut, wie es dabei zuging. Der Photograph sagte sich an. Die Klasse versammelte sich im Schulhof. Die unterste Reihe mußte auf dem Boden sitzen oder sich links, beziehungsweise rechts mit dem Ellbogen aufgestützt, auf den Boden legen, damit ein genau symmetrisches Bild entstand, die nächsten Mitschüler saßen auf Bänken, die folgenden standen darauf und für die letzten wurden noch Bänke übereinander-gestellt. Ich schildere dies nur deshalb, weil die Spannung, die diese Vorbereitung bei den Kindern auslöste, deutlich an ihren Gesichtern abzulesen ist und einen freien, ungezwungenen Ausdruck verhinderte. Mit ernstem, durchaus unkindlichem Schulgesicht starrten sie nun auf das Objektiv.

Der Schüler Hitler ist schwer aus diesen vierzig und mehr Gesichtern herauszufinden, die sich, besonders in der bäuerlichen Volksschulklasse, gleichen wie ein Ei dem anderen. Meistens muß erst ein Pfeil oder ein Kreuz den Beschauer auf das richtige Gesicht hinlenken. Der einzige Ausdruck, der daraus abzulesen ist, ist der einer reservierten Neugierde, wie dieser umständliche Photograph seine Sache zu Ende bringen wird. Man muß sich hüten, in dieses verschlossene Schulgesicht Dinge hineinzulegen, die nicht drinnen stehen. Ich möchte nur auf eines hinweisen: Das Antlitz Hitlers ist bei diesen Aufnahmen immer dasselbe. Obwohl eine beachtliche Zeitspanne zwischen den einzelnen Aufnahmen liegt, ist es stets das gleiche, fremde Gesicht, als hätte es sich nicht verändert. Ich finde, daß darin, noch völlig unbewußt, jene eigentümliche Konsequenz zum Ausdruck kommt, jenes Sich-nicht-ändern-Können, das mir als der wesentlichste Charakterzug Hitlers erscheint. Man hat auch darauf hingewiesen, daß sich Hitler auf diesen Gruppenbildern stets einen bevorzugten Platz ausgesucht habe.

Auf dem Klassenbild von 1899 aus der vierten Volksschulklasse in Leonding steht Hitler in der Mitte der obersten Reihe, bei der Aufnahme von 1901, in der ersten Klasse der Linzer Realschule, steht er wieder in der obersten Reihe, diesmal ganz rechts:

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Vergrößerte, nachkolorierte Darstellung des obigen Bildes

Damit wäre alles, was über die Bildnisse des jungen Hitlers zu sagen ist, gesagt, wenn nicht der Zufall die Zeichnung eines Mitschülers aus der vierten Klasse Realschule in Steyr, der letzten Schulklasse, die Hitler besuchte, erhalten hätte. Die Zeichnung stammt aus dem Jahre 1905.

Dieser Mitschüler Sturmlechner, der den jungen Hitler porträtierte und auf den oberen Rand stolz hinschrieb: „Nach der Natur”, war selbstverständlich ein Dilettant. Das sieht man seiner Zeichnung an, die alles eher als künstlerisch ist. Wahrscheinlich konnte Sturmlechner nur im Profil zeichnen, weil er sich so strenge daran hielt. Was vom Profil abwich, machte ihm Schwierigkeiten. Die Nase ist schlecht gezeichnet, bei der Zeichnung der Haare versagte seine Kunst völlig, auch wenn die Haare damals zufällig „nach der Natur” so ausgesehen haben. Trotzdem liegt über der Bleistiftskizze ein eigentümlicher Reiz, ist doch der Ausdruck ungekünstelt und natürlich. Wenn ich aus der Skizze von Sturmlechner nur das knappe Profil nehme, deckt sich das Bild ziemlich genau mit dem Erinnerungsbild, das ich von meinem Jugendfreund in mir trage.

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Die Sturmlechner-Zeichnung

Die Sturmlechner-Zeichnung hat ein sehr bewegtes Schicksal. Viel Unfug wurde damit getrieben. So hat zum Beispiel ein Autor, der über die Wiener Elendsjahre Hitlers berichtet, dem typischen Profil einen steifen Halbzylinder aufgesetzt, in die Krawatte eine Hakenkreuznadel gesteckt und das Bild für eine Zeichnung aus den späteren Jahren in Wien ausgegeben. Das Profil konnte man gelten lassen, wenn man wußte, wie sehr sich Hitlers Physiognomie gleichgeblieben ist. Aberjener Autor wußte nicht, daß Hitler niemals einen Halbzylinder getragen hat. Adolf liebte dunkle, weiche Hüte, nichts anderes. Wie hat er über diese „Melonen” gespottet!

Damit bin ich mit allem, was sich auf die Bildnisse des jungen Hitler bezieht, am Ende. Ich will lediglich versuchen, mit Worten einiges über die Erscheinung meines Jugendfreundes zuergänzen, obwohl ich mir der Unzulänglichkeit dieses Versuches bewußt bin.

Hitler war mittelgroß und schlank, damals schon etwas größer als seine Mutter. Seine Gestalt wirkte absolut nicht kräftig, eher etwas hoch aufgeschossen und schmächtig. Er war ja auch gar nicht stark. Mit seiner Gesundheit war es ziemlich schlecht bestellt, was er selbst am meisten bedauerte. Vor dem nebeligen und feuchten Linzer Klima während der Wintermonate mußte er sich schützen. Tatsächlich war er fallweise zu dieser Zeit unpäßlich und hustete viel. Mit einem Wort, er war auf der Lunge schwach.

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Jugendbildnis Hitlers. Herkunft mit Gewißheit nicht mehr feststellbar

Die Nase war sehr ebenmäßig und wohl proportioniert, keineswegs markant. Die Stirne war hoch und frei, ein wenig zurückfliehend. Es tat mir immer leid, daß er schon damals die Gewohnheit besaß, den Scheitel möglichst weit in die Stirne zu streichen. Im übrigen kommt mir diese übliche Stirn-Nase-Mund-Beschreibung sehr lächerlich vor; denn in diesem Antlitz waren die Augen etwas so Bevorzugtes, daß man alles andere gar nicht beachtete. Ich habe nie mehr in meinem Leben einen Menschen gesehen, bei dem — wie soll ich es nur ausdrücken? — die Augen so gänzlich das Antlitz beherrschten wie bei meinem Freund. Es waren die hellen Augen seiner Mutter. Aber der etwas starre, durchdringende Blick war beim Sohne noch gesteigert, in gewissem Sinne überhöht worden, und erhielt noch mehr Kraft und Ausdrucksfähigkeit. Es war unheimlich, wie sich der Ausdruck dieser Augen ändern konnte, insbesondere wenn Adolf sprach. Mir bedeutete seine dunkle, sonore Stimme an sich aber vielweniger als der Ausdruck der Augen. Adolf sprach ja tatsächlich mit den Augen. Auch wenn der Mund schwieg, wußte man, was er sagen wollte. Als er zum ersten Male in unser Haus kam und ich ihn meiner Mutter vorstellte, sagte diese abends vor dem Schlafengehen zu mir: „Was hat nur dein Freund für Augen!” Und ich kann mich sehr gut erinnern, daß mehr ein Erschrecken als Bewunderung in ihren Worten lag. Wenn man mich mitunter fragt, worin sich das Ungewöhnliche dieses Mannes während seiner Jugendzeit am deutlichsten angekündigt hat, kann ich nur zur Antwort geben: in den Augen!

Hitler spricht...Natürlich war auch seine ungewöhnliche Rednergabe auffallend. Doch war ich noch zu unerfahren, um daran besondere Erwartungen zu knüpfen. Ich war ja überzeugt, daß Hitler einmal ein großer Künstler werden würde, ein Dichter, glaubte ich zuerst, dann ein bedeutender Maler, bis er mich dann in Wien überzeugte, daß seine Begabung auf dem Gebiete der Architektur läge. Doch für diese künstlerischen Absichten war seine Rednergabe nicht notwendig, ja eher hemmend. Trotzdem hörte ich ihm immer wieder gerne zu. Seine Sprache war sehr gewählt. Er lehnte den Dialekt ab, insbesondere das Wienerische, das ihm in seiner weichen, melodiösen Art im Innersten zuwider war. Eigentlich sprach Hitler gar nicht im üblichen Sinne österreichisch. Eher konnte man sagen, daß in seiner Sprechweise, insbesondere in der Rhythmik seines Sprechens etwas Bayrisches, und zwar Niederbayrisches lag. Vielleicht war dafür entscheidend gewesen, daß er sich von seinem dritten bis zu seinem sechsten Lebensjahre, also in der Zeit des eigentlichen Spracherwerbes, in Passau befand, wo der Vater damals Zollbeamter war.

adolf-hOhne Zweifel war mein Freund Adolf von frühester Jugend an rednerisch begabt. Er wußte es auch. Er sprach gerne und anhaltend. Manches Mal, wenn er sich gar zu weit in seinen Phantasien verlor, stieg in mir der Verdacht auf, daß alles, was er da sagte, bloß eine Redeübung sei. Doch dann wieder verwarf ich diese Meinung. Hatte ich nicht eben selbst alles, was er gesagt hatte, buchstäblich für wahr genommen? Dann wieder erprobte Adolf geradezu seine rednerische Überzeugungskraft an mir oder anderen. Ein unvergeßliches Beispiel blieb mir in Erinnerung, wie der kaum Achtzehnjährige meinen Vater überzeugte, daß er mich aus seinem Betriebe freigeben und zum Studium an das Konservatorium nach Wien schicken müsse. Bei der schwerfälligen und verschlossenen Natur meines Vaters eine gewiß ungewöhnliche Leistung. Seit jenem für mich 80 entscheidenden Beweis seiner Begabung hielt ich bei Hitler nichts mehr für unmöglich, das sich durch eine überzeugende Rede erreichen ließ. Meistens pflegte er sie durch gemessene und überlegte Gesten zu unterstreichen.


Der großdeutsche Freiheitskampf – Die Reden Adolf Hitlers

Band I, Band II, Band III


Hin und wieder, wenn er über eines seiner Lieblingsthemen sprach, über die Donaubrücke, den Ausbau des Museums oder gar den unterirdischen Bahnhof, den er für Linz vorgesehen hatte, unterbrach ich ihn und fragte, wie er sich denn die praktische Verwirklichung dieser Projekte vorstelle, wir seien doch nichts als arme Teufel! Da sah er mich dann so fremd und feindselig an, als hätte er meine Frage gar nicht verstanden. Ich erhielt auch niemals eine Antwort darauf, höchstens schnitt mir eine sehr bezeichnende Geste der Hand das Wort ab. Später gewöhnte ich mich daran und fand es durchaus nicht mehr lächerlich, wenn der Sechzehn- oder Siebzehnjährige Riesenprojekte entwickelte und mir bis in das Detail vortrug. Wenn ich mich bloß an seine Worte gehalten hätte, wäre mir das Ganze als müßiges Spiel oder als Wahnsinn erschienen. Aber die Augen überzeugten mich, daß es ernst gemeint war.

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Aufriß und Entwurf des Treppenhauses jener Villa, die Hitler seinem Freunde bauen wollte.

Sehr viel hielt Adolf von einem guten Benehmen und exakter, sauberer Form. Mit peinlicher Genauigkeit beachtete er die Gebote des gesellschaftlichen Umganges, so wenig ihm an sich die Gesellschaft selbst bedeutete. In seinem Auftreten betonte er stets die Stellung seines Vaters, der als Zollbeamter etwa den Rang eines Hauptmannes innegehabt hatte. Wenn er von seinem „Vater” sprach, ahnte man nicht, wie heftig er für sich selbst jede beamtete Stellung ablehnte. Trotzdem hatte er im Auftreten etwas sehr Genaues. Nie vergaß er, mir an meine Eltern Grüße aufzutragen, auf keiner noch so flüchtigen Karte fehlte der Gruß an meine „werten Eltern”!

adolf-h-2In Wien, als wir gemeinsam bei einer Zimmerfrau wohnten, kam ich darauf, daß er sich abends immer sorgfältig die lange Hose unter die Matratze legte, um sich am Morgen an einer tadellosen Bügelfalte erfreuen zu können. Adolf wußte den Wert einer vorteilhaften äußeren Erscheinung sehr zu schätzen. Wenn er auch nicht eitel war, besaß er doch einen ausgeprägten Sinn für Selbstdarstellung. Unzweifelhaft besaß er großes schauspielerisches Talent, das er, gepaart mit seiner Rednergabe, vortrefflich einzusetzen wußte. Ich fragte mich manches Mal, weshalb Hitler bei diesen ausgesprochenen Fähigkeiten in Wien nicht weiter vorwärts gekommen sei. Erst später begriff ich, daß es ihm gar nicht darum gegangen war, beruflich aufzusteigen. Sich einen Brotberuf zu sichern, besaß er nicht den geringsten Ehrgeiz. Die Leute, die ihm in Wien begegneten, konnten den Widerspruch, der zwischen seiner gepflegten äußeren Erscheinung, seiner wohlgesetzten Sprache, seinem sicheren Auftreten einerseits und dem Hungerdasein, das er führte, anderseits bestand, nicht begreifen und hielten ihn entweder für hochmütig oder angeberisch. Er war keines von beiden. Er paßte einfach in kein bürgerliches Schema.

ein-aquarell-htlersDabei war Hitler ein wahrer Künstler im Hungern, obwohl er, wenn sich die Gelegenheit bot, gerne gut gegessen hat. Zwar fehlte ihm in Wien meistens das nötige Geld hierfür. Besaß er solches, war er zu jeder Zeit bereit, auf das Essen zu verzichten, um sich dafür die Karte für eine Theateraufführung lösen zu können. Was andere Lebensgenuß nennen, verstand er überhaupt nicht. Er rauchte nicht, er trank nicht, lebte zum Beispiel in Wien tagelang nur von Milch und Brot.

Bei seiner Geringschätzung alles dessen, was sich auf den Körper bezog, bedeutete ihm auch der Sport, der damals eben mächtig im Aufschwung begriffen war, nur wenig. Irgendwo las ich einmal, wie kühn der junge Hitler die Donau durchschwommen habe. Ich kann mich nicht daran erinnern. Wir gingen höchstens mitunter in die Rodel baden. Das war aber auch alles. Der Byzicle-Club, der die unternehmungslustigen Radfahrer vereinte, interessierte ihn nur, weil dieser Klub im Winter einen Eislaufplatz unterhielt. Aber auch dieser Eislaufplatz interessierte ihn weniger wegen der körperlichen Betätigung, es ging ihm um das von ihm geliebte Mädchen, das sich dort in der Schlittschuhkunst übte.

Der einzige Sport, den Hitler mit großem Eifer betrieb, war das Gehen. Er ging überall und immer. Selbst in der Werkstätte oder in meinem Zimmer schritt er ständig auf und ab. In der Erinnerung sehe ich ihn immer irgendwie in Bewegung. Er konnte stundenlang gehen, ohne zu ermüden. Die weite Umgebung von Linz haben wir kreuz und quer durchwandert. Es gibt wohl keinen Weg, den wir beide nicht beschritten haben. Seine Liebe zur Natur war sehr ausgeprägt. Allerdings liebte er die Natur auf eine ganz persönliche Art. Nicht daß es ihn wie auf anderen Wissensgebieten gedrängt hätte, besondere Studien zu betreiben. Ich erinnere mich kaum, ihn mit naturwissenschaftlichen Büchern gesehen zu haben. Sein sonst unstillbarer Wissensdrang schien hier an eine deutliche Grenze gekommen zusein. Zwar hatte er, wie er mir erzählte, während seiner Schulzeit einmal eifrig botanisiert und sich ein Herbarium angelegt, doch entsprang solche Beschäftigung ebenso wie die Anlage einer Schmetterlingsammlung oder das Sammeln von Mineralien mehr seinem jugendlichen Eifer als einer besonderen Veranlagung. Nicht das einzelne in der Natur interessierte ihn. Er nahm die Natur vielmehr als ein Ganzes. Er nannte es das „Draußen”. Dieses Wort klang aus seinem Munde so vertraut, als hätte er es ein „Daheim” genannt. Tatsächlich fühlte er sich in der Natur zu Hause. Seine eigentümliche Vorliebe für nächtliche Wanderungen oder dafür, irgendwo in einer fremden Gegend über Nacht zu bleiben, war schon während des ersten Jahres unserer Freundschaft festzustellen.

Die Natur übte auf ihn einen ganz ungewöhnlichen Einfluß aus, wie ich dies noch bei keinem Menschen beobachten konnte. Er war einfach „draußen” ein ganz anderer als drinnen in der Stadt. Es gab bestimmte Seiten seines Wesens, die sich überhaupt erst in der Natur offenbarten. Nie war er so gesammelt, so konzentriert wie auf den stillen Wegen durch die Buchenwälder des Mühlviertels oder nachts, wenn wir noch rasch auf den Freinberg liefen. Im Rhythmus des Gehens flossen auch seine Gedanken und Einfälle viel ruhiger und zielsicherer als anderswo.

Einen eigentümlichen Widerspruch an ihm konnte ich mir lange Zeit nicht erklären. Wenn die helle Sonne in die Gassen schien und ein frischer, belebender Wind den Geruch der Wälder in die Stadt trug, trieb es ihn mit unwiderstehlicher Macht aus der engen, dumpfen Stadt heraus zu Wiesen und Wäldern. Kaum aber waren wir draußen, versicherte er mir, daß er auf dem Lande unmöglich mehr bleiben könne. Es wäre für ihn schrecklich, wieder in einem Dorfe, wie es Leonding war, leben zu müssen. Bei aller Liebe zur Natur freute er sich jedes mal, wenn wir wieder in die vertraute Stadt zurück kamen.

kartengruss2Als ich Adolf im Laufe der Zeit näher kennenlernte, wurde mir diese Gegensätzlichkeit seines Wesens verständlich. Er brauchte die Stadt, die Vielfalt und Fülle der Eindrücke, Erlebnisse und Begebenheiten; denn er fühlte sich an allem mitbeteiligt, es gab nichts in der Stadt, das ihn nicht beschäftigt hätte. Er brauchte die Menschen mit ihren so widerspruchsvollen Interessen, ihren Bestrebungen, Absichten, Plänen, Wünschen. Nur in dieser mit Problemen geladenen Atmosphäre fühlte er sich wohl. Das Dorf war ihm, von diesem Standpunkt aus betrachtet, viel zu einförmig, zu unbedeutend, zu belanglos und daher für sein unbändiges Bedürfnis, sich mit allem zu beschäftigen, zuwenig ergiebig. Außerdem war eine Stadt schon an sich als eine Anhäufung von Bauwerken und Häusern für ihn interessant. Begreiflich, daß er nur inmitten der Stadt leben wollte.

Andererseits aber brauchte er gegen diese ihn ständig bedrängende, beschäftigende Stadt, die seine Anlagen und Interessen auf das höchste beanspruchte, ein wirksames Gegengewicht. Er fand es in der Natur, an der es auch für ihn nichts zu verbessern oder zu verändern gab, weil die ewig gleichen Gesetze, denen die Natur gehorchte, außerhalb des menschlichen Wollens blieben. Hier konnte er wieder zu sich selbst kommen, weil er sich nicht wie in der Stadt auf Schritt und Tritt veranlaßt sah, Stellung zu nehmen. Mein Freund hatte eine ganz besondere Art, die Natur seinem Wesen dienstbar zu machen. Er suchte sich in der näheren Umgebung der Stadt einen stillen, von anderen kaum besuchten Platz, an dem er allein sein konnte.

Immer wieder ging er dorthin, jeder Busch, jeder Baum war ihm wohl bekannt. Nichts war um ihn, was ihn der Beschaulichkeit entrissen hätte. Wie die Wände einer stillen, vertrauten Kammer umgab ihn die Natur. So hatte er sich das „Draußen” zu einem „Drinnen” gemacht, indem er ungestört seinen leidenschaftlichen Plänen und Ideen nachhängen konnte.

Die Eltern Adolf Hitlers

Lange Zeit hatte er sich für schöne Tage auf einer Bank des Turmleitenweges auf solche Art ein natürliches Studierzimmer eingerichtet. Dort las er in seinen Büchern, dort zeichnete und aquarellierte er, dort entstanden seine ersten Gedichte. Ein anderer, später bevorzugter Platz war noch einsamer und verborgener. Von dem Fußwege, der auf halber Höhe des Kalvarienberges ins Zaubertal führt, mußte man nach Westen abzweigen und ohne Weg und Steg durch Gebüsch über große, dunkle Steinplatten klettern, um diesen Platz zu erreichen, den niemand anderer fand. Wir setzten uns auf den höchsten, etwas überhängenden Felsen. Während Gebüsch und Bäume in dichtem Halbrund hinter uns die Welt abschlössen, lag frei unter unseren Füßen die Donau. Der Anblick des ruhig dahinziehenden Stromes hat Adolf immer von neuem ergriffen. Unaufhaltsam, aus dem Ewigen kommend, ins Ewige ziehend, drängte das mächtige Wasser nach Osten. Wie oft hat mir mein Freund da oben von seinen Plänen erzählt. Mitunter geschah es, daß ihn das Gefühl überwältigte. Dann ließ er seiner Phantasie freien Lauf. Ich erinnere mich, wie er mir einmal von dieser Stelle aus Kriemhildens Zug ins Hunnenland so anschaulich schilderte, daß ich glaubte, die mächtigen Schiffe der Burgunderkönige stromabwärts treiben zu sehen.

Im Gegensatz zu dieser beschaulichen Einkehr standen unsere ausgedehnten Wanderungen. Man war damals schnell gerüstet. Das einzige, was man benötigte, war ein kräftiger Spazierstock. Adolf trug zu seinem Werktagsanzug ein farbiges Hemd, und als Zeichen, daß er heute eine große Wanderung vorhabe, statt der üblichen Krawatte nur eine geflochtene, in zwei Kordeln auslaufende seidene Schnur. Proviant nahmen wir keinen mit. Irgendwo draußen trieben wir dann, wenn uns hungerte, ein Stück trockenes Brot auf und tranken ein Glas Milch dazu. Was waren dies noch für herrlich unbeschwerte Zeiten!

Wir verachteten Bahn und Wagen und gingen überallhin nur zu Fuß. Wenn unsere sonntägliche Wanderung mit einem Ausfluge meiner Eltern kombiniert wurde, was für uns den Vorteil hatte, daß wir von meinem Vater in irgendeinem Landgasthaus zu einem kräftigen Mittagsmahle eingeladen wurden, so marschierten wir früh genug aus, um die mit dem Zug nachkommenden Eltern schon am Zielorte erreichen zu können. Mein Vater, der noch mehr als ich froh war, nach sechs Tagen Arbeit in Schweiß und Staub wieder reine Luft in die Lungen zu bekommen, liebte vor allem das kleine, idyllische Dörflein Walding, das inmitten prächtiger Obstgärten liegt und zur Blütezeit kaum aus den weiß oder rosa schimmernden Baumkronen heraussieht. Uns war Walding deshalb so sympathisch, weil der Rodelbach in der Nähe vorüberfließt, in dem wir an warmen Sommertagen gerne badeten. Der Bach mit seinem dunkelgoldenen Grund erinnert schon an die stillen Waldbäche aus der Heimat Adalbert Stifters. Aber die Rodel ist tückisch. Mitunter bilden sich gerade dort, wo man es am wenigsten erwartet, tiefe Tümpel, aus denen nur ein tüchtiger Schwimmer noch herauskommt.

Eine kleine Episode ist mir in Erinnerung geblieben. Adolf und ich waren vom Gasthaus zum Bach hinübergelaufen, um zu baden. Ich war ein leidlich guter Schwimmer, auch mein Freund. Aber meine Mutter hatte doch keine Ruhe. Sie kam uns nach und stellte sich auf einen vorspringenden Granitblock, um uns bei den Schwimmkünsten zuzusehen. Der Fels, der schräg zum Wasser abfiel, war mit Moos bewachsen. Die gute Mutter, während sie uns ängstlich und besorgt zusah, glitt auf dem rutschigen Moos aus, fiel, wie sie stand, ins Wasser und versank in dem dunklen, unheimlichen Tümpel. Ich war zu weit weg, um sogleich helfen zu können. Aber Adolf sprang sofort meiner Mutter nach und zog sie aus dem Wasser. Adolf ist meinen Eltern stets anhänglich geblieben. Bezeichnend, daß er noch im Jahre 1944 meiner Mutter zu ihrem achtzigsten Geburtstage ein Lebensmittelpaket senden ließ.

Adolf liebte besonders das Mühlviertel. Die weit ausschwingenden Höhen, die von Hügel zu Hügel den Blick freier machten und schließlich, ohne daß man zu einem richtigen Gipfel kam, das Panorama rundum aufschlössen, entzündeten ihn immer wieder. Da unten am hellen Silberband des Stromes lag, eng zusammengedrängt, die Stadt. Über das weite, fruchtbare Bauernland ragten im Süden die Alpengipfel auf, an Föhntagen so klar, daß man jeden einzelnen von ihnen genau erkennen konnte. Vom Pöstlingberg aus, der ja auch kein Berg im eigentlichen Sinne dieses Wortes ist, sondern nur der Rand der zur Donau abfallenden Hochfläche, wanderten wir über den Holzpoldl und den Elendsimmerl nach Gramastetten oder streiften durch die Wälder um die Ruine Lichtenhag.

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Entwurf des achtzehnjährigen Hitler für den Neubau einer großen Tonhalle in Linz. Diese Skizze ist für seine Arbeiten kennzeichnend

Adolf vermaß das nurmehr spärlich erhaltene Mauerwerk und trug die gewonnenen Maße in das Skizzenbuch ein, das er ständig mit sich führte. Dann skizzierte er mit wenigen Strichen die ursprüngliche Burganlage, trug den Wehrgraben, die Zugbrücke ein und schmückte das Gemäuer aus freier Phantasie mit Zinnen und Erkern. Einmal überraschte er mich da oben mit dem Rufe: „Das ist der ideale Schauplatz für mein Sonett!” Doch als ich Näheres darüber erfahren wollte, erklärteer bloß: „Ich muß erst sehen, was daraus wird!” Und am Heimwege gestand er mir, daß er versuchen wolle, den Stoff, der ihn beschäftigte, zu einem Schauspiel auszubauen.

Nach St. Georgen an der Gusen lief er hinaus, um festzustellen, welche Erinnerungen es dort noch an die berühmte Schlacht im Bauernkriege gäbe. Als wir die ganze Riedmark durchstreift hatten, ohne den geringsten Anhaltspunkt zu entdecken, kam Adolf auf eine merkwürdige Idee. Er war überzeugt, daß in den dort beheimateten Menschen eine ferne Erinnerung an diese große Schlacht lebendig geblieben sein müßte. Anderntags zog er allein hinaus, nachdem er zuvor vergeblich versucht hatte, mich bei meinem Vater dafür freizubitten. Zwei Tage und zwei Nächte blieb er draußen. Was er dort erfahren hat, weiß ich nicht mehr.

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Linz an der Donau um 1900

Nur weil Adolf sein geliebtes Linz auch einmal von Osten her sehen wollte, mußte ich mit ihm auf dem unfreundlichen Pfenningberg herumklettern, für den die Linzer, wie er klagte, viel zuwenig Interesse hätten. Auch mir gefiel die Stadt von jeder anderen Seite besser als von dieser. Trotzdem saß Adolf stundenlang auf dieser unwirtlichen Höhe und zeichnete. Auch ein Besuch im benachbarten Steyregg konnte mich nicht für diesen Tag entschädigen.

Hingegen bekam auch für mich St. Florian die Bedeutung eines Wallfahrtsortes der Kunst. Glaubten wir doch in dieser durch das Wirken Anton Bruckners geheiligten Umgebung unversehens noch dem „Musikanten Gottes” zu begegnen und in der herrlichen Kirche seine genialen Improvisationen auf der großen Orgel zuhören. Doch dann standen wir vor der schlichten unter dem Chor in den Fußboden eingelassenen Grabplatte, wo man den großen Meister vor einem Jahrzehnt zur ewigen Ruhe gebettet hatte. Das wundervolle Stift, ein Prachtbau Jakob Prandtauers, hat meinen Freund zu höchster Begeisterung entflammt. Dann stand er eine Stunde und länger, viel zu lange für mich, vor der herrlichen Prälatenstiege; wie hat er die Prunkentfaltung in der Bibliothek bewundert. Doch den stärksten Eindruck hinterließ ihm der Gegensatz, den die überladenen Räume und Säle des Stiftes mit dem schlichten Bruckner-Zimmer bildeten. Wenn er dieses einfache Mobiliar sah, bestärkte sich in ihm die Ahnung, daß auf dieser Erde geniale Schöpferkraft fast immer mit Not und Armut verbunden ist.

Für mich waren solche Besuche sehr aufschlußreich; denn Adolf war im Grunde genommen eine verschlossene Natur. Er hatte immer einen bestimmten Bezirk seines Wesens, in den er niemanden eindringen ließ. Immer gab es bei ihm unergründbare Geheimnisse, und in vielem blieb mir mein Freund für immer ein Rätsel. Aberes gab einen Schlüssel, der doch manches, das sonst verborgen blieb, aufschloß: die Begeisterung für das Schöne. Wenn wir vor einem so prächtigen Kunstwerk, wie dem Stift St. Florian, standen, fiel alles Trennende nieder, dann konnte Adolf im Feuer der Begeisterung ganz aus sich herausgehen, und ich empfand das Glück dieser Freundschaft doppelt groß.

der-junge-hitlerIch bin oftmals, ich glaube sogar von Rudolf Heß, als er mich in Linz einmal zu sich bat, gefragt worden, ob Hitler, so wie ich ihn in Erinnerung habe, eigentlich Humor gehabt hätte. Man vermisse das an ihm, erklärten Leute aus seiner Umgebung. Schließlich sei er doch auch ein Österreicher, also müsse er ja auch etwas von dem so berühmten österreichischen Humor haben.

Gewiß war der Eindruck, den man von Hitler bekam, insbesondere nur bei kurzer und flüchtiger Begegnung, der eines tiefernsten Mannes. Dieser ungeheure Ernst schien alles andere zu überschatten. Das war auch in jungen Jahren nicht anders. Mit einem geradezu tödlichen Ernst, der absolut nicht zu einem Sechzehn- oder Siebzehnjährigen passen wollte, faßte er die Fragen an, die ihn bewegten. Und die Welt hatte tausend und aber tausend Fragen an ihn. Er konnte lieben und bewundern, hassen und verachten, alles mit größtem Ernst. Aber eine Sache lächelnd beiseite lassen, das konnte er nicht. Auch wenn er sich für etwas, wie zum Beispiel für den Sport, nicht persönlich interessierte, als Zeiterscheinung war ihm der Sport genauso wichtig wie alle anderen Probleme. Er kam bei diesen ununterbrochenen Auseinandersetzungen nie an ein Ende. Sein abgrundtiefer Ernst griff immer neue Fragen an, und lieferte ihm einmal die Gegenwart keinen Stoff, so brütete er daheim stundenlang über Büchern und wühlte sich in die Fragen der Vergangenheit hinein. Dieser ungewöhnliche Ernst war seine nach außenhin auffallendste Eigenschaft. Dafür blieb vieles fort, was sonst die Jugend in diesem Alter kennzeichnet: ein unbekümmertes Sichgehenlassen, ein In-den-Tag-hinein-Leben, mit dem glücklichen Gedanken „Kommt’s wie’s kommt”, oder gar ein Über-die-Schnur-Hauen, ein derbes Ausgelassensein! Nein, das gab es bei ihm niemals. Er wäre sich dabei — seltsamer Widerspruch — sehr unjugendlich vorgekommen. Der Humor aber wurde dadurch in die privateste Sphäre verbannt.

a-hEr blitzte nur hin und wieder durch, als handle es sich dabei um etwas Verpöntes. Meistens zielte dieser Humor auf Menschen seiner nächsten Umgebung, also auf ein Gebiet, auf dem es für ihn keine Frage, keine Probleme mehr gab. Deshalb mischte sich in seinen verbissenen und etwas grimmigen Humor häufig Spott, allerdings ein durchaus freundschaftlich gemeinter Spott. So sah er mich einmal in einem Konzert, wie ich Trompete blies. Es machte ihm ungeheuren Spaß, mich nachzuahmen, und er behauptete, ich hätte mit meinen aufgeblasenen Backen wie ein Engel von Rubens ausgesehen.

Ich kann dieses Kapitel nicht schließen, ohne eine Eigenschaft des jungen Hitler anzuführen, auf die heute hinzuweisen — ich gebe das ohne weiteres zu — geradezu paradox klingt. Hitler war von tiefer Einfühlungsgabe und Teilnahme erfüllt. In geradezu rührender Weise nahm er sich meines Schicksals an. Ich brauchte ihm gar nicht zu sagen, wie es um mich stand. Er empfand alles, was mich bewegte, so unmittelbar, als wäre es ihm selbst hitler-12geschehen. Wie oft hat er mir damit in schwieriger Lage geholfen. Er wußte immer, was ich brauchte und was mir not tat. So intensiv er mit sich selbst beschäftigt war, so intensiv befaßte er sich auch mit den Angelegenheiten von Menschen, die ihn interessierten. Es war durchaus kein Zufall, daß er es war, der meinem Leben dadurch, daß er bei meinem Vater für mich das Musikstudium durchsetzte, die entscheidende Richtung gab. Vielmehr kam dies aus einer allgemeinen Grundhaltung heraus, die ihn an allem, was mich betraf, ganz selbstverständlich teilnehmen ließ. Ich hatte manchmal das Gefühl, als würde er neben seinem eigenen Leben auch meines miterleben.

So habe ich denn das Bild des jungen Hitler gezeichnet, so gut ich es an meiner Erinnerung vermag.

Die Frage aber, die damals unbewußt und unausgesprochen über dieser Jugendfreundschaft stand, ist für mich auch heute noch unbeantwortet geblieben:

Was wollte Gott mit diesem Menschen?


*

Siehe auch:

1280Die Geschichte des deutschen Reiches, vollendet durch Adolf Hitler, geschrieben von Walter Frank,

[…] Zum drittenmal in den drei Jahrhunderten unserer modernen Entwicklung empfängt die deutsche Nation von der Gottheit das Gnadengeschenk des weltgeschichtlichen Genies.”

der sich am 9. Mai 1945 das Leben nahm, weil ihm selbiges ohne Hitler im geschlagenen Reich sinnlos schien. In Anbetracht des Ist-Zustandes des deutschen Volkes von heute, sind seine Zeilen eine wirklich harte Kost:

„Zweimal haben wir ein großes Reich gegründet, zweimal sind wir gestürzt. Fiele auch das dritte Reich der Deutschen, es käme über uns die ewige Nacht.”

Zugleich sind es aber auch Zeilen, die den eisernen Kampf eines jeden deutschen Patrioten gegen die seit 70 Jahren andauernde Ohnmacht unserer Niederlage stärken werden, trotz der durch Juden künstlich erzeugten Ablehnung des Großteils unseres Volkes gegen die geschichtliche Wahrheit, denn:

„Zweitausend Jahre unserer Geschichte sehen heute auf uns herab. Zweitausend Jahre unserer Geschichte wollen nicht umsonst gewesen sein.”

„Adolf Hitler – Vollender des Reichs“


*

„ZZ“-Leseempfehlung:

Architektur-im-Dritten-Reich„Wenn man dem Leser den Ausdruck der Bauten des Dritten Reiches anschaulich machen will, so bedarf es dazu der Anzeigung eines Doppelgesichtes: einmal des Gesichtes des Hauses, wie es als Zielbild im Sinne eines neuen Deutschland erscheint, zum anderen aber des Gesichtes der Bauten, die wir ablehnen, ja, die wir leidenschaftlich bekämpfen, da wir in ihnen die Vertreter einer Weltanschauung erblicken, die aus einem neuen Deutschland verschwinden muß.

Auch Bauten haben ein Gesicht, ein Gesicht mit einem ganz bestimmten seelischen Ausdruck, in welchem der Kundige zu lesen vermag, wie in einem menschlichen Antlitz. Da gibt es alle Schattierungen vom hellsten Licht zum dunkelsten Schatten, und auch das schauspielernde Gesicht, das seine Rolle im Leben weiter zu spielen versucht, fehlt bei den Häusern nicht.

Zu dem, was das Dritte Reich ablehnt, gehört zunächst fast alles das, was das letzte Zweidrittel des gesamten neunzehnten Jahrhunderts hervorgebracht hat. Es läßt sich genau verfolgen, wo die Ursachen des Abstiegs zu suchen sind, und welche weltanschaulichen Wandlungen ihnen zu Grunde liegen.“

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