Gab es zu Hitlers Kriegführung einen Generalplan?

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Von
Andreas Naumann

Als die Siegermächte in Nürnberg das Internationale Militärtribunal errichteten, gingen sie davon aus, daß die Machteliten des Dritten Reiches Europa mittels einer Verschwörung und aufgrund eines gemeinsamen Planes in ihre Gewalt gebracht hätten. Obwohl die Ankläger dem Vorwurf in jahrelangen Untersuchungen nachgingen, ließ sich der Beweis nicht erbringen. Dennoch beharrt die Zeitgeschichte weiterhin auf dem Standpunkt, daß der deutschen Kriegspolitik ein mehr oder weniger fest umrissenes Programm vorgelegen habe. So spricht Andreas Hillgruber, dem ein Großteil der Zeithistorie darin gefolgt ist, von einem Stufenplan, dessen Schritte „weit über die Eroberung von Lebensraum im Osten und Ausrottung der Juden in Europa hinausgegangen seien“. Ausgehend von seinem Programm der zwanziger Jahre, »habe der Führer in stufenweisem Vorgehen „ein europäisches Kontinentalimperium“ errichten wollen, das „in der auf ihn folgenden Generation die Basis für einen Entscheidungskampf zwischen der „Weltmacht Deutschland“ und der „Weltmacht“ USA abgeben sollte“. Danach sei der Krieg in Europa langfristig geplant und vorbereitet worden.

Das ist eine Theorie, die mit Recht auch im Ausland auf Widerspruch gestoßen ist und die sich bei näherer Betrachtung als unhaltbar erweist, denn sie fußt auf der Annahme, daß Hitlers Vorgehen primär weltanschaulich-dogmatisch ausgerichtet gewesen sei, was für seine Kriegführung so nicht zutrifft.

Hätte Hitler den Nichtangriffs-Pakt vom 23. August 1939 mit seinem ideologischen Erzfeind Stalin überhaupt abschließen können, wäre dies der Fall gewesen? Es war ein Pakt, der alles über den Haufen warf, was Hitler bisher vertreten hatte. Wieso konnte er sich dazu bereit finden, der den Bolschewismus haßte wieder Teufel das Weihwasser? Dieses Bündnis war doch nur aus dem einen Grund eingegangen worden, im heraufziehenden Konflikt mit Polen nicht in einen „Krieg mit verkehrten Fronten“

Hitler und Karageorgevic 1939

Hitler mit dem jugoslawischen Prinzregenten, Prinz Paul Karageorgevic, bei einer Parade 1939. Zu diesem Zeitpunkt verfolgte HIitler keine imperialistischen Ziele. Er wollte einzig die Machtposition Deutschlands in Europa verbessern, und das hieß in erster Linie, die Bestimmungen des Schanddiktats von Versailles rückgängig zu machen. Nur noch die Korridor- und die Danzig-Frage standen offen.

zugeraten. Denn der Krieg mit den Westmächten war es, den er unter allen Umständen vermeiden wollte und den er damit zu vermeiden hoffte. Denn so töricht, sich gegen die vereinigte Macht von Deutschland und Rußland zustellen, konnten die Westmächte nach seinem Dafürhalten nicht sein. Schon im Jahre 1914 wären sie ohne Rußlands Waffenhilfe verloren gewesen. Um den Krieg mit Westeuropa zu vermeiden, war er sogar bereit, sich mit dem „bolschewistischen Weltfeind Nummer 1“ in ein Boot zubegeben. Kurzfristig sollte das geschehen, versteht sich, denn danach würde man weitersehen. Aber schon das, schon diese Wendung, die alle Welt überraschte, stand der These vom Dogmatismus Hitlers deutlich entgegen.

Es war eben nicht die langfristige Planung, die Hitlers Vorgehen auszeichnete. Viel eher war es seine durchtriebene Wendigkeit, gepaart mit Bluff und Drohung, die ihn befähigte, den jeweils günstigsten Augenblick zu erfassen, um nach Art eines Spielers den aus der jeweiligen Lage zu ziehenden Vorteil zu erlangen. Sein Handeln war hektisch und aufgeregt, alles andere als kaltblütig und von langer Hand geplant. Es ist nicht Hitler gewesen, der über viele Jahre hinweg im stillen den Plan verfolgt hat, die Unterwerfung Europas, ja der ganzen Welt zu betreiben. Das lag weder in seiner Absicht, noch paßte es zu den von ihm meist kurzfristig verfolgten Zielen. Viel eher dagegen reimte es sich mit dem Täterprofil eines Diktators vom Format Stalins zusammen.

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Der Hitler des Jahres 1939 jedenfalls wollte nicht zum Imperator werden, nachdessen Pfeife die europäischen Völker tanzen sollten. „Ein neuer großer Krieg war das letzte, was Hitler wollte.“ Er wollte weder Frankreich besiegen, noch England den Platz in der Welt streitig machen, vorausgesetzt diese waren bereit, auf Nimbus und Siegerpose von Versailles endgültig zu verzichten und sein Drittes Reich als gleichberechtigten Partner anzuerkennen. Hitler war sich bewußt, daß die Westmächte mit all ihren Ressourcen dem Reich überlegen waren. Ihnen die Gleichberechtigung ab zu trotzen galt ihm als vordringliches, aber lohnendes Geschäft, um das Reich endgültig in Europa zu festigen und am Ende sogar die Kolonien zurück zu erhalten. Das war ein Geschäft, bei dem es darauf ankam, in Einzelfragen die Oberhand zu gewinnen, ohne die Dinge auf die Spitze zu treiben. So war es ihm bisher immer gelungen, durch Fixigkeit, Übertölpelung und Einschüchterung jedes einzelnen seiner Gegner kurz fristig Vorteile zu erringen, um langfristig die Position des Reiches Schritt für Schritt zu verbessern. „Hitlers Zuversicht, daß sich die Serie müheloser Erfolge fortsetzen ließ“, wuchs von Mal zu Mal. „Und wenn er je Zweifel hatte, dann wurden sie jedenfalls von der kumulativen Wirkung seiner berauschenden Erfolge erstickt. Selbst als ihm klar wurde, daß weitere Abenteuer zum Krieg führen konnten, dachte er nur an einen kurzen und begrenzten Konflikt.“

Nein, der Hitler von 1939 wollte die Westmächte nicht schlagen. Was hätte denn an ihre Stelle treten sollen? Er wollte im Gegenteil das britische Empire erhalten, ebenso wie er sich ein Frankreich wünschte, dem man vertrauen konnte. Der Hitler von 1939 dachte noch in Perspektiven, nach denen jede der klassischen Mächte Europas ihren Platz behaupten durfte. Erst der Hitler, der in Rußland von einem Schlachtfeld aufs andere eilte, dem die Zeit weg lief und dessen Gegner ihm über den Kopf wuchsen, erst der Hitler, dem die Städte zerbombt wurden und der den Krieg ohne bedingungslose Kapitulation nicht beenden konnte, wurde zum Verzweifelten, der die Katastrophe nicht abwenden konnte.

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Oberbefehlshaber der polnischen Armee war Marschall Rydzsmicly (hier mit Staatspräsident Ignacy Moscicki) . Seitdem britischen Blankoscheck von März 1939 war das deutsch-polnische Verhältnis festgefahren. Im August 1939 meinte Rydzsmicly in Krakau vor einer Offiziersversammlung: »Polen will den Krieg mit Deutschland, und Deutschland wird es nicht verhindern können, selbst wenn es das wollte.«

Was der Hitler von 1939 dagegen im Sinn hatte, war, daß Paris und London ihm das Recht zubilligten, das ganze Gewicht des deutschen Reiches dort in die Waagschale zu werfen, wo es in Osteuropa jetzt darum ging, klare Verhältnisse zuschaffen, mit denen man leben konnte. Die österreichische, die sudetendeutsche und die tschechoslowakische Frage waren 1938/39 gelöst worden, selbst das Memelland war an das Reich zurückgefallen. Allein die Korridor- und die Danzigfrage harrten noch der Lösung und standen als letzte im Raum. Auch sie waren ein Relikt des „Schanddiktats von Versailles“, wie es damals hieß, und viele Deutsche empfanden es so.

Warum es darüber zum deutsch-polnischen Konflikt gekommen ist, war kürzlich erneut Gegenstand von Untersuchungen und bedarf hier nicht der Erörterung im einzelnen. Neuere Analysen kommen zu dem Ergebnis, daß die Ursachen nicht in den von der Zeithistone behaupteten langfristigen Kriegsplänen Hitler zu suchen sind, sondern in dem schiechten deutsch-polnischen Verhältnis, das andere Mächte zum Anlaß nahmen, von außen einzuwirkten. Diesen Konflikt galt es zu lösen, ihm widmete Hitler alle Energie. Erst als jener drohte, zum europäischen Krieg auszuufern, erst als London und Paris am Abend des 1. September 1939 Berlin aufforderten, seine Truppen hinter die Demarkationslinie zurückzuziehen, war Hitler zum Einlenken bereit. Denn „er hielt die Briten für nüchterne und rational denkende Menschen, die ihre Emotionen mit dem Verstand kontrollieren, und glaubte daher, sie würden nicht im Ernst daran denken, wegen Polen einen Krieg zu führen, wenn sie nicht die russische Unterstützung hatten“.

Die heutige Zeitgeschichte unterschlägt Hitlers Einlenken in letzter Minute mit Bedacht. Nur wenige wissen, daß der Mann, von dem die Zeitgeschichte berichtet, sein ganzes Bestreben sei es gewesen, den Zweiten Weltkrieg anzuzetteln, noch im letzten Augenblick den verzweifelten Versuch unternahm, den Kriegsausbruch zu verhindern, und daß er dazu in der Nacht zum 2. September 1939 den Presseattache an der Deutschen Botschaft in London zu einem Sofort-Angebot an die Westmächte bevollmächtigte, seine Wehrmacht hinter die deutsche Staatsgrenze zurückzuziehen und darüber hinaus vollen Schadenersatz an Polen zu leisten. Also genau das wollte er tun, was London und Paris in gleichlautenden Noten von ihm forderten. Als Voraussetzung verlangte er lediglich, daß die Westmächte sich zu Verhandlungen bereit erklärten. Das war nicht zuviel verlangt, dennnoch war dafür Zeit. Noch war das britische Ultimatum nicht ausgesprochen, noch wurde in der französischen Volkskammer darum gerungen, ob man der britischen Aufforderung zum Ultimatum an Berlin folgen solle, denn der Widerstand dagegen war groß. London aber hatte ein für allemal entschieden, den Konflikt durchzustehen, das britische Kabinett beharrte auf dem Ultimatum, Und London ist es gewesen, das zum Einlenken nicht mehr bereit war. Deshalb lehnte es Hitlers Entgegenkommen ebenso ab wie den Vermittlungsvorschlag dessen Achsenpartners Mussolini. Und als Paris bis zuletzt zögerte, wurde Außenminister Halifax energisch und setzte sich schließlich am Quay d’Orsay damit durch.

Warum Hitler diesen Schritt getan tat, darüber ist lange gerätselt worden. Beschäftigt man sich einmal näher mit der Studie von Hartmut Schustereit, dann liegt zumindest einer der Gründe dafür auf der Hand: die völlig unzureichende Rohstoff- und Rüstungslage des Dritten Reiches. Hitler war sich der Tatsache bewußt, daß ein europäischer Großkonflikt von dem zu erwartenden Ausmaß die Kräfte Deutschlands bei weitem überfordern werde. Ein Feldzug gegen Warschau mochte noch angehen, ein Zweifrontenkrieg gegen Polen und die Westmächte dagegen nicht. Hitler sah plötzlich ein, daß er diesmal zu hoch gepokert hatte. Sein Vabanque-Spiel um Danzig und den Korridor war gescheitert.

Nicht umsonst hatte der Chef des Wehrwirtschaftsstab es im Oberkommando der Wehrmacht (OKW), Generalmajor Thomas, seinen Oberbefehlshaber Hitler in wiederholten Eingaben und Vorträgen darauf hingewiesen, daß ohne die Grundvoraussetzung der Erstellung eines umfassenden Rüstungsplanes an eine zielgerichtete Kriegführung nicht zu denken sei. Dennnoch lag die Mobilisierung des deutschen Staatswesens für den Kriegsfall, zumindest was den zivilen Sektor betraf, völlig im argen, ein Punkt, über den sich Hitler keine Illusionen machte. Wäre er Thomas gefolgt und hätte er alle Ressorts der Reichsregierung mit der Erstellung eines solchen Planes beauftragt, wäre die Arbeit über die ersten Anfänge wohl kaum hinaus gediehen. Denn dazu fehlte es an nahezu allen Voraussetzungen. Schließlich erfordert ein solcher Kriegsplan zahlreiche Einzelplanungen auf Gebieten, die dem Kriegführen zu-, bei- oder nachgeordnet sind. Das betrifft vor allem die Wirtschafts- und Rohstoffplanung, die Finanz-, Rüstungs-, Arbeitskräfte- und Fertigungsplanung so wie das Transportwesen, die alle eng mit dem Streitkräfteauftrag verbunden sind. Erst durch ihr Zusammenwirken läßt sich so etwas wie ein militärstrategisches Kriegführungskonzept erstellen.

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Serienbau deutscher Panzerkampfwagen in Kassel. Es fehlte vor allem an Rohstoffen.

Auf allen diesen Gebieten aber war die Lage höchst unbefriedigend und Schustereid zufolge »desolat«. Hitler hat vor der Wehrmachtführung selbst zugegeben, der deutschen Wirtschaft fehle es an Kapital und Absatzmärkten, die Gefahr zu kollabieren stehe im Raum. Tatsächlich kam es schon im Verlauf des Polen-Feldzuges zu ernsthaften Schwierigkeiten. So war der durch die Kämpfe eingetretene Munitionsmangel kurzfristig nicht zu beheben und bereitete der Wehrmachtführung schwere Sorgen, »Denn die Munitionslage war katastrophal und die Gesamtrüstung unzureichend.«

Darüber hinaus aber stellte sich auch noch heraus, daß die Anlaufzeit für eine erhöhte Waffen- und Munitionsproduktion länger dauern werde. Daraus erhellt, daß Hitler nach Ablehnung seines Friedenangebots vom 6. Oktober 1939 durch die Westmächte den Krieg im Westen gar nicht hätte führen können, selbst wenn er gewollt hätte, ja, es ist anzunehmen, daß den Westmächten die deutsche Malaise auf dem Munitionssektor nicht unbekannt geblieben ist und sie sein Friedensangebot nicht zuletzt aus diesem Grund abgelehnt haben.


„Des Führers Kampf um den Weltfrieden“


Wenn unsere Zeithistorie mit dem behaupteten langfristigen Kriegsplan Hitlers glaubt, das eine oder andere Gebiet mit Bedacht ausklammern zu können, riskiert sie, Theorien ins Blaue hinein ohne Bezug zur Wirklichkeit zu entwickeln, wie sie der oben besagte Stufenplan darstellt. Obwohl weithin bekannt ist, daß Deutschland 1939 ernsthafte Rohstoffprobleme hatte, geht die Zeitgeschichte in der Frage der Wehrmachtrüstung seit Jahren von falschen Voraussetzungen aus. Die oft gehörte Vermutung, die Wehrmacht, die in knapp vier Jahren eilig auf den Stand ihrer Gegner aufgerüstet worden war, sei 1939 bis an die Zähne bewaffnet in den Krieg gezogen, erweist sich bei näherem Hinsehen als unzutreffend.

Hartmut Schustereid, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr in Freiburg (jetzt: Potsdam), hat damit aufgeräumt. In seiner Studie Vabanque legt er dar, daß die Geschichtsschreibung es in unentschuldbarer Weise unterlassen hat, Forschungsergebnisse zu berücksichtigen, wie sie sich aus dem Rüstungsaufkommen der späten dreißiger Jahre ergaben. Die Gründe dafür seien vielfältig und reichten vermutlich vom Verkennen der grundlegenden Bedeutung des Themas bis zum mangelnden Verständnis der komplizierten Gegebenheiten auf dem Rüstungssektor.

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Oben: Hartmut Schustereids Studie Vabanque, Pourle Mérite, Selent 2000. Unten: Georg Thomas (1890-1946). Er erkannte sehr früh die begrenzten Möglichkeiten der deutschen Wirtschaft, einen langen Krieg zu führen.

Dabei ließ er durchblicken, daß nicht zuletzt politische Gründe dafür ausschlaggebend sind. Denn die Ergebnisse der deutschen Forschung auf diesem Gebiet lassen sich mit gewissen Vorstellungen und Theorien über die exemplarische Hochrüstung und Bewaffnung der Wehrmacht schwerlich in Einklang bringen. So werden Themen, die „wegen einer gewissen politischen Brisanz über Fachgrenzen hinaus öffentliches Interesse finden“, oft nur von ausländischen Historikern abgehandelt. Dabei wird kritisiert, daß deutsche Fachkräfte zu solchen Themen meist schweigen. Offenbar seien sie der öffentlichen Debatte unwillkommen. Wäre dem nicht so, würden Theorien wie diejenige Hillgrubers gar nicht erst aufkommen — jedenfalls nicht ohne angemessene Überprüfung. Denn daß die zu Lasten der Reichsregierung behauptete langfristige Kriegsplanung wirklich existiert hätte, auch wenn das von interessierter Seite gern ins Feld geführt wird, läßt sich daraus nicht ableiten.

Was den Krieg gegen die Sowjetunion angeht, ist gerade die mangelhafte Rüstung der Wehrmacht einer der ausschlaggebenden Gründe für das Mißlingen des Unternehmens Barbarossa als Blitzkrieg, dann des Ostkrieges als Ganzem und letztlich des Weltkrieges überhaupt. Schustereid kommt zu dem Schluß, den auch wir vertreten: Der Ostfeldzug ist „im Gegenteil kurzfristig geplant und nicht ausreichend vorbereitet worden, da Hitler bis zur Jahresmitte 1940 über keine konkreten Pläne für einen Angriff auf die Sowjetunion verfügte“.

Die Schustereids Studie beiliegenden Aufstellungen und Übersichten zur Bewaffnung und Ausrüstung der Wehrmacht, insbesondere zur Bewaffnung und Munitionierung des Ostheeres, sprechen eine unmißverständliche Sprache. Man muß sich fragen, wie es möglich gewesen ist, 50 Jahre lang von „gigantischen Rüstungsanstrengungen des Dritten Reiches“ als Vorbereitung zum Zweiten Weltkrieg zu sprechen. Mit Mächten, die wieder Sowjetstaat im Krieg über 100.000 Panzer oder die USA 250.000 Flugzeuge produziert haben, läßt sich das Deutsche Reich nicht vergleichen. Angesichts solcher Zahlen begreift man überhaupt erst die verzweifelte Situation der Reichsführung, die angesichts der Lage des Reiches glaubte, ein solches Vabanquespiel eingehen zu müssen. Und „Vabanque“ ist zu Recht der Titel von Schustereids Studie. Eine weitere Studie zu dem Thema hat 2006 Heinz Magenheimer vorgelegt, der auch Hillgrubers „Stufenplan“ ablehnt, dessen Buch Hitlers Strategie scharf kritisiert und aufweist, daß Hitler ein von den jeweiligen Umständen Getriebener war.


Quelle: „Der große Wendig“, Band 3

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Siehe auch:

Im allgemeinen kann die Beobachtung gemacht werden, daß die Engländer von ihrer Art her keinen rechten Zugang zum Wesen des Führers haben; um so bemerkenswerter sind die Erkenntnisse, welche in den folgenden Stellen zum Ausdruck kommen:

„Uns wird heute eine anscheinend sehr große Möglichkeit geboten: in dem Bewußtsein, die ganze Nation in Übereinstimmung hinter sich zu haben, fordert der von einem großen Volk, das so viel zur Kultur der Menschheit beigetragen hat, anerkannte Führer uns auf, die Vergangenheit zu vergessen, die Streitaxt zu begraben, Mißtrauen und Argwohn beiseite zu legen und am runden Tisch Platz zu nehmen, um einen Plan zu beraten, der den Frieden der Welt sichert.“

(Debates, Band 100, Sp. 567.)

„Die Wahrheit über Hitler aus englischem Mund“

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