Die Vorgeschichte des Bombenkrieges

„Krieg bis zum Tod gegen das ganze deutsche Volk“

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In deutschen Massenmedien wird immer wieder die falsche Behauptung aufgestellt, Deutschland habe mit dem Luftkrieg gegen zivile Einrichtungen begonnen:

„Es waren freilich Deutsche, die als erste zivile statt militärischer Ziele bombardierten, um die ‚Moral des Gegners’ zu brechen.“

Oder es heißt, von dem deutschen Angriff auf Coventry am 15. November 1940

„führte ein Weg zur Zerstörung von Dresden am 13./14. Februar 1945 und zu den Abwürfen von Atombomben am 6. und 9. August auf Hiroshima und Nagasaki“.

Diese Behauptungen sind falsch. Richtig ist, daß die Alliierten schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg den Bombenkrieg – auch gegen zivile Ziele – planten, während Deutschland dies zu verbieten versuchte und die Luftwaffe nur zur taktischen Unterstützung von Bodentruppen aufbaute, und daß die Briten mit den Terrorangriffen begannen.

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Wie auf einem Kongreß internationaler Luftkriegsgeschichtler in Freiburg 1988 herauskam, plante die britische Royal Air Force (RAF) bereits 1918 den strategischen Bombenkrieg gegen Zivilbevölkerungen.

„Im Mai 1918 erhielt General, später RAF-Marshall, Hugh Trenchcard den Befehl, unabhängige Luftstreitkräfte aufzustellen, um Deutschland mit Bomben anzugreifen, alsbald mit 100 Flugzeugen ausgeführt.“

Zur Unterdrückung von Aufständen in Indien und im Irak setzten die Briten bereits 1925 Bombenabwürfe und Bordwaffenbeschuß gegen Häuser und zurückgebliebene Zivilisten ein, und schon damals entstanden in der RAF-Befehlssprache menschenverachtende Begriffe wie „Obliteration Bombing“ (Auslöschungsbombardement) oder „Annihilation Bombing“ (Vernichtungsbombardement).

Deutschland hatte auf der Abrüstungskonferenz des Völkerbundes 1928 — 1934 mehrfach beantragt, Luftangriffe auf die Zivilbevölkerung international zu verbieten. Der auch nach 1933 von der NS-Regierung weiter gestellte Antrag wurde von England, Frankreich und den USA 1934 abgelehnt. Auch später setzte sich der deutsche Reichskanzler erfolglos für eine entsprechende Vereinbarung ein. Der britische Historiker Emrys Hughes bekundete bei Ausführungen über den Bombenkrieg:

„Hitler bemühte sich wiederholt, eine Übereinkunft darüber zu erlangen, daß Zivilisten und nichtmilitärische Ziele nicht angegriffen werden sollten, erhielt aber immer wieder von britischer Seite eine eiskalte Abfuhr.“

Nach Webster/Frankland verfolgte der britische Luftwaffenstab spätestens seit 1935 die Strategie:

„Die strategische Luftoffensive ist eine Methode des direkten Angriffs auf den feindlichen Staat mit dem Ziel, ihn der Mittel oder des Willens zur Fortsetzung des Krieges zu berauben. Sie unterscheidet sich von allen bisherigen Arten bewaffneten Angriffs dadurch, daß sie allein unmittelbar direkt und zerstörerisch das Herz des Feindes treffen kann.“

Die Folgerung war, daß die britische RAF bereits ab 1934 die viermotorigen Langstreckenbomber „Lancaster“ und „Halifax“ plante, die dann ab 1942 gegen Deutschland eingesetzt wurden. 1939 besaßen die Engländer schon 17 Geschwader schwerer Bomber vom Typ „Wellington“ und „Whitley“.

Der zuständige britische Unterstaatssekretär (der Luftfahrtminister) J. M. Spaight erklärte dazu später freimütig, die Planung des Bomber-Kommandos sei eine

„glänzende Idee britischer Fachleute im Jahre 1936. Einziger Zweck war die Bombardierung Deutschlands“.

Als Historiker bestätigte dies Emrys Hughes, indem er schrieb,

„daß es eher die Briten als die Nazis waren, die mit dem Bombenkrieg gegen Zivilisten und nichtmilitärische Ziele begannen. Die Entscheidung darüber hatte das britische Luftfahrtministerium bereits 1936 getroffen“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb der britische Historiker Hastings:

„Die Royal Air Force der Vorkriegszeit war auf die Durchführung des strategischen Terrorbombardements zugeschnitten, das auch den Kern der Trenchard-Doktrin bildete.“

Auch die USA entwickelten früh einen schweren Langstreckenbomber. Bereits im Jahre 1937 wurde ein schneller viermotoriger Bomber gebaut, der als „fliegende Festung“ (Flying Fortress) bezeichnet wurde. Die Reichweiten der für den „strategischen Luftkrieg“ geplanten B-17 „Fortress“ (Festung) und B-24 „Liberator“ (Befreier) wurden mit 8000 km angegeben.

Spätestens ab Anfang 1941, als die USA noch nicht direkt am Krieg beteiligt waren, kam es bereits zu gemeinsamen Planungen amerikanischer und englischer Militärs über den bevorstehenden Luftkrieg gegen Deutschland.

bomber

dresdenkindergrabena4ytqDie deutsche Luftwaffe war dagegen zur Unterstützung der Bodentruppen, zum Kampf gegen die Versorgung der feindlichen Streitkräfte und zur Abwehr gegnerischer Luftangriffe geplant und eingesetzt. Den Begriff des „strategischen Luftkrieges“ gab es dementsprechend in der zuständigen Luftwaffendienstvorschrift L. Dv. 16 „Luftkrieg“ gar nicht. Es hieß dort im Gegenteil:

„Der Angriff auf Städte zum Zwecke des Terrors gegen die Zivilbevölkerung ist grundsätzlich abzulehnen. Erfolgen trotzdem Terrorangriffe durch einen Gegner auf schütz- und wehrlose offene Städte, so können Vergeltungsangriffe das einzige Mittel sein, den Gegner von dieser Art der Luftkriegführung abzubringen. Die Wahl des Zeitpunktes wird vor allem durch das Vorausgehen eines feindlichen Terrorangriffs bestimmt. Der Angriff muß in jedem Fall klar den Vergeltungscharakter zum Ausdruck bringen.“

Schon in den deutschen Begriffen „Kampfflugzeuge“ und „Kampfgeschwader“ kam der grundlegende Unterschied zu den britischen Bomberverbänden zum Ausdruck. Ergänzend zu diesen sich von den entsprechenden britischen grundsätzlich unterscheidenden Einsatzgrundsätzen der deutschen Luftwaffe stellte Konrad Pingel in seiner Untersuchung über den Luftkrieg fest:

„Die oberste Wehrmachtführung hatte an einen Terrorbombenkrieg gegen die Zivilbe völkerung des Gegners nicht gedacht. Die Luftwaffe führte nicht gegen das englische Volk Krieg, sondern gegen dessen Kriegspotential. Der Luftwaffengeneralstab verwarf im Mai 1939 die von General Felmy ins Spiel gebrachte Terrorkomponente, weil sie kaum kriegsentscheidende Bedeutung habe und den Widerstandswillen der gegnerischen Zivilbevölkerung eher stärken werde.

Noch am 14. September 1940, vier Monate, nachdem die Engländer ihren Bombenterror gegen die deutsche Zivilbevölkerung begonnen hatten, lehnte der Oberbefehlshaber der Deutschen Wehrmacht, Adolf Hitler, den Vorschlag des Generalstabschefs der Luftwaffe ab, englische Wohnviertel zur Erzeugung einer Massenpanik zu bombardieren. Noch Mitte März 1942 verbot Hitler einen Vergeltungsangriff auf London.“

Den Unterschied zwischen der deutschen und britischen Luftkriegführung betonen auch englische Historiker. So äußerte der bedeutende Militärhistoriker Sir Basil Henry Liddel Hart:

„Die Deutschen glaubten nur an den taktischen Wert von Bombern zur Unterstützung des Heeres. Sie, im Gegensatz zu den Briten, hatten in ihrer Planung die Konzeption strategischer Bombenangriffe praktisch aufgegeben.“

Der Oxford-Historiker A. J. P. Taylor schrieb:

„Die Deutschen hatten nie unabhängige Bombenangriffe geplant. Ihre Bomberflotte sollte das Heer unterstützen, und sie mußte ihren Luftangriff auf Großbritannien im Sommer 1940 improvisieren.“

Ähnlich äußerte sich der US-Geschichtswissenschaftler David L. Hoggan:

„Seit 1936 wurde die englische Luftkriegsstrategie nach der Lehre der massierten Angriffe auf weit hinter der Front liegende Ziele entwickelt. Diese Strategie stand in krassem Gegensatz zu der deutschen. Die Deutschen hofften, daß im Kriegsfall die Bombardierung aus der Luft auf die militärischen Operationen an der Front beschränkt werden könnte.

Dieser Unterschied in der Strategie zeigte sich an den in beiden Staaten hergestellten Flugzeugtypen. Deutschland stellte zur Unterstützung der Bodentruppen leichte und mittelschwere Bomber für taktische Operationen her, während sich die Briten in der Hauptsache auf den Bau schwerer Bomber für Angriffe auf zivile Ziele weit hinter der Front verlegt hatten.“

Die Briten begannen als erste mit Bombenangriffen auf Deutschland, ohne daß das Reich darauf zunächst antwortete. Nach einer Notiz bei den Akten des Oberbefehlshabers der Luftwaffe-Arbeitsstab I.S.- erfolgten bis 31. Dezember 1939 folgende britische Bombenabwürfe:

– am 5. 9. 1939 eine Sprengbombe auf Altendeich bei Wilhelmshaven;
– am 29. 9. 1939 eine Sprengbombe bei Vechta;
– am 3. 12. 1939 21 Sprengbomben an der Küste von Helgoland;
– am 12. 12. 1939 5 Sprengbomben auf Borkum;
– am 14. 12. 1939 5 Sprengbomben auf Sylt;
– am 18.12.1939 7 Sprengbomben auf Borkum, 5 Sprengbomben auf Juist, 5 Sprengbomben auf Amrum;
– am 20. 12. 1939 3 Sprengbomben bei Hörnum auf Sylt;
– am 21. 12. 1939 4 Sprengbomben bei Rantum auf Sylt.

Britische Politiker gaben auch offen zu, daß England mit dem Bombenkrieg begann. So schrieb der Londoner Unterstaatssekretär Spaight:

„Wir begannen Ziele in Deutschland zu bombardieren, ehe die Deutschen das in England taten. Das ist eine historische Tatsache, die auch öffentlich zugegeben worden ist. Wir brachten London zum Opfer dar, denn die Vergeltung war gewiß […] Deutschland bemühte sich um Stillhalteabkommen im Bombenkrieg, sooft sich dafür die leiseste Chance zu bieten schien.“

Und A. J. P. Taylor schrieb:

„Die britische Initiative zum Luftkrieg ist völlig klar. Die deutsche Bombardierung von Warschau und Rotterdam war Teil eines militärischen Feldzuges, eine Ausdehnung vorausgegangener Artilleriebeschießung verteidigter Städte. Der Blitz (die deutschen Luftangriffe auf England, H.W.) begann erst, nachdem die Briten schon fünf Monate lang deutsche Städte bombardiert hatten.“

Verstärkt wurde der britische Bombenkrieg mit Churchill Übernahme des Amtes des Premierministers am 10. Mai 1940.

„Der erste Angriff dieser Art (gegen Zivilisten und nichtmilitärische Ziele, H. W.) wurde von 18 Whitley-Bombern in der Nacht zum 11. Mai 1940 gegen Westdeutschland geflogen.“

Liddel Hart bestätigte:

„Als Churchill an die Macht kam, gehörte es zu den ersten Entscheidungen seiner Regierung, den Bombenkrieg auf das Nichtkampfgebiet auszudehnen […] Am 15. Mai (1940) durfte das Bomberkommando mit Genehmigung des Kriegskabinetts, an dessen Spitze jetzt Winston Churchill stand, Angriffe östlich des Rheins ausführen: In dieser Nacht wurden 99 Bomber eingesetzt.“

Am 28./29. Mai 1940 wurde Mönchengladbach angegriffen.

Weitere britische Angriffe erfolgten in den folgenden Monaten, auch mehrere auf Berlin Ende August/Anfang September 1940, ohne daß die Deutschen zunächst zurückschlugen.

Ab 10. August 1940 wurden als Vorbereitung zur deutschen Invasion „Seelöwe“ englische Flughäfen, Flugzeugwerke, Docks und Schiffe vorwiegend im Großraum London von der Luftwaffe angegriffen, jedoch keine zivilen Ziele. In diesem Rahmen fielen irrtümlich Bomben auf London. Liddell Hart schreibt dazu:

„In der Nacht des 24. August (1940) warfen etwa zehn deutsche Bomber, die sich […] verflogen hatten, ihre Last auf das Zentrum Londons ab […] Dieses Versehen löste in der nächsten Nacht einen Vergeltungsangriff auf Berlin aus, der von 80 britischen Bombern durchgeführt wurde, und diesem Angriff folgten noch weitere, was Hitler veranlaßte, Vergeltungsangriffe auf London zu befehlen […] Die Deutschen waren vollkommen berechtigt, ihren Angriff auf London als Repressalie zu bezeichnen, da sie vor unserem sechsten Angriff auf Berlin erklärt hatten, daß sie zu einer solchen Handlungsweise übergehen würden, wenn wir unsere Nachtangriffe auf Berlin nicht einstellen.“

Der erste deutsche Angriff auf London erfolgte als Vergeltung am 7. September 1940.

Erst weitere Monate später, am 15. November 1940, erfolgte der deutsche Luftangriff auf die Rüstungsstadt Coventry, der oft unberechtigt als Auslöser des alliierten Luftterrors im Zweiten Weltkrieg genannt wird.

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Es war der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der die Legende von der „Befreiung“ der Deutschen durch ihre Niederlage im Mai 1945 in die Welt setzte. Die Alliierten selbst hatten derlei nie behauptet. Kein Geringerer als der britische Kriegspremier Winston Churchchill bekundete schließlich noch auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 ausdrücklich, man wolle bis Kriegsende noch „eine weitere Million“ Deutsche töten.

Die Fakten: Im März 1945 warf die britische Royal Air Force mehr Bomben über Deutschland ab als in jedem anderen Kriegsmonat zuvor – und das, obwohl die Regierung in London wußte, daß nach den jahrelangen Bombardements kaum noch strategisch wichtige Ziele übrig waren.

Ein reiner Terrorangriff, das belegen die im britischen Staatsarchiv aufgetauchten Dokumente, war etwa der vernichtende Angriff auf Würzburg in der Nacht zum 16. März 1945. Etwa 5000 Menschen kamen dabei ums Leben, und 82 Prozent der berühmten Barockstadt wurden zerstört. Den Piloten wurde zwar gesagt, Würzburg sei ein wichtiges Kommunikationszentrum, doch den Besatzungen war klar, daß es nur darum ging, Wohnviertel mit Brandbomben einzudecken.

Auch die US Air Force beteiligte sich in den letzten Kriegswochen noch ausgiebig an den Terrorangriffen gegen die deutsche Zivilbevölkerung. So warfen amerikanische Bomber nicht weniger als 70 Tonnen Bomben auf die Ortschaft Ellingen bei Nürnberg, die ganze 1500 Einwohner zählte. Luftwaffengeneral Anderson gab dazu die Parole aus, daß solche Operationen den Krieg zwar nicht verkürzen könnten.

„Es wird jedoch erwartet, daß die Tatsache, daß Deutschland überall getroffen wurde, vom Vater an den Sohn und dann an den Enkel weitergegeben werden wird, und daß dies auf jeden Fall der Abschreckung für das Anzetteln künftiger Kriege dienen wird.“

Dabei waren die Terror- und Vernichtungsangriffe der Bombergeschwader nicht der Gipfel des alliierten Vernichtungswahns. Erst vor wenigen Jahren förderte der britische Guardian ein Dokument zutage, das Churchills manischen Deutschenhaß unter neuen grausigen Vorzeichen beleuchtet.

In einem Brief an den Sekretär des britischen Kriegskabinetts, General Hastings Ismay, vom Juli 1944 ließ Churchchill die englische Militärführung die Möglichkeit eines großangelegten Giftgasangriffs auf Deutschland prüfen. Auch bei diesem Terrorprojekt ließ sich der Premierminister von keinerlei humanitären Erwägungen leiten.

Er wünsche, schrieb er,

„daß die Angelegenheit von sensiblen Leuten mit kühlem Verstand geprüft wird und nicht von Vertretern dieser besonderen Gruppe psalmsingender Defätisten, die uns hin und wieder über den Weg läuft“.

Den eigentlichen Zweck des geplanten Gasangriffs umschrieb Churchchill deutlicher: Die Städte im Ruhrgebiet sollten so weit mit Senfgas bedeckt werden,

„daß der größte Teil der Bevölkerung medizinischer Behandlung bedarf“.

Die Begründung für diese Vernichtungspläne ist geradezu zynisch: Durch die Giftgasangriffe sollte der Krieg „um ein Jahr verkürzt“ werden. Die Frage bleibt, warum Churchill nicht schon 1940 auf diese Idee gekommen ist. Doch da hätte er vermutlich noch mit einem deutschen Gegenschlag rechnen müssen. 1944 waren diese Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr angebracht.

Seit der geglückten Landung der Alliierten in der Normandie und spätestens seit der Schlacht um den Kessel von Falaise im Spätsommer 1944, bei der das Gros der deutschen Panzerverbände in Nordfrankreich vernichtet wurde, war für jeden militärischen Beobachter klar, daß der Krieg für Deutschland verloren war.

Allerdings weisen Zeithistoriker heute darauf hin, daß der alliierte Vormarsch in Frankreich immer wieder aufgrund eigener Fehler und Versäumnisse verzögert wurde. Auch ohne Gasangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung hätte der Krieg im Westen wesentlich schneller beendet werden können, hätten Montgomery, Bradley und Co. ihre Truppe besser im Griff gehabt.

Es ist blanker Zynismus, daß Churchill durch die geplante Verseuchung ganzer Landstriche im Ruhrgebiet die taktischen Fehlleistungen der alliierten Generalstäbler ausbügeln wollte.

Seine Generale mußten den mordlüsternen Kriegspremier schließlich bremsen. Ein Senfgasangriff auf Deutschland, teilte ihm Ismay mit, werde keine kriegsentscheidende Wirkung haben. Churchill akzeptierte diesen Bescheid. Seinen Massenmord an Hunderttausenden deutscher Zivilisten bekam er dann allerdings doch noch: durch den militärisch völlig sinnlosen Angriff auf Dresden im Februar 1945.

Hier konnte es der Deutschenhasser Churchill den „psalmsingenden Defätisten“ im Generalstab noch ein letztes Mal zeigen.

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Die Gesamtzahl der deutschen zivilen Todesopfer des verbrecherischen alliierten Bombenterrors wird vom Statistischen Bundesamt überaus vorsichtig mit 539 000 angegeben. Die Züricher Zeitung „Die Tai“ berichtete von 2 050 000 Bombentoten.

Allein der mehrere Tage andauernde, militärisch völlig sinnlose Terrorangriff auf Dresden am 12./15. Februar 1945 soll „250 000 bis 300 000 Opfer“ gefordert haben.

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Quelle: Der große Wendig, Band 1


*

Siehe auch:

18. April 1947(!) – 6700 Tonnen Sprengstoff explodieren auf der Insel Helgoland

Big Bang Helgoland

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Ein Kommentar

  1. Waffenstudent

    Der erste Tausend-Bomber-Angriff trifft Köln

    Mit der Operation Millennium wollte Harris vor 75 Jahren verdeutlichen, wozu er fähig war, wenn man ihn nur machen ließ

    05.06.17

    Aus der Sicht der Angreifer: „Night bombing raid on Cologne“ von W. Krogman Bild: CF
    In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1942 führte die Royal Air Force (RAF) die Operation Millennium durch, den ersten Tausend-Bomber-Angriff (thousand-bomber raid) auf eine deutsche Großstadt. Das Angriffsziel bei dieser Premiere war Köln, weitere Metropolen Deutschlands folgten.

    Air Marshal Arthur Travers Harris war ein extrem ehrgeiziger Mann und wollte Deutsche töten – viele Deutsche, vor allem Zivilisten. Das betrachtete er als die absolute Hauptaufgabe der britischen Bomberflotte (RAF Bomber Command), als deren Oberbefehlshaber er seit dem 22. Februar 1942 fungierte. Und darauf lief die „Area Bombing Directive“ des Luftfahrtministeriums (Air Ministry) hinaus, die den allgemeinen Übergang zur großflächigen Bombardierung nichtmilitärischer Objekte vorsah. Diese Weisung resultierte aus der miserablen Treffergenauigkeit der Maschinen des Bomber Command, die Attacken auf Punktziele weitgehend obsolet machte. Statt dessen sollten nun die dicht bebauten Innenstädte des Gegners mit Unmengen von Brand- sowie Spreng­­bomben belegt und durch die so verursachten Großfeuer dem Erdboden gleich gemacht werden.
    Das erste Bombardement solcher Art unter der Ägide von Harris erfolgte in der Nacht zum 29. März 1942 mit dem Palmsonntags-Angriff auf Lübeck, bei dem das Zentrum der alten Hansestadt in Schutt und Asche gelegt und tatsächlich auch ein Großbrand ausgelöst wurde (siehe PAZ Nr. 12). Allerdings fielen die nächsten Attacken gegen Städte im Ruhrgebiet sehr viel weniger erfolgreich – sprich tödlich und verheerend – aus, weswegen nun die gravierende Umstrukturierung oder gar Auflösung des Bomber Command zur Diskussion stand. Daraufhin beschloss Harris, einen Luftangriff mit der bisher nie dagewesenen Anzahl von 1000 Bombern durchzuführen, um zu demonstrieren, was er alles erreichen könnte, wenn man ihm nur genügend Menschen und Material zur Verfügung stellt.
    Zunächst musste er erst einmal die 1000 Maschinen zusammenbekommen. Das Bomber Command verfügte im Frühjahr 1942 nur über knapp 700 Flugzeuge, darunter viele des älteren, zweimotorigen Typs „Wellington“ des Herstellers Vickers-Armstrongs. Deshalb wollte Harris noch 250 Bomber des RAF Coastal Command einsetzen, die ansonsten Jagd auf deutsche U-Boote machten. Das jedoch lehnte die Admiralität ab, da sie der Atlantikschlacht größere Bedeutung beimaß als Angriffen auf die Wohnstätten und die Moral der gegnerischen Zivilbevölkerung. Hierauf requirierte der Air Marshal – übrigens bald Träger des wenig schmeichelhaften Beinamens „The Butcher“ (Der Schlächter), weil er die ihm unterstellten Besatzungen genauso wenig schonte wie Frauen, Kinder und Greise auf Seiten des Feindes – kurzerhand die Bomber der Trainingsgruppen der Royal Air Force, die von Flugschülern und deren Ausbildern gesteuert wurden. Insgesamt brachte Harris auf diese Weise 1047 Maschinen zusammen, zu denen noch 113 Störflugzeuge kamen. Deren Aufgabe bestand darin, jene Flugplätze zu attackieren, von denen aus die deutschen Abfangjäger starteten. Ansonsten hoffte der Chef des Bomber Command, dass die schiere Anzahl der Angreifer die gegnerische Abwehr überfordern würde. Und tatsächlich sollte sich das Konzept des „Bomberstroms“ als erfolgreich erweisen. Den vielen hintereinander gestaffelten Flugzeugverbänden, die konzentriert in eine einzige Verteidigungszone eindrangen, konnte die Luftwaffe nur relativ wenig entgegensetzen.
    Die Operation Millenium begann am 30. Mai um 22.30 Uhr, als die Bomber von insgesamt 53 Basen in England abhoben. Ihr Ziel war Köln, das bereits 108 Luftangriffe erlebt hatte und eigentlich gar nicht ganz oben auf Harris’ Liste stand – diesen Platz belegte Hamburg. Aber dort herrschte anhaltend schlechtes Wetter.
    Am Sonntag, dem 31. Mai 1942, um 0.47 Uhr überflogen die ersten zwei viermotorigen Short-Stirling-Bomber den Neumarkt im Herzen der Domstadt und setzten die Markierungszeichen für die restlichen 896 Maschinen, die es bis Köln geschafft hatten. Diese warfen dann innerhalb von nur 88 Minuten Tausende Spreng- und Brandbomben mit einem Gesamtgewicht von 1455 Tonnen ab.
    Im Verlauf der Angriffsoperation verlor das Bomber Command 43 Maschinen – weniger als von Harris befürchtet. Andererseits vermochten es seine Leute nicht, den angestrebten Großbrand zu erzeugen. Das lag zum einen an der relativ offenen Bauweise von Köln und zum anderen am professionellen Agieren der städtischen Feuerwehr. Der gelang es, die 2500 entstandenen Einzelbrände unter Kontrolle zu bekommen. Nichtsdestotrotz blieb die Bilanz verheerend. Rund 9500 beschädigte und 3300 komplett zerstörte Gebäude, darunter neun Krankenhäuser, 17 Kirchen und 16 Schulen. Außerdem beschädigten die Briten Zehntausende Wohnungen, wodurch 45132 Kölner schlagartig auf der Straße saßen. Weitere 469 Menschen starben bei dem Angriff und 5027 erlitten Verletzungen. Dass sich das Bombardement bewusst gegen die Zivilbevölkerung gerichtet hatte, zeigt die geringe Zahl der getöteten Militärpersonen, nämlich 58, sowie die Tatsache, dass nur ein einziges Objekt der Wehrmacht niederbrannte.
    Damit handelte es sich bei der Operation Millenium zweifelsfrei um einen Verstoß gegen den Artikel 25 der Haager Landkriegsordnung. Das hinderte Harris jedoch nicht daran, weitere 1000-Bomber-Angriffe anzuordnen, um den vom britischen Kabinett abgesegneten Plan des Physikers Frederick Lindemann alias Lord Cherwell umzusetzen, 30 Prozent aller Wohngebäude in 58 größeren deutschen Städten zu zerstören.
    Ziele der Neuauflagen der Operation Millenium waren Essen, Duisburg und Oberhausen sowie Bremen. Hier kamen in den Nächten zum 2. beziehungsweise 26. Juni 1942 wiederum knapp 1000 Bomber zum Einsatz, was indes bloß sehr mäßige Erfolge zeitigte. Dennoch stellte nun niemand mehr die Existenzberechtigung von Harris’ Bomberflotte in Frage. Zwar wurden die Großangriffe zunächst erst einmal wieder eingestellt, aber nur solange es an genügend schweren viermotorigen Maschinen fehlte.
    Köln selbst erlebte bis Kriegsende noch 153 weitere Bombardements, darunter am 2. März 1945 eines durch 858 Flugzeuge der RAF. Wenige Tage später besetzten US-Truppen den linksrheinischen Teil der inzwischen in weiten Bereichen zerstörten Domstadt.

    Wolfgang Kaufmann
    

    Quelle: http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/der-erste-tausend-bomber-angriff-trifft-koeln.html

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