Die Luftangriffe auf Augsburg am 25. und 26. Februar 1944

„[…] Die einzigen guten Deutschen sind die toten Deutschen; lasst jetzt die Bomben auf Deutschland regnen.“

(1942, der Jude Lord Vansittart, Apostel des Hasses, in “Neuf mois au gouvernment” – La Table Ronde, 1948)

„Unser eigentliches Ziel waren immer die Innenstädte. Die Zerstörung von Industrieanlagen erschien uns stets als eine Art Sonderprämie“

(Arthur Bomber-Harris)

augsburg-um-1900

Die Luftangriffe auf Augsburg

Durch Luftangriffe auf Augsburg erlitt Augsburg im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden, da die Stadt mit Produktionsstätten wichtiger Rüstungsunternehmen (unter anderem Messerschmitt AG und MAN) ein militärisches Ziel alliierter Bomberverbände war. Augsburg wurde über zehnmal bombardiert, davon zweimal in Angriffen mit größerer Wirkung.

augsburg-1945Der erste, noch kleine Angriff durch die Britische Luftwaffe mit Abwurf von sechs Bomben erfolgte am 17. August 1940.

Der Angriff vom 17. April 1942

Der Luftangriff vom 17. April 1942 (Operation „Margin“) gilt als einer der waghalsigsten des Zweiten Weltkrieges. Ziel war die MAN. Die Britische Luftwaffe wollte die Produktion von Dieselmotoren für U-Boote stoppen und gleichzeitig die Fähigkeiten ihrer neuen Lancaster-Bomber testen. Der beabsichtigte Propagandaerfolg sollte durch Präzisionsanflüge bei Tag sowie durch die Verbreitung von Angst und Schrecken durch den unerwarteten Angriff tief im Feindesland gelingen. Augsburg wurde wegen guter Orientierungspunkte (u.a. Lage der Fabriken am Lech) und geringer Flak ausgewählt.

Der Anflug fand am helllichten Tag ohne Eskorte statt, zunächst über Frankreich in nur 8-10 Metern Flughöhe, um das Radar zu unterfliegen und den Angriff durch Jagdflugzeuge der deutschen Luftwaffe zu erschweren. Vier Bomber wurden jedoch bereits über Frankreich bei der Stadt Sens abgeschossen. Die acht übrigen Flugzeuge begannen den tatsächlichen Angriff auf die MAN um 20:00 Uhr aus zwei Kilometern Höhe. Sie sanken schnell auf Bodennähe, um sich der Flak zu entziehen. Die Flughöhe war so niedrig, dass die Flak beim Versuch, die Flugzeuge zu treffen, so niedrig zielte, dass sie sogar Häuser traf. Jedes Flugzeug trug vier 450kg-Bomben. Zwei Lancaster stürzten während des Angriffs ab, einer kurz danach.

Zunächst als Erfolg deklariert, führte die Bombardierung jedoch nur zu einem mehrwöchigen Ausfall der Motorenproduktion. Fünf Bomben versagten, nur wenige Maschinen in der Produktion wurden tatsächlich zerstört. Auch die Papierfabrik Haindl und die mechanische Baumwollspinnerei und Weberei wurden unbeabsichtigt leicht getroffen. Zwölf Augsburger starben bei dem Angriff, über 20 wurden verletzt. Die Royal Air Force führte danach keinen vergleichbaren Angriff mehr durch.

Die Angriffe vom 25./26. Februar 1944

Beim größten, verheerenden Bombenangriff in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 wurden große Teile der Augsburger Innenstadt zerstört. Der Angriff galt den Messerschmidt-Werken und dem Hauptbahnhof als süddeutschem Eisenbahnknotenpunkt. Bereits am 22. und 23. Februar wurde das Bahngelände angegriffen und schwer beschädigt. Am 27. Februar traf ein Bombardement das Bahnbetriebswerk.

Der Angriff war Teil der Operation “Clarion” der United States Army Air Forces. Mit dieser sollte in einer konzertierten Aktion innerhalb von nur einem Tag alle verfügbaren Verkehrsmittel der Deutschen zerstört werden. Insgesamt über 9.000 Flugzeuge griffen Eisenbahnlinien, Brücken, Häfen und Straßen an.

Der Angriff auf Augsburg wurde mit 594 Flugzeugen durchgeführt, 461 Lancaster-Bombern, 123 Halifax-Bomber und 10 Mosquito-Bomber. 17 Flugzeuge wurden abgeschossen, vier durch Kollisionen zerstört. Die Gegenwehr durch Flugabwehrkanonen war nicht sehr stark. Der Angriff galt zwar wegen seiner unerwarteten Genauigkeit militärisch als erfolgreich, die Folgen des Angriffs in dieser klaren Nacht für die Zivilbevölkerung und das historische Stadtzentrum waren jedoch verheerend. Genau deshalb wurde der Angriff auch kritisiert. Da die eigentlich erwartete Streuung der Bomben ausblieb, mit denen die Industriestandorte in den Randgebieten getroffen werden sollten, betraf die Zerstörung vor allem die historische Innenstadt.

augsburg-bombenkrater

augsburg-1945-3Das Bombardement erfolgte in zwei Wellen. Am 25. Februar um 14.00 Uhr warfen 199 amerikanische Flugzeuge 370 Tonnen Sprengstoff-Bomben und 134 Tonnen Brandmittel ab. Dadurch starben 130 Augsburger und 250 KL-Häftlinge. Der Angriff war Teil der Operation “Big Week”, welche die deutsche Rüstungsindustrie treffen sollte.

In der so genannten „Bombennacht“ setzten die amerikanischen und britischen Angreifer dann 250.000 Stabbrandbomben, 45.000 Phosphorkanister, 12.000 Flüssigkeitsbomben und 240 Sprengbomben ein. Um ca. 22 Uhr überflogen 248 Lancaster-Bomber Augsburg, drei Stunden später 130 Lancaster-Bomber und 115 Halifax-Bomber. Nicht alle Augsburger hatten mit dieser zweiten, nächtlichen Welle gerechnet.

Bei diesen Bombardements starben 730 Menschen und 1.335 wurden verletzt. 85.000 Augsburger wurden obdachlos, fast ein Viertel aller Wohnungen war zerstört. Es gab 246 große und mittlere Feuer sowie 820 kleine Feuer. Aufgrund zugefrorener Wasserflächen und Hydranten wurde die Brandbekämpfung erschwert, die Temperatur betrug minus 18 Grad.

Nach dem Angriff von 1944 verließ fast die Hälfte der Bevölkerung die Stadt. Erst nach dem Angriff wurde ein Luftschutzstollen für 1.200 Menschen unter dem Wittelsbacher Park angelegt.

Große Teile der historischen Augsburger Innenstadt wurden zerstört.

augsburg1945-2


Quelle: metapedia

*

Siehe auch:

Augsburg vor und nach der Bombenhölle

Die Augsburger Bombennacht – Zeitzeugen berichten

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2 Kommentare

  1. Waffenstudent

    LUFTANGRIFF VON 1944
    Im Bombenhagel starb das alte Bonn
    Von SEBASTIAN ECKERT

    Nach dem Angriff waren von der Altstadt und der Rheinbrücke nur noch Trümmer übrig.
    Nach dem Angriff waren von der Altstadt und der Rheinbrücke nur noch Trümmer übrig.
    Foto: Stadtarchiv
    BONN –
    Schrill heulen die Sirenen, als britische Lancaster-Bomber am Himmel über Bonn auftauchen. Es ist gegen 11 Uhr am 18. Oktober 1944. Dem Tag, an dem die Hoffnung, von Luftangriffen verschont zu bleiben, in nur 30 Minuten brutal zerstört wird. Innen- und Altstadt Bonns werden hart getroffen.
    Über 400 Menschen sterben, Tausende werden verstümmelt. Zum 70. Jahrestag präsentiert Stadtfilmer Georg Divossen (51) einen Film über den Bombenhagel, in dem das alte Bonn starb.
    Über Jahrzehnte führte Georg Divossen (51) für seinen neuen Film Interviews.
    Über Jahrzehnte führte Georg Divossen (51) für seinen neuen Film Interviews.
    Foto: Eckert
    Achtzig Augenzeugen interviewte Divossen. Einige erleben die Veröffentlichung des Films nicht mehr: Die ältesten Aufnahmen sind 15 Jahre alt. „40 Zeitzeugen kommen im Film zu Wort“, erklärt der Rheinländer, der seit Jahren die Geschichte Bonns verfilmt.
    Einer der Zeitzeugen ist Karl Josef Schwalb (83). „Ich habe Bonn drei Tage lang brennen sehen“, erinnert er sich an den 18. Oktober 1944, als 129 Bomber Kurs auf die Stadt nahmen.
    Zehntausende Bomben wurden abgeworfen, die Stadt großflächig mit Tod eingedeckt. „Es ging um die komplette Auslöschung Bonns“, stellt Divossen klar. Die Briten wollten mit dem Angriff ein neues Zielsystem erproben. Nur weil dies teilweise versagte, wurden nicht alle Stadtteile gleichmäßig von der tödlichen Ladung (650 Tonnen) getroffen.
    Eine Szene aus dem Film: Zeitzeuge Karl Josef Schwalb (83) erinnert sich an den Angriff auf Bonn.
    Eine Szene aus dem Film: Zeitzeuge Karl Josef Schwalb (83) erinnert sich an den Angriff auf Bonn.
    Foto: Screenshot
    Dennoch zog ein Feuersturm durch die Straßen, während die Menschen in Keller und Bunker flüchteten. Später ist in der Innenstadt kaum noch ein heiles Dach zu entdecken.
    „Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Menschen berichten, je nachdem, wo sie sich während des Angriffs aufhielten“, sagt Divossen. So schätzten Menschen, die im Bunker Schutz suchten, die Dauer des Angriffs auf mehrere Stunden.
    Zielsetzung Divossens: die Berichte der Zeitzeugen erhalten. Ihre teilweise emotional extrem aufgeladenen Aussagen werden in seinem Film mit historischen Aufnahmen und Bildern aus den noch existierenden Bunkern unterlegt.
    Die DVD „Angriff auf das alte Bonn“ gibt es für 15,90 Euro im Handel. Premiere für den Film ist am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr im Gemeindesaal der Stiftskirche. Der Eintritt ist frei.

    Quelle: http://www.express.de/bonn/luftangriff-von-1944-im-bombenhagel-starb-das-alte-bonn,2860,28726922.html

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