Die Luftangriffe auf Potsdam am 14./15. April 1945

„[…] Die einzigen guten Deutschen sind die toten Deutschen; lasst jetzt die Bomben auf Deutschland regnen.

(1942, der Jude Lord Vansittart, Apostel des Hasses, in „Neuf mois au gouvernment” – La Table Ronde, 1948)

Unser eigentliches Ziel waren immer die Innenstädte. Die Zerstörung von Industrieanlagen erschien uns stets als eine Art Sonderprämie.“

(Arthur Harris)

Prolog: Eine der großen Geschichtslügen, die Deutschen hätten mit dem Luftterror begonnen, ist historisch schon lange widerlegt. Bereits 1939 erfolgten sieben Luftangriffe der RAF auf Nordwestdeutschland. Am 10./11. Mai 1940 wurde die Innenstadt von Mönchengladbach angegriffen. Entgegen dem Völkerrecht  wurden danach auf Befehl der Kriegsverbrecher Churchill, Roosevelt, Stalin und Konsorten durch den alliierten Bombenterror gezielt die Wohnbezirke aller deutschen Städte mit 50.000 und mehr Einwohnern in Schutt und Asche gelegt; unersetzliche Kulturgüter geplant vernichtet und etwa 1 Million Zivilisten grausam ermordet, darunter über 54.000 Kinder unter 14 Jahren.

…ich will nicht den Kampf gegen Frauen und Kinder führen. Ich habe meiner Luftwaffe den Auftrag gegeben, sich auf militärische Objekte bei ihren Angriffen zu beschränken

(Adolf Hitler in seiner Rede vor dem Reichstag am 1. September 1939)

Entsprechend diesem Befehl richteten sich die deutschen Luftangriffe auf Warschau im September 1939 und Rotterdam 1940  ausschließlich gegen militärische Ziele als Teil eines Feldzugs. Im Fall von Warschau wurde der Zivilbevölkerung 9 Tage Zeit gegeben, die Stadt zu verlassen, falls das polnische Militär die Stadt nicht freiwillig übergäbe. Der Angriff auf Rotterdam im Mai 1940 erfolgte, weil der niederländische Stadtkommandant die Kapitulationsaufforderung ablehnte. Das Bombardement von Coventry vom 14. November 1940 galt den im Stadtzentrum gelegenen Rolls-Royce Flugzeugmotorenwerken und zahlreichen kleineren Rüstungsbetrieben.

Die Luftangriffe auf Potsdam

Der Luftangriff auf Potsdam, auch als Nacht von Potsdam bezeichnet, fand vom 14. auf den 15. April 1945 statt. In dieser Nacht zerstörte ein Luftangriff der britischen Royal Air Force große Teile der Potsdamer Innenstadt. Nach nur sehr kurzer Vorwarnzeit wurden ab ca. 22.16 Uhr von den 512 Bombern vom Typ Lancaster und de Havilland Mosquito innerhalb von nur 20 Minuten 1.751 Tonnen Bomben abgeworfen. Zur Markierung wurden Leuchtbomben über dem Stadtgebiet abgesetzt.

Nach dem Berliner Wissenschaftler und Historiker Jörg Friedrich, Autor der Buches „Der Brand“, forderte der alliierte Bombenterror in Potsdam in dieser Nacht über 5.000 Menschenleben. Erneut wurden unschuldige Zivilisten hingerichtet, mehrheitlich Frauen und Kinder, fast 1.000 Gebäude in der Innenstadt waren völlig zerstört und rund 70.000 Menschen wurden obdachlos. Deutsche Truppen in und um Potsdam waren im April kaum vorhanden, militärische Ziele ebensowenig.

Blick von der Langen Brücke auf das Stadtschloss mit den Havelkolonnaden, aufgenommen zwischen 1936 und 1940

Blick von der Langen Brücke auf das Stadtschloss mit den Havelkolonnaden, aufgenommen 1945/46

Chronologie

Hans-Werner Mihan beschreibt in „Die Nacht von Potsdam“ das Kriegsverbrechen so:

  • 17.45–19.00 Uhr. Beginn der Operation in England
  • 18.39 Uhr. Start der Lancaster PB 676 E (Masterbomber)
  • 18.41 Uhr. Start der Lancaster SW 288 A (Stellv. Masterbomber)
  • 22.01 Uhr. Erste Luftgefechte zwischen Paderborn und Kassel
  • 22.13–22.15 Uhr. Ablenkungsangriff auf Cuxhaven
  • 22.15 Uhr. Luftalarm in Potsdam
  • 22.20–22.33 Uhr. Halifax NA 112 erreicht Potsdam
  • 22.39 Uhr. Der Masterbomber erreicht Potsdam – die Markierung beginnt ca. 23.39 Uhr
  • ca.22.40 Uhr. Die Bombardierung Potsdams beginnt.
  • 22.45 Uhr. Der Masterbomber korrigiert das Bombardement, da der Rückkriecheffekt Richtung Westen entsteht.
  • 22.57 Uhr. Munitionszug explodiert im Bahnhof.
  • 23.00 Uhr. Der Masterbomber verläßt Potsdam, der Angriff endet.
  • 23.15–23.21 Uhr. Ablenkungsangriff von 60 Mosquitos auf Berlin
  • 23.16 Uhr. Der letzte Nachzügler verläßt Potsdam.
  • 23.31–00.06 Uhr. Ablenkungsangriff von 10 Mosquitos auf Wismar
  • 02.00–03.00 Uhr. Die Bomber landen in England.

Blick durch die Schwertfegerstraße auf die Nikolaikirche, aufgenommen 1933

Blick aus der Schwertfegerstraße auf die zerstörte Nikolaikirche, aufgenommen 1946

Blick von der Freundschaftsinsel auf die Heilig-Geist-Kirche, aufgenommen 1933

Blick von der Freundschaftsinsel auf die zerstörte Heilig-Geist-Kirche, aufgenommen 1946

Blick vom Stadtschloss-Innenhof auf die Nikolaikirche, aufgenommen 1933

Blick vom Stadtschloss-Innenhof auf die zerstörte Nikolaikirche, aufgenommen 1946

Blick vom Lustgarten Richtung Stadtschloss, aufgenommen 1933

Blick vom Lustgarten Richtung Stadtschloss, aufgenommen: 1946


Quelle:

Advertisements

Schreiben Sie gerne einen Kommentar, welcher dieses Thema ergänzt

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: