„Ich sprach mit Hitler“ – „Lloyd Georges Besuch“ in Deutschland

Am 17. September 1936 erschien in der britischen Tageszeitung „Daily Express“ ein Artikel von David Lloyd George, mit dem Titel: Ich sprach mit Hitler“.

Dieser Artikel spiegelt David Lloyd George`s Eindrücke von  seinem Besuch am 4. September 1936 mit Reichskanzler Adolf Hitler in Deutschland wieder, das eben alles andere wollte, nur keinen Krieg:


„Ich bin soeben von einem Besuch in Deutschland zurückgekehrt.

In so kurzer Zeit kann man nur Eindrücke bilden oder wenigstens überprüfen, die Jahre der Beobachtung aus der Ferne durch das Fernrohr der Presse und der ständigen Befragung derer, die Dinge aus der Nähe gesehen haben, bereits vorgeformt haben.

Ich habe jetzt den berühmten deutschen Führer gesehen und auch etliches von dem großen Wandel, den er herbeigeführt hat.

Was immer man von seinen Methoden halten mag – es sind bestimmt nicht die eines parlamentarischen Staates –, es besteht kein Zweifel, daß er einen wunderbaren Wandel des Denken der Menschen, ihrer Einstellungen zueinander und ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aussichten herbeigeführt hat.

Zurecht hat er in Nürnberg behauptet, daß seine Bewegung in vier Jahren ein neues Deutschland geschaffen hat.

Es ist nicht das Deutschland des ersten Jahrzehnts, das dem Krieg folgte – gebrochen, niedergeschlagen und niedergebeugt mit einem Gefühl der Furcht und Ohnmacht. Es ist jetzt voller Hoffnung und Zuversicht und mit einer erneuerten Entschlossenheit erfüllt, das eigene Leben ohne Einmischung von Einflüssen von außerhalb der eigenen Grenzen zu führen.

Zum ersten Mal nach dem Krieg herrscht ein allgemeines Gefühl der Sicherheit. Die Menschen sind fröhlicher. Über das ganze Land verbreitet sich die Stimmung allgemeiner Freude. Es ist ein glücklicheres Deutschland. Überall habe ich das gesehen, und Engländer, die ich während meiner Reise traf und die Deutschland gut kannten, waren von dem Wandel tief beeindruckt.

Dieses Wunder hat ein Mann vollbracht. Er ist ein geborener Führer von Menschen. Eine magnetische, dynamische Persönlichkeit mit einer aufrichtigen Absicht, einem entschlossenen Willen und einem unerschrockenen Herzen.

Er ist nicht nur dem Namen nach, sondern tatsächlich der nationale Führer. Er hat die Deutschen gegen potentielle Feinde, von denen sie umgeben waren, gesichert. Auch schützt er sie gegen die ständige Gefahr des Hungertodes, eine schmerzhafte Erinnerung aus den letzten Kriegs- und Friedensjahren. Über 700.000 starben von bloßem Hunger während dieser dunklen Jahre. Man kann immer noch die körperlichen Nachwirkungen bei denen sehen, die in diese Welt des Umbruches geboren wurden.

Die Tatsache, daß Hitler sein Land von der Furcht einer Wiederholung jener Zeit der Verzweiflung, der Armut und der Demütigung erlöst hat, hat ihm im heutigen Deutschland unumstrittene Autorität verschafft.

An seiner Popularität, vor allem unter der deutschen Jugend, besteht keinerlei Zweifel. Die Alten vertrauen ihm, die Jungen vergöttern ihn. Es ist nicht die Bewunderung, die einem populären Führer gezollt wird, es ist die Verehrung eines Nationalhelden, der sein Land aus völliger Hoffnungslosigkeit und Erniedrigung errettet hat.

Es ist wahr, daß öffentliche Kritik der Regierung in jeder Form verboten ist. Das bedeutet aber nicht, daß es keine Kritik gibt. Ich habe gehört, wie die Reden bedeutender Nazi-Redner frei verurteilt wurden.

Aber nicht ein Wort der Kritik oder des Mißfallens an Hitler habe ich vernommen.

Er ist immun gegen Kritik wie ein König in einem monarchistischen Land. Er ist noch mehr: Er ist der George Washington Deutschlands, der Mann, der seinem Land die Unabhängigkeit von allen Unterdrückern gewann.

Für diejenigen, die nicht wirklich gesehen und gespürt haben, wie Hitler über das Herz und die Seele Deutschlands regiert, mag diese Beschreibung extravagant erscheinen. Nichtsdestotrotz ist es die nackte Wahrheit. Dieses große Volk wird besser arbeiten, mehr opfern und, wenn nötig, mit einer höheren Entschlossenheit kämpfen, wenn Hitler es auffordert, dies zu tun. Diejenigen, die diese zentrale Tatsache nicht begreifen, können die gegenwärtigen Möglichkeiten des modernen Deutschlands nicht beurteilen.

Auf der anderen Seite können diejenigen, die sich vorstellen, daß Deutschland wieder in seine alte imperialistische Stimmung zurück verfallen ist, den Charakter der Veränderung nicht verstehen. Die Idee eines Deutschlands, das Europa damit bedroht, daß seine unwiderstehliche Armee über die Grenzen hinweg marschieren könnte, bildet keinen Teil der neuen Vision.

Was Hitler in Nürnberg sagte, ist wahr. Die Deutschen werden sich bis in den Tod jedem Eindringling in ihr eigenes Land widersetzen, aber sie haben nicht länger den Wunsch, irgend ein anderes Land zu erobern.

Die Führer des modernen Deutschlands wissen nur zu gut, daß Europa ein zu gewaltiges Vorhaben ist, um von einer einzelnen Nation, ganz gleich wie mächtig ihre Waffen sein mögen, überrannt und niedergetrampelt zu werden. Sie haben diese Lektion im Krieg gelernt.

Hitler kämpfte während des Krieges an der Front und weiß aus eigener Erfahrung, was Krieg bedeutet. Er weiß auch zu gut, daß heute die Chancen für einen Angreifer noch schlechter als damals stehen.

Was damals Österreich war, würde nun den Idealen von 1914 weitestgehend feindlich gegenüberstehen. Die Deutschen machen sich keine Illusionen über Italien. Und ihnen ist auch bewußt, daß die russische Armee in jeder Hinsicht weitaus effizienter ist, als sie es im Jahr 1914 war.

Die Errichtung einer deutschen Hegemonie in Europa, die das Ziel und der Traum des alten Vorkriegs-Militarismus war, ist noch nicht einmal am Horizont des Nationalsozialismus.

Die deutsche Wiederaufrüstung betreffend kann es keinen Zweifel an ihrer Existenz geben. Da mit Ausnahme Großbritanniens alle Gewinner des großen Krieges die Verpflichtungen ihres eigenen Vertrages zur Abrüstung vernachlässigt haben, hat der Führer mit voller Überlegung die Überbleibsel, die sein eigenes Land banden, zerschlagen.

Er folgte dem Beispiel der für den Versailler Vertrag verantwortlichen Nationen.

Es ist nun ein erklärter Teil von Hitlers Politik, eine Armee aufzubauen, die stark genug ist, jedem Eindringling zu widerstehen, gleich von welcher Seite der Angriff kommen mag. Ich glaube, er hat bereits dieses Maß der Immunität erreicht. Kein Land oder eine Kombination von Ländern könnten sich sicher sein, das Deutschland von heute zu überwältigen.

Drei Jahre der fieberhaften Vorbereitungen haben die Abwehrkräfte Deutschlands so weit gestärkt, um es undurchdringlich für einen Angriff zu machen, der nicht ein Opfer von Leben fordern würde, das furchtbarer wäre als das des großen Krieges.

Aber, wie jeder, der Krieg kennt, weiß, gibt es einen großen Unterschied zwischen einer defensiven und einer offensiven Bewaffnung. In der Defensive müssen die Waffen nicht so mächtig und die Truppen, die sie schwingen, nicht so zahlreich oder so gut ausgebildet sein wie in der Offensive. Ein paar ausgewählte Maschinengewehrschützen, geschickt versteckt und geschützt, können eine mit erschütternder Artillerie ausgestattete Division aufhalten.

Deutschland hat starke defensive Positionen aufgebaut und weist – da habe ich keine Zweifel – eine ausreichende Anzahl von ausgebildeten oder eher halb ausgebildeten Männer mit genügend Maschinengewehren und Artillerie auf, um diese Positionen gegen Angriffe zu halten. Es hat auch eine sehr effiziente und leistungsfähige Luftwaffe.

Es gibt keinen Anstrengungen, diese Tatsachen zu verschleiern. Wiederaufrüstung geht ganz offen vonstatten und sie rühmen diese. Dies ist dem Ausbruch des Widerstandes gegen Rußland geschuldet. Sie fühlen sich jetzt sicher.

Aber Deutschland wird mindestens zehn Jahre brauchen für den Aufbau einer Armee, die stark genug ist, um den Armeen von Rußland oder Frankreich auf anderem als ihrem eigenen Boden entgegenzutreten. Dort kann es erfolgreich kämpfen, weil es Schlachtfelder auswählen kann, die sorgfältig vorbereitet und befestigt sind, und es genügend ausreichend geschulte Männer hat, um Gräben und betonerne Geschützstände zu verteidigen.

Aber ihre Wehrpflichtarmee ist sehr jung – es gibt eine Lücke von Jahren, um sie mit Reservisten und insbesondere mit Offizieren zu füllen. Als offensive Armee würde es knapp 10 Jahre dauern, sie auf das Niveau der großen Armee von 1914 zu bringen.

Aber jeder Versuch, die Poincaré-Eskapaden an der Ruhr zu wiederholen, würde den fanatischen Widerstand Myriaden tapferer Männer hervorrufen, die den Tod für das Vaterland nicht als Opfer, sondern als eine Ehre betrachten.

Das ist die neue Stimmung der deutschen Jugend. Es herrscht fast eine religiöse Inbrunst bezüglich ihres Glauben an die Bewegung und ihre Führer.

Das beeindruckte mich mehr als alles, was ich während meines kurzen Besuches im neuen Deutschland erlebte. Es war eine Erweckungs-Atmosphäre. Sie hat eine außergewöhnliche Wirkung bei der Einigung der Nation gehabt.

Katholiken und Protestanten, Preußen und Bayern, Arbeitgeber und Arbeiter, Reiche und Arme haben sich zu einem Volk konsolidiert. Religion, Herkunft und Klasse spalten die Nation nicht mehr. Aus der entsetzlichen Not wurde eine Leidenschaft für die Einheit geboren.

Die Teilungen, die dem Zusammenbruch von 1918 folgten, machten Deutschland unfähig, seinen inneren und äußeren Problemen zu begegnen. Deshalb wird der Kampf konkurrierender Leidenschaften nicht nur mißbilligt, sondern vorübergehend unterdrückt.

Öffentliche Verurteilung der Regierung wird so rücksichtslos zensiert wie in einem Zustand des Krieges. Für einen an Generationen der Redefreiheit und der freien Presse gewöhnten Briten ist diese Beschränkung der Freiheit abstoßend, aber in Deutschland, wo solche Freiheit nicht so tief verwurzelt ist wie hier, fügt sich das Volk nicht, weil es Angst hat zu protestieren, sondern weil es so viel unter Meinungsverschiedenheiten gelitten hat, daß die überwiegende Mehrheit denkt, sie müssen vorübergehend um jeden Preis beendet werden.

Freiheit der Kritik befindet sich daher vorerst in der Schwebe. Deutsche Einigkeit ist das Ideal und das Idol des Augenblicks, und nicht die Freiheit.

Ich fand überall eine heftige und kompromißlose Feindschaft gegen den russischen Bolschewismus, gepaart mit einer echten Bewunderung für das britische Volk und dem tiefen Wunsch nach einer besseren und freundlicheren Verständigung mit ihm.

Die Deutschen sind auf jeden Fall entschlossen, nie wieder mit uns zu streiten. Auch haben sie keine rachsüchtigen Gefühle gegenüber den Franzosen. Sie haben sich jegliches Verlangen nach einer Rückgewinnung von Elsaß-Lothringen aus dem Kopf geschlagen.

Aber es gibt einen echten Haß auf und eine Furcht vor dem Bolschewismus, mit leider zunehmender Intensität. Dies bildet die treibende Kraft ihrer internationalen und Militärpolitik. Die privaten und öffentlichen Gespräche sind voll davon. Wo auch immer man hingeht, man braucht nicht lange zu warten, bevor man das Wort „Bolschewismus“ hört, mit einer immer und immer wiederkehrenden, ermüdenden Wiederholung.

Ihre Augen sind auf den Osten konzentriert, als ob sie angespannt auf den Anbruch des Tages des Zornes warteten. Darauf bereiten sie sich mit deutscher Gründlichkeit vor.

Diese Angst ist nicht aufgesetzt. Oben wie unten ist man überzeugt, daß es allen Grund zur Besorgnis gibt. Sie haben eine Furcht vor der großen Armee, welche in Rußland in den letzten Jahren gebaut wurde.

Eine in der russischen offiziellen Presse gedruckte und vom offiziellen Moskauer Radio angetriebene, außergewöhnlich heftige anti-deutsche Kampagne der Schmähung hat in Deutschland den Verdacht wiederbelebt, daß die Sowjetregierung Böses gegen das Vaterland plant.

Leider führen die deutschen Führer dies auf den Einfluß der prominenten russischen Juden zurück, und dadurch wird die antijüdische Stimmung erneut aufgerührt, als sie gerade im Verschwinden begriffen war. Das deutsche Gemüt hat nicht mehr Freude an der Verfolgung als der Brite, und die angeborene Geduld des deutschen Volkes fällt nach einem Ausbruch übler Laune schnell wieder in Toleranz zurück.

Jeder Gönner Deutschlands – und ich zähle mich dazu – betet ernsthaft, daß Goebbels‘ Schimpf- Reden nicht eine weitere anti-jüdische Kundgebung provozieren. Dies würde viel dazu beitragen, die grünen Blätter des guten Willens zum Verdorren zu bringen, die so gesund auf dem verbrannten Schlachtfeld, das einst die großen Kulturnationen trennten, wuchsen.

Aber wir sollten nicht zu viel Bedeutung in die jüngsten Ausbrüche gegen Rußland hineinlegen. Tatsache ist, daß die deutsche Regierung in ihren Beziehungen zu Rußland jetzt in der Phase ist, aus der wir gerade kommen.

Wir alle erinnern uns an die Zeit, als Moskau durch seine amtlichen Publikationen, seine Presse und sein Radio grauenhafte persönliche Angriffe auf einzelne britischen Minister – Austen Chamberlain, Ramsay MacDonald und Churchill – machte und unser politisches und wirtschaftliches System als organisierte Sklaverei anprangerte.

Wir begannen diese Verleumdungskampagne durch Stigmatisierung ihre Führer als Attentäter, ihres Wirtschaftssystem als Räuberei, ihrer sozialen und religiösen Einstellungen und ihres Verhalten als eine Orgie der Unmoral und des Atheismus.

Dies war die gewöhnliche Form der diplomatischen Beziehungen zwischen dem kommunistischen Rußland und dem Rest der Welt auf beiden Seiten. Wir dürfen nicht vergessen, daß, wenn wir einen russischen Minister hier hatten, wir tatsächlich die Polizei schickten, ein offizielles Gebäude der russischen Botschaft zu überfallen, um in ihren Butterdosen nach Beweisen für Hochverrat zu stöbern.

Niemand hat geglaubt, daß das von einer der beiden Seiten als ein Vorspiel oder eine Provokation für Krieg gedacht war. Der Austausch von Skurrilitäten zwischen Deutschland und Rußland ist nur die übliche Sprache der Diplomatie, an die sich in den letzten 20 Jahren alle Länder gewöhnt haben, wenn es um das kommunistische Rußland geht.

Im Interesse unseres geistigen Friedens ist es wichtig zu erkennen, daß eine Wiederholung dieser unziemlichen gegenseitigen Beschimpfungen nicht im geringsten auf Krieg hinweisen. Deutschland ist nicht mehr bereit, Rußland zu erobern als für eine militärische Expedition zum Mond.

Was dann aber hat der Führer gemeint, als er den reichen, aber unterkultivierten Boden der Ukraine und Sibirien und die unerschöpflichen Bodenschätzen des Urals in Kontrast zu der Armut des deutschen Bodens setzte? Es war einfach eine scharfe Nazi-Erwiderung auf den Vorwurf der Sowjets bezüglich des Elendes der Bauern und Arbeiter in Deutschland unter der Naziherrschaft.

Hitler antwortete, indem er die Sowjets verspottete mit der elenden Verwendung, die sie von den enormen Ressourcen des eigenen Landes machen, im Vergleich mit den Leistungen der Nazis im eigenen Land, dessen natürlicher Reichtum relativ gering ist.

Er und seine Gefolgsleute haben eine Furcht vor dem Bolschewismus und unterschätzen zweifellos die großen Dinge, die die Sowjets in ihrem riesigen Land erreicht haben. Die Bolschewiki rächen sich damit, Hitlers Verdienst zu verkleinern.

Es ist lediglich ein Austausch von Beleidigungen zwischen zwei autoritären Regierungen. Aber es bedeutet nicht Krieg zwischen ihnen.

Ich habe nicht den Platz, eine Aufzählungen der Pläne zu geben, die ausgeführt werden, um die Ressourcen Deutschlands zu entwickeln und die Lebensbedingungen seiner Menschen zu verbessern. Sie sind immens und sie sind erfolgreich.

Ich wünschen hier nur zu sagen, daß ich mehr denn je davon überzeugt bin, daß das freie Land, in das ich zurückgekehrt bin, in der Lage wäre, größere Dinge in diese Richtung zur erreichen, wenn seine Herrscher nur Mut fassen und ihr Sinnen mutig in den Dienst dieser Aufgabe stellten.“

*

Adolf Hitler, Mann des Jahres 1936

*

Auch in einem Interview mit der englischen Zeitung „The Evening Post“ faßte David Lloyd George seine Eindrücke zusammen:

Lloyd George’s Besuch“


NAZI-REGIME
–––
LLOYD GEORGES BESUCH
–––
HITLERS BANN AUF MENSCHEN
–––
WUNSCH NACH FRIEDEN
–––

(Vom „The-Post“-Vertreter.)
LONDON, 23. September.

In einem Interview in London faßte der Sehr Ehrenwerte David Lloyd George die Eindrücke zusammen, die er bei seinem jüngsten Besuch in Deutschland gewonnen hat.

„Deutschland“, sagte er, „will keinen Krieg, aber es hat Angst vor einem Angriff durch Rußland und ist mißtrauisch gegenüber dem russisch-französischen Pakt. Ich habe noch nie ein glücklicheres Volk als das Deutsche gesehen, und Hitler ist einer der größten der vielen großen Männer, die ich getroffen habe.

Ich bin fest davon überzeugt, daß das deutsche Volk heute ernsthaft Frieden wünscht. Zweifellos fürchtet Deutschland einen Angriff durch Rußland, und in der gleichen Weise befürchtet Rußland einen Angriff Deutschlands, und ich glaube, daß die Angst in jedem Fall ganz echt ist.“    Gefragt, wie er Deutschlands Wunsch nach Frieden mit den jüngsten Angriffen auf die Sowjets vereinbart, antwortete er:

„Wie vereinbaren Sie Rußlands geäußerten Wunsch nach Frieden mit seinem langjährigen Angriff auf Deutschland? Tatsache ist, daß sie sich seit Jahren gegenseitig mißbrauchen wie Taschendiebe. Es hat eine Art Beschimpfungswettstreit gegeben, aber ich denke, daß heute die Menschen eher geneigt sind zu übersehen, was über das sowjetische Radio gesagt wird, und die Aufmerksamkeit nur auf die deutschen Angriffe auf Rußland richten.“

MENSCHEN VEREHREN HITLER.

„Deutschland will keinen Krieg. Hitler will keinen Krieg. Er ist eine äußerst bemerkenswerte Persönlichkeit, eine der größten, die ich je in meinem ganzen Leben getroffen habe, und ich habe einige sehr große Männer getroffen.

Zuneigung ist ein völlig unzutreffendes Wort, um die Haltung des deutschen Volkes gegenüber Hitler zu beschreiben. Es kommt beinahe einer Verehrung gleich. Ich habe noch nie etwas ähnliches gesehen. Einige Männer, die ich traf, die keine Nazis waren, erzählten mir, daß sie nicht wüßten, was das Land ohne ihn getan hätte. Sie sind geneigt, den Hitler-Anhängern für einige der Dinge die Schuld zu geben, die sie nicht gutheißen, aber es gibt kein Geflüster der Kritik an Hitler. Es ist wie unser Motto: ‚Der König kann kein Unrecht tun‘.“

Mr. Lloyd George wurde gefragt: „Wie vereinbaren Sie diese Haltung gegenüber Hitler mit der Unterdrückung der Gewerkschaften und der freien Meinungsäußerung?“

„Ich kann es nicht erklären“, antwortete er. „Ich äußere nur die Tatsachen, aber Sie müssen bedenken, daß die Deutschen ein sehr diszipliniertes Volk sind und immer schon waren. Sie sind weit mehr an Disziplin gewöhnt als wir es sind, und ich denke, daß die momentan in Deutschland bestehenden Beschränkungen eine weit größere Wirkung auf Menschen in diesem Land haben würden als auf Deutschland.“

EIN GROSSES UNGLÜCK.

„Ich habe immer gedacht, und denke es immer noch, daß die Verfolgung der Juden in Deutschland ein großes Unglück gewesen ist. Aber Deutschland ist nicht das einzige Land, das Juden verfolgt hat. Wir dürfen nicht die Pogrome in Rußland und in anderen europäischen Ländern vergessen.“    Seinen Eindruck von dem Deutschen Volk von heute wiedergebend sagte er: „Ich habe noch nie eine glücklicheres Volk gesehen. Das Gefühl der Depression und Schwermut, das es in den Nachkriegsjahren niederdrückte, ist vollständig verschwunden. Sie sind heute ein sehr fröhliches Volk. Das ist nicht nur meine eigene Meinung. Seit ich aus Deutschland zurückkehrt bin, habe ich Briefe von Engländern, die in Deutschland auf Geschäftsreise oder im Urlaub gewesen sind, bekommen, und sie alle bestätigen meine eigene Ansicht.    Einer der wichtigsten Eindrücke, die ich durch meinen Besuch gewonnen habe, war der allumfassende Wunsch, eine engste Freundschaft mit Großbritannien zu bewahren. Ich fand diesen bei jedem, den ich traf, von Hitler abwärts bis zu den Arbeitern, mit denen ich sprach. Überall wird Großbritannien mit tiefstem Respekt betrachtet, und es gibt eine tiefe Sehnsucht, daß die tragischen Umstände des Jahres 1914 nie wiederholt werden sollten.“

WIRTSCHAFTSAUFSCHWUNG.

Herr Lloyd George war zutiefst von dem Wirtschaftsaufschwung Deutschlands beeindruckt. „Wir hören viel“, sagte er, „von den Anstrengungen, die Deutschland in Richtung der Wiederbewaffnung macht, aber es wird wenig über die kolossalen Pläne gesagt, die umgesetzt werden zur Entwicklung der internen Ressourcen des Landes und zur Verbesserung der Bedingungen der arbeitenden Bevölkerung.    Ich sah ein gutes Stück des letzteren und war enorm von der Kühnheit und Wohltätigkeit der deutschen Pläne beeindruckt. Die Deutschen gewinnen über 4.000.000 Hektar Land zurück, die entweder völlig brach lagen oder aber kaum kultiviert wurden. Sie bauen Millionen Häuser für ihre arbeitende Bevölkerung, und überall bauen sie für ihre Stadtarbeiter Siedlungen außerhalb der Stadtgrenzen, mit Gärten an jedem Haus.    Die neuen Straßen, die sie konstruieren, sind großartig. Durch diese und ähnliche Mittel haben sie die Arbeitslosigkeit in dreieinhalb Jahren von 6.000.000 auf 1.000.000 verringert. Was immer wir auch von Hitler und dem gegenwärtigen Regime in Deutschland halten mögen, das ist an sich eine sehr große Errungenschaft.“


Quelle:


Siehe auch:

wmah

Der ehemalige Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop hat vor dem Interalliierten Militärtribunal Nürnberg in seinem Schlußwort die Lage des Reiches treffend umrissen:

„Daß Deutschland keine Angriffskriege geplant hatte, wird durch die Tatsache bewiesen, welche Stärke wir im Verlauf des Zweiten Weltkrieges entfaltet haben und wie schwach wir dagegen zu Beginn des Krieges waren. Die Geschichte wird es uns glauben, wenn ich (Ribbentrop) sage, daß wir einen Angriffskrieg ungleich besser vorbereitet haben würden […].

Was wir beabsichtigten, war, unsere elementaren Lebensbedingungen wahrzunehmen, genau so wie England sein Interesse wahrgenommen hat, um sich ein Fünftel der Erde untertan zu machen, wie die USA und Rußland einen ganzen Kontinent unter ihre Hegemonie gebracht […].

Der einzige Unterschied der Politik dieser Länder zu der unsrigen lag darin, da wir die gegen jedes Recht uns genommenen Länderpartikel wie Danzig und den Korridor beanspruchten, während jene Mächte nur in Kontinenten zu denken gewohnt sind.“

Der Rüstungsstand in Deutschland im Jahre 1939 – Eine Gegenüberstellung

*


Siehe ebenfalls:

der-kampfAls die Siegermächte in Nürnberg das Internationale Militärtribunal errichteten, gingen sie davon aus, daß die Machteliten des Dritten Reiches Europa mittels einer Verschwörung und aufgrund eines gemeinsamen Planes in ihre Gewalt gebracht hätten. Obwohl die Ankläger dem Vorwurf in jahrelangen Untersuchungen nachgingen, ließ sich der Beweis nicht erbringen. Dennoch beharrt die Zeitgeschichte weiterhin auf dem Standpunkt, daß der deutschen Kriegspolitik ein mehr oder weniger fest umrissenes Programm vorgelegen habe.

Gab es zu Hitlers Kriegführung einen Generalplan?

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